Licht aus der Tiefe des Alls – Relativitätstheorie

Wer bei Nacht von einem dunklen Ort aus in den Himmel schaut, kann mit bloßem Auge ungefähr 2000 Sterne sehen. Wir erkennen dann unter anderen Sternen den uns nächstgelegenen Stern, Alpha Centauri, der ungefähr 4,4 Lichtjahre entfernt liegt. Im Sommer entdecken wir im Sternbild Schwan (Cygnus) Deneb, der zusammen mit Vega und Altair das „Sommerdreieck“ bildet. Deneb ist der hellste der drei Sterne, etwa 19mal schwerer als unsere Sonne, etwa 200 Sonnenradien groß und seine Leuchtkraft ist bis zu 200000mal heller als die unserer Sonne. Er ist nach konservativen Berechnungen etwa 2600 Lichtjahre entfernt von der Erde.

Für viele Skeptiker sind diese Daten Anlass, den Schöpfungsbericht in 1 Mose 1 in Frage zu stellen: Wie kann es sein, dass Adam und Eva am vierten Schöpfungstag diese Sterne sahen, wenn doch die Zahlen nahelegen, dass das Licht von Alpha Centauri etwa 4,4 Jahre benötigte um auf die Erde zu treffen, bzw. die beiden Deneb nie sahen, da dessen Licht erst zu Beginn der Zeit der Richter auf der Erde eintraf?

Im ersten Teil dieser Serie wurde der Frage nachgegangen, wie die ersten Antwortversuche auf diese berechtigte Frage aussahen. In diesem Teil sollen die Antworten von Dr. R Humphreys und Dr. J Lisle vorgestellt werden. Beide haben Antworten in der von Albert Einstein (1879 – 1955) entdeckten Relativitätstheorie gesucht.

Relativitätstheorie

Im Jahr 1905 veröffentlichte Albert Einstein im Fachjournal „Annalen der Physik“ den Artikel „Zur Elektrodynamik bewegter Körper“. In ihm formulierte er die Grundlagen der speziellen Relativitätstheorie, dass die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum konstant ist, dass sich bei höherer Geschwindigkeit die Zeit langsamer vergeht und Körper in Bewegungsrichtung kürzer erscheinen und daher Zeit und Raum nicht absolut sind, sondern abhängig vom Bewegungszustand des Beobachters[i].

Durch Beobachtungen im Jahr 1919 während einer Sonnenfinsternis konnte gezeigt werden, dass Einsteins Relativitätstheorie (hier die allgemeine Relativitätstheorie) die Ablenkung von Licht durch die Gravitation korrekt vorhersagt. Es ist tatsächlich so, dass das Licht von Sternen durch die Masse der Sonne gekrümmt wird. Die Gravitation eines Massereichen Körpers krümmt die Raumzeit und lenkt so das Licht ab.

Diese von A Einstein formulierte Relativitätstheorie ist Hintergrund der von Dr. R Humphreys und Dr J Lisles Antworten auf die Frage, warum wir das Licht auch von sehr weit entfernten Sternen sehen können.

In dieser Serie:

Schöpfung mit scheinbarem Alter | Abnahme der Lichtgeschwindigkeit

Antworten mit der Relativitätstheorie

Dasha-Modell

Weiße Löcher Kosmologie

Dr. Russell Humphreys erhielt seinen Doktortitel im Jahr 1972 von der Louisiana State University. Schon zu dieser Zeit vertraute er Gottes Wort auch im Schöpfungsbericht und war überzeugt von dessen Wahrheit. Während seiner beruflichen Tätigkeit erhielt er ein Patent und gewann mehrere Auszeichnungen wissenschaftlicher Magazine. Über 20 seiner Artikel wurden in von Fachkollegen wissenschaftlich begutachteten Magazinen veröffentlicht. Dr. Humphreys war einer der ersten, der eine Lösung auf die Frage nach dem Licht aus der Tiefe des Alls mit Hilfe der Relativitätstheorie suchte.

