Was ist ein Zirkelschluss?

Kurz vor der MLB Trade Deadline 2024 war Rightfielder Ian Happ der Chicago Cubs, ein hochgehandelter Kandidat für einen Trade mit den Atlanta Braves. Einige Medien waren sich sicher, dass Ian Happ von den Chicago Cubs zu den Atlanta Braves gehandelt werden würde, da „Spieler mit den Fähigkeiten von Happ in dieser Situation [die Postseason zu verpassen] immer gehandelt werden“. Diesen Medien unterlief in ihrer Argumentation ein Zirkelschluss oder auch Petitio Principii. Mit der Aussage „Spieler mit den Fähigkeiten von Ian Happ werden … immer gehandelt“ belegten sie ihre Aussage, dass I. Happ gehandelt werden würde. In einem Argument ist es nicht zulässig, eine Behauptung mit einer Aussage zu begründen, die die Behauptung schon als wahr voraussetzt.

Zirkelschlüsse in der Ursprungsdebatte

Zirkelschlüsse bei Sportreportern sind in der Regel zu verzeihen – und werden dann durch die tatsächlichen Geschehnisse überrollt. Am Ende der Saison 2024 und auch in der Saison 2025 spielte Ian Happ noch bei den Chicago Cubs.

Anders sieht es bei Debatten über den Ursprung des Lebens aus. Oft hört man in den Gesprächen darüber, „dass Evolution wahr ist, da sie eine Tatsache ist“. Der Sprecher setzt hier einfach voraus, dass es eine Höherentwicklung bei Organismen gibt und „begründet“ damit seine Aussage „Evolution ist wahr.“ Während dieser Zirkelschluss noch einfach festzustellen ist, gibt es auch Zirkelschlüsse, die nicht ganz so einfach zu entdecken sind.

Ein ähnlich lautender Zirkelschluss ist die Aussage „Eine Schöpfung Gottes ist ausgeschlossen, da man die vielen wissenschaftlichen Belege ignorieren müsste.“ Hier setzt der Redner voraus, dass es mit der wissenschaftlichen Methode ermittelte Belege gibt, die eine Evolution von „niederen“ zu „höheren“ Organismen gibt. Doch dies konnte noch nie gezeigt werden.

Im Sinne dieses letzteren Zirkelschlusses ist auch der folgende: „Es ist sinnlos, Evolution zu leugnen, da sie eine etablierte Tatsache der Natur ist.“; denn auch hier setzt der Redner voraus, dass Evolution grundsätzlich möglich und wahr ist.

Zirkelschluss in der Diskussion über Wunder

Manche Kritiker begründen ihre Skepsis dem Wort Gottes gegenüber in etwa wie folgend: „Die Bibel kann nicht wahr sein, da sie von Wunder berichtet und Wunder verletzten Naturgesetze!“

Es ist tatsächlich so, dass manche Wunder Gottes Naturgesetze außer Kraft setzen[i]. Denken wir nur an den Bericht in Josua 10, der festhält, dass die „Sonne mitten am Himmel stand und sich nicht beeilte unterzugehen fast einen ganzen Tag.“ Dieser Zirkelschluss lässt jedoch außer Acht, dass der allmächtige Schöpfer des Universums außerhalb der Naturgesetze operiert. ER kann Naturgesetze brechen oder außer Kraft setzen – sonst wäre er nicht der allmächtige Schöpfer. Der Skeptiker im Beispiel oben geht einfach davon aus, dass niemand, auch nicht der Schöpfer der Naturgesetze, diese brechen kann. Der Kritiker des Wortes Gottes setzt hier voraus, dass die Bibel falsch ist, weil sie seiner Meinung nach, und in seinem Weltbild, falsches und Unwahres enthält. Er macht damit einen Zirkelschluss.

Zirkelschluss in Gesprächen über das Alter der Erde

Auch viele Christen nehmen an, dass das Universum und die Erde mehrere Milliarden von Jahren alt sind. Spricht man mit Ihnen darüber sagen sie oft: „Die Bibel kann [in diesem Punkt] nicht wahr sein, da wir in ihr finden, dass die Erde nur etwas über sechstausend Jahre alt ist. Wir wissen aber, dass das Universum viele Milliarden Jahre alt ist.“

Wer von einem Milliarden Jahre alten Universum ausgeht, setzt Naturalismus (Es gibt nur Natur, es gibt nichts Übernatürliches) und Aktualismus (Gleichförmigkeit der Prozesse, „alles ist, wie es schon immer war“) voraus. Sie beobachten Prozesse in der Natur (z.B. Ablagerungs- und Zerfallsprozesse) und nehmen dann diese Daten um Ereignisse in der Vergangenheit zu bewerten. Wessen Weltbild von Naturalismus und Aktualismus geprägt ist, lässt zum einen außer Acht, dass es belegte Ereignisse gibt, die Ablagerungs- und Zerfallsprozesse extrem beschleunigen (eine weltumspannende Flut zum Beispiel). Und der Sprecher leugnet auch ganz offensichtlich die Existenz eines Schöpfers und einer übernatürlichen Welt. Sein Weltbild gebietet es ihm, die Berichte der Bibel als Unwahr abzutun und nimmt dann diese Prämisse als Argument dafür, dass die Bibel unwahr ist. Auch dies ist ein eindeutiger Zirkelschluss.

