Nur ein Weg zu Gott

„Woah – das ist aber intolerant! Wie kannst du behaupten, dass Jesus der einzige Weg zu Gott ist?“ Dies ist eine Frage, die viele Christen nicht gerne hören. Wir sollen doch alle lieben und niemanden ausschließen – intolerant will sowieso niemand sein. Doch sagt uns nun einmal Jesus in seinem Wort, dass er der einzige Weg ist, der zu seinem Vater in den Himmel führt. So schwierig dieses Dilemma beim ersten Mal hören auch zu lösen scheint, bei genauer Betrachtung gibt es darauf eine klare Antwort.

Zuerst einmal ist festzuhalten, dass es logisch ist, dass es nur einen Weg zu Gott geben kann, da der Satz des Widerspruchs ausschließt, dass es mehrere Wege zu Gott, dem Schöpfer gibt[i]. Es ist logisch nicht möglich, dass alle Wege, die uns die Religionen der Welt anbieten, zum Ziel führen. Nur eine Religion zeigt uns den wahren Weg zu Gott. Und diese Intoleranz ist jeder Weltreligion zu eigen[ii]. Nach dem Satz des Widerspruchs kann nur eine Religion die Richtige sein, da sich alle Religionen dieser Erde in ihrer Lehre fundamental darin unterscheiden, wie die Menschen zu Gott in die Ewigkeit gelangen.

Zweitens ist da die Frage nach der Toleranz. Noch in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts bedeutete Toleranz, dass Menschen mit unterschiedlichen Weltanschauungen und unterschiedlichen Religionen einander ertragen und friedlich miteinander zusammenleben. Aktuell wird Toleranz aber so gedeutet, dass eine Person oder Weltanschauung keinen Absolutheitsanspruch äußern darf. Sich „neutral“ zu verhalten ist aber keine Toleranz; um tolerant zu sein braucht es mindestens zwei unterschiedliche Ansichten zu einem bestimmten Sachverhalt – und, dass die Spannungen die dadurch entstehen ausgehalten und friedlich ertragen werden. Dies ist im Übrigen auch die Definition des Dudens[iii].  

Jesus selbst formuliert diesen Absolutheitsanspruch, dass er der einzige Weg zu Gott ist (Johannes 14: 5-6). Der Weg, den uns Gott in seinem Wort aufzeigt, geht über Jesus‘ Tod am Kreuz. Doch warum gibt es nur diesen einen Weg? Um dies zu beantworten muss zuerst geklärt werden, in welchem Verhältnis der Mensch zu Gott steht: Wir alle sind von dem heiligen Gott getrennt und können ihm nicht begegnen, unsere Sünden trennen uns von Ihm und eine Begegnung mit Ihm bringt uns den Tod (Römer 3:23/ Römer 6:23). Um Gott begegnen zu können, müssen uns diese Sünden vergeben werden. Wie kann das geschehen?

Die vielen Religionen der Welt bieten alle im Prinzip den gleichen Weg an: Reinige dich selbst von deinen Sünden (z.B. durch heilige Waschungen), bringe Opfer um Gott gnädig zu stimmen (z.B. Gutes tun und versuchen nichts Böses zu tun) und je ernster es dir damit ist, umso eher wirst du zu Gott kommen. Die Religionen der Welt sagen den Menschen, dass sie sich Vergebung erarbeiten, bzw. verdienen können. Doch dies ist leider nicht möglich. Wenn ein Gesetz gebrochen wurde, muss eine Strafe folgen[iv]. Wir sehen dies am Strafenkatalog des Strafgesetzbuches[v]. Es hilft dem Täter nicht, dass er Jahre zuvor keines der Gesetze missachtet hat, noch, dass er mit Geschenken versucht, die Strafe abzuwenden. Jahrelanges aufrichtiges Verhalten oder Bestechungsversuche helfen nicht, dem Gesetz ist erst Genüge getan, wenn die Strafe verbüßt wurde.

Doch es gibt eine Möglichkeit, der Strafe zu entkommen – durch Begnadigung. In Deutschland fällt dieses Begnadigungsrecht dem Bundespräsidenten zu[vi]; bzw. dem Bund, der höchsten Ebene Deutschlands mit seinen fünf Bundesgerichten[vii]. Eine Begnadigung kann nur von dem ausgesprochen werden, der ganz oben sitzt, der die Gesetze letztendlich durch seine Unterschrift bestätigt[viii]. Keiner anderen Person, bzw. keiner anderen Ebene ist es möglich Straftäter zu begnadigen.

Genauso sehen wir es auch bei Gott, dem Schöpfer. Als er dieses Universum schuf, machte er auch die Regeln für dieses Universum[ix]. Daher kann auch nur Er uns begnadigen – doch diese Gnade kam nicht ohne, dass die Strafe vollzogen wurde: Er selbst, der Schöpfer (1 Korinther 8:6) wurde an unserer Stelle bestraft, damit wir begnadigt werden können. Jesus ist die einzige Person, der es möglich war, die Strafe auf sich zu nehmen und dadurch Gnade für unsere Vergehen zu erwirken.

Im Blick auf Verfehlung, Bestrafung und Begnadigung ist der Weg zu Gott in die Ewigkeit, den wir aus Gottes Wort kennen, der einzige logische Weg.


Artikel zur Existenz Gottes:


[i] Zur Existenz Gottes können folgende Argumente vorgebracht werden: Existenz des Universums, das universelle Sittenrecht, das Designargument, die Informationsgesetze.

[ii] Zacharias, R.: Jesus among other Gods. Thomas Nelson, Nashville, 2000. S. 7 “Im Zentrum einer jeden Religion ist ein kompromissloses Bekenntnis zu einer ganz bestimmten Definition wer dieser Gott ist (oder nicht ist) und entsprechend den Sinn des Lebens definiert. Jeder der behauptet, dass alle Religionen gleich sind verleugnet nicht nur die Intoleranz, die jeder Religion eigen ist, sondern karikiert auch die Sichtweise der bekanntesten [Religionen]. Jede Religion hält in ihrem Herzen an einem Absolutheitsanspruch fest.“ (Übersetzung des Autors)

[iii] Definition /tolerant/: https://www.duden.de/rechtschreibung/tolerant#Bedeutung-1 (Stand 09. Juli 2023)

[iv] Strafgesetzbuch (StGB) §1 Keine Strafe ohne Gesetz

[v] Dritter Abschnitt/ Rechtsfolgen der Tat/ Erster Titel/ Strafen – https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/BJNR001270871.html#BJNR001270871BJNG001102307

[vi] Grundgesetz (GG) Art 60 (2)

[vii] Strafprozessordnung (StPO) §452

[viii] Erst durch die Unterschrift und Ausfertigung des Bundespräsidenten wird aus einem Gesetzesbeschluss ein fertiges Gesetz.

[ix] Die Gebote Gottes zeigen uns Seinen Charakter.