Licht aus der Tiefe des Alls – Historische Antworten

Das Universum ist riesig. Unvorstellbar riesig. Und in diesem riesigen Raum gibt es eine unzählbare Anzahl von Sternen. Viele Christen erkennen daran, dass dieses Wissen das Wort Gottes in Psalm 19:2 „die Himmel die Ehre Gottes verkündigen“ bestätigt. Für Skeptiker hingegen ist dieses Wissen eine Bestätigung, dass das Wort Gottes in der Bibel nicht fehlerlos…

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Neben den bekannten Schwarzen Löchern erlauben die Gleichungen der Relativitätstheorie auch die Existenz von Weißen Löchern. Weiße Löcher kann man vereinfacht als das Gegenteil eines Schwarzen Lochs verstehen. Während Schwarze Löcher so massereich sind, dass selbst Licht nicht mehr entkommen kann, stößt ein Weißes Licht Materie und Licht aus. Darüber schrieb Dr. Humphreys in seinem im Jahr 1994 erschienen Buch „Starlight and Time – Solving the Puzzle of Distant Starlight in a Young Universe“ (Master Books, Green Forest).

Er entwickelt in diesem Buch den Vorschlag, dass die Erde während der Schöpfungswoche eine extreme Zeitverkürzung (Zeitdilatation) erlebte. Das bedeutet, dass auf der Erde nur wenige Tage vergingen, im übrigen Universum die Zeit, im Vergleich zur Erde, relativ schnell verging. Hintergrund seines Gedankens ist, dass sich zu Beginn der Schöpfung alle Materie im Umfeld der Erde befand und diese dann hinausgeschleudert wurde (Weißes Loch). Beinahe die gesamte Masse des Universums befand sich, so Dr. Humphreys, im Bereich der Erde, verlangsamte dort die Zeit, während dies im übrigen Universum extrem schnell verlief. So wäre es möglich, so Dr. Humphreys in seinem Buch, dass Adam und Eva auch das Licht von sehr weit entfernten Sternen sehen konnten.

Dr. Humphreys Modell war nicht nur für Wissenschaftler eine Herausforderung, die nicht dem Schöpfungsbericht in Gottes Wort vertrauen. Es forderte auch viele Wissenschaftler heraus, die Gottes Wort auch auf den ersten Seiten vertrauen. Herausfordernd deshalb, weil man mit Dr. Humphryes Modell tatsächlich Milliardenjahre alte Sterne von der Erde aus sehen kann, da die Zeit auf der Erde sehr langsam verging. Dies war ein neuer Gedanke, der vielen dieser Wissenschaftler zu nahe am Standardmodell war.

In weiteren Publikationen fokussierte sich Dr. Humphreys mehr auf die Raum-Zeit-Verkrümmung und eine Antwort auf die Frage nach dem Licht der weit entfernten Sterne zu finden. Mehr und mehr wurde auch klar, dass ein Weiße Löcher Universum nicht stabil sein würde. Dazu gibt es, im Gegensatz zu Schwarzen Löchern, keine Beobachtungen, bzw. Daten, die die Existenz von Weißen Löchern stützen. Aufgrund dieser Tatsachen verfolgte Dr. Humphreys diesen Ansatz nicht weiter. Trotzdem finden sich in der Literatur der Schöpfungswissenschaften immer wieder Hinweise auf sein Werk.

Schwache junge Sonne

Die Erde ist nur wenige tausend Jahre alt. Diese Tatsache wird durch Geschlechtsregister, die darin enthaltenen Altersangaben und Berichte von bedeutenden Ereignissen in Gottes Wort dokumentiert. Deshalb dürfen wir erwarten, dass es ausreichend viele Belege durch geologische, biologische, paläontologische Befunde und sogar astronomische Befunde gibt. In dieser Serie stellten wir zehn wenige bekannte Befunde vor,…

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Anisotrope Synchronisationskonvention

Etwa 24 Jahre nach Dr.- Humphreys „Starlight&Time“ veröffentlichte Dr. Jason Lisle seinen Beitrag zur Antwort auf die Frage nach dem Licht der weit entfernten Sterne „The Physics of Einstein – Black holes, time travel, distant starlight, E=mc2“ (Biblical Science Institute, Aledo, TX, 2018).

