Können wir den Berichten der Bibel vertrauen? Ist unser Universum tatsächlich nur etwas über 6000 Jahre alt? Liest man Kommentare zu den ersten elf Kapiteln in Gottes Wort, bekommt man erklärt, dass diese Berichte Mythologien seien und von mindestens zwei Autoren geschrieben seien[i]. Diese Kommentare stellen damit auch das Alter der Erde in Frage, denn die Zeitleiste des Wortes Gottes von Adam bis Abraham lässt sich durch die תּוֹלְדוֹת (toledot) in 1 Mose 5 und 11 errechnen. Theologen, die die Ansicht vertreten, dass die Erde deutlich älter als 6000 Jahre ist, stellen deshalb auch diese Stammbäume in Frage. Ein Vorschlag dieser Theologen ist es, Lücken (Jahre und/ oder Generationen) in diesen Stammbäumen zu finden. Die meisten dieser Theologen gehen auch davon aus, dass der Beginn der Erdgeschichte nicht mit Adam beginnt, sondern dass Gottes Wort nur den Beginn der Menschheitsgeschichte festhält. Diese Ansicht hat schwerwiegende theologische Konsequenzen (Tod vor dem Sündenfall/ Tod als „Motor“ der Evolution und nicht die Konsequenz von Adams Sünde 1 Korinther 15: 22/ 45) und stellt auch die Vertrauenswürdigkeit von Gottes Wort in Frage, da Es uns lückenhaft informieren würde. Was kannst Du diesen Kommentaren entgegenstellen?
Zuerst ein kurzer Überblick über den aktuellen Stand der Aussagen über das Alter der Erde, das leider auch von vielen Christen und Theologen so hingenommen wird. In den Veröffentlichungen über den Ursprung des Universums ließt man, dass das Universum etwa 13.8 Milliarden Jahre alt sei und die Erdgeschichte vor ungefähr 4.6 Milliarden Jahren als ein heißer Ball begann. Die Altersangaben über den Beginn der Menschheitsgeschichte ist dann abhängig von den Quellen, die man zur Hand hat. Die Zeitangaben schwanken zwischen 40 000 und 600 000 Jahren. Das hängt damit zusammen, dass sich Anthropologen nicht einig sind, was den Menschen zum Menschen macht, und auch wann sich der Homo sapiens (so werden wir bezeichnet) von einem Untermenschen abgespaltet hat. Beschäftigt sich man intensiver mit diesem Thema entsteht bald der Eindruck, dass sich bald halbjährlich die Zeiträume ändern (und anderen Ergebnissen widersprechen).
Kurze Antworten – eine Welt in sechs Tagen
Noch zu Beginn der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts war es in unserer westlichen Kultur für die Mehrheit klar, dass es einen Gott gibt. Uneinigkeit herrschte in der Regel nur darüber, ob jemand diesem Gott gehorchen sollte und ob seine Existenz eine Bedeutung und Auswirkung auf das persönliche Ergehen hat. Dies hat sich geändert. Ein…
Diese Schlussfolgerungen stehen in deutlichem Widerspruch zu Gottes Wort in den ersten elf Kapiteln der Bibel. Dort lernen wir, dass Adam und Eva am sechsten Tag (24 Stunden, eine Erdrotation) nach den Landtieren von Gott, dem Schöpfer selbst, geschaffen wurden. Am ersten Tag schuf Gott das Licht und die Erde als eine Kugel aus Wasser, am zweiten Tag trennte er die Wasser und schuf den Weltraum, am dritten den Kontinent mit seiner Vegetation, am vierten die Himmelsobjekte im Weltall, am fünften Tag die Wassertiere und Vögel und am sechsten Tag die Landtiere und als Krönung den Menschen im Bild Gottes.
Wer die naturalistische Erdentwicklung kennt, sieht auch, dass sich die dort angenommene Reihenfolge nicht mit Gottes Wort vereinbaren lässt. Doch seit etwa 100 Jahren gehen immer mehr Theologen und Autoren von Kommentaren davon aus, dass die naturalistischen Annahmen richtig sind und Gottes Wort Lücken oder Ungenauigkeiten enthält. Um diese Anklage gegen Gottes Worte etwas abzuschwächen behaupten sie dann, dass das Alter der Schöpfung für den Glauben an den Schöpfer nicht wichtig sei und man den Schlussfolgerungen von fehlbaren Menschen und deren Zeittafeln mehr vertrauen kann als Gottes Wort.
Doch Gott lässt uns nicht im Unklaren über diese Sachverhalte: Adam wurde am sechsten Tag geschaffen und es ist unmöglich, dass es vor dem Sündenfall Millionen von Jahren gab, in denen Tiere starben, der Tod Motor der Entwicklungen war und Massensterben und andere Naturkatastrophen die (Menschheits-)Entwicklung voranbrachten.
Die Flut zur Zeit Noahs war eine ein Jahr dauernde, katastrophale Überflutung der gesamten Erde, die die uns bekannten Gesteinsschichten produzierte und damit auch die Grundlage für die Jahrmillionen Erdgeschichte widerlegt. Dazu darf man die Stammbäume in 1 Mose 5 und 11 nicht ignorieren oder manipulieren um die menschgemachten Zeitangaben irgendwie mit Gottes Wort zu vereinbaren.
Fehlen Namen in diesen Stammbäumen?
