Das Herz eines Vaters

1 Eine Unterweisung Asafs. Höre, mein Volk, meine Unterweisung, neiget eure Ohren zu der Rede meines Mundes! 2 Ich will meinen Mund auftun zu einem Spruch und Geschichten verkünden aus alter Zeit. 3 Was wir gehört haben und wissen und unsre Väter uns erzählt haben, 4 das wollen wir nicht verschweigen ihren Kindern; wir verkündigen dem kommenden Geschlecht den Ruhm des HERRN und seine Macht und seine Wunder, die er getan hat.“ Psalm 78:1-4

Ein Vater im Maisfeld

Im Roman „Shoeless Joe“ (1982) geht es vordergründig um Baseball. Ray Kinsella hat sich in Iowa einen kleinen Bauernhof gekauft und baut Mais an. Eines Tages geht er an einem Sommerabend durch seinen Mais und hört eine Stimme: „If you built it he will come.“ – ‚Wenn Du es baust, wird er kommen.‘ Zuerst versteht Rax nicht, was das zu bedeuten hat, doch dann ist er sich sicher: Wenn er in seinem Maisfeld ein Leftfield baut, wird „Shoeless“ Joe Jackson (1887-1951), der legendäre Outfielder der Chicago White Sox, wieder zurückkommen und auf Rays Feld Baseball spielen. Im Jahr 1989 wurde das Buch als „Field of Dreams“ mit Kevin Costner in der Hauptrolle verfilmt. Roman und Film erzählen, wie Ray seinen Mais unterpflügt und das Feld für Joe vorbereitet. Und eines Abends steht Joe tatsächlich auf Rays Feld. Doch damit endet der Roman nicht. Schnell wird klar, dass Rays Feld dazu da ist, Träume zu erfüllen. Weitere ehemalige, auch schon verstorbene Spieler, kommen auf Rays Feld um sich ihren Traum zu erfüllen, wieder Baseball zu spielen. Die meisten von ihnen gehören zum Team der berüchtigten „Black Sox“, dem Team der White Sox, die gegen sich wetteten und dann mit Absicht die World Series 1919 verloren. Auf Rays Feld finden sie Erlösung.

Jeder Vater hat eine Geschichte

An jedem dritten Wochenende im Juni spielt die MLB in blau: blaue Logos, blaue Schläger und manche Spieler lassen sich extra blaue Stollenschuhe anfertigen – es ist wieder Vatertag. Der Vatertag gibt uns nicht nur die Möglichkeit unseren Vätern zu danken, sondern auch darüber nachzudenken, was es bedeutet, Vater zu sein und was einen guten…

Ray jedoch sieht bis zum Ende des Films nicht, welchen Nutzen er vom Feld hat. Er verliert Ernteerträge und wird dadurch zahlungsunfähig. „Was bringt das alles?“ fragt er seinen Freund und Joe. Beide machen deutlich, dass dies die falsche Einstellung ist. Als beide in das Maisfeld gehen, bleibt Ray alleine und fragend zurück. Beim Zurückgehen zum Haus bemerkt er einen bisher unbekannten Baseballer. Er spricht ihn an und stellt fest, dass vor ihm sein Vater steht. Jahre zuvor hat Ray seinen Vater dadurch beleidigt, dass er dessen Helden Joe Jackson verächtlich als Verbrecher bezeichnete und ruinierte dadurch die Beziehung zu seinem Vater. Letztendlich war es nicht Joe, für den das Feld gebaut wurde. Ray sollte das Feld bauen, um sich mit seinem Vater zu versöhnen, von dem er so viel über Baseball lernte und dann von sich stieß, als er meinte erwachsen zu sein.

„Shoeless Joe“ ist ein Buch gefüllt mit Erinnerung an die frühen, beinahe mythologischen Zeiten, des Baseballs. Es ist in erster Linie jedoch ein Buch über die Beziehung von Vätern und deren Söhne. Als Vater findet man einige Anregungen, wie man die Beziehung zu seinen Söhnen gestalten kann. Gemeinsames Baseballspielen ist sicher ein guter Anfang, gemeinsam ein Spiel anzuschauen, Geschichten seiner Jugendhelden weiterzugeben kann ein Baustein sein, um an der Vater-Sohn Beziehung zu arbeiten. Vollständig wird das jedoch nur, wenn wir Väter Anleitung aus Gottes Wort erhalten, wie wir unseren Söhnen, unseren Kindern, begegnen.

