Zwei Familien

„7 Und sie ging aus von dem Ort, wo sie gewesen war, und ihre beiden Schwiegertöchter mit ihr. Und als sie unterwegs waren, um ins Land Juda zurückzukehren, 8 sprach sie zu ihren beiden Schwiegertöchtern: Geht hin und kehrt um, eine jede ins Haus ihrer Mutter! Der HERR tue an euch Barmherzigkeit, wie ihr an den Toten und an mir getan habt. 9 Der HERR gebe euch, dass ihr Ruhe findet, eine jede in ihres Mannes Hause!“

Rut 1:7-9
Ehe und Familie

Rut und Orpa waren durch ihre Heirat mit Machlon und Kiljon Teil von Elimelechs (Gott, mein König) Familie geworden. Schon im ersten Buch Mose lesen wir ganz zu Beginn, dass Mann und Frau durch Heirat „eins“ werden: „24 Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie werden sein ein Fleisch.“ (1 Mose 2:24). Dieses Verständnis von Ehe zeigt sich bei Rebekka und Isaak (1 Mose 24:59-61), bei den Ehegesetzen (z.B. 5 Mose 22:13-21) und z.B. in Psalm 45:10-11.

Sehr gut!

26 Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht. 27 Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum…

Nicht nur in Israel war dies so, in vielen Kulturen der Erde ist dies bis heute das Verständnis einer Eheschließung: Die Frau wird Teil der Familie des Mannes.[i] Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass sich Rut und Orpa mit Noomi auf den Weg nach Bethlehem machten. Das wurde von den beiden erwartet. Noomi war nach dem Tod ihres Mannes Elimelech und ihrer beiden Söhne nun das Familienoberhaupt.

Unerwartet ist dann der Vorschlag von Noomi: „Geht zurück, ich entlasse Euch aus Eurer Pflicht. Geht und heiratet wieder.“ Noomi hat das Wohl von Rut und Orpa im Sinn, wie ihre Erklärungen zeigen, die sie im Anschluss an das Treuebekenntnis der beiden gibt.

Bitterkeit

Noomi weiß, dass sie nicht für die beiden sorgen kann und ihr ist bewusst, dass sie zu alt ist, um durch eigene Heirat wieder Söhne zu haben, die dann Rut und Orpa heiraten könnten. Noomi ist nicht nur Realist, sie ist auch bitter gegenüber Gott geworden. Sie sieht ihren Verlust als Strafe Gottes.

„Nicht doch, meine Töchter! Mein Los ist zu bitter für euch, denn des HERRN Hand hat mich getroffen.“

Rut 1:13

Als sie diese bitteren Worte von Noomi hört, gehorcht Orpa, verabschiedet sich und kehrt um zu ihrem Volk. Rut dagegen lässt sich nicht durch Noomis Bitterkeit verunsichern. Sie weiß, dass sie nun zu Noomi gehört, Teil an Noomis Schicksal hat und dem Gott Noomis dient (Vers 16). Nur der Tod, ist sich Rut sicher, wird sie von Noomi trennen können.

Rut wird ihrem Namen gerecht. Sie ist nicht nur eine gute Schwiegertochter, sie ist ihrer Schwiegermutter, ihrem Familienoberhaupt, auch eine treue Freundin.

In Gottes Familie

Wer sich für ein Leben mit Jesus entscheidet, wer Gott gehorcht, gehört zur Familie Gottes (Matthäus 12:48-50; Römer 8:14; Galater 4:7). So wie Rut und Orpa durch Heirat Teil der Familie Elimelechs wurden, werden wir durch bekennen unserer Sünden und Jesus‘ Vergebung am Kreuz Teil Seiner Familie. Gott ist jetzt unser Vater (Johannes 20:17).

Das Leben von Noomi zeigt, dass man auch im Leben mit Gott, dem Vater, durch schwierige Zeiten gehen wird. In diesen Zeiten können wir Gott, unseren Vater, besser kennen und Ihm vertrauen lernen. Rut und Orpa haben unterschiedliche Antworten auf diese Herausforderungen.

Orpa entscheidet sich für den Weg, der vielen einleuchtend ist. Sie geht dorthin zurück, wo sie herkam: Sie kehrt um zu dem, was sie kennt, wird wahrscheinlich heiraten und gut versorgt leben. Sie geht aber auch zurück nach Moab; zu dem Volk, das das Volk ihrer Schwiegermutter einmal verfluchen wollte.

Eins mit dem Baseballfeld!?

„Das ist also das Geheimnis! Wir alle sind aus Sternenstaub. Wir sind Sternenkinder!“[i] so endet das erste Kapitel in einer erfolgreichen Studienreihe[ii]. Beschäftigt sich man mit den säkularen Kosmologien (Modelle der Weltentstehung) liest man oft von einem „Urknall“, durch den das Universum entstanden sein soll[iii]. Nach diesem Anfang hätten sich die Bauteile der Atome gebildet,…

Rut auf der anderen Seite entscheidet sich, ihrer Familie treu zu bleiben. Dies bedeutet für sie, dass sie ihrer Schwiegermutter in ein ihr unbekanntes Land, mit einer ihr unbekannten Kultur, folgt. Dort dient sie einem Gott, den sie kaum kennt, und dem ihre Schwiegermutter mit Bitterkeit begegnet.

Sie entscheidet sich aber auch für ein Leben in dem Volk und der Familie, die von Gott, entgegen des erkauften Fluches durch Bileam, von Gott gesegnet wird (4 Mose 23-24).

Für Dich heute lautet die Frage, ob Du zur Familie Gottes gehörst und unter seinem Segen lebst? Willst Du Dich heute für dieses Leben entscheiden?

„16 Rut antwortete: Bedränge mich nicht, dass ich dich verlassen und von dir umkehren sollte. Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. 17 Wo du stirbst, da sterbe ich auch, da will ich auch begraben werden. Der HERR tue mir dies und das, nur der Tod wird mich und dich scheiden.“

Rut 1:16-17

[i] https://www.researchgate.net/publication/378028304_Family_Patterns_in_the_Western_and_the_Eastern_World (eine von mehreren Quellen).