Dinosaurier in der Bibel?

„Wenn Gott die Dinosaurier am sechsten Tag geschaffen hat, haben die dann mit Menschen gelebt?“ Jedes Mal, wenn ich diese Frage beantworten soll, ist mir klar, dass die überwiegende Mehrheit der Zuhörer ein mitleidiges Grinsen kaum zurückhalten wird. Gottes Antwort in der Bibel auf diese Frage steht im Widerspruch zu allen populären Veröffentlichungen in den Medien und den Schulbüchern. Doch ist die Faszination für Dinosaurier immer eine gute Möglichkeit die Fragesteller ins Nachdenken über die Wahrheit in Gottes Wort zu bringen. Denn Gottes Wort gibt uns gute Antworten, auch auf die Fragen zu Dinosauriern.

Seit etwa 200 Jahren ist bekannt, dass es Überreste von (sehr großen) Tieren in fossilisierter Form gibt, die heute nicht mehr leben. Diese Überreste werden weltweit gefunden und sind in vielen Naturkundemuseen der Welt prominent (oft in großen Hallen) ausgestellt. Liegen genügend fossilisierte Knochen eines Tieres vor, ist es Paläontologen möglich, das Skelett dieser Tiere zu rekonstruieren (nachzubauen)[i].

Entdeckung der ersten Dinosaurierfossilien

Die Geschichte der Entdeckung dieser Tiere begann in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts (1820er). Der an Erdgeschichte interessierte, englische Arzt Gideon Mantell (1790-1852) sammelte in einem Steinbruch in Sussex (Südostengland) Fossilien und aufgrund deren Größe war er überzeugt, eine komplett neue Art von Tieren entdeckt zu haben. G Mantells erster Fund war ein Zahn, daher der Name Iguanodon (Leguan-Zahn). Zuerst erhielt er sehr viel Widerspruch, doch nachdem bis ins Jahr 1841 neun verschiedene Spezies ausgegraben wurden, prägte Sir Richard Owen (zuerst ein Gegner von G Mantell[ii]) in diesem Jahr den Begriff „Dinosaurier[iii]“ für diese Tiergruppe.

Nicht die Größe der entdeckten Tiere machte ihre Einordnung in eine neue Tiergruppe notwendig, manche waren so groß wie ein Huhn oder kleiner, sondern die Position ihrer Glieder und Hüftknochen. Dinosaurier hatten eine aufrechte Haltung, ähnlich wie die Säugetiere. Dies weicht von der Körperhaltung der bekannten Reptilien stark ab, bei denen die Beinglieder vom Körper abspreizen, und deshalb eine eher „schlängelnde“ Fortbewegung haben (Spreizgang).

Reptilien, egal welcher Gangart, gehören zu den Landtieren und wurden damit am sechsten Tag der Weltgeschichte, kurz vor Adam und Eva, geschaffen und lebten deshalb gleichzeitig mit diesen und später deren Nachfahren. In der Zeit vor dem Sündenfall[iv] war dies gefahrlos, da sich die ersten Tiere und Menschen vegetarisch ernährten[v] (1 Mose 1:29-30). Mit Adam und Evas Trennung von Gottes guter Gegenwart kam Leid und Tod in die Welt und damit auch die Möglichkeit für größere Tiere, kleinere Tiere zu töten und zu fressen[vi]. Seither leidet die Welt unter der ersten Schuld  (1 Mose 3:14-19), die erst durch Jesus Tod am Kreuz bezahlt werden würde und alle, die dies glauben wieder Gemeinschaft mit Gott haben können.

Dinosaurier und die Bibel

In den etwa 1600 Jahren nach dem Sündenfall entfernte sich die Menschheit (und die Welt) immer weiter von Gottes gutem Plan für diese Erde. Gott sagt in seinem Wort, dass „alles Fleisch verdorben war“ (1 Mose 6:12) und er deshalb eine weltweite Flut kommen ließ, die alles Leben und die Welt vernichten würde – außer Noah, der Gott vertraute und deshalb die Anweisung erhielt ein großes Schiff zu bauen, das die Tierarten und Noahs Familie rettete. Gott brachte auch die einzelnen Dinosaurierarten zur Arche[vii], die dann gerettet wurden. Alle anderen Dinosaurier wurden in der Flut überspült und manche davon werden bis heute als Fossilien gefunden. Fossilien bilden sich nur bei schnellem Luftabschluss, unter hohem Druck und mineralhaltigem Wasser (ähnlich Zement). Bedingungen, wie wir sie bei einer weltweiten, katastrophalen Überschwemmung vorfinden. Nehmen wir die Angaben in Gottes Wort, fand diese Flut vor etwa 4500 Jahren statt.

