Begegnungen mit einem Totgeglaubten

Begegnungen mit einem Totgeglaubten

Der Leichnam war in ein Tuch gewickelt und wurde in ein Felsengrab gelegt. Ein tonnenschwerer Stein wurde davor gerollt. Das war das letzte, was Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Joses sahen, bevor sie ihre Sabbatruhe begannen. Nach Ende des Sabbats, nach Beginn der Dämmerung kauften Maria Magdalena, Maria, die Mutter des Jakobus und Salome wohlriechende Öle um Jesus am folgenden Morgen zu salben (Markus 15:46-16:2). Doch das war nicht nötig. Zum einen war Jesus schon vorher zu seinem Begräbnis gesalbt worden (Matthäus 26:12, Markus 14:8); zum anderen lag Jesus nicht im Grab, sondern, so berichtet es Markus, saß ein junger Mann in einem weißen Gewand im Grab: „Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten. 7 Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er vor euch hingeht nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat (Markus 16:6-7). Markus berichtet weiter, dass die Frauen das Grab verließen und „flohen“, große Angst hatten und niemanden etwas davon sagten. Damit enden die ältesten Manuskripte, die wir vom Bericht des Markus haben, in der er die Auferstehung von Jesus weitergibt.

Jüngere Handschriften der Jesusbiographie von Markus aus dem 2. Jahrhundert enden mit einem Abschnitt, der in Kurzform über Ereignisse in Jesus‘ Leben nach der Auferstehung bis zu seiner Himmelfahrt berichtet. Kommentatoren vermuten, dass die Leser dem Bericht von Markus ein ähnliches Ende geben wollten, wie wir es aus den Berichten von Matthäus, Lukas und Johannes kennen (z.B. als Anmerkung in der Übersetzung von M. Luther 1984/ 2017 zu finden).

Doch warum berichtet Markus in seinem Bericht über die gute Nachricht des Engels von der Auferstehung und endet dann mit den furchtsamen und schweigenden Frauen?

Es ist nur eine Vermutung, doch es ist denkbar, dass Markus seine Leser ins Nachdenken darüber bringen wollte, wie wir auf diese überraschende Botschaft des Engels „der Gekreuzigte ist auferstanden, er ist nicht hier“ (Markus 16:6) reagiert hätten. Das dies zuerst von keinem der Nachfolger von Jesus geglaubt wurde und dann erst später zögerlich von manchen, haben wir gestern angesprochen. Die Frage von Markus an Dich (und seine Leser) lautet, wie Du auf die Nachricht reagierst, dass Jesus auferstanden ist.  

Heute lernt ihr von drei Jesusnachfolgern, wie Jesus ihren Ängsten und Zweifeln begegnete.

Die erste Begegnung

Der dem Markusevangelium hinzugefügte Abschnitt berichtet dann, dass Jesus „zuerst Maria Magdalena [begegnete], von der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte“ (Markus 16:9). So lesen wir es auch bei Matthäus, Lukas und Johannes. Johannes widmet der Begegnung Marias mit dem auferstandenen Jesus einen eigenen Abschnitt.

Nach der ersten Begegnung mit dem Engel rennt Maria zu Petrus und Johannes und informiert die beiden über das leere Grab. Die Männer rennen zum Grab, stellen fest, dass es leer ist, die Leichentücher ordentlich gefaltet und wundern sich (Johannes 20:2-10). Sie gehen dann zu den anderen Jesusnachfolgern, während Maria beim Grab bleibt und weint.

