Was Er euch sagt, das tut

„1 Und am dritten Tage war eine Hochzeit zu Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war da. 2 Jesus aber und seine Jünger waren auch zur Hochzeit geladen. 3 Und als der Wein ausging, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. 4 Jesus spricht zu ihr: Was habe ich mit dir zu schaffen, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. 5 Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut.“ Johannes 2:1-5

Drei Tage nach den Gesprächen mit Philippus und Nathanael in Betsaida ist Jesus mit seinen Nachfolgern in Cana auf einer Hochzeit. In drei Tagen konnte man gut von Betsaida nach Cana gehen, das ungefähr 40km von Betsaida entfernt ist. Cana lag etwa 13km nördlich von Nazareth, eine Wegstrecke von etwa 3 Stunden.

Wir wissen nicht, wer Maria und damit auch Jesus, eingeladen hatte. Es ist aber plausibel, dass der Bräutigam eine Frau aus Nazareth heiratete und nun zur Hochzeit auch Gäste aus dem Umfeld seiner zukünftigen Frau eingeladen hatte.

Ein Grund zum Feiern, ein riesiges Fest

Hochzeiten im Orient waren damals ein ganz besonderes Fest. Der Bräutigam holte seine Braut zu sich ins neue Haus. Dies konnte mit Trompeten angekündigt werden, über Nacht geschehen und endete mit einem Festzug zum neuen Heim des Hochzeitpaares. Im Festzug waren nicht nur die Familie der Beiden. Verwandte und Bekannte fanden sich darin, in einem kleinen Ort wie Nazareth oder Cana konnte ein großer Teil der Bevölkerung dem Paar folgen.

Das Fest selbst war eine tagelange Feier, sogar eine ganze Woche konnte mit den beiden Orten gefeiert werden. Ein riesiges Fest, das Jesus später auch als Beispiel für die Zeit nahm, wenn er uns Christen zu sich in die Ewigkeit holt (Matthäus 22:1-14; 25:1-13; Lukas 14:15-24).

Eine beschämende Situation

Deshalb konnte das, was nun berichtet wird, zu einer großen Blamage für den Bräutigam gleich zu Beginn des gemeinsamen Lebens mit seiner Frau werden: Der Wein war zu Ende! Sollte das bekanntwerden, wüssten gleich zwei Dörfer, dass der Bräutigam es nicht geschafft hatte ein standesgemäßes Fest auszurichten.

Maria weiß, wer helfen kann

Maria sieht die Not. Und sie weiß, an wen sie sich wenden kann: An Jesus. Ihre Worte „Sie haben keinen Wein mehr,“ sind nicht nur eine Feststellung der Tatsachen. Maria bittet Jesus um Hilfe. Nicht für sich. Sie bittet für den Bräutigam.

38 Tage Gebet – Warum wir beten

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Jesus ist die Not des Bräutigams sicher bewusst. Und er versteht, warum ihn seine Mutter darauf anspricht. Sie kennt Jesus am längsten, sie hat alle Worte, die sie von Gott über Jesus erhalten hat „im Herzen bewahrt“ (Lukas 2:19). Sie ist sich sicher, dass Jesus, ihr Kind, hier helfen kann.

Kein Kind mehr

Doch Jesus macht seiner Mutter klar, dass sich mit seiner Taufe etwas entscheidendes in seiner Beziehung zu seiner Mutter geändert hat. Er ist jetzt Gott, dem Vater, seinem Vater untertan. Respektvoll weißt er sie darauf hin. Die Übersetzungen der Antwort von Jesus machen dies nicht klar. Die deutschen Übersetzungen für γυνή | gyne = Frau (Ehefrau) klingen eher barsch und abweisend, während es zur Zeit von Jesus eher im Sinne von „gnädige Frau“, also mit sehr viel Achtung verwendet wurde.

