Warum ist es uns bei 3B so wichtig, dass Christen Gottes Wort von der ersten bis zur letzten Seite vertrauen? Warum gerade bei den ersten 11 Kapiteln? Und – gibt es nicht genügend Christen, die im Punkt des Alters der Erde nicht so „eng“ und „dogmatisch“ sind? Dies sind alles keine neuen Fragen, diese Fragen tauchen seit Jahrzehnten schon in Geschichte und Erdkunde auf und – im Religionsunterricht. Wer dann Theologie oder Religionspädagogik studiert, wird in etwa folgendes zu hören bekommen: „Du musst Deinen Kinderglauben ablegen, hinterfrage die Bibel kritisch und forsche.“ Wie können wir solchen Aussagen begegnen?
Raphael Berger, der Redaktionsleiter des Magazins „factum“ hat sich darüber in der vierten Ausgabe des Jahres 2023 Gedanken gemacht:
„Nun ist Forschen und kritisch Hinterfragen nicht falsch, denn unser Glaube soll ja durchaus einer kritischen Überprüfung standhalten. Doch verheerend ist, was [die Theologen und Religionspädagogen] zwischen den Zeilen [sagen]: „Die Erschaffung der Welt durch Gott in sechs Tagen könnt ihr vergessen. Auch ist die Erde älter als 6000 Jahre.“ Das sind zwar keine heilsentscheidenden Fragen, [doch es wird oft auch auf christliche Organisationen verwiesen, die sagen]: «Wer die Bibel wörtlich nimmt, nimmt sie nicht ernst.» Und: «Für jede Generation muss der christliche Glaube neu ‹übersetzt› und erklärt werden.»
[Diese Theologen und Religionspädagogen schicken] die Jugendlichen auf eine Reise, die oft bei den «Postevangelikalen» endet. «Post» (lat. nach) deutet eine Weiterentwicklung des Glaubens sowie eine Entfremdung von evangelikalen Standpunkten an. Postevangelikale lassen vertraute Deutungsmuster hinter sich und setzen sich kritisch mit der eigenen Geschichte auseinander, mit dem Bibelverständnis in ihren Gemeinden, mit Machtstrukturen und der Sexualethik. Auch hier gilt: Ein kritisches Hinterfragen und Auseinandersetzen ist an sich nicht falsch. Oft gibt es Traditionen, die sich über die Jahre etablierten oder man tut Dinge, «weil wir es schon immer so gemacht haben». Manch eine Gemeinde droht, in Gesetzlichkeit zu ersticken, das Leben und oft auch das Zeugnis gegen aussen bleiben dabei auf der Strecke.
Doch was ist unser Massstab für ein kritisches Überdenken?
Genau hier liegt die grösste Gefahr unserer Zeit: Oft steht man der Bibel kritisch gegenüber. Man redet weniger davon, dass die Bibel Gottes Wort ist, und mehr davon, dass sie zu Gottes Wort wird, wenn es uns anspricht. Plötzlich sind nur noch Teile der Bibel direkt von Gott diktiert, bei anderen Passagen liessen sich die menschlichen Autoren davon inspirieren, was Gott gemeint haben könnte. Wer so denkt, lässt Gott aussen vor.

Viele Briefe der Apostel wurden als Reaktion auf einbrechende Irr- und Sonderlehren verfasst. Entsprechend sind ihre Briefe gespickt mit Warnungen davor. Im Gegenzug werden wir an vielen Stellen aufgefordert, Gottes Wort zu bewahren (1. Tim. 6: 20), zu halten (Tit. 1: 9, 2. Thess. 2: 15) und in dem zu bleiben, was wir gelernt haben (2. Tim. 3: 14). Ebenso deutlich sind die Warnungen vor Irrlehrern, Betrug und Verführung (Kol.2: 4.8). Auch lassen die Autoren keine Zweifel an der göttlichen Urheberschaft der Schrift (2. Tim. 3: 16–17).
«Noch nie», schreibt Petrus, ist «eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden, sondern getrieben von dem heiligen Geist haben Menschen im Namen Gottes geredet» (2. Petr. 1: 21). Deshalb schreibt der Apostel Johannes: «Wer darüber hinausgeht und bleibt nicht in der Lehre Christi, der hat Gott nicht» (2. Joh. 9). Gott spricht glasklar; wir tun gut daran, genau darauf zu achten. Kritisches Hinterfragen in Ehren. Doch geschieht es nicht auf der Grundlage des unfehlbaren Wortes Gottes, ist es brandgefährlich.
Mit Paulus rufe ich Ihnen deshalb zu: «Halte dich an das Vorbild der heilsamen Worte, die du von mir gehört hast, im Glauben und in der Liebe in Christus Jesus» (2. Tim. 1: 13).“
Danke an Raphael Berger, der uns erlaubt hat sein Editorial hier zu veröffentlichen. Factum ist ein christliches Magazin, das aktuelle weltpolitische Ereignisse und wissenschaftliche Schlussfolgerungen biblisch einordnet. Factum veröffentlicht Berichte, Interviews, Kommentare und Essays für Leser, die sich tiefer mit Inhalten beschäftigen und eine biblische Einordnung vornehmen möchten.
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