„1 Simson ging hinab nach Timna und sah eine Frau in Timna unter den Töchtern der Philister. 2 Und als er heraufkam, sagte er’s seinem Vater und seiner Mutter und sprach: Ich hab eine Frau gesehen in Timna unter den Töchtern der Philister; nehmt mir nun diese zur Frau. 3 Sein Vater und seine Mutter sprachen zu ihm: Ist denn nun keine Frau unter den Töchtern deiner Brüder und in deinem ganzen Volk, dass du hingehst und willst eine Frau nehmen von den Philistern, die unbeschnitten sind? Simson sprach zu seinem Vater: Nimm mir diese, denn sie gefällt meinen Augen.“ Richter 14: 1 – 4
Simson ist kein Richter wie die Richter vor ihm. Wer schon einmal von Simson gehört hat, erinnert sich vielleicht an seine außergewöhnliche Stärke, mit der er Stadttore aus den Angeln hob, tausende Feinde im Alleingang erschlug oder allein einen Götzentempel zum Einsturz brachte. Und dies alles unter dem Einfluss der Heiligen Geistes.
Ein Richter ohne Gottesfurcht
Liest man den Bericht über Simson genau durch, lernt man auch, dass er Gott nicht ehrte. Dies zeigt sich zum ersten Mal, als er sich in ein Mädchen verliebt – eine Tochter der Philister. Simson hatte Interesse an einem Mädchen der Feinde! Seine Eltern erinnern ihn daran, dass Gott ihn schuf, um sein Volk von den Philistern zu retten – und jetzt will er in dieses Volk einheiraten. Das Entsetzen der Eltern ist verständlich, doch Simson macht seinen Willen klar: „Nimm diese, denn sie gefällt meinen Augen!“ Wieder dieser Satz – ‚gefällt meinen Augen‘ (Richter 14: 3). Simson fragt nicht nach Gott, Simson tut was er will, entehrt damit seine Eltern (2 Mose 20: 12) und verstößt damit gegen das 5. Gebot.
Leben mit den Feinden Gottes
Wie konnte es dazu kommen? Simsons Mutter hatte klare Anweisungen erhalten, wie sie sich verhalten sollte und Manoach hatte als Vater die Aufgabe, Simson im Glauben an den Schöpfer des Universums zu erziehen:
18 So nehmt nun diese Worte zu Herzen und in eure Seele und bindet sie zum Zeichen auf eure Hand und macht sie zum Merkzeichen zwischen euren Augen 19 und lehrt sie eure Kinder, dass du davon redest, wenn du in deinem Hause sitzt oder unterwegs bist, wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst. 20 Und schreibe sie an die Pfosten deines Hauses und an deine Tore, 21 auf dass ihr und eure Kinder lange lebt in dem Lande, das der HERR, wie er deinen Vätern geschworen hat, ihnen geben will, solange die Tage des Himmels über der Erde währen.
5. Mose 11: 18 – 21
Doch dies war offensichtlich nicht passiert. Warum? Einen Hinweis erhalten wir im ersten Satz unseres Abschnittes (Richter 14: 1). „Simson ging hinab nach Timna [das in Juda liegt] und sah eine Frau […] unter den Töchtern der Philister.“ Das feindliche Volk der Philister hatte sich in Israel ausgebreitet; der Feind lebte mitten unter den Israeliten. Nicht nur, dass das Volk Israel nicht mehr nach Gottes Geboten fragte – in dieser Generation lebten sie Tür an Tür mit den Menschen, die sie auslöschen wollten. Nichts im Bericht über Simson deutet darauf hin, dass das Volk Israel Gott um Hilfe anrief. Sie erkennen ihre Sünde nicht mehr, wie es noch zu Zeiten von Jeftah (Richter 10: 15 – 16), etwa 80 Jahre zuvor, der Fall war. Simson war ein Richter, der Gott nicht kannte, geboren, um ein Volk zu retten, das sich seiner Sünde unbewusst war. Es kommt einem das Lied in den Sinn „Es geht ohne Gott in die Dunkelheit.“ Mit Simson beginnt eines der dunkelsten Kapitel der Richterzeit.
Ein ungerechter Richter
Simson war ein „Geweihter Gottes“ (Richter 13: 5,7), der weder die Gesetze Gottes kannte noch nach ihnen lebte. Die Berichte über sein Leben zeigen uns einen eigensüchtigen, stolzen, unbeherrschten und gewalttätigen Mann, für den Frauen dazu da waren, um seine Lust auszuleben. Nichts unterschied ihn von den Feinden Gottes, mit denen er Tür an Tür lebte. Er war ein sündiger Retter, der ein sündiges Volk retten sollte – eine unmögliche Aufgabe, wenn Gott nicht selbst einschreitet.
Jesus – der gerechte Richter
An Simson sehen wir, dass wir Menschen weder uns selbst, noch unsere Mitmenschen vor der endgültigen Zerstörung retten können. Kein Mensch kann uns retten – Gott selber muss einschreiten.
Schwanger mit einem Sohn – Teil 2
„17 Und Manoach sprach zum Engel des HERRN: Wie heißt du? Denn wir wollen dich ehren, wenn nun eintrifft, was du gesagt hast. 18 Aber der Engel…
Es ist kein Zufall, dass uns der Bericht über die Ankündigung von Simsons Geburt an den Bericht über die Ankündigung von Jesus‘ Geburt erinnert. Gott zeigt uns den Unterschied zwischen einem menschlichen, sündigen Retter und dem sündlosen Jesus, der unsere Sünde auf sich nehmen konnte (2. Korinther 5: 21). In Jesus wurde Gott selbst Mensch „Der Heilige Geist wird über dich kommen“ (Lukas 1:35) um an unserer Stelle zu sterben. Nur Gott selbst, in Jesus, war es möglich, uns sündige Menschen vor dem ewigen Tod zu retten.
21 Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; 22 er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand; 23 der, als er geschmäht wurde, die Schmähung nicht erwiderte, nicht drohte, als er litt, es aber dem anheimstellte, der gerecht richtet; 24 der unsre Sünden selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden.
1. Petrus 2: 21-24
Damals und heute
Wir leben in einer Zeit, in der die meisten Menschen Gott nicht mehr kennen und sich auch nicht bewusst sind, dass sie verloren sind. Gleich wie die Menschen zu Simsons Zeiten leben wir als Christen Tür an Tür mit Menschen, die andere Götter verehren.
Doch anders als zu Simsons Zeiten, haben wir den gerechten und sündlosen Retter – Jesus, der sich selbst erniedrigte, Mensch wurde und am Kreuz für diese Sünden starb (Philipper 2: 5-11). Gehen wir zur Tür unseres Nachbarn und weisen ihn, oder sie, darauf hin.
13 Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten. 14 Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. 15 Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. 16 So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.
Matthäus 5:13 – 16
