Die meisten Jugendlichen in Deutschland verbinden mit dem Osterwochenende Ferien, Ostereier, den Osterhasen und Süßigkeiten. Manche kennen auch noch das Osterlamm (meist als süßes Gebäck), das Kreuz und Osterglocken oder andere Frühblüher. Am bekanntesten ist sicher der Osterhase dessen schokoladige Figur oft schon in der ersten Februarwoche in den Regalen der Supermärkte einen prominenten Platz erhält. Wenn Ostern die Auferstehungsfeier von Jesus ist – wie fanden diese Symbole ihren Weg in die Fasten- und Passionszeit? Die Antwort darauf ist verwoben mit dem Kulturkreis des Fragestellers und den dort vorherrschenden Traditionen. Wenn wir Christen die Auferstehung von Jesus feiern sollten wir immer zuerst in Gottes Wort schauen, was ER uns dort sagt und dann in diesem Licht unsere Traditionen und Gewohnheiten betrachten.
Fraglos haben die meisten der bekannten Gebräuche ihren Ursprung in heidnischen Weltanschauungen und wurden in den frühen Jahrhunderten nach der Auferstehung in die christlichen Traditionen aufgenommen. Die Autoren Alexander Hislop und Ralph Woodrow[i] haben in ihren Büchern diese Verbindungen zur frühen Kirche aufgezeigt. In der zwischen 1907 und 1912 veröffentlichten Catholic Encyclopedia (Katholische Enzyklopädie) finden sich dann diese Einträge (Übersetzung vom Autor):
„Der [Brauch der Ostereier] wird seinen Ursprung im Heidentum haben, da sehr viele heidnische Gebräuche die Wiederkehr des Frühlings feierten und so sich nach Ostern ausrichteten. Das Ei ist das Sinnbild des aufkeimenden Lebens im Frühjahr.„
Zum Hasen und den Osterfeuern findet sich folgender Eintrag:
„Der Hase ist ein heidnisches Symbol und ein Sinnbild der Fruchtbarkeit. Das Osterfeuer ist eine heidnische Tradition die vor allem in Europa sehr beliebt ist und den Sieg des Frühjahrs über den Winter darstellt … Die Kirche hat diese Gebräuche in die Osterfeiern übernommen, das Feuer symbolisiert die Feuersäule in der Wüste und die Auferstehung unseres Herrn.„
Was das Osterdatum mit dem Mond zu tun hat
„Die christlichen Hauptfeste sind doch nur eine Kopie von heidnischen Festen!“ – Ähnliche Aussagen finden sich immer wieder in…
Mit der Ausbreitung des Christentums auf der Erde wurden weitere Jahresfeste in christliche Feiern übernommen. Den Zeitpunkt, wann die einzelnen Traditionen übernommen wurden, ist schwer zu bestimmen. In der Reformation wurden manche dieser Traditionen abgeschafft, aber manche wurden auch weiter gehalten.
Fastenzeit
Irenäus schrieb im Jahr 150 n.Chr an Polykarp (ein Schüler des Johannes) folgendes:
„Es handelt sich nämlich in dem Streite nicht bloß um den Tag, sondern auch um die Art des Fastens. Die einen glauben nämlich, nur einen einzigen Tag, andere zwei, andere noch mehr fasten zu sollen; wieder andere dehnen die Zeit ihres Fastens auf vierzig Stunden, Tag und Nacht, aus. Diese verschiedene Praxis im Fasten ist nicht erst jetzt in unserer Zeit aufgekommen, sondern schon viel früher, zur Zeit unserer Vorfahren, welche wohl nicht umsichtig genug waren und darum eine aus Naivität und Ungeschicklichkeit entstandene Gewohnheit auf die Folgezeit vererbten. Aber trotz dieser Verschiedenheit lebten all diese Christen in Frieden, und leben auch wir in Frieden. Die Verschiedenheit im Fasten erweist die Einheit im Glauben.[ii]“
Fasching und das Wort Gottes
Vielen Schülern ist nicht bewusst, dass es die Faschingsferien[i] ohne das Auferstehungsfest (Ostern) nicht geben würde, die in die…
Auch wenn in der Literatur (bei Hislop) Verbindungen der Fastenzeit zur Anbetung des babylonischen Tammus zu finden sind, scheint dies in der frühen Kirche keine Rolle gespielt haben. Woher die Tradition der Fastenzeit vor Ostern kommt, ist nicht mit Sicherheit zu bestimmen. Jedoch findet sich in Gottes Wort beim Passafest kein Hinweis auf ein Fasten und wird auch nicht in der Apostelgeschichte erwähnt.
Der (eierlegende) Hase
Nirgends in Gottes Wort finden sich Hinweise auf einen Hasen bei der Feier der Auferstehung. Woher diese Verbindung mit einem heidnischen Fruchtbarkeitssymbol kommt, ist abhängig von der vorherrschenden Kultur, jedoch sind alle diese Verbindungen nicht mit Gottes Wort in der Bibel zu begründen.
