„4 Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das judäische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum dass er von dem Hause und Geschlechte Davids war, 5 auf dass er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. 6 Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. 7 Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. 8 Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. 9 Und des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. 10 Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; 11 denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. 12 Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. 13 Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: 14 Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens. 15 Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. 16 Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. 17 Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. 18 Und alle, vor die es kam, wunderten sich über die Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. 19 Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. 20 Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.“ Lukas 2:4-20
Um das Jahr Null war Nazareth (Ναζαρέθ) keine sonderlich bekannte Stadt. In den Büchern, die wir das Alte Testament nennen (Gesetz, Propheten und Psalmen/ Weisheit), wird Nazareth nicht erwähnt, obwohl es archäologische Belege für dessen Existenz schon etwa 1000 v.Chr[i]. gibt. Auch in den jüdischen Schriften, dem Talmud und den Midraschim, findet sich kein Verweis auf Nazareth. Nazareth war unbedeutend und spielte für Gläubige keine Rolle. Ein Schüler von Jesus, Johannes, berichtet darüber, dass ein Mann namens Nathanel nur deshalb hinterfragte, dass Jesus der versprochene Retter sei, da er hörte, dass Jesus in Nazareth lebt.
Nur ein Kind in einer Krippe?
Es gibt nur einen Geburtstag der die Weltgeschichte in zwei Zeiträume einteilt – der Geburtstag von Jesus. In allen Erdteilen sind die Details und Umstände seiner Geburt bekannt: Im Stall geboren, eine Futterkrippe sein erstes Bett; Schäfer, die dieses Kind suchten, da Engel ihnen von dieser Geburt erzählten und dann freudig den Menschen in der…
WeiterlesenNathanael kannte sich offensichtlich in Gottes Wort aus – Nazareth spielte keine Rolle in der Geschichte der Israeliten und der versprochene Retter sollte aus Bethlehem kommen:
1 Und du, Bethlehem Efrata, die du klein bist unter den Tausenden in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist.
Micha 5:1-2
Doch Gottes Plan, wie er uns Menschen von unserer Sünde rettet, ist perfekt. Ob Joseph von Bethlehem nach Nazareth zog, um Maria beizustehen oder ob er schon länger dort wohnte ist nicht klar. Der Text sagt uns nur, dass die beiden zur Zeit der Volkszählung von Nazareth nach Bethlehem gingen, damit er und seine Verlobte Maria gezählt werden konnten[ii]. Gott erfüllt seine Versprechen bis ins kleinste Detail.
Der bekannte Text, den der Arzt und Historiker Lukas verfasste, schildert keine aufgeregte Suche eines Paares nach einer Unterkunft. Keine hochschwangere Maria in Wehen. Das alles sind Erinnerungen, die wir an „die Weihnachtsgeschichte“ haben, die wir von Krippenspielen oder aus populären Medien haben. Lukas schreibt völlig unspektakulär: „Als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte.“ Beim Lesen des Wortes Gottes wird klar, dass die beiden wohl schon etwas länger in Bethlehem waren, bevor bei Maria die Zeit der Wehen begann und der Geburtsvorgang begann.
Lesen wir den Text ohne die weihnachtlichen Erinnerungen und Krippenbilder, lesen wir ganz nüchtern, dass „ihr erster Sohn geboren wurde, sie ihn in Windeln wickelte und ihn in eine Krippe legte, weil es sonst keinen Platz im Gästezimmer (κατάλυμα – | katalyma |) gab[iii]“.
Dass dies eine nicht alltägliche Situation war zeigt sich darin, dass genau diese beiden Zeichen den Hirten auf dem Feld von den Engeln weitergegeben werden: „Ihr erkennt den Messias, den Retter der Welt daran, dass er in Windeln eingewickelt ist und in einer Krippe liegt.“
Jesus lag tatsächlich in einer Futterkrippe (φάτνη – phatne; auch: Lukas 13:15). Es gab keinen anderen Platz in dem Haus, in dem der Retter der Welt geboren wurde.
Schon einmal wurde ein Baby, das in Bethlehem geboren wurde, zum Retter: Obed (Rut 4). Auch er wurde als Retter gerühmt und war der Großvater eines Königs: David. Die Freundinnen von Noomi loben und danken Gott für das Kind und erkennen, dass er Noomis Not mit diesem Kind beendet.
Der Retter in der Futterkrippe wird nicht nur von den Freundinnen der Mutter gerühmt. Für ihn singt ein ganzer Engelschor! Und auch die Hirten loben Gott und erzählen dem ganzen Ort, was sie über dieses Kind von den Engeln gehört haben.
Die Weihnachtsgeschichte in drei Akten
Die Schöpfung1 Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. 2 Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis lag auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser. 3 Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. 4 Und Gott sah, dass das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis…
Die Reaktionen auf die Berichte fallen unterschiedlich aus. Die Einwohner Bethlehems wundern sich über das, was ihnen berichtet wurde. Wahrscheinlich hatten sie die gleichen Fragen an das Wort Gottes wie manche Menschen heute: Gibt es Engel tatsächlich? Redet Gott noch heute zu uns? Und hat Gott tatsächlich etwas mit meinem Leben zu tun?
Maria zeigt eine ganz andere Reaktion: Sie behält die Berichte der Hirten im Gedächtnis und denkt darüber nach. Sie will verstehen, was Gott zu ihr geredet hat. Spätestens nach der Auferstehung war Maria dann klar, wer ihr Sohn tatsächlich war. Er war kein menschlicher Retter, König. Jesus ist der Herr der Welt, der für deine und meine Schuld am Kreuz starb, damit wir, wenn wir das glauben, in der Ewigkeit mit Ihm leben können.
Die Hirten sind sich schon auf dem Rückweg sicher, dass Gott persönlich zu ihnen gesprochen hat: Sie beten den lebendigen Gott an und sagen Danke für das, was sie gehört und gesehen haben.
Wir beten, dass alle, die die „Weihnachtsgeschichte“ in Gottes Wort lesen über kurz oder lang mit den Hirten Gott loben und ihm dafür danken, dass Er als Baby in diese Welt kam um für unsere Sünden am Kreuz zu sterben damit wir mit Ihm leben können.
10 Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; 11 denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. 12 Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. 13 Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: 14 Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“
Lukas 2:10-14
[i] https://www.die-bibel.de/ressourcen/wibilex/neues-testament/nazareth
[ii] Und kehrten nach der Rückkehr aus Ägypten dahin zurück (Matthäus 2:22).
[iii] Das Wort für Herberge, im Sinne von Pension, ist im NT πανδοχεῖον – pandocheion. κατάλυμα – katalyma wird bis auf diese Stelle in Lukas 2:7 mit „Gästezimmer“ übersetzt (Markus 14:14; Lukas 22:11)
