Die Stammbäume (תּוֹלְדֹת – toledot) auf den ersten Seiten von Gottes Wort, der Bibel, kann man zur Berechnung des Alters der Erde (und des Universums) heranziehen. Dort ist festgehalten, in welchem Alter ein Mann einen Sohn erhielt (nicht unbedingt der erste Sohn) und wie alt der Sohn war, als er selbst einen Sohn erhielt, mit dem der Stammbaum weitergeführt wird:
3 Und Adam war 130 Jahre alt und zeugte einen Sohn, ihm gleich und nach seinem Bilde, und nannte ihn Set; 4 und lebte danach 800 Jahre und zeugte Söhne und Töchter, 5 dass sein ganzes Alter ward 930 Jahre, und starb. 6 Set war 105 Jahre alt und zeugte Enosch 7 und lebte danach 807 Jahre und zeugte Söhne und Töchter, 8 dass sein ganzes Alter ward 912 Jahre, und starb.
1 Mose 5:3-8
Diese Stammbäume lösen bei manchen Lesern dann die Frage aus, ob die Menschen in diesen ersten Jahrhunderten der Erde tatsächlich über zehnmal so alt wurden wie heute. Eine berechtigte Frage, da die durchschnittliche Lebenserwartung im 21. Jahrhundert, auch in Ländern mit guter medizinischer Versorgung, bei etwa 80 Jahren liegt[i]. Wurden die Menschen damals tatsächlich so alt und wenn ja, warum erleben die allermeisten Menschen im 21. Jahrhundert nicht einmal ihren 100. Geburtstag?
In dieser Serie
Wurde Adam wirklich 930 Jahre alt? – Historische Befunde.
Wurde Adam wirklich 930 Jahre alt? – Biologische und genetische Befunde.
Gottes perfekte Schöpfung
Beim Lesen des Schöpfungsberichtes in 1. Mose 1 und 2 lernen wir, dass Gott die Erde „sehr gut“ geschaffen hatte (1. Mose 1:31). Sehr gut bedeutet, dass es keine Sünde gab, keine Krankheiten und keinen Tod. Adam und Eva wurden geschaffen um unsterblich zu sein, um ewig zu leben. Im Garten gab es für die beiden alles, was die beiden für ewige Gesundheit und Freude benötigten.
Damit die beiden ihrem Schöpfer zeigen konnten, dass sie ihn respektierten und liebten, pflanzte Gott in der Mitte des Gartens einen Baum. Er nannte ihn den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen (1 Mose 2:9). Solange die beiden ihren Schöpfer respektierten und liebten, würden sie nicht von diesem Baum essen, das wäre unendlich gut. Wenn sie jedoch von diesem, durch seinen zentralen Standort gut erkennbaren, Baum essen würden, brächen sie Gottes Gebot. Das wäre böse. Äßen die beiden von dem Baum würden sie erkennen, was Böse ist und sie müssten mit den Konsequenzen leben, genauso wie alle ihre Nachfahren (1. Mose 2:16-17).
Der Tod kommt in die Welt
Der Satan, der Feind Gottes, verführte Eva Gottes Gebot zu brechen und ihr Mann, der sie hätte beschützen sollen, folgte Evas Beispiel bereitwillig. In diesem Moment veränderte sich ihr Verstand. Sie erkannten, dass sie böse gehandelt hatten, indem sie Gottes Gebot nicht befolgten. Das öffnete ihnen die Augen. Sie schämten sich nicht nur ihrer Nacktheit, sie schämten sich für ihre Bosheit (1. Mose 3:6-7).
Ihr Ungehorsam hatte jedoch nicht nur Auswirkungen auf ihren Verstand. Auch ihr Körper veränderte sich. Eva würde unter Schmerzen Kinder zur Welt bringen und harte Arbeit auf dem nun verfluchten Ackerboden wurde schweißtreibend (1. Mose 3:14-19).
