„Nein, Vatertag ist Mitte Juni!“, ging es mir durch den Kopf als eine Kollegin einer Schülerin antwortete, dass der Feiertag 40 Tage nach dem Auferstehungsfest der Vatertag sei. Ja, Jesus ging an diesem Tag zu seinem Vater. Ja, die Ehre an diesem Tag gehört unserem Vater im Himmel, der Erde und Himmel gemacht hat. Doch was bedeutet die Himmelfahrt von Jesus für uns?
Der Jünger Johannes berichtet, dass Jesus, nachdem Judas weggegangen war um Jesus zu verraten, nach dem Passamahl mehrfach davon sprach, dass er zu seinem Vater gehen würde (Johannes 13-17). Seine Jünger verstanden nicht, dass Jesus von seinem Tod, seiner Auferstehung und Himmelfahrt sprach (Johannes 13: 36-37; 14:5; 16:17-18).
Lukas berichtet dann zweimal von Jesus‘ Himmelfahrt:
50 Er führte sie aber hinaus bis nach Betanien und hob die Hände auf und segnete sie. 51 Und es geschah, als er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel. 52 Sie aber beteten ihn an und kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude 53 und waren allezeit im Tempel und priesen Gott. Lukas 24:50-53
1 Den ersten Bericht habe ich gegeben, lieber Theophilus, von all dem, was Jesus von Anfang an tat und lehrte 2 bis zu dem Tag, an dem er aufgenommen wurde, nachdem er den Aposteln, die er erwählt hatte, durch den Heiligen Geist Weisung gegeben hatte. […] 9 Und als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf, weg vor ihren Augen. 10 Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Gewändern. 11 Die sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und seht gen Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen. Apostelgeschichte 1: 1-2; 9-11
Die Gabe des Heiligen Geistes
Jesus‘ Himmelfahrt ist deshalb für uns bedeutend, weil ohne sie der Heilige Geist, der Tröster, der Geist der Wahrheit nicht zu den Jüngern und allen Gläubigen gekommen wäre (Johannes 16:7-16).

Jesus versprach seinen Jüngern, dass der Heilige Geist sie an alles erinnern würde, was er sie lehrte. Der Heilige Geist würde sie auch in der Wahrheit leiten (Johannes 14:16, 26, 16:13). Lukas berichtet in seiner Apostelgeschichte, dass genau das an Pfingsten geschah (Apostelgeschichte 2).
Oft wünschen wir uns, dass wir zur Zeit von Jesus gelebt hätten und von ihm direkt gelehrt worden wären. Dazu haben wir als Gläubige den Heiligen Geist erhalten – diesen Segen erhielten die Jünger erst, nachdem Jesus bei seinem Vater war. Paulus schreibt, dass dadurch „Gottes Liebe in unsere Herzen ausgegossen wurde“ (Römer 5:5). Wir sind „Kinder Gottes“ (Römer 8:14-17), und damit Miterben des Reiches Gottes. Was ist dieses Erbe?

In Galater 5: 22-23 schreibt Paulus darüber: Die Früchte des Heiligen Geistes sind Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Keuschheit und durch den Heiligen Geist sind wir gewiss, dass wir von unseren Sünden erlöst sind und in Gottes Herrlichkeit leben (Epheser 1:13-14). Ohne die Himmelfahrt Jesus‘ würden uns diese Früchte und Gaben nicht gegeben.
Ein Fürsprecher
Als sich Petrus vor dem Hohen Rat verantworten muss, macht er deutlich, dass Jesus „erhöht zum Fürsten und Heiland, um Israel Buße und Vergebung der Sünden zu geben“ (Apostelgeschichte 5:31). Zuerst glaubten auch die Jünger, dass diese Vergebung nur dem Volk Israel gilt, doch bald wurde durch den Heiligen Geist klar, dass auch Menschen außerhalb des jüdischen Volkes diesen Segen erhalten können (Apostelgeschichte 10:45). Aus Römer 8:34 wissen wir, dass „Christus Jesus ist hier, der gestorben ist, ja mehr noch, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und für uns eintritt.“ Ähnlich lesen wir es in Hebräer 7: 25-26 und 1 Johannes 2:1. Wäre Jesus nicht zu seinem Vater gegangen, hätten wir dort keinen Fürsprecher – wir sollen und wollen nicht sündigen, uns an Gottes Geboten schuldig machen. Doch wir verstehen, dass wir uns immer wieder an Gottes Geboten schuldig machen. Dafür steht Jesus bei seinem Vater um für uns zu sprechen – dies sollten wir nicht ausnutzen!
Begründete Hoffnung
In der Nacht, in der Jesus verhaftet wurde sprach er seinen Jüngern auch die Hoffnung zu, dass „in seines Vaters Haus viele Wohnungen sind“ (Johannes 14: 2-3). Jesus‘ Himmelfahrt zeigt uns, dass diese Wohnungen real sind – Jesus zog bei seinem Vater ein und wir Gläubige werden Ihm folgen. So wie die Auferstehung Jesu uns die Hoffnung schenkt, dass auch wir einen Auferstehungskörper erhalten, ist Jesus‘ Himmelfahrt der Beleg dafür, dass wir eine Wohnung bei Gott, dem Vater haben.
Im Kirchenjahr spielen die Geburt Jesu, sein Tod am Kreuz und seine Auferstehung eine große Rolle. Jesus‘ Himmelfahrt (und Pfingsten) steht in einer Reihe mit diesen Tagen. Nehmen wir diesen besonderen Feiertag zum Anlass Gott zu danken, dass wir die Gewissheit haben dürfen, dass wir für unsere Sünden in Jesus einen Fürsprecher bei Gott haben und wir wissen dürfen, dass auch wir eines Tages zu unserem Vater in Seine Ewigkeit und unsere Wohnung dort einziehen werden.
3 Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; 4 und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. 5 Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss! Offenbarung 21: 3-5
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