„41 Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth wurde vom Heiligen Geist erfüllt 42 und rief laut und sprach: Gesegnet bist du unter den Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes! 43 Und wie geschieht mir, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? 44 Denn siehe, als ich die Stimme deines Grußes hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leibe. 45 Ja, selig ist, die da geglaubt hat! Denn es wird vollendet werden, was ihr gesagt ist von dem Herrn.“ Lukas 1:41-44
Wenn Gott spricht, geschieht es: Zacharias konnte nach der Begegnung nicht mehr sprechen; ein Zeichen, dass er tatsächlich den vom Engel angekündigten Sohn bekommen würde.
Auch die auf Zacharias wartenden Gläubigen merken, dass etwas ungewöhnlich ist. Zacharias braucht lange, um aus dem Tempel zu kommen und kann sich dann nicht verständliche machen. Doch er bleibt seinem Dienst am Tempel treu und kehrt erst zu Elisabeth zurück, als seine Dienstzeit zu Ende ist.
Nach seiner Rückkehr wird Elisabeth schwanger. Sie verlässt das Haus beinahe ein halbes Jahr nicht. Möglich ist, dass sie in diesem Moment noch nicht weiß, dass ihr Kind von Gott verheißen wurde und sie will sicher gehen, dass sie in ihrem Alter ihr Kind auch austragen kann. Doch sie weiß schon zu diesem Zeitpunkt, dass dieses Kind ein Geschenk Gottes und ein Segen ist.
3 Siehe, Kinder sind eine Gabe des HERRN, und Leibesfrucht ist ein Geschenk. 4 Wie Pfeile in der Hand eines Starken, so sind die Söhne der Jugendzeit. 5 Wohl dem, der seinen Köcher mit ihnen gefüllt hat! Sie werden nicht zuschanden, wenn sie mit ihren Feinden verhandeln im Tor.
Psalm 127:3-5
Etwa einen Monat später sendet Gott einen Boten, einen Engel, zu einer Jungfrau namens Maria, mit einer für sie nicht einfach zu verdauenden Botschaft: „Du bist mit Gnade beschenkt. Der Herr der Welt (Kyrios) ist mit dir.“ Doch Gottes Gnade kommt für Maria mit einem für sie nicht einfach zu verstehendem Geschenk: Sie soll schwanger werden, Mutter des lange verheißenen und von manchem erwarteten Retter. Einem Retter, der auf dem Thron Davids sitzen wird.
Für Maria ist es deshalb nicht einfach zu verstehen, da sie eben Jungfrau ist. Maria kennt die biologischen Realitäten. Sie „kennt keinen Mann“, ist nur verlobt, und kann daher nicht schwanger werden. Doch auch hier macht der Engel deutlich: Wenn Gott spricht, geschieht es.
Gott mit uns
14 Darum wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau [עַלְמָה – almah] ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie nennen Immanuel. Jesaja 7: 14 Gott, der Schöpfer, kann tun was er will, wann er will und Er entscheidet wie er dabei vorgeht – das bedeutet es, wenn wir…
Maria ist sich der Konsequenzen bewusst. Ein Mädchen, das unverheiratet schwanger wird, galt als Ehebrecherin und konnte gesteinigt werden. Dass dies eine Möglichkeit war, zeigt uns der Bericht über die Ehebrecherin in Johannes 7:2-11.
Gnade von Gott bedeutet nicht einfach, dass wir ein einfaches Leben haben werden. Maria erhielt von Gott, dem Herrn der Welt, die Gnade, dass ER selbst, in Jesus, von Maria geboren auf diese Erde treten würde. Dies war Jesus erster Schritt, um uns durch seinen Tod am Kreuz Gnade und ewiges Leben bei Ihm anzubieten.
Für Maria bedeutete diese Gnade zuerst einmal, dass sie Anfeindungen ausgesetzt sein würde und ihr zukünftiger Mann an ihrer Treue und Aufrichtigkeit zweifeln könnte.
Wenn wir von Gott begnadet, ausgestattet werden, um Ihn auf dieser Welt groß zu machen, müssen wir damit rechnen, dass wir Anfeindungen und Anschuldigungen erleben werden. Ein gutes Beispiel sind erfolgreiche Sportler, die vor laufenden Kameras beten und dazu stehen, dass sie Jesus nachfolgen. Sicher gibt es viele Nachfolger von Jesus, die dies bewundern und gut finden. Doch es gibt auch Menschen in den Medien und der Politik, die diese jungen Menschen öffentlich verspotten oder sogar verbal angreifen.
