Und gab ihm den Namen Jesus

Advent, Weihnachten – viele Menschen verbinden mit dieser Zeit viele unterschiedliche Gedanken, Gefühle und Erinnerungen. In dieser Serie gehen wir den Ursprüngen von Weihnachten nach und welche Bedeutung diese Weihnacht für unser Leben hat.

Und er erkannte sie nicht, bis sie einen Sohn gebar; und er gab ihm den Namen Jesus. Matthäus 1:25 – Josef gehorcht dem Wort des Engels, der Maria neun Monate zuvor gesagt hatte, dass sie ihrem neugeborenen Kind den Namen Jesus geben soll (Lukas 1:31)[i]. Warum sagte der Engel, dass das neugeborene Kind „Jesus“ genannt werden sollte? Ist es ein heiliger Name, hat der Name eine besondere Bedeutung?

Als erstes muss gesagt werden, dass der Name „Jesus“ in verschiedenen Sprachen unterschiedlich ausgesprochen wird. „Jesus“ ist phonologisch (wie etwas ausgesprochen wird) kein einzigartiger Name und war zur Zeit von Jesus ein häufig vorkommender Name und wird auch heute noch Söhnen gegeben, wenn auch nicht in Deutschland. In Ländern in denen Spanisch gesprochen wird, wird „Jesus“ bis heute als Jungenname vergeben.

Jesus ist die deutsche Form des griechischen Iesos, das eine Übersetzung des hebräischen Yehoschua ist. Dieser Name hat seine Wurzel im hebräischen „JHWH ist Erlösung“ und wird in unserem Alten Testament mit „Josua“ übersetzt. Im Neuen Testament taucht die griechische Version dieses Namens, in der Übersetzung für Josua in Hebräer 4:8 auf.

Der Name Jesus ist bedeutend aufgrund dessen, der dadurch repräsentiert wird – er bedeutet „Gott unser Retter“. Jesus Christus ist Immanuel – Gott mit uns (Matthäus 1:23). Er kam als Mensch auf die Erde um an unserer Stelle für unsere Sünde zu sterben und unser Retter zu werden. Deshalb sagte der Engel:

[…] dem sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden.

Matthäus 1:21

Der Name von Jesus erinnert uns an die erstaunliche Demut unseres Gottes, als er sich erniedrigte, Mensch wurde und für seine Menschen starb. Als Nachfolger von Jesus sollen wir danach streben, die gleiche, selbstlose Demut zu zeigen, wie Jesus dies tat, als er auf der Erde war (Philipper 2: 5-8).

Jedoch ist Jesus nicht nur ein Name der für unvergleichliche Demut steht, er ist gleichzeitig ein Name, der ewig über allen anderen Namen steht:

Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist, dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.

Philipper 2:9-11 (Parallel: Apostelgeschichte 4:12)

Deshalb ist auch der Stammbaum von Jesus (Matthäus 1; Lukas 3: 23-38)[ii] wichtig. Heutzutage spielen Stammbäume nicht mehr die Rolle, wie noch vor hundert Jahren oder davor – es ist eher ein Thema für an (Familien-)geschichte Interessierte. In der jüdischen Gesellschaft zur Zeit von Jesus‘ Geburt waren Stammbäume ungleich wichtiger: Durch diese konnten Erbschaften vergeben werden und wer keinen Stammbaum nachweisen konnte wurde als Außenseiter betrachtet.

Aufgrund dieser zeitgeschichtlichen Unterschiede überlesen moderne Leser gerne die Stammbäume der Bibel – doch auch sie sind Gottes Wort und sollten genauso gelesen werden. Gott hat gute Gründe, warum es die Stammbäume in der Bibel gibt, besonders auch der Stammbaum von Jesus.

Die wenigsten Familien können Ihre Stammbäume 4000 Jahre zurückverfolgen. Beim Adel sind es vielleicht 1000 Jahre, bei bürgerlichen Familien oft nur wenige hundert Jahre bis ans Ende des Mittelalters. Doch der Stammbaum von Jesus geht ganz zurück an den Anfang der Welt, zum ersten Menschen: Adam. Das ist ein bedeutendes Detail, denn es ist die Erfüllung einer Prophezeiung.  Adams Sünde brachte Gericht und Tod in die Welt, aber gleichzeitig wurde ein Retter versprochen – der Same der Frau, der der Schlange den Kopf zertreten wird (1 Mose 3:15). Jesus Christus ist der letzte Adam (1 Korinther 15:45), der versprochene Same der Frau. Paulus fasst dies so zusammen:

Wie nun durch die Sünde des Einen die Verdammnis über alle Menschen gekommen ist, so ist auch durch die Gerechtigkeit des Einen für alle Menschen die Rechtfertigung gekommen, die zum Leben führt.

Römer 5:18

Jesus ist der Retter, der durch die Geschichte hindurch immer wieder angekündigt und versprochen wurde. Die Stammbäume in Matthäus und Lukas zeigen, dass Abraham, Isaak, Jakob und dann auch König David zu seinen Vorfahren gehören – Männern, denen dieser Retter versprochen wurde. Gott versprach Abraham, dass alle Völker durch seinen Nachkommen gesegnet werden, was durch die Geburt von Jesus Christus erfüllt wurde (Galater 3: 7-9, 16). Durch das Lesen der Stammbäume sehen wir, dass Jesus ein direkter Nachfahre von König David ist. Auch dies ist eine Erfüllung vieler Prophezeiungen im Alten Testament (2 Samuel 7: 12-14; Jesaja 9: 6-7) wie wir im Rückblick feststellen können. Jesus Christus hat diese Prophezeiung erfüllt und er wird letztendlich alle Prophezeiungen in der Bibel erfüllen. ER ist der versprochene Retter – Nachfahre von Abraham und König David – unser Retter, der sein Leben gab, um uns von unseren Sünden zu erlösen.


[i] Es zeigt sich hier auch, dass Josef seiner Verlobten den Bericht über die Erscheinung des Engels glaubte und auch seinen Traum mit der Erscheinung eines Engels ernst nahm (Matthäus 1:20).

[ii] Die Stammbäume sind nicht identisch, was daran liegt, dass Matthäus die Herkunft Jesu über die königliche Linie zeigt und Lukas die Verbindung zum ersten Adam, durch den die Sünde in die Welt kam wichtig ist. Lukas hat deshalb den Stammbaum über Marias Abstammung zurückverfolgt, während sich Matthäus die Linie von Josef anschaute. https://answersingenesis.org/bible-timeline/genealogy/whats-in-a-fathers-name/  

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