Der Tod wurde zum Begleiter der Menschheit. Dass Adam und Eva nicht sofort starben liegt allein an Gottes Gnade. Die Geschichte des Universums hätte an diesem Punkt geendet, wenn nicht der gnädige Gott, der Schöpfer in seiner Liebe uns einen Retter versprochen und geschickt hätte (1. Mose 3:15; Psalm 49:16; 1 Johannes 5:13). Gott, der Schöpfer, tötete Tiere mit deren (vlt. noch blutbesudelten Fellen) er die Scham und Schuld der beiden bedeckte (1. Mose 3:21). Eine Vorausschau darauf, dass Jesus‘ Tod und Blut am Kreuz unsere Scham und Schuld vor Gott bedeckt.
Doch der Sünde Lohn ist der Tod (Römer 6:23), körperlich und geistlich. Dies zeigt sich sehr bald, als Kain seinen Bruder Abel ermordet und sich trotz Gottes Gnade von ihm entfernt (1 Mose 4:1-16).
Versöhnung ist möglich
„3 Es begab sich aber nach etlicher Zeit, dass Kain dem HERRN Opfer brachte von den Früchten des Feldes.“ 1 Mose 4: 3 (Luther 2017) „Ich habe mein Bestes gegeben!“ – das hört man als Coach oder Manager gerne von einem Spieler, doch es klingt etwas leer, wenn die Ergebnisse nicht erfolgreich sind oder die…
WeiterlesenIm Anschluss an den Bericht von Abels Ermordung lesen wir dann durch den Stammbaum der Nachfahren Adams. Adam und einige seiner Nachfahren wurden z.T. weit über 900 Jahre alt, und zeugten noch im hohen Alter Söhne. Doch im Blick darauf, dass Gott uns Menschen schuf, um ewig mit ihm zu leben, sind auch 1000 Jahre Lebenszeit erschreckend und nachdenklich machend kurz.
Die ersten Stammbäume
Etwa 1500 Jahre lang ab der Schöpfung lebten die Menschen so lange, dass die meisten davon Adam kannten oder zumindest jemanden kannten, der Adam noch zu seinen Lebzeiten gesehen hatte. Die ersten zehn Nachfahren Adams vor der Großen Flut, die in 1. Mose 5 aufgeführt sind (Henoch ausgenommen), lebten durchschnittlich 912 Jahre. Lamech, der Vater Noahs lebte mit 777 Jahren am kürzesten und der Älteste aufgeführte Nachfahre Metuschelach lebte 969 Jahre (s. Bild).

Die Große Flut verändert alles
In den etwa 1000 Jahren nach der Großen Flut sehen wir dann in 1. Mose 11:10-26 und in den Berichten über Abraham (1. Mose 12ff), Isaak, Jakob, Joseph und Mose einen stetigen Rückgang der Lebensalter. Noah erlebte noch sein 950. Lebensjahr, und musste miterleben, wie sich seine Nachfahren wieder gegen Gottes Gebot stellten und sich nicht ausbreiteten, sondern eine Stadt mit einem Turm bauten um zusammen zu bleiben. Abrahams Vater Terach kannte noch Noah während Abrahm selbst „nur“ 175 Jahre alt wurde (1. Mose 25:7).
Von Mose wissen wir, dass er 120 Jahre alt wurde (5. Mose 34:7). Dass dies zu seiner Zeit nicht unbedingt üblich war lesen wir in Moses Psalm: „Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn’s hoch kommt, so sind’s achtzig Jahre, und was daran köstlich scheint, ist doch nur vergebliche Mühe; denn es fähret schnell dahin, als flögen wir davon.“ (Psalm 90:10).
Außerbiblisches Zeugnis hoher Menschenalter
Die Sumerische Königsliste[ii] ist eine außerbiblische Quelle, die die hohen Lebensalter in den Mosebüchern bestätigt. In dieser Königsliste wird eine große Flut erwähnt und sie hält die Regierungszeiten der Könige vor dieser Flut und nach dieser Flut fest. Die Sumerische Königsliste enthält viele interessante Parallelen zu den Berichten im ersten Mosebuch. Eine Parallele ist die schon erwähnte Flut, Übereinstimmungen der Anzahl der Könige, bzw. Nachfahren Adams vor und nach der Flut und die deutliche Abnahme der Lebensalter nach der Flut[iii].
Kurze Antworten – Es gab nur einen Kontinent?