Er fragte sich, wie man zur Messung der Lichtgeschwindigkeit zwei räumlich entfernte Uhren synchronisieren kann ohne davon auszugehen, dass die Lichtgeschwindigkeit in allen Richtungen gleich schnell ist. Alle praktischen Methoden zur Synchronisation beruhen auf Signalen, die sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten. Bewegte Uhren zum Beispiel laufen durch Zeitdilatation (Relativität) langsamer und auch Funksignale zur Synchronisation der beiden Uhren sind von der Lichtgeschwindigkeit abhängig. Daher gibt es keine praktischen Möglichkeiten die Einweg-Lichtgeschwindigkeit unabhängig von der angenommenen Lichtgeschwindigkeit zu messen. Als Wissenschaftler übernimmt man üblicherweise deshalb Einsteins Konvention, dass die Lichtgeschwindigkeit in alle Richtungen gleich schnell ist.

Dr. Lisle zeigt in seinem Buch, und weiteren Fachartikeln, dass wir einfach davon ausgehen, dass das Licht in alle Richtungen gleich schnell ist. Er schreibt, dass dies aber nicht zwingend sein muss, sondern eine Wahl der Zeitdefinition ist. Es ist, und er zeigt dies mit den entsprechenden Gleichungen, auch möglich, dass die Geschwindigkeit von Licht richtungsabhängig sein kann. Vereinfacht gesagt, wäre sich ausbreitendes Licht nur halb so groß wie die üblicherweise angenommene Lichtgeschwindigkeit, die einfallende Lichtgeschwindigkeit aber nahe unendlich (angenommene ASC). Die Ergebnisse von Zeitmessexperimenten wären genau gleich unabhängig von der gewählten Zeitdefinition gleich.

Es gibt astronomische Beobachtungen, die die Zeitkonvention von Einstein zu unterstützen scheinen. Man kann zum Beispiel sehr genau vorausberechnen, wann sich die galileischen Jupitermonde gegenseitig verfinstern. Die folgenden Beobachtungen bestätigen dann, dass die Verfinsterungen von den vorhergesagten Verfinsterungszeiten um bis zu acht Minuten in beide Richtungen verschoben erscheinen, abhängig von der sich ändernden Entfernung zwischen Jupiter und der Erde, während beide Planeten die Sonne umkreisen.

Man könnte meinen, dass dies Einsteins Synchronisationskonvention bestätigt. Doch das muss nicht sein. Man geht auch hier davon aus, dass zwei räumlich entfernte Uhren durch einen komplizierten Prozess miteinander synchronisiert wurden. Die Ergebnisse wären, unabhängig von der gewählten Zeitkonvention (Einstein oder ASC) die gleichen.

Dr. Lisle sagt nicht, dass eingehendes Licht tatsächlich unendlich schnell ist. Das ist physikalisch nicht zulässig. Ihm geht es vielmehr darum zu sagen, dass wir unterschiedliche Zeitkonventionen benutzen, wenn wir über astronomische Ereignisse sprechen. Ein Beispiel ist die Supernova SN1987A, die im Februar 1987 in der Großen Magellanschen Wolke (GMW) am Südhimmel beobachtet werden konnte. Die GMW befindet sich etwa 160000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Nimmt man die Einstein’sche Synchronisationskonvention, ereignete sich die Supernova vor etwa 160000 Jahren, nimmt man die Anisotrope Synchronisationskonvention (ASC), dann erreichte uns das Licht der Supernova so bald es in der GMW ausgestrahlt wurde und wir sagen, dass diese im Jahr 1987 stattfand.

