Wurde Adam wirklich 930 Jahre alt? – Biologische und genetische Befunde

„Wurden die Menschen über die wir zu Beginn der Bibel lesen tatsächlich so alt?“ wurde ich gefragt. „Ja, sie wurden tatsächlich so alt.“ Die einfache Begründung ist die, dass dies in Gottes Wort festgehalten ist und Gott nicht lügen kann, dass Er die Wahrheit selbst ist (4. Mose 23:19; Johannes 14:6). Gottes Wort ist nicht der einzige Bericht, der hohe Lebensalter bezeugt. Auch in der Sumerischen Königsliste, deren Quelle wahrscheinlich die Toledot in 1. Mose 5 und 11 waren, werden diese hohen Lebensalter berichtet. Diese historischen Zeugnisse werfen die Fragen auf, wie das möglich war und warum die allermeisten Menschen im 21. Jahrhundert nur noch eine durchschnittliche Lebenserwartung von etwa 80 Jahren haben.  

In dieser Serie

Wurde Adam wirklich 930 Jahre alt? – Historische Befunde.

Wurde Adam wirklich 930 Jahre alt? – Biologische und genetische Befunde.

Biologische Alterungsgründe

Um diese Fragen zu beantworten muss zuerst verstanden werden, warum Menschen altern. Unter altern verstehen wir den allmählichen Verlust natürlicher Körperfunktionen im Lauf der Jahre[i]. Sportler stellen mit höheren Lebensaltern fest, dass ihr Körper nach einem Wettbewerb länger braucht, sich zu erholen und zu regenerieren. Die Wahrscheinlichkeit von Überlastungsverletzungen wird größer und ist ein Sportler dann verletzt, dauert es in höheren Lebensaltern länger, bis er wieder voll belastbar ist.

Obwohl der Alterungsprozess schon seit vielen Jahren erforscht wird, gibt es noch keine eindeutigen Antworten auf die Frage, was den Alterungsprozess auslöst. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ging man davon aus, dass Altern ein Prozess ist, der außerhalb der Zellen stattfindet. Bis in die 1960er Jahre ging man davon aus, dass Zellen bei guter Ernährung und Pflege unbegrenzt wachsen und sich teilen können. Dies Annahme über Zellen änderte sich, als Leonard Hayflick im Jahre 1961 menschliche Zellen in einer abgedeckten Petrischale auf einer Nährlösung wachsen ließ und dabei feststellte, dass Zellen nach durchschnittlich 50 Teilungsvorgängen absterben[ii]. Die „Hayflick-Grenze“ legt nahe, dass auch individuelle Körperzellen sterblich sind, unabhängig von anderen körperlichen Prozessen.

Genetische Einflussgrößen

Der Alterungsprozess und die Lebensspanne sind Prozesse, deren Einflussgrößen zusammenhängen und einzigartig sind. Biologen schätzen, dass etwa 20-30 Prozent der Faktoren, die das Altern und die Lebenszeit beeinflussen vererbbar und daher genetisch bedingt sind[iii]. Allerdings zeigt sich in Familien, dass die Lebensalter individuell große Unterschiede aufweisen, was darauf hindeutet, dass neben dem Alterungsprozess auch weitere Faktoren mitberücksichtigt werden müssen.

Überraschende Informationen in der DNA

Der 25 April ist „Tag der DNA“, denn an diesem Tag im Jahr 1953 entdeckten die Molekularbiologen James Watson und Francis Crick die spiralförmige Struktur der DNA. Ihre Ergebnisse ermöglichten zahllose neue Forschungsmöglichkeiten in die Bauanleitung, die in jeder Zelle enthalten ist. Die DNA ist ein hochkomplexes Sprachsystem, dessen Erforschung starke Belege dafür ergibt, dass…

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Mutationen

Mutationen sind jegliche Veränderungen in der Erbinformation (DNA[iv]). Grundsätzlich gibt es fünf unterschiedliche Arten, wie sich die DNA verändern kann. Dabei werden Gene werden gelöscht, verschoben oder rückwärts angeordnet. Allen Mutationen ist gemein, dass die in der DNA codierte Information unverständlich wurde und somit verloren ging. Genetiker gehen davon aus, dass in jeder Generation über 1000 Mutationen aller Arten auftreten[v]. Wir erben Mutationen unserer Eltern (bzw. auch früherer Vorfahren) und entwickeln eigene Mutationen. Alle diese Mutationen geben wir unseren Kindern (und Enkeln, …) weiter.