„Was habe ich mit dir zu schaffen, (gnädige) Frau?“ macht Maria deutlich, dass ihre Zeit als Mutter, die ihrem Kind Aufgaben übertragen kann, mit diesem Tag zu Ende ist. Jesus ist seit seiner Taufe seinem Vater im Himmel ganz untertan. Die 40 Tage in der Wüste waren der erste Schritt in völligem Gehorsam zum Kreuz.

6 Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, 7 sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt. 8 Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.

Philipper 2:6-8
Maria kennt Jesus

Maria ist nicht entmutigt. Sie geht zu den Dienern des Bräutigams und sagt ihnen, dass sie „das tun sollen, was er [Jesus] ihnen sagt.“  Maria sucht Hilfe bei Jesus und sie vertraut darauf, dass er helfen kann. Sie versteht aber auch, dass sie Jesus nichts befehlen oder auftragen kann.

1 Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? 2 Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.

Psalm 121:1-2
Von Maria lernen

An wen wendest du dich, wenn du Hilfe erwartest? Geh zu Jesus; Maria wandte sich an Jesus. Sie wusste, dass ihr Kind, das auf wunderbare Weise gezeugt wurde, einem Bräutigam in einer Notlage ohne Zweifel helfen konnte. Jesus kam nicht, um einem Bräutigam aus der Patsche zu helfen. Jesus kam, um für unsere Schuld am Kreuz zu sterben. Das bedeutet aber nicht, dass er sich nicht auch in alltäglichen Situationen als der allmächtige Gott zeigen kann und in Notlagen eingreift.

38 Tage Gebet – Was, wenn Gott nicht antwortet?

Warum beten wir bei 3B? In einer kurzen Serie stellen wir Euch Predigten als Graphic Novel zur Verfügung, die sich mit dem Gebet beschäftigten. Vielen Dank an Pastor JB und CB. Hier die adaptierte Predigt zum nachlesen: Wir wollen uns heute im dritten Teil der Predigtreihe zum Gebet mit der Frage beschäftigen: Was ist, wenn…

Nicht immer so, wie wir uns das vorstellen. Maria kam mit ihrer Vorstellung von Hilfe zu Jesus. Jesus sagte ihr, dass er nicht ihren Ideen untertan ist, sondern nur seinem Vater. Maria hätte sich enttäuscht von Jesus, für den sie seit seiner Geburt sorgte, abwenden können. Stattdessen ging sie zu den Dienern des Bräutigams und sagte ihnen: „Vertraut Jesus, er wird sich der Angelegenheit annehmen.“

Die klaren Worte von Jesus brachten Maria nicht ins Zweifeln. Brachten sie nicht weg von Jesus. Im Gegenteil. Sie ging zu anderen uns sagte diesen, dass sie Jesus vertrauen können.

Du und Jesus

Nicht immer wird Jesus so handeln, wie du es dir vorstellst. Sie nicht enttäuscht, wende dich dann nicht von Jesus ab. Mach es wie Maria und behalte dein Vertrauen in Jesus und sag anderen weiter, dass auch sie Jesus vertrauen können.

Wer für dich und deine Schuld am Kreuz gestorben ist, kann dich nicht enttäuschen. Jesus greift ein. Das ist sicher.

„10 Ich suche dich von ganzem Herzen; lass mich nicht abirren von deinen Geboten. 11 Ich behalte dein Wort in meinem Herzen, damit ich nicht wider dich sündige. 12 Gelobet seist du, HERR! Lehre mich deine Gebote! 13 Ich will mit meinen Lippen erzählen alle Urteile deines Mundes. 14 Ich freue mich über den Weg deiner Zeugnisse wie über allen Reichtum. 15 Ich will nachsinnen über deine Befehle und schauen auf deine Wege. 16 Ich habe Freude an deinen Satzungen und vergesse deine Worte nicht. 17 Tu wohl deinem Knecht, dass ich lebe und dein Wort halte.“

Psalm 119:10-17