Zirkelschlüssel von Christen

Auch Christen sind nicht davor geschützt Zirkelschlüsse zu ziehen, wenn sie sagen, dass „die Bibel Gottes Wort ist, da es so in der Bibel steht. Und wenn es dort steht ist es wahr, da Gott nicht lügen kann.“

Beides ist wahr: die Bibel hält fest, dass sie Gottes Wort ist und dass Gott nicht lügt. Jedoch ist es in einer Debatte unzulässig, das erste Argument als einzige Unterstützung des folgenden Argumentes zu nehmen. Der Sprecher muss die Wahrheit der Argumente dadurch belegen, dass er auf z.B. historische Forschungsergebnisse verweist, die Berichte der Bibel bestätigen oder auch erfüllte Vorhersagen in Gottes Wort.

Zirkelschlüsse sind gültige Argument

Es ist jetzt hoffentlich nicht zu verwirrend, wenn ich schreibe, dass Zirkelschlüsse tatsächlich gültige Argumente sind. Das letzte Beispiel mit der Wahrheit des Wortes Gottes bestätigt dies. Das Argument (Die Bibel ist Gottes Wort) folgt tatsächlich aus der Annahme (Gott lügt nicht, das steht in der Bibel).

Auch das Argument „Evolution muss wahr sein, da es eine Tatsache ist“, ist grundsätzlich gültig (wenn es die Tatsachen gäbe). Zirkelschlüsse sind aber deshalb argumentative Fehlschlüsse, da sie willkürlich sind. Jeder, der die Schlussfolgerung ablehnt (z.B. die Bibel ist Gottes Wort oder Evolution ist wahr) wird automatisch auch die Annahme ablehnen, da beide den gleichen Inhalt haben. Der Anwender eines Zirkelschlusses setzt einfach voraus, was er belegen will. Genauso gut kann man nämlich sagen, „Evolution kann nicht wahr sein, da sie falsch ist.“ Es ist diese willkürliche Verwendung von Annahmen als Beleg für etwas, was der Redner voraussetzt, was einen Zirkelschluss unzulässig macht.

Ein zulässiger Zirkelschluss

Es gibt Zirkelschlüsse, die gültig und nicht willkürlich sind. Ein Beispiel ist der Beleg der Gesetze der Logik. Das Argument geht wie folgt:

1. Ohne die Gesetze der Logik könnten wir nicht argumentieren.

2. Wir können argumentieren.

3. Deshalb muss es die Gesetze der Logik geben.

Dies ist ein logischer Gedankengang und ein gültiges Argument, obwohl es ein Zirkelschluss ist. Das Gesetzt der Logik („Wenn A dann B“ – Modus tollens) wird angewendet, um zu zeigen, dass es Gesetze der Logik gibt. Ein Zirkelschluss kann hier nicht vermieden werden, da wir logisch argumentieren müssen, um Gesetze der Logik zu belegen. Doch ist dieses Argument nicht willkürlich gewählt – gäbe es keine Gesetze der Logik, könnten wir auch nicht für sie auf logische Weise argumentieren. Und dazu ist es nicht möglich, mit Hilfe der Logik gegen die Gesetz der Logik zu argumentieren, denn schon mit der Argumentation würde man sich selbst widerlegen.

Schlussfolgerung

Behalte in Diskussionen immer im Auge, ob dein Gegenüber versucht, mit seiner Annahme seine Punkt zu belegen. Dies ist öfter der Fall als man denkt und es erfordert, dass du deinem Gegenüber gut zuhörst. Gerade in Diskussionen über das Alter des Universums und den Ursprung des Lebens werden oft die Annahmen als Belege für die Argumente hergenommen. Ganz einfach deshalb, da es keine Ergebnisse gibt, die eine naturalistische Erklärung für die Entstehung des Universums belegen. In deiner Antwort kannst Du deine(n) Gegenüber gelassen bitten, dir die durch die wissenschaftliche Methode gewonnenen Ergebnisse zu zeigen und es wird klar werden, dass sein Argument auf der willkürlichen Auswahl seiner bestehenden Annahme(n) beruht.

Selbststest

Begründe, warum die folgenden Argumentationen Zirkelschlüsse sind:

„Die Bibel kann nicht richtig sein, da sie sagt, die Sterne wären an einem Tag gemacht worden. Wir wissen aber, dass es zur Entstehung von Sternen mehrere Millionen von Jahren braucht.“

„Wir wissen dass es Evolution gibt, da wir hier sind!“


„18 Denn Gottes Zorn wird vom Himmel her offenbart über alles gottlose Leben und alle Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten. 19 Denn was man von Gott erkennen kann, ist unter ihnen offenbar; denn Gott hat es ihnen offenbart. 20 Denn sein unsichtbares Wesen – das ist seine ewige Kraft und Gottheit – wird seit der Schöpfung der Welt, wenn man es mit Vernunft wahrnimmt, an seinen Werken ersehen. Darum haben sie keine Entschuldigung. 21 Denn obwohl sie von Gott wussten, haben sie ihn nicht als Gott gepriesen noch ihm gedankt, sondern sind dem Nichtigen verfallen in ihren Gedanken, und ihr unverständiges Herz ist verfinstert. 22 Die sich für Weise hielten, sind zu Narren geworden 23 und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes vertauscht mit einem Bild gleich dem eines vergänglichen Menschen und der Vögel und der vierfüßigen und der kriechenden Tiere.“

Römer 1: 18-23

[i] Es gibt Wunder, bei denen Gott innerhalb der Naturgesetze arbeitet; Heilungswunder sind so ein Beispiel. Der Heilungsprozess wird von Gott nur extrem beschleunigt. Wer dies nicht anerkennt, muss konsequenterweise sagen, dass Ärzte mit Hilfe der modernen Medizin auch außerhalb der Naturgesetze arbeiten – nur eben deutlich langsamer als Gott dies bei Heilungen tut.

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