Es gibt da ein altes Buch …

„Die Bibel ist doch ein altes Buch, was hat das noch mit meinem Leben zu tun?“ Bei dieser Frage schwingt neben der offensichtlichen Frage „Was haben über 2000 Jahre alte Texte noch mit meinem Leben zu tun?“, auch die Frage mit, wie wir sicher sein können, dass die Texte verlässlich überliefert wurden. Hierzu gibt es gute Ressourcen auf unserer Seite.

Die Frage stellt sich natürlich, was ein über 2000 Jahre alter Text noch mit meinem Leben im 21. Jahrhundert zu hat. Dem kann man entgegnen, dass bis heute die Schriften von Plato, Tacitus und Cäsar gelesen werden und uns helfen aktuelle politische Ereignisse mit historischen Ereignissen zu vergleichen und zu sehen, wie die Menschen (und Politiker) damals gehandelt haben und ob deren Strategien damals erfolgreich waren und wir in gleicher Weise auf ähnliche Begebenheiten reagieren sollten. Und hier zeigt sich dann auch, dass Gottes Wort tatsächlich aktuell ist, denn schon der Prediger schrieb: „Was geschehen ist, ebendas wird hernach sein. Was man getan hat, ebendas tut man hernach wieder, und es geschieht nichts Neues unter der Sonne.“ (Prediger 1:9)

Deutlicher wird es dann bei den Schriften von Pythagoras, Euklid, Thales und Archimedes (ca. 650 v.Chr. – 200 v.Chr.). Auch deren Schriften fallen in die Zeit zum Ende des Alten Testamentes und nur etwa zwei Jahrhunderte vor der Geburt von Jesus. Trotzdem sind deren Schriften in jeder Mathematik- und Physikstunde hochaktuell und ohne ihre Schriften wären viele technische Errungenschaften, die wir heute selbstverständlich nutzen, nicht möglich geworden[i]. Die Mathematik verändert sich nicht, und das deutet schon darauf hin, dass es auf unserer Erde Dinge gibt, die unveränderlich sind.

Wir alle gehen selbstverständlich davon aus, dass 1+1=2 ist, und dies schon immer so war. Genauso, wie in der Zukunft, auch in der evt. weit entfernten Zukunft, diese Wahrheit gilt. Und nicht nur das: Auch auf dem Mond, dem Uranus oder Neptun und der am weitesten von uns entfernten Galaxy gelten die mathematischen Gesetze, die die „alten Griechen“ festgehalten haben. Und da stellt sich die Frage, warum das so ist[ii].

Für jemanden, der an den lebendigen Schöpfer glaubt, ist diese Frage leicht zu beantworten: Gott, der Schöpfer hat bei der Schöpfung auch die Mathematik erschaffen. Und wenn der ewige Gott etwas erschafft, dann bleibt dies auch in Ewigkeit unverändert.

Gott, der Schöpfer wird in Jesaja 57: 15 als derjenige bezeichnet, der „ewig wohnt“ und in Jesaja 40: 28 wird JHWH (Gott, der Schöpfer) als der „ewige Gott“ bezeichnet. Ewig wird als etwas bezeichnet, „das weder einen zeitlichen Anfang noch ein zeitliches Ende besitzt, bzw. unabhängig von dem Phänomen Zeit existiert.[iii]“ Diese Definition geht auf Augustinus von Hippo (354 -430 n.Chr. „Confessiones“ Lib.11[iv]) zurück.

Ewigkeit kann man sich, vereinfacht dargestellt, als eine Glaskugel vorstellen, deren kompletter Inhalt (ein Gas) Gott ist. Im Zentrum der Kugel gibt es einen Punkt – die Gegenwart, in der wir uns befinden. Hinter dem Punkt gibt es eine Linie, die nie wieder betreten werden kann: Die Vergangenheit. Vor der Gegenwart entsteht eine Linie, die mit dem Fortschreiten der Zeit zur Gegenwart wird, also noch Zukunft ist. Diese „Zeitlinie“ wurde von Gott für uns Menschen geschaffen. Da Gott ewig ist (die Gasfüllung der Kugel) ist er überall auf dieser Zeitlinie: Er ist in unserer Vergangenheit, er ist bei uns in der Gegenwart und er ist in der Zukunft.

Modell „Ewigkeit erklärt“

Da Gott ewig ist, sind auch seine Worte ewig (Jesaja 40: 8 | 1. Petrus 1:25 | Matthäus 24:35). Wenn Gott spricht, spricht er überall gleichzeitig: In unserer Vergangenheit, in unserem Heute und in unserer Zukunft. Gott spricht und es ist ewig (in der ganzen Glaskugel, um im Bild zu bleiben) gültig.

Wir Christen wissen, dass alles, was wir in der Bibel lesen Gottes Worte sind (2. Timotheus 3:16). Daher ist es völlig unerheblich, ob die Schriften der Bibel auf unserer Zeitlinie 2000 Jahre alt sind oder 4500 Jahre: Es sind Gottes ewige Worte und daher auch ewig gültig. Daher ist das Wort Gottes immer aktuell und es ist für uns wichtig, Gottes Wort zu lesen, da es immer in unsere aktuelle Lebenssituation spricht.

Vor dem Lesen der Bibel sollten wir immer zuerst mit dem lebendigen und ewigen Gott sprechen (beten) und Ihn bitten, dass er uns zeigt, was das, was wir lesen mit unserem aktuellen Tagesgeschehen zu tun hat. „Bittet so wird Euch gegeben, klopfet an, so wird euch aufgetan“ (Matthäus 7:7 | Lukas 11:9 | Jakobus 1:5), auf unser ernstes Bitten hin, wird Gott uns schenken, dass wir Sein Wort verstehen.

Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Matthäus 7:7

Matthäus 7:7

Wenn es aber jemandem unter euch an Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der jedermann gern und ohne Vorwurf gibt; so wird sie ihm gegeben werden.

Jakobus 1: 5

[i] Wer den Film „Hidden Figures“ kennt weiß, dass ohne Euklid die NASA ihre ersten Astronauten nicht sicher zurück auf die Erde gebracht hätte. Kathrine G. Johnson stellte fest, dass die Mathematik von Euklid dafür unerlässlich war.

[ii] Dies Frage beschäftigt auch Philosophen der Mathematik: Wurde die Mathematik erfunden oder gab es sie schon immer?

[iii] https://de.wikipedia.org/wiki/Ewigkeit

[iv] Augustinus, A.: Die Bekenntnisse des heiligen Augustinus. Tredtion Classics, 2012

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