Der Bibel vertrauen – Achter Teil.

Warum vertrauen wir bei 3B der Bibel? Können wir das überhaupt, und warum ist es wichtig, den Berichten der Bibel zu vertrauen? In dieser Serie gehen wir in kurzen Artikeln dieser und ähnlichen Fragen nach.

„Bibel und Politik sollten nicht miteinander vermischt werden. Wir müssen neutral sein!“ – Diese Aussage ist auch für viele Christen ein Argument sich nicht in der Politik zu engagieren. Doch diese Neutralität gibt es nicht. Schon Jesus sagte: „Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.[i]“ Und er machte auch deutlich, dass wir nicht zwei Herren dienen können[ii], was dann Paulus in einem Brief den Christen in Rom noch einmal erklärt, „Wisst ihr nicht? Wem ihr euch zu Knechten macht, um ihm zu gehorchen, dessen Knechte seid ihr und dem gehorcht ihr – entweder als Knechte der Sünde zum Tode oder als Knechte des Gehorsams zur Gerechtigkeit.“[iii]

Jesus sagt uns, dass wir immer jemandem nachfolgen, wenn nicht ihm, dann jemandem anderen oder der Weltanschauung eines Menschen. Niemand ist neutral. Momentan ist die bestimmende Weltanschauung, dass Gott und sein Wort keinen Einfluss auf das Leben der Weltbevölkerung haben sollte. Anstelle von Gottes Worten sind die Worte, Ideen und Visionen von Menschen die Grundlage der Entscheidungen in der Politik[iv]. Was heute als Neutralität verstanden wird, ist die Weltanschauung, dass es Gott nicht gibt, bzw. dass er keinen Einfluss auf unser Leben hat.

Gottes Wort hat Gewicht und hat das Leben vieler Menschen positiv beeinflusst, auch wenn diese Menschen oft nicht wissen, dass dies der Fall ist. Ein Beispiel dafür ist das Leben und die Arbeit des englischen Politikers William Wilberforce. Er wurde 1759 in Kingston upon Hull an der Ostküste in eine wohlhabend Händlerfamilie Englands geboren. W. Wilberfoce‘s Gesundheit war nicht die beste und er litt unter einer Sehschwäche. Mit neun Jahren wurde er nach London zu seiner Tante und seinem Onkel geschickt und besuchte dort die Schule. Durch seine Tante wuchs sein Interesse am christlichen Glauben, was besonders seiner Mutter nicht gefiel, und er musste 1771 wieder zurück nach Hull. 1776 begann er seine College Ausbildung die er 1788 mit Erfolg abschloss. Schon 1780 wurde er Mitglied des englischen Parlaments und Teil des Londoner gesellschaftlichen Lebens. Er war ein beliebter Redner, gern gesehen bei Dinnerpartys, bei denen er auch recht viel trank und war Mitglied in einem Klub, in dem um (viel) Geld gespielt wurde.

Nach einer Reise 1784 erwachte sein Interesse am christlichen Glauben wieder. Er stand früh auf um in der Bibel zu lesen, um zu beten und er begann ein Tagebuch zu führen. Er bat Gott um Vergebung für sein bisheriges Leben, das er nicht nach Gottes Geboten geführt hatte. Er gab sein Leben Jesus und versprach dieses in den Dienst von Jesus zu stellen.

Nach dieser Entscheidung wollte er eigentlich nicht mehr in der Politik tätig sein, doch sein Freund John Newton[v] überzeugte ihn, unter anderem mit der Bibelstelle aus Esther 4:14[vi], weiterhin als Mitglied des Parlaments zu arbeiten. Gemeinsam wollten sie auf die Abschaffung des Sklavenhandels hinarbeiten. Wie der ehemalige Kapitän eines Sklavenhandelsschiffes, war auch William Wilberforce überzeugt davon, dass der Sklavenhandel Unrecht ist. John Newton kam zu dieser Überzeugung erst viele Jahre nach dem er Jesus in sein Leben gelassen hat, was er bereute und er daher über sich selbst sagte, dass er erst lange Zeit nach seiner Bekehrung ein Christ im eigentlichen Wortsinn wurde[vii].