Ist die Überlieferung der Bibel verlässlich? – Fünfter Teil

Warum vertrauen wir bei 3B der Bibel? Können wir das überhaupt, und warum ist es wichtig, den Berichten der Bibel zu vertrauen? In dieser Serie gehen wir in kurzen Artikeln dieser und ähnlichen Fragen nach. Eine der größten und wichtigsten archäologischen Entdeckungen im 20. Jahrhundert war nur einen Steinwurf weit weg.[1] 1947 warf der Beduinenjunge…

Sie beugt sich wieder ins Grab und sieht dort zwei Engel, die sie fragen, warum sie weint. Durch den Bericht des Markus wird klar, warum der Engel diese Frage stellt: > Warum weinst Du? Ich habe dir doch gesagt, dass Jesus von den Toten auferstanden ist! < (Markus 16:6). Maria versteht noch immer nicht, ihr erster Gedanke beim Anblick des leeren Grabes prägt ihre Erwartungen: „Sie haben Jesus weggenommen und ich weiß nicht wohin.“ (Johannes 20:2+13).

Zweierlei können wir hier feststellen. Engel (άγγελος – aggelos) sind nicht immer eindeutig als Engel zu erkennen. In dieser ersten Stunde wird über keine Reaktion der Jünger berichtet, die darauf schließen lässt, dass die Botschafter als Engel erkannt wurden.

Und der Bericht von Johannes zeigt uns, dass es uns trotz klarer Ansagen schwerfällt, einmal angenommenes Denken zu überwinden. Ihre erste Annahme, der Leichnam von Jesus wurde umgebettet (dies ist ein weiterer Hinweis darauf, dass die Frauen und Jünger am richtigen Grab waren) wird von ihr festgehalten und als Tatsache verarbeitet. Auch als sie Jesus sieht und er mit ihr spricht, ist sie immer noch davon überzeugt, dass Jesus weggetragen wurde. Ihre Überzeugung, dass Jesus‘ Leichnam umgebettet wurde ändert sich erst, als … Jesu sie mit ihrem Namen anspricht!

Und nun spricht der HERR, der dich geschaffen hat, Jakob, und dich gemacht hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein! Jesaja 43:1

In diesem Moment erkennt Maria Jesus und die Wahrheit: Jesus lebt! Er ist nicht tot, er steht ihr gegenüber. Maria hat nur noch eine Antwort: „Meister!“ – Maria lässt sich von Jesus belehren, ihr Denken verändern und verkündet den Jüngern, dass sie Jesus gesehen hat.

Auch dich spricht Jesus mit deinem Namen an, heute, jetzt in diesem Moment. Antworte so, wie Maria antwortete: „Jesus, sei mein Lehrer. Ich möchte von dir lernen.“

Begegnung auf dem Rückweg

Am Nachmittag des gleichen Tages gehen zwei Jesusnachfolger auf dem Weg in das etwa 12km entfernte Emmaus. Wahrscheinlich sind sie auf dem Heimweg. Sie sprechen über die Ereignisse der vergangenen Tage. Viele Fragen treiben sie um: Warum wurde der, den wir als den Erlöser Israels sahen von unseren Hohenpriestern den Römern zur Todesstrafe übergeben worden? (Lukas 24: 17-21). Und warum haben die Frauen seinen Leichnam nicht im Grab gefunden, dafür aber eine Begegnung mit Engeln gehabt, die ihnen sagten, dass Jesus lebt? (Lukas 24:21-24). Warum hat außer den Frauen niemand Jesus gesehen? (Lukas 24:24).

Auch diese Jünger, die von Jesus gelernt haben, bleiben in Gedanken beim leeren Grab stehen. Auch sie sind in diesen Stunden nicht davon überzeugt, dass Jesus auferstanden ist. Noch immer betrauern sie den Tod von Jesus (Lukas 24:17).

Jesus lässt diese beiden Männer, die sich von Jesus entfernen und auf dem Rückweg in ihren Heimatort sind, nicht allein. Er begegnet ihnen in ihrer Trauer und Verwirrung und beantwortet ihre Fragen.

Dabei ist Jesus nicht zimperlich: „O, ihr Toren, [Einfaltspinsel/ Simpel] zu trägen Herzens [mit langsamem Verstand], all dem zu glauben, was die Propheten geredet haben!“ (Lukas 24:25). Man kann das noch härter ausdrücken, denn auch Jesus spart hier nicht mit harten Worten.