Noch zu Beginn der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts war es in unserer westlichen Kultur für die Mehrheit klar, dass es einen Gott gibt. Uneinigkeit herrschte in der Regel nur darüber, ob jemand diesem Gott gehorchen sollte und ob seine Existenz eine Bedeutung und Auswirkung auf das persönliche Ergehen hat. Dies hat sich geändert. Ein…
WeiterlesenDer Autor Raul Lopez schreibt dann auch 1998 in einem Fachartikel, dass „es höchst unwahrscheinlich ist, auch und gerade im Blick auf die Unterschiede, dass der biblische Bericht von der [Sumerischen Königsliste] übernommen wurde. Der biblische Bericht ist [dem sumerischen Bericht] durch seine präzisen Zahlenangaben, seinem Realismus, seiner Vollständigkeit wegen und aufgrund seiner moralischen und geistlichen Qualitäten klar überlegen.“[iv]
Es ist also plausibel anzunehmen, dass der (oder die) Autor(en) der Sumerischen Königsliste das erste Mosebuch als Quelle für seine Zahlenangaben verwendete. Dies würde er aber nur dann tun, wenn er davon überzeugt ist, dass das Mosebuch eine vertrauenswürdige Quelle mit verlässlichen Angaben ist.
Warum nahmen die Lebensalter ab?
Es gibt auch heute noch (zugegeben sehr wenige) Menschen, die etwa 120 Jahre alt oder etwas älter werden[v]. Doch wie es Mose vor etwa 3400 Jahren in Psalm 90 schrieb, ist die durchschnittliche Lebenserwartung mit etwa 80 Jahren deutlich kürzer. Der steile Abfall nach der Großen Flut erlaubt die Vermutung, dass sich während oder nach der Flut etwas gravierend veränderte, das diesen schnellen Rückgang verursachte. Stellt man die Lebensalter grafisch dar, erhält man einen exponentiellen Zerfall, der ein Hinweis auf natürliche Ursachen sein kann. Exponentielle Zerfallskurven sehen wir bei Vergiftungen oder tödlicher Strahlungsbelastung. Es ist unwahrscheinlich, dass den Menschen zur Zeit von Noah exponentielle Zerfallskurven bekannt waren. Wenn diese Annahme richtig ist, und davon ist auszugehen, kann ausgeschlossen werden, dass die Altersangaben in 1. Mose 5 und 11 erfunden, bzw. manipuliert wurden.
Aus dem Fossilbericht wissen wir, dass auf der Erde vor der Großen Flut überwiegend ein tropisches Klima vorherrschte. Nach der Großen Flut gab es umwälzende klimatische Veränderungen durch eine Eiszeit[vi], die etwa 30% der Erde mit Eis, hauptsächlich in nördlichen Breiten, bedeckte. Zusammen mit weiteren flutbedingten Veränderungen könnte dies den steilen Rückgang der Lebensalter bedingt haben.
Im folgenden Teil dieser Serie schauen wir uns biologische und genetische Gründe für den Rückgang der Lebenserwartung an.
14 Fülle uns frühe mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Leben lang. 15 Erfreue uns nun wieder, nachdem du uns so lange plagest, nachdem wir so lange Unglück leiden. 16 Zeige deinen Knechten deine Werke und deine Herrlichkeit ihren Kindern. 17 Und der Herr, unser Gott, sei uns freundlich / und fördere das Werk unsrer Hände bei uns. Ja, das Werk unsrer Hände wollest du fördern!
Psalm 90:14-17
[i] https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Länder_nach_durchschnittlicher_Lebenserwartung
[ii] https://de.wikipedia.org/wiki/Sumerische_Königsliste. (Weld-Blundell-Prisma) Um 1800 v.Chr. hergestellt, 1922 aus dem Irak nach Oxford gebracht.
[iii] Raul Lopez, “The Antediluvian Patriarchs and the Sumerian King List,” CEN Technical Journal 12, no. 3 (1998): p. 347–357.
[iv] Raul Lopez, “The Antediluvian Patriarchs and the Sumerian King List,” CEN Technical Journal 12, no. 3 (1998): p. 347–357.
[v] https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_ältesten_Menschen | https://en.wikipedia.org/wiki/Longevity_myths#Mbah_Gotho
[vi] Oard, M.: Frozen in time. Masterbooks, 2004.

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