Wilberforce und John Newton beriefen sich unter anderem auf Apostelgeschichte 17:26 „Und er hat aus einem Menschen [Adam. Anm. des Autors] das ganze Menschengeschlecht gemacht, […]“. Aus diesem Vers schlossen sie, dass alle Menschen ein Ebenbild Gottes sind und daher mit Respekt und Würde behandelt werden müssen. Diesen Vers zitierte W. Wilberforce dann auch in einer Rede vor dem Parlament im Jahr 1807 nach einem zwei Jahrzehnte dauernden Bemühen, den Sklavenhandel abzuschaffen[viii]. Im März des gleichen Jahres wurde der Sklavenhandel im Britischen Empire verboten. Doch dies bedeutete noch nicht das Ende der Sklaverei. Erst 1833 erhielt W. Wilberforce auf seinem Sterbebett die gute Nachricht, dass die Sklaverei abgeschafft worden war.

W. Wilberforce und John Newton waren nicht die einzigen Christen, die sich bei der Abschaffung der Sklaverei auf Gottes Wort beriefen. Auch Harriet Beecher Stowe nahm Gottes Wort als Anlass um gegen die Sklaverei in den Südstaaten der USA zu schreiben. Ihr bedeutendstes Buch „Onkel Toms Hütte“ (1852), schildert die Gräuel der Sklaverei und wie der Glaube an Jesus in schweren Zeiten trägt und Vergebung ermöglicht.[ix] Onkel Toms Hütte leistete einen wichtigen Beitrag zur Abschaffung der Sklaverei 1862, drei Jahre vor dem Ende des US-Bürgerkrieges.

Gottes Wort hat W. Wilberforce, John Newton und Harriet Beecher Stowe bewegt, sich gegen Unrecht in der Welt einzusetzen. Ihre Überzeugungen erhielten sie aus Gottes Wort und letzten Endes waren sie erfolgreich in ihrem Bemühen, die Sklaverei abzuschaffen. Sie lernten durch Gottes Wort, dass alle Menschen ein Ebenbild Gottes (1 Mose 1:27) sind und deshalb Würde und Respekt verdienen und die gleichen Rechte besitzen. Vielen Menschen heutzutage ist nicht bewusst, dass die Abschaffung der Sklaverei hauptsächlich den Bemühungen von Menschen zu verdanken ist, die Gottes Wort lasen, sein Wort verstanden und in unserer Welt verwirklicht sehen wollten. Wird Gottes Wort in unserer Welt durchgesetzt, ermöglicht es den Menschen dieser Welt ein besseres Leben. Gottes Wort ist nicht neutral, doch seine Wahrheit und Kraft gab und gibt uns Freiheit.


[i] Matthäus 12:30

[ii] Niemand kann zwei Herren dienen: „Entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“ Matthäus 6:24 / Lukas 16:13

[iii] Römer 6:16

[iv] Dies begann schon Mitte des vorletzten Jahrhunderts. Charles Lyell machte in einem Brief an George Poulette Scrope klar, dass er die Wissenschaft „von Mose befreien möchte.“ (Brief an G.P. Scrope, 14. Juni 1830). https://creation.com/charles-lyell-free-science-from-moses  (01. Mai 2022). Mit der wissenschaftlichen Methode erforschte Gründe dafür hatte er nicht. Dies war einzig seine persönliche Meinung, die sich zuerst langsam und dann immer schneller verbreitete. Seit dieser Zeit verlor das Wort Gottes immer mehr an Einfluss in der Wissenschaft und in der Politik.

[v] (1725-1807) – Verfasser des Liedes „Amazing Grace“

[vi] […] Und wer weiß, ob du nicht gerade um dieser Zeit willen zur königlichen Würde gekommen bist? […]

[vii] Newton, John, Hillman, Dennis (ed.), Out of the Depths, Grand Rapids: Kregel, 2003, S.84

[viii] https://www.museumofthebible.org/book-minute/william-wilberforce

[ix] https://www.christiantoday.com/article/how.harriet.beecher.stowes.christian.faith.moved.her.to.challenge.slavery/137123.htm