Vater, bitte …!

„9 Und ich sage euch auch: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. 10 Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan. 11 Wo bittet unter euch ein Sohn den Vater um einen Fisch, und der gibt ihm statt des Fisches eine Schlange? 12 Oder gibt ihm, wenn er um ein Ei bittet, einen Skorpion? 13 Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!“ Lukas 11: 9-13 (Luther 2017)

Vatertag – in Deutschland gibt es doch einige Väter, die an Himmelfahrt den Vatertag begehen. In den USA und international ist der Vatertag am dritten Sonntag im Juni. Die Ursprünge des Vatertags liegen West Virginia, USA. Im Jahr 1907 gab es in Monongah, WV ein Grubenunglück bei dem 362 Bergarbeiter ihr Leben verloren, darunter viele Väter[i]. Im darauffolgenden Jahr wurden, auf Anregung von Grace Golden Clayton, die Väter in einem besonderen Gottesdienst geehrt. Im Jahr 1909 schlug dann Sonora Smart Dodd vor, einen nationalen Vatertag auszurufen. Ihre Mutter war früh gestorben und sie wurde von ihrem Vater großgezogen und sie wollte ihrem Vater auch danken, so wie den Müttern am Muttertag gedankt wird. Ihre Idee erhielt von örtlichen Kirchen und dem YMCA einige Unterstützung und so wurde im Jahr 1910 der erste Nationale Vatertag in den USA gefeiert, der dann im Jahr 1966 durch Präsident Lyndon B. Johnson (und später durch Präsident Richard Nixon) zu einem dauerhaften nationalen Gedenktag wurde.

Was wird eigentlich gefeiert?

Historisch gesehen danken die Kinder und Ehefrauen den Vätern für Ihre Arbeit in und für die Familie. Das kann man dieses Wochenende auch in der MLB sehen: Viele Spieler werden ihre Schuhe (oder andere Ausrüstungsgegenstände) wieder mit einem Dank an ihre Väter versehen, die sie auf ihrem Weg in die MLB unterstützt haben. Wer in den MLB spielen will braucht zuerst die Unterstützung seiner Familie. Fahrten zum Training, zu Spielen und dann natürlich muss auch teure Ausrüstung gekauft werden. Gleiches gilt für alle Hobbies von Kindern, sei es im Sport oder der Kunst. Und dafür danken die Kinder am Vatertag ihren Vätern.

Was sagt Gottes Wort dazu?

Es gibt viele Stellen in Gottes Wort zum Vatersein, Gott ist ja auch unser Vater im Himmel. Das bekannteste Gleichnis dazu ist sicher das Gleichnis vom verlorenen Sohn. Doch heute dachte ich, das Gleichnis vom bittenden Sohn etwas genauer anzuschauen.

Bevor Jesus dieses Gleichnis erzählt, bitten Ihn seine Jünger darum ihnen das Beten beizubringen. Jesus lehrt sie deshalb das „Vater Unser“, das wir bis heute beten. Im Anschluss daran erzählt Jesus zwei Gleichnisse über das Gebet und der Frage, ob Gott unsere Gebete wohl hört und beantwortet.

Das letzte Gleichnis ist eher eine Frage: „Wo bittet unter euch ein Sohn den Vater um einen Fisch, und der gibt ihm statt des Fisches eine Schlange? 12 Oder gibt ihm, wenn er um ein Ei bittet, einen Skorpion?“ (Lukas 11:11)

Das sind selbstverständlich rhetorische Fragen. Mit Sicherheit würde kein Vater seinem Kind lebensgefährliche Nahrungsmittel geben, wenn diese um etwas zu essen bitten. Zumindest kein liebender Vater. Jesus lehrt uns (zukünftige) Väter mit diesem Vergleich zwei Dinge.

Auch Väter sind Sünder

Als erstes sagt Jesus in seinem Gleichnis ganz klar: Väter sind böse (Vers 13). Er meint damit, dass auch Väter Sünder sind. Alle Väter sind Adams Nachfahren, sind deshalb gefallen und der Gnade Gottes bedürftig (Römer 5:19).  Das bedeutet, dass kein Vater perfekt ist, jeder Vater die Hilfe Gottes zu seinem Erziehungsauftrag braucht. Mit Gottes Hilfe können wir unseren Kindern gute Väter sein. Jesus geht hier aber noch einen Schritt weiter: Auch ein sündiger Vater gibt seinen Kindern „gute Gaben“. Doch was ist gut?

Nicht jeder Wunsch ist gut

Man kann die Fragen von Jesus auch umdrehen: Wenn ein Kind um einen giftigen Skorpion bittet, würde der Vater dem Kind diesen sicher nicht auf den Teller legen. Väter wissen, was für Ihre Kinder gut ist und können ihnen nur das geben, was auch gut für sie ist. Genauso wird auch Gott nicht jedes unserer Gebete erhören (können). Manche unserer Bitten sind selbstsüchtig und würden sie erfüllt, hätten nachteilige Folgen für uns. Doch es gibt eine Bitte, die Gott jederzeit erfüllen kann.

Eine jederzeit erfüllbare Bitte

Wenn wir gute Väter sein wollen, dann brauchen wir Jesus in unserem Leben. Seit Seiner Himmelfahrt war Jesus nicht mehr leiblich auf dieser Erde. Aber seit Pfingsten kann Jesus durch den Heiligen Geist unser Leben erfüllen und in uns leben. Bitten wir um den Heiligen Geist in unserem Leben, wird Gott uns diese Bitte auf jeden Fall erfüllen. Genau das möchte er: Dass wir erkennen, dass wir ohne Ihn kein erfülltes Leben führen können, dass wir seinen Heiligen Geist brauchen um tatsächlich gute Väter zu sein.

Zusammenfassung

Als Väter dürfen und sollen wir Gott um seine Hilfe, um Seinen Heiligen Geist bitten. Er wird uns diese Bitte erfüllen. Wenn wir mit der Hilfe Gottes unsere Kinder erziehen, geben wir ihnen das Beste, was wir ihnen geben können: Die Erkenntnis, dass auch sie Jesus in ihrem Leben brauchen.

Wir wünschen allen Vätern einen gesegneten Vatertag.

„Und ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern erzieht sie in der Zucht und Ermahnung des Herrn.“

Epheser 6: 4

[i] https://en.wikipedia.org/wiki/Monongah_mining_disaster