Genetische Flaschenhalsereignisse

Für unsere Frage, warum die 10 Generationen bis zur Sintflut sehr hohe Lebensalter erreichten bedeutet dies, dass die Anzahl der Mutationen in den Erbanlagen noch nicht sehr hoch war, aber alle diese Mutationen in den Generationen nach Noah in immer größerer Zahl vorhanden war.

Doch warum gerade nach der Großen Flut zur Zeit Noahs? Die weltweite Flut zur Zeit Noahs hatte nicht nur auf die Gestalt der Erde und deren Klima riesige Auswirkungen. Die Bevölkerung der Erde verringerte sich auf acht Personen, die alle einer Familie angehörten (1. Mose 6-9). Mit der Flut ging nicht nur die ursprüngliche Schöpfung verloren, sondern auch die genetische Vielfalt. Es gab nur noch fünf Varianten (Noah und seine Söhne, Noahs Frau, die drei Frauen von Sem, Ham und Japhet) der Erbinformation (DNA) mit deren ganz eigenen Mutationen. Man nennt so eine Verringerung der Vielfalt in der DNA ein genetisches Flaschenhalsereignis. Dabei geht genetische Vielfalt und die Information verloren oder wird isoliert. Die Ereignisse beim und nach dem Turmbau zu Babel (1. Mose 11) stellen ein weiteres genetisches Flaschenhalsereignis dar. Bestimmte genetische Merkmale und die dort vorhandenen Mutationen wurden auf bestimmte Sprachfamilien beschränkt, die in ganz bestimmten Gegenden der Erde heimisch wurden[vi].

Genvarianten (Allele)

Für jedes Gen gibt es zwei oder mehr Varianten an der gleichen Stelle des Chromosoms. Diese Varianten nennt man Allele (pl.). Bei Blüten, die das Gen für die Farbe rot an einer Stelle des Chromosoms haben, können unterschiedliche Ausprägungen der Farbe Rot (Allele) haben – von dunkelrot bis hellrot. Ein Allel kann ein anderes Allel überschreiben. So ist es möglich, dass ein mutiertes (ein schlechtes) Allel von einem nichtmutierten Allel (einem guten) überschrieben wird und so die Mutation versteckt. Gibt es jedoch weniger Genvarianten, und daher weniger Allele, wird es immer schwieriger, mutierte Allele zu überdecken und die mutierten Gene haben einen größeren Effekt auf die Erbanlagen der nachkommenden Bevölkerung.

Auswirkungen auf Noahs Nachfahren

Wir wissen, dass Noah 950 Jahre lebte (1. Mose 9:29). Sein Sohn wurde noch 600 Jahre alt, während das höchste Lebensalter nach der Großen Flut mit 464 Jahren (Eber) berichtet wird (1. Mose 11:16). Dies sind Hinweise darauf, dass Mutationen und genetische Flaschenhalsereignisse große Auswirkungen auf das Altern und die Lebenszeit eines Menschen haben.

Reparaturmechanismen

Die Forschung zu genetischen Einflussgrößen auf den Alterungsprozess und die Lebenszeit steht noch ganz am Anfang. Was wir wissen ist, dass sowohl Wirkstoffe im Körper, sowie äußere Einflüsse wie Bakterien und Viren die Schutzmechanismen der DNA und deren Reparaturmechanismen ungünstig beeinflussen können. Wenn diese Schutzmechanismen nicht mehr oder nur unzureichend funktionieren, beschleunigt sich der Alterungsprozess und verringert sich die Lebenszeit.

Ein Beispiel für so einen Schutzmechanismus sind die Telomere am Ende der Chromosomen. Telomere sind lange, sich wiederholende Abschnitte in der DNA. Bei jedem Teilungsvorgang einer Zelle verkürzen sich die Telomere, da die Schneideenzyme, die am Teilungsvorgang beteiligt sind nicht ganz bis zum Ende des Chromosoms gelangen[vii]. Ist ein Telomer zu kurz, teilt sich die Zelle nicht mehr. Dies verhindert, dass eine Zelle zu viele Mutationen weitergibt und verhindert so, dass z.B. durch Mutationen Krebs entstehen kann. Die meisten unserer Körperzellen können sich nicht unendlich kopieren, was zum Alterungsprozess führt und letztendlich zum biologischen Tod. Telomere tragen so einen wichtigen Teil zum Alterungsprozess und der Lebenszeit bei.

Gene für hohe Lebensalter

Studien an Personen, die über 100 Jahr alt wurden, stellten fest, dass diese über 100-jährige bestimmte gemeinsame Gene haben. Inwieweit diese Gene tatsächlich die Lebenserwartung günstig beeinflussen ist noch nicht abschließend geklärt[viii]. Doch auch diese Menschen erreichen nicht die Alter der Generationen vor und nach der Sintflut[ix].  

