Das Buch Rut ist eines der bekannteren Bücher in Gottes Wort. Chronologisch bildet es einen Übergang zwischen der Zeit der Richter und der Zeit kurz bevor Israel mit Saul seinen ersten König erhielt. Es ist somit eine Einleitung zu den Büchern Samuels.
Zu welcher Zeit die Hauptperson Rut lebte, ist nicht mit Sicherheit zu sagen. Bischoff James Ussher ordnet das Buch der Zeit Schamgars zu (Richter 3), während andere es zur Zeit des Richters Ibzan, der Israel nach Jeftah richtete (Richter 12) einordnete.
Es kann aber festgehalten werden, dass das Buch Rut gut 1200 Jahre vor der Geburt Jesu spielte und somit etwa 200 Jahre (oder weniger) vor der Geburt von König David. Das Buch ist ein abgeschlossener Bericht über die Anfänge der Familie Davids, am Ende den Beginn seiner Erbschaftslinie festhält und so auch diesen Teil des Stammbaums von Jesus, unseres Herrn und Heilands.
Einleitung
Im ersten Satz des Buches lernen wir, dass zur Zeit der Richter (wieder einmal) eine Hungersnot herrschte. Aus dem Buch der Richter wissen wir, dass die Israeliten sich immer wieder von Gott abwandten und sich dadurch in Schwierigkeiten brachten.
Augenzeugen gesucht
„31 Und Israel diente dem HERRN, solange Josua lebte und die Ältesten, die noch lange Zeit nach Josua lebten und alle Werke des HERRN kannten, die er an Israel getan hatte.“ Josua 24:31 (Luther 2017) „Aus der Sklaverei, durch das Meer und 40 Jahre durch die Wüste in das gelobte Land Kanaan.“ Das ist in…
Der zweite Satz berichtet uns dann, dass ein Mann aus Betlehem („Brothaus“) sich auf den Weg in das Land der Moabiter machte und seine Frau und seine beiden Söhne mitnahm.
Das Elimelch, sein Name bedeutet „Gott ist mein König“, gerade nach Moab geht, verwundert. Das Volk der Moabiter entstand aus Lots Fehltritt mit einer seiner Töchter (1 Mose 19:30-38). Im 4. Buch Mose ist nachzulesen, dass der moabitische König Balak das Volk Israel durch den Wahrsager Bileam verfluchen lassen wollte. Gott erlaubte das nicht, segnete das Volk Israel dagegen mehrfach und verhieß sogar „einen Stern aus Jakob“ (4. Mose 24:17). Um wenigstens in den Genuss des Segens zu kommen verführte Bileam das Volk Israel zum Götzendienst (4. Mose 25/ 5 Mose 23). Warum gerade Elimelech aus dem Brothaus, in das Land des Volkes ging, vor dem Gott ausdrücklich gewarnt hatte, wird nicht gesagt. Dass Gott diese Entscheidung nicht guthieß, lernen wir aus den darauffolgenden Sätzen.
Elimelechs Frau Noomi (die Liebliche) folgte ihrem Mann gemeinsam mit ihren Söhnen Machlon („Gebrechen“, „Altersschwäche“) und Kiljon („vollbracht“, „vollendet“). Lange kann sich Elimelech nicht um seine Familie kümmern. Er stirbt und die drei bleiben alleine zurück. Entgegen den Anweisungen Gottes im Gesetz, keine Moabiterinnen zu heiraten (5 Mose 23:4-5), nehmen sich die beiden Männer moabitische Frauen. Nach zehn Jahren Ehe sterben auch Machlon und Kiljon.
Jeder Vater hat eine Geschichte
An jedem dritten Wochenende im Juni spielt die MLB in blau: blaue Logos, blaue Schläger und manche Spieler lassen sich extra blaue Stollenschuhe anfertigen – es ist wieder Vatertag. Der Vatertag gibt uns nicht nur die Möglichkeit unseren Vätern zu danken, sondern auch darüber nachzudenken, was es bedeutet, Vater zu sein und was einen guten…
Ob Machlon und Kiljon ihres Ungehorsams wegen früh starben wird in Gottes Wort nicht gesagt, jüdische Auslegungen (Targum) stellen aber diesen Zusammenhang her. Ob dies zutrifft, ist eine Vermutung der Ausleger. Es bleibt aber festzustellen, dass weder Elimelech, noch seine Söhne, dem Wort Gottes gehorchten.
Ein Name ohne Auswirkung
Elimelech vertraute nicht seinem König, Gott dem Schöpfer und sein Kleinglaube wirkte sich auf den Glauben seiner Söhne aus. Er verließ das Brothaus, Bethlehem, und suchte Hilfe, Brot und Nahrung, bei einem Volk, das mehrfach versucht hatte, dem Volk Israel schwer zu schaden; es von Gott zu trennen.
Für dich stellt sich heute die Frage, wo du im Angesicht von Schwierigkeiten Hilfe suchst. Suchst du Hilfe bei dem lebendigen Gott, der einen Retter verspricht (4. Mose 24:17) oder bei den Menschen, die Gott und sein Volk bekämpfen?
Elimelech trug den richtigen Namen. Doch er lebte nicht seinem Namen gemäß. An uns Christen stellt dieser Bericht die Frage, ob wir nur den Namen der Jesusnachfolger tragen und unsere Hilfe bei anderen Weltanschauungen und Religionen suchen; oder ob wir tatsächlich Jesus zu unserem König machen und ihn unser Leben regieren lassen?
Auf sich alleine gestellt
Wieder ist Noomi alleine. Nun muss sie selbst über ihre Zukunft entscheiden. In dieser Situation werden ihre Schwiegertöchter Rut („Freundin“, „Freundschaft“) und Orpa („Rehkitz“, „Gazelle“) zuerst einmal nicht erwähnt.
Noomi hört, „dass der HERR sich seines Volkes angenommen und ihnen Brot gegeben hatte“ (Rut 1:6). Gott kümmert sich um sein ungehorsames Volk und gibt ihnen wieder Brot. Noomi macht sich mit ihren Schwiegertöchtern auf den Weg ins Land Gottes, dort wo es Brot zum Leben gibt.
Das Brot des Lebens
Heute wissen wir, dass es Jesus ist, der unseren Hunger nach Leben stillen will. Jesus ist das Brot des Lebens (Johannes 6:48). Er gab sich selbst („tut das zu meiner Erinnerung“), damit wir ewiges Leben haben können.
Eine BibleTIME ist zu kurz, um dies weiter auszuführen. Was du heute mitnehmen darfst ist, dass du Jesus zu deinem König machen solltest, da nur er deinen Hunger nach Leben stillen kann.
Willst Du Jesus zum König deines Lebens machen?
„47 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer glaubt, der hat das ewige Leben. 48 Ich bin das Brot des Lebens. 49 Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben. 50 Dies ist das Brot, das vom Himmel kommt, damit, wer davon isst, nicht sterbe. 51 Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von diesem Brot isst, der wird leben in Ewigkeit. Und das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch – für das Leben der Welt.“
Johannes 6:47-51