Jesus in der Bibel begegnen? – Erster Teil

Warum vertrauen wir bei 3B der Bibel? Können wir das überhaupt, und warum ist es wichtig, den Berichten der Bibel zu vertrauen? In dieser Serie wollen wir in kurzen Artikeln dieser und ähnlichen Fragen nachgehen. Jesus ist die zentrale Person der Bibel. Im Alten Testament wird auf seine Geburt und seinen Tod am Kreuz hingewiesen.…

Jesus‘ Ermahnungen sind für uns nicht immer einfach zu ertragen, doch er spricht sie in Liebe. Er möchte, dass auch diese beiden die Wahrheit in Gottes Wort erkennen. Und er beginnt ganz vorne: bei Mose. Wenn Jesus gleich zu Beginn des Rückweges zu den Männern stieß, dann hatte er etwa zwei Stunden Zeit um den beiden durch das Wort Gottes zu erklären, dass er am Kreuz für unsere Sünden sterben um dann drei Tage später von den Toten auferstehen musste.

In dieser ganzen Zeit erkennen die Männer nicht, wer ihnen Gottes Wort erklärt. Sie sind auf dem Weg mit Jesus, erkennen ihn aber nicht persönlich. Dies ändert sich, als Jesus mit ihnen zu Abend isst, dabei das Brot bricht und ihnen gibt: „Mein Leib, für Euch gegeben, erinnert Euch!“ (Lukas 22:19).

Du kannst daraus lernen, dass Gottes Wort, die Bibel, einen roten Faden hat, der dich über deine Verlorenheit nicht im Unklaren lässt, Gott aber schon vor Beginn der Schöpfung einen perfekten Plan hatte, wie wir Menschen mit unserem Schöpfer in Frieden leben können. Schon in 1 Mose 3:15 wurde Jesus‘ Kreuzigung und sein Sieg über den Tod angekündigt. Die Lieder (Psalmen) und die Schriften der Propheten verkünden dasselbe: Gott selbst wird als Verfluchter (5 Mose 21:23) am Kreuz, für die Schuld der Welt sterben und am dritten Tag als Sieger über den Tod wieder ins Leben zurückkehren.

Das aller können wir wissen, sogar auswendig, so wie Jesus es auf dem Weg sicher auswendig zitieren konnte. Die Männer wussten dies auch, doch erst als sie beim Abendessen Jesus das Brot brechen sahen, erkannten sie, dass sie ihrem Retter gegenübersaßen.

Ich weiß nicht, wie Jesus dir persönlich begegnen kann, damit du ihn erkennst. Doch dieser Bericht von Lukas zeigt, dass Jesus diese Begegnung mit dir geplant hat. Drei Tage zuvor saß er mit diesen Männern am Tisch, brach mit ihnen das Brot und erklärte ihnen die Bedeutung. Er wusste, dass genau dieser Moment in wenigen Tagen dazu führen würde, dass die beiden nicht nur sein Wort und seine Lehre kannten, sondern ihn als ihren persönlichen Retter erkannten.

Sei bereit, Jesus wird dir eines Tages begegnen. Das kann noch heute sein.

Begegnung am Kohlenfeuer

Petrus beobachtet in der Nacht der Verhaftung von Jesus dessen Verhandlung vor den Hohenpriestern von einem Kohlenfeuer (ἀνθρακιά – anthrakia) aus (Johannes 18:18). Als er darauf angesprochen wird, dass er zu der Gruppe um Jesus gehöre, verneint er dies; einmal, zweimal, ein drittes Mal, dann kräht ein Hahn. Jesus blickt Petrus an (Lukas 22:61). Er erkennt, dass er selbst nicht stark und mutig genug war, um seine Zugehörigkeit zu Jesus zu bekennen. Petrus verlässt das wärmende Kohlenfeuer und „weint bitterlich“ (Lukas 22:62).