Für immer jung

Auf der anderen Seite altern wir tatsächlich nicht. Biologen gehen davon aus, dass keine unserer Körperzelle älter als zehn Jahre ist – auch nicht bei Personen die schon über 100 Jahre alt sind. Die allermeisten Zellen unseres Körpers reparieren und erneuern sich ständig. Unsere Hautzellen sind nie älter als einen Monat. Die Zellen der Magenschleimhaut erneuern sich alle vier Tage, die weißen Blutzellen jede Woche und die roten Blutkörperchen nach drei Monaten.

Selbst Herz- oder Gehirnzellen, die sich kaum oder nie teilen bauen sich Molekül für Molekül um. Man könnte sagen, dass wir eigentlich nie älter werden und immer jung bleiben.

DNA in „uralten“ Bakterien

Die Erde ist nur wenige tausend Jahre alt. Diese Tatsache wird durch Geschlechtsregister, die darin enthaltenen Altersangaben und Berichte von bedeutenden Ereignissen in Gottes Wort dokumentiert. Deshalb dürfen wir erwarten, dass es ausreichend viele Belege durch geologische, biologische, paläontologische Befunde und sogar astronomische Befunde gibt. In dieser Serie stellten wir zehn wenige bekannte Befunde vor,…

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Bei allen diesen Reparaturvorgängen stellt sich eigentlich die Frage, warum selbst Metuschelach so früh starb, wenn sich doch unsere Zellen ständig reparieren, heilen und ersetzen. Wenn ein Baseballhandschuh das könnte, würden wir erwarten, dass wir ihn nie ölen oder schnüren müssten.

Ein Teil der Antwort ist, dass bestimmte Schlüsselorgane unseres Körpers versagen sich zu reparieren. Es ist nicht geklärt, warum das so ist, aber unser Herzmuskel versagt einfach die Reparatur obwohl er wie jeder Muskel, größer werden kann. Ähnliches gilt für unsere Nervenzellen im Gehirn. Jeden Tag verlieren wir tausende ohne, dass diese repariert oder ersetzt werden.

Die einzige Hoffnung

Die Biologie oder Genetik haben keine Antwort darauf, wie wir ewig leben können. Beide Wissenschaften haben auch keine klare Antwort darauf, wie wir unser Leben auch nur ein bisschen verlängern können (Matthäus 6:27). Und selbst wenn es darauf Antworten gäbe – am Ende eines langen Lebens steht, wie auch bei Metuschelach, der Tod. Es gibt nur einen, der den Tod besiegt hat, und nur ER kann uns ewiges Leben schenken: Jesus Christus, der für unsere Schuld am Kreuz starb, damit alle, die das glauben, mit ihm und in ihm ewiges Leben haben.  

9 [Jesus] hat uns selig gemacht und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht nach unsern Werken, sondern nach seinem Ratschluss und nach der Gnade, die uns gegeben ist in Christus Jesus vor der Zeit der Welt, 10 jetzt aber offenbart ist durch die Erscheinung unseres Heilands Christus Jesus, der dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat durch das Evangelium

2. Timotheus 1:9-10

[i] https://www.age.mpg.de/was-ist-altern

[ii] https://de.wikipedia.org/wiki/Hayflick-Grenze | Hayflick, L. & Moorhead, P.S. (1961): The serial cultivation of human diploid cell strains. In: Exp. Cell Res. 25:585-621.

[iii] T. Perls and D. Terry, “Genetics of Exceptional Longevity,” Experimental Gerontology 38 (2003): 725–730.

[iv] In diesem Artikel wird die englische Abkürzung DNA anstelle der deutschen Abkürzung DNS verwendet.

[v] J. Sanford, Genetic Entropy and the Mystery of the Genome (New York: Ivan Press, 2005), p. 37.

[vi] Dies erklärt auch unterschiedliche Phänotypen (Hautfarbe, Augen-, Nasen-, Lippen, … -form, , die auf bestimmte Erdregionen begrenzt auftreten.

[vii] P. Monaghan and M. Haussmann, “Do Telomere Dynamics Link Lifestyle and Lifespan?” TRENDS in Ecology and Evolution 21 (2006): 47–53.

[viii] K. Christensen et al., “The Quest for Genetic Determinants of Human Longevity: Challenges and Insights,” Nature Reviews Genetics 7 (2006): 436–448.

[ix] https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_ältesten_Menschen | https://en.wikipedia.org/wiki/Longevity_myths#Mbah_Gotho

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