Manche Christen nehmen das Ei als Symbol für die Auferstehung von Jesus: Aus einem auf den ersten Blick toten Gegenstand schlüpft neues Leben. Manche Christen fragen, ob es möglich ist, einen Gegenstand, der in einem heidnischen Götzenkult verwendet wurde, in christlichen Feiern verwendet werden kann?
Können wir bei Auferstehungsfeiern heidnische Symbole verwenden?
In 5 Mose 12: 1-32 finden wir einen Hinweis darauf, dass wir keine heidnischen Symbole in unsere Gottesdienste einbauen sollten. Auf der anderen Seite ist Gott der Schöpfer aller Dinge und in verschiedenen Kulten werden die unterschiedlichsten Symbole verwendet, die ursprünglich Teil der Schöpfung Gottes sind und von Menschen leider Teil der Anbetung falscher Götter wurden.
Wenn Christen mit einem Ei die Auferstehung von Jesus erklären, denken sie dabei nicht an einen babylonischen Gott oder ein Fruchtbarkeitsritual. Wer das möchte, kann dies auch zum Anlass nehmen, um darauf hinzuweisen, dass Gott der Schöpfer aller Dinge ist und der Satan Objekte in Gottes sehr guter Schöpfung nimmt um Gottes Wahrheit zu verdrehen um Menschen von Gott wegzubringen.
In Apostelgeschichte 17 lesen wir, wie Paulus einen Götzenaltar zum Anlass nahm, auf den Schöpfer des Lebens und dann von Jesus‘ Tod am Kreuz und seiner Auferstehung zu Predigen.
Immer wieder haben Christen Symbole benutzt, um von Jesus zu predigen. Besonders im Frühjahr sehen wir erwachende Pflanzen, die uns an das neue Leben, das wir in Jesus haben erinnern können. Und es erinnert uns daran, dass wir mit unserem Glauben an Jesus‘ Tod und Auferstehung einen neue Kreatur sind, neues Leben haben. Daran dürfen uns jeden Tag erinnern, nicht nur an Ostern und dürfen Gott für seine Güte und Gnade danken.
Ist Ostern ein heidnisches Fest?
Nicht nur Personen, die den Glauben an Jesus ablehnen, sagen, dass das Wort „Ostern“ aus heidnischen Zeiten kommt. Dies…
Wie soll ich die Auferstehung von Jesus feiern?
Unsere Auferstehungsfeier soll zuerst Jesu die Ehre geben und seine Herrlichkeit feiern. Wir sollten uns von dem trennen, was dem entgegensteht. Wer sagt, dass in Gottes Wort nichts steht, was eine Auferstehungsfeier rechtfertigt, und deshalb keine Symbole verwenden möchte, sollte sich nicht dafür entschuldigen müssen. Andere wiederum werden feiern und ein Osternest verstecken und weitere traditionelle Gebräuche verwenden, da dies in 1 Korinther 8 und Römer 14 erlaubt wird. Und wieder andere sagen, dass wir nur die durch Gott gegebenen Feste feiern sollten, da alles andere nicht von Gott geboten ist.
Egal zu welcher Gruppe Du gehörst, jeder Nachfolger von Jesus ist durch Jesus‘ Tod am Kreuz von seiner Sünde frei geworden und der Heilige Geist lebt in ihnen. Wenn dein Gewissen dir sagt, dass du die bekannten Traditionen nicht verwenden solltest, dann verwende sie nicht. Wenn Du Gottes Wort gelesen und verstanden hast und frei bist, diese Gebräuche anzuwenden, dann tu das.
Wichtig ist, dass bei allem was wir tun und feiern, die Anbetung von Jesus und die Feier seiner Auferstehung im Zentrum steht – nicht nur an Ostern, sondern jeden Tag.
1 So ermahne ich euch nun, ich, der Gefangene in dem Herrn, dass ihr der Berufung würdig lebt, mit der ihr berufen seid, 2 in aller Demut und Sanftmut, in Geduld. Ertragt einer den andern in Liebe 3 und seid darauf bedacht, zu wahren die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens: 4 ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung eurer Berufung; 5 ein Herr, ein Glaube, eine Taufe; 6 ein Gott und Vater aller, der da ist über allen und durch alle und in allen.
Epheser 4: 1-6
Dieser Artikel beruht auf einem Beitrag von Roger Patterson. Er studierte Biologie auf Lehramt an der Montana State University und unterrichtet acht Jahre Biologie und Chemie an High Schools. Er ist Autor der Bücher Evolution Exposed: Biology und Evolution Exposed: Earth Science und arbeitet für Answers in Genesis als Entwickler von Lehrplänen und als Assistent für Online Unterricht. Auf Answers.tv ist er Gastgeber der Show Unlocking Science.
[i] Alexander Hislop, The Two Babylons (Neptune, New Jersey: Loizeaux Bros., 1959); Ralph Woodrow, Babylon Mystery Religion: Ancient and Modern (Riverside, California: Ralph Woodrow Evangelistic Assoc., 1966)
[ii] https://bkv.unifr.ch/de/works/cpg-3495/versions/kirchengeschichte-bkv-2/divisions/140