Eine gute Woche später (Johannes 20:26/ 21:1) sitzt Jesus mit Petrus, Thomas, Nathanael, Johannes, dessen Bruder Jakobus und zwei weiteren Jüngern an einem Kohlenfeuer (ἀνθρακιά – anthrakia). Sie alle waren zurück in ihrem Leben, das sie vor ihrer Zeit mit Jesus gelebt hatten. Die Nacht wäre erfolglos geblieben, wenn ihnen nicht Jesus, wie schon vor Jahren, wieder einmal einen großen Fang beschert hätte. Doch dabei blieb es an diesem Morgen nicht. Jesus brät ihnen Fische und „hält das Mahl“ mit ihnen, und gibt ihnen das Brot. Der große Fischfang, die Fische und lässt alle Anwesenden wissen, dass der auferstandene Jesus mit ihnen Gemeinschaft hat.

An Jesus glauben und entsprechend handeln

Was hilft’s, Brüder und Schwestern, wenn jemand sagt, er habe Glauben, und hat doch keine Werke? Kann denn der Glaube ihn selig machen? Wenn ein Bruder oder eine Schwester nackt ist und Mangel hat an täglicher Nahrung und jemand unter euch spricht zu ihnen: Geht hin in Frieden, wärmt euch und sättigt euch!, ihr gebt…

Einer unter ihnen, Petrus, hat sicher noch eine andere Erinnerung. Am Kohlenfeuer stehend hat ihm Jesus nach Petrus‘ Verleugnung ins Gesicht geblickt. Jetzt sitzt Jesus mit ihm an einem Kohlenfeuer und sorgt für ihn. Sicher wissen alle, wie Petrus in der Nacht von Jesus Verhandlung leugnete diesen zu kennen.

Nach dem Mahl, dem Frühstück (αριστάω – aristao), spricht Jesus Petrus direkt an. Wahrscheinlich sitzen noch alle am Feuer und hören mit. Nichts im Bericht deutet daraufhin, dass Petrus von Jesus geschont wird. Was gesprochen wird, wird offen gesprochen.

„Petrus, liebst du mich mehr als diese?“, > Bin ich die wichtigste Person in deinem Leben? < Petrus weicht aus: „Du weißt, dass ich dich lieb habe.“ Die Antwort ist ausreichend für Jesus: Petrus soll die Schafe des guten Hirten (Johannes 10:11) weiden; sie versorgen, sie beschützen. Noch zweimal stellt Jesus die Frage: „Hast du mich lieb?“. Beim dritten Mal wird Petrus traurig. Er bekennt, dass er verstanden hat, dass Jesus seine Fehler und Schwächen kennt. Sein Versagen war offensichtlich. Doch er liebt Jesus. Und Jesus gibt ihm wieder den Auftrag, auf seine Herde aufzupassen.

Jesus kennt deine Schwächen, er weiß um deine Unvollkommenheit. Trotzdem gilt auch für dich, wenn du Jesus liebst, wenn er der Herr deines Lebens ist, dass er dir Menschen vorstellt, denen du von ihm weitererzählen sollst. Auch für dich gilt, was Jesus zu Petrus am Ende dieses Gesprächs sagt: „Folge mir nach!“ (Johannes 21:19).

Jesus lehrte den Menschen, denen er begegnete, vom Reich Gottes, über seinen Tod und seine Auferstehung. Wer Jesus nachfolgt, hat die gleiche Aufgabe. Dort wo du bist, erzähle vom Reich Gottes, von Jesus‘ Tod am Kreuz für unsere Schuld und von seiner Auferstehung, die bestätigt, dass Jesus tatsächlich der versprochene Retter der Menschheit ist.

Fang in deiner Familie an, dann erzähl es deinen Freunden, deinen Schulfreunden und später deinen Arbeitskollegen. Mach dir keine Sorgen darüber, was deswegen über dich gedacht und gesprochen wird. Wenn du das tust, erfreust du Jesus. Was gibt es Besseres, als Jesus zu erfreuen?

18 Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. 19 Darum gehet hin und lehret alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes 20 und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. 

Matthäus 28:18-20