Wie Maria damit umgeht
Maria ist sich der Konsequenzen der Ankündigung bewusst, aber sie kennt auch Gott, den Schöpfer. Sie ordnet sich Seinem Willen unter. Sie vertraut darauf, dass Er es zu einem guten Ende führen wird.
Maria denkt mit
Gleich nach der Ankündigung lesen wir im Bericht, dass Maria sich auf den Weg zu Elisabeth machte. Eine weise Entscheidung. Es ermöglichte ihr eine ruhige erste Phase der Schwangerschaft.
Doch Elisabeth hatte eine noch größere Ermutigung für Maria. Als Maria Elisabeth begrüßt, hüpft deren Sohn in Elisabeths Bauch. Der Heilige Geist bestätigt Maria durch Elisabeth, dass das Kind in Marias Bauch tatsächlich der vom Engel angekündigte Retter ist.
1 Zum dritten Mal komme ich zu euch. »Durch zweier oder dreier Zeugen Mund soll jede Sache bestätigt werden.«
2 Korinther 13:1; 5. Mose 19:15
Gott bestätigt ihr durch eine zweite Zeugin, durch Elisabeth, dass ihr Kind der verheißene Retter ist. Sie erhält auch die Bestätigung, dass ihr Glaube von Gott gesehen und dass ihre Schwangerschaft gut verlaufen wird. Das bedeutet nicht, dass Maria nicht Anfeindungen ausgesetzt gewesen sein kann. Bis heute hält sich, auch in theologischen Kreisen, das Gerücht, dass Maria von einem römischen Soldaten schwanger geworden sei[i]. Doch Maria hatte jetzt die Gewissheit, dass sie vom Heiligen Geist schwanger war und sie den Retter der Welt, den Messias, zur Welt bringen würde.
Der Schein kann trügen
2016 begann in der Coastal Plain League im Süden der USA eine Revolution im Baseball – die Savannah Bananas betraten zum ersten Mal im ehrwürdigen Grayson Stadium das Feld. Ursprünglich ein Team für Spieler im Collegealter, die sich im Sommer für die Profiligen empfehlen wollen, entwickelte sich die Mannschaft aufgrund der Kreativität ihres Besitzers Jesse…
Von Maria lernen
Wir können von Maria lernen, dass wir in aufreibenden Zeiten die Gemeinschaft mit anderen Christen suchen. Vielleicht haben sie kein Wort von Gott, dem Schöpfer für uns. Aber wir können gemeinsam in seinem Wort, der Bibel lesen und Ihm im Gebet unsere Nöte und Anliegen sagen.
In der Bibel liegen uns alle Wort Gottes vor, die ER uns wissen lassen will. Sicher gibt es dort keine direkten Anweisungen Gottes für aktuelle Situationen aber wir können in Seinem Wort bestimmte Prinzipien erkennen, die in jederzeit gelten und die wir für uns in Anspruch nehmen dürfen.
Eine davon ist, dass Gott nicht lügen kann (4. Mose 23:19; 1 Samuel 15:29; Titus 1:2; Hebräer 6:18). Was er sagt geschieht, das sehen wir schon auf den ersten Seiten Seines Wortes, beim Bericht darüber, wie er dieses Universum durch Sein Wort erschuf.
Maria glaubte Gottes Wort. Ihre übernatürliche Schwangerschaft war der erste Schritt dazu, dass wir durch den Tod von Jesus am Kreuz Vergebung unserer Sünden haben können.
Wenn Jesus geboren wurde, und alle Historiker sind sich einig[ii], dass Jesus vor etwa 2000 Jahren geboren wurde und am Kreuz starb, dann können wir auch glauben, dass er unser Retter ist, der am Kreuz für uns starb.
Willst Du diese Wahrheit für dich selbst in Anspruch nehmen?
4 Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. 5 Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt. 6 Wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinen Weg. Aber der HERR warf unser aller Sünde auf ihn.
Jesaja 53:4-6
[i] Kirchenvater Origen zitiert den antichristlichen Philosophen Celsus in: Contra Celsum („Gegen Kelsos“), 248 n.Chr.. Contra Celsum ist eine apologetische Schrift, die eine ausführliche Antwort auf die antichristliche Polemik Alethes Logos („Das wahre Wort“), um 175 n.Chr. des Philosophen Celsus gibt und gilt als eine der bedeutendsten Verteidigungen des frühen Christentums
[ii] Bart Ehrman, “Forged” (2011): „He certainly existed, as virtually every competent scholar of antiquity, Christian or non-Christian, agrees.“ Und in: “Did Jesus Exist? The Historical Argument for Jesus of Nazareth” (2012): „The view that Jesus existed is held by virtually every expert on the planet.“ Bart Ehrmann ist Agnostiker.