Gott schickte sicher keine alten, sehr große Dinosaurier zur Arche, sondern junge, gerade geschlechtsreife und daher noch kleinere Tiere, zur Arche. Die Nachfahren dieser Tiere lebten bis zu ihrem Ausstreben noch mit Menschen zusammen. Im Buch Hiob der Bibel finden wir im 40 Kapitel eine Beschreibung des Behemots: Sein Schwanz „streckt sich wie eine Zeder“, seine „Knochen wie eherne Röhren“, „seine Gebeine wie eiserne Stäbe“ (Hiob 40:15-24). Behemot wird als „erstes der Tiere Gottes“ beschrieben. Liest man die Beschreibung unvoreingenommen, kann man sich einen Brachiosaurus vorstellen[viii]. Auch der ab Vers 25 beschriebene Leviathan ist ein gewaltiges Tier, das nur schwer als ein gewöhnliches Krokodil verstanden werden kann, sondern deutlich mächtiger und gewaltiger war. Beide Tiere werden in der Bibel außergewöhnlich detailreich beschrieben, im Gegensatz zu anderen Tieren, denen wir heute noch begegnen.

In den Ursprungstexten der Bibel findet sich an dieser Stelle das Wort תנין |tannin|, das mit Drache übersetzt werden kann[ix]. Rund um die Welt gibt es Darstellungen von Tieren, die wir heute als Dinosaurier bezeichnen, in Gemeinschaft mit noch heute bekannten Tieren. Ein Beispiel ist die Kathedrale in Carlisle (Lake District, England[x]) an deren Eingangsbereich Drachen abgebildet sind. Interessanter ist jedoch der im Boden eingelassene Grabstein von Bischoff Bell (1478-1495), auf dessen Bronzebordüre Hunde, Ratten, Schweine, Fische und Fledermäuse eingraviert sind – zusammen mit einer Gravur von Tieren, die als Sauropoden zu beschreiben sind. Bischoff Bell starb über 300 Jahre bevor die ersten Dinosaurierfossilien von G Mantell gefunden wurden, ein Zusammenhang kann also nicht hergestellt werden. Eine gute Erklärung ist, dass einige wenige Dinosaurier noch bis in das frühe Mittelalter überlebt haben[xi] und als Drachen bezeichnet wurden.

Es stellt sich dann die Frage, warum es heute keine Dinosaurier mehr gibt. Durch die wortwörtlich weltbewegenden, katastrophalen Ereignisse der Flut zur Zeit Noahs haben sich die Lebensbedingungen für diese Tiere drastisch geändert[xii]. Die Tiere fanden nicht mehr ausreichend Nahrung und wurden ihrerseits gejagt – Gründe, wie sie für alle ausgestorbenen Tierarten gelten.

Was lernen wir von den Fossilien?

Dinosaurierfossilien erinnern uns an die ursprünglich gute Schöpfung: Tier und Mensch lebten ohne Furcht voreinander in Gemeinschaft. Die Sünde brachte Feindschaft und den Tod in die Welt. Die Fossilien erinnern uns auch an Gottes Gericht über diese Welt[xiii]. Der gute, lebendige Gott kann unsere Vergehen nicht einfach übergehen, er muss diese richten. Wie gut, dass schon vor Beginn der Schöpfung klar war, dass Gott selbst in Jesus für unsere Vergehen am Kreuz sterben würde, damit alle, die dies glauben nicht sterben müssen, sondern ewiges Leben bei Gott haben.

Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

Johannes 3:16

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[i] Aufgrund des symmetrischen Baus von Lebewesen, reicht theoretisch eine linke (rechte) Hälfte des Tieres, um das Skelett zu rekonstruieren. Schwieriger wird es, wenn vordere (hintere) Hälften fehlen, oder der Schädel. Dann greifen Paläontologen auf andere Fundstellen zurück, bei denen andere Fossilien der gleichen Spezies gefunden wurden und fügen Ihre Ergebnisse zusammen. Je mehr Fossilien einer Spezies gefunden wurden, umso gesicherter sind die Erkenntnisse.

[ii] Sir Richard Owen vertrat mit Nachdruck, dass die gefundenen Zähne von einem Säugetier stammen mussten.

[iii] Schreckliche Echse

[iv] Sündenfall bezeichnet die Handlung von Adam und Eva, als diese Gottes gutes Gebot verletzten, nicht vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen zu essen und somit erkannten, dass Gebote brechen Böse ist.

[v] Wie das Gebiss aussieht spielt dabei keine Rolle – Pandabären zum Beispiel haben scharfe Schneide- und Eckzähne, ernähren sich jedoch ausschließlich von Bambus.

[vi] Gott erlaubte erst Noah und seiner Familie nach der weltweiten Flut, den Fleischverzehr (1 Mose 9:1-3)

[vii] Es lassen sich, je nach Anschauung, zwischen 36 und 85 Saurierfamilien bestimmen. Im ungünstigsten Fall musste Noah dann 170 Dinosaurier auf der Arche unterbringen.

[viii] In vielen Kommentaren findet sich der Hinweis, dass es sich um einen riesigen Elefanten oder Nilpferd handelt, doch beide Tiere haben keinen zedernartigen Schwanz, sondern verhältnismäßig kleine Stummelschwänze.

[ix] תנין |tannin| hat auch weitere Übersetzungen: Seemonster, Schlange (Kobra), Drache.

[x] Ungefähr eine Autostunde nördlich von Capernwray Hall, Torchbearers Int. Bible School.

[xi] Nur etwa 5 Stunden nördlich von Carlisle befindet sich Loch Ness.

[xii] Oard, M.: Frozen in Time. Masterbooks, 2004

[xiii] Aus diesem Grund finden sich in unserem Garten unterschiedliche Fossilien der schwäbischen Alb.