Abklingendes Magnetfeld der Erde

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Dr. Lisle sagt nicht zwingenderweise, dass wir das Licht der Supernova, oder von Sternen, sofort sehen. Aber er sagt, dass wir in Gottes Wort eine irdische Perspektive vor uns haben. Aus Adams und Evas Perspektive wurden die Sterne am vierten Tag der Schöpfungswoche geschaffen, an dem Tag, an dem die beiden die Sterne am Nachthimmel sahen. Aus der Perspektive der Sterne kann Gott diese schon vorher geschaffen haben. Beide Synchronisationskonventionen sind gleichermaßen akzeptabel. Aus der Sicht der speziellen Relativitätstheorie, so Dr. Lisle, spiele es keine Rolle, welche Synchronisationskonvention man wähle, da beide physikalisch gleichwertig seien.

Dr. Lisles ASC-Modell hat an Bedeutung gewonnen, seit das James Webb Space Telescope (JWST) Bilder übermittelt, die voll ausgeformte Galaxien zeigen, in denen auch schwere Elemente vorhanden sind. Im Jahr 2022 wurde er im Rahmen eines podcast gefragt, ob diese Bilder sein Modell bestätigen würden und er antwortete, dass es ein guter Start sei aber sicher noch mehr Daten erforderlich seien[ii].

Dr. J Lisle machte mehrere Vorhersagen, was das JWST entdecken würde und bisher wurden diese auch bestätigt. Ob sein ASC-Modell tatsächlich die Antwort auf die Frage nach dem Licht der weit entfernten Sterne ist, wird sich mit mehr Daten und mehr Zeit zeigen.

Es war alles sehr gut

Dr Faulkner, der auch bei dem oben erwähnten podcast mitwirkte, wies darauf hin, dass Gott am Ende der Schöpfungswoche alles als „sehr gut“ bewertete und schon allein das sei ein Hinweis darauf, dass sich das Universum nicht von einem kleinen Anfang über viele Entwicklungsstufen zu einem riesigen Universum entwickelt haben kann. Halbfertige Dinge sind noch nicht sehr gut.

Gott sprach und es geschah. Diese Aussage im Schöpfungsbericht bewegte Dr. Faulkner zu seinem Dasha-Modell, das den Schöpfer in seiner ganzen Herrlichkeit zeigt. In einem weiteren Teil soll Dr. Faulkners Modell vorgestellt werden.

1 Lobet den HERRN! / Denn unsern Gott loben, das ist ein köstlich Ding, ihn loben ist lieblich und schön. 2 Der HERR baut Jerusalem auf und bringt zusammen die Verstreuten Israels. 3 Er heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden. 4 Er zählt die Sterne und nennt sie alle mit Namen. 5 Unser Herr ist groß und von großer Kraft, und unermesslich ist seine Weisheit. 6 Der HERR richtet die Elenden auf und stößt die Frevler zu Boden. 7 Singt dem HERRN ein Danklied und lobt unsern Gott mit Harfen.

Psalm 147:1-7

[i] Seine heute berühmte Formel E = mc2wurde nicht in diesem Artikel veröffentlicht, sondern in seinem späteren Artikel des gleichen Jahres „Ist die Trägheit eines Körpers von seinem Energieinhalt abhängig?“. Etwa zehn Jahre später präsentierte er seine Allgemeine Relativitätstheorie (ART) an der Preußischen Akademie der Wissenschaften, deren Richtigkeit während einer Sonnenfinsternis im Jahr 1919 gezeigt werden konnte.

[ii] https://www.youtube.com/watch?v=6BZMtnLzu-8 (Dr. Faulkner, Dr. Lisle, Rob Webb – Frage bei: 20min:03sec)

Ein Kommentar zu “Licht aus der Tiefe des Alls – Relativitätstheorie

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