Theologen, die von einem hohen Alter der Erde ausgehen, stützen sich darauf, dass die Worte |Vater|, |zeugte| und |Sohn| im Hebräischen nicht immer eine tatsächliche Vater-Sohn Beziehung bedeuten muss. In Matthäus 1:1 lesen wir zum Beispiel von „Jesus, dem Sohn Davids“. Es ist auch richtig, dass manche Stammbäume in Gottes Wort nicht alle Generationen aufzählen. Einer der bekanntesten Stammbäume, bei dem dies der Fall ist, ist Jesus‘ Stammbaum in Matthäus 1, der mehrere Generationen nicht erwähnt.
Doch darf man von diesen Beispielen nicht auf die Stammbäume in 1 Mose 5 und 11 schließen. Die Stammbäume dort sind in der gesamten antiken Literatur des Nahen Ostens einzigartig[ii]. Als einzige Stammbäume enthalten sie chronologisch geordnete Informationen und nennen das Alter des Patriarchen, wann der nächste Mann im Stammbaum geboren wurde. Theoretisch ist es natürlich möglich, dass Namen fehlen. Doch dies ist völlig unerheblich, da es keine Rolle spielt, ob z.B. Set der Sohn, Enkel oder auch Urenkel von Adam gewesen wäre, da wir wissen, dass Adam 130 Jahre alt war, als Set geboren wurde.
Nehmen wir die Angaben in den Kapiteln 5 und 11 und addieren die Jahre, kommen wir auf etwa 2000 Jahre von Adam bis Abraham. Weitere Angaben (Namen von Herrschern, Bau des Tempels, … ) helfen uns zu errechnen, dass Abraham etwa 2000 Jahre vor der Geburt von Jesus gelebt hat. Und so kommen wir auf ein ungefähres Alter des Universums von momentan etwas mehr als 6000 Jahren.
Kurze Antworten – Wie alt ist die Erde?
Noch zu Beginn der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts war es in unserer westlichen Kultur für die Mehrheit klar, dass es einen Gott gibt. Uneinigkeit herrschte in der Regel nur darüber, ob jemand diesem Gott gehorchen sollte und ob seine Existenz eine Bedeutung und Auswirkung auf das persönliche Ergehen hat. Dies hat sich geändert. Ein…
Fehlen Jahre in den Stammbäumen?
Manche Theologen und Autoren, die eine junge Erde verteidigen schlagen vor, dass das Universum auch etwas älter, nämlich etwa 10 000 Jahre alt, sein könnte, da in diesen Stammbäumen Jahre fehlen.
Bei diesem Vorschlag ergibt sich das Problem, dass sich Historiker einig sind, dass Abraham etwa vor 4000 Jahren gelebt hat. Das würde bedeuten, dass die fehlenden etwa 4000 Jahre auf die ersten 12 erwähnten Generationen verteilt werden müssten.
Da stellt sich dann die Frage, warum die folgenden Generationen exakt berichtet wurden und Gott Mose in den ersten 12 Generationen so große Abweichungen über die Tatsachen zuließ. Zum anderen hätte die Sintflut die gesamte Erde vor etwa 8000 Jahren überflutet und bei den bekannten Geburtenraten müsste die Erdbevölkerung heute deutlich größer sein. Diese fehlenden Jahre würden diese Kapitel zu sehr merkwürdigen und ungewöhnlichen Stammbäume machen.
Dazu sind auch zehntausend Jahre noch sehr weit entfernt von den naturalistischen Annahmen von Milliarden von Jahren, bzw. hunderttausende von Jahren der Menschheitsgeschichte.
Wem vertraust Du?
Die Stammbäume in 1 Mose 5 und 11 enthalten exakte und vertrauenswürdige chronologische Informationen über die Erd- und Menschheitsgeschichte. Der Grund dafür ist einfach: Auch sie sind Gottes Wort, der Schöpfer von allem war als einziger bei der Schöpfung anwesend und Er kann nicht lügen (Titus 1: 2).
Vertraust du den Worten von fehlbaren Menschen oder vertraust du dem unfehlbaren Gott und Schöpfer von allem?
„3 Was nun? Wenn einige untreu wurden, hebt dann ihre Untreue die Treue Gottes auf? 4 Das sei ferne! Es bleibe vielmehr so: Gott ist wahrhaftig, und alle Menschen sind Lügner; wie geschrieben steht: »Damit du recht behältst in deinen Worten und siegst, wenn man mit dir rechtet.«“
Römer 3: 3-4
Dieser Artikel beruht auf einer Veröffentlichung von Dr. Terry Mortenson, der einen Master der Theologie besitzt und seinen Doktortitel in Geschichte der Geologie erhielt. Seine Doktorarbeit wurde mit dem Titel „The Great Turning Point“ (Master Books, Green Lake, 3. Auflage 2017) veröffentlicht.
[i] Zum Beispiel: https://www.die-bibel.de/ressourcen/bibelkunde/bibelkunde-at/genesis-gen
[ii] Jeremy Sexton: “Who Was Born When Enosh Was 90? A Semantic Reevaluation of William Henry Green’s Chronological Gaps,” Westminster Theological Journal 77 (2015): 193–218, https://biblearchaeology.org/images/articles/Sexton-WTJ-Article.pdf. Die zitierte Aussage findet sich auf S. 194.

Ein Kommentar zu “Sind die Stammbäume in der Bibel lückenlos?”
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