Väter sollen Lehrer sein

Letzte Woche lernten wir, dass Johannes auch dazu kam, dass er das „Herz der Väter zu den Kindern“ bekehrte um auch die Kinder „vorzubereiten“. Vorzubereiten auf das Kommen des Messias.

Johannes sagte das nicht aus sich selbst heraus. Er gab nur das weiter, was der lebendige Gott, der Schöpfer, seit Jahrtausenden immer wieder den Vätern sagte. Schon durch den Propheten Maleachi hatte Gott genaus dieses seinem Volk gesagt (Maleachi 3:24; Lukas 1:17).

Im Gesetz, den Mosebüchern (2. Mose 10:1-2; 12:24-27; 5. Mose6:6-7), bei den Propheten (Josua 4:6-7; Joel 1:3) und in den Psalmen (78:3-7; 145:4) ermahnt ER uns dann auch immer wieder, dass wir unseren Kindern von seinen Taten weitersagen.

9 Hüte dich nur und bewahre deine Seele gut, dass du nicht vergisst, was deine Augen gesehen haben, und dass es nicht aus deinem Herzen kommt dein ganzes Leben lang. Und du sollst deinen Kindern und Kindeskindern kundtun 10 den Tag, da du vor dem HERRN, deinem Gott, standest an dem Berge Horeb […]“

5. Mose 4:9-10
Gott kennen schützt

Der Grund dafür ist einfach nachzuvollziehen. Väter sollen durch die Verherrlichung Gottes das Herz ihrer Kinder dem lebendigen Gott zuwenden. Je mehr Kinder über die Größe des lebendigen Gottes wissen, umso einfacher wird es ihnen fallen, Ihm Ihr Leben anzuvertrauen. Dieses Wissen schützt auch davor, sich von den Argumenten der Skeptiker nervös machen zu lassen. Wer Gott kennt, wer sein Wort kennt, erkennt die Oberflächlichkeit der Argumente der Skeptiker und wird sich davon nicht von seinem oder ihrem Weg mit Jesu abbringen lassen.

Woher kommt das Alte Testament?

Wie kommen Christen zu der Aussage, dass das Alte Testament Gottes Wort ist? Woher kommen diese Bücher, wer hat diese geschrieben? Und vor allem – wer hat entschieden, dass es gerade diese Bücher sind, die Gottes Wort sind? Das alles sind berechtigte Fragen, verlangen eine Antwort und sollen hier so kurz als möglich beantwortet werden.…

Kindern von Gott erzählen

Dabei hilft uns Vätern, wenn wir Gottes Wort kennen. Tägliches Bibellesen hilft uns auf zweierlei Weise. Zum einen verbringen wir Zeit mit unserem Vater im Himmel. Zweitens verstehen wir immer besser, wer unser Vater im Himmel ist, was Er denkt und welche Erlösung Er für uns geschaffen hat. Je besser wir unseren Vater kennen, umso einfacher wird es uns dann auch fallen, sich an seine Taten, seine Macht zu erinnern und davon weiterzuerzählen – das kann man auch im Garten machen, während man mit seinen Kindern den Baseball hin und her wirft, auf der Heimfahrt nach dem Training oder während man ein Spiel anschaut. Je mehr Zeit wir Väter mit unseren Kindern verbringen, umso mehr Möglichkeiten erhalten wir, von Gott weiterzuerzählen.

Bibellesen in der Familie

Diese Gelegenheiten sind wertvoll, ersetzen jedoch nicht, dass wir gemeinsam mit unseren Kindern in Gottes Wort lesen. BibleTIMES müssen nicht immer 20 Minuten oder länger dauern. Vor dem Frühstück können wir mit unseren Kindern beten, einige Abschnitte aus Seinem Wort lesen und vielleicht auch eine oder zwei Verständnisfragen dazu stellen. Genauso können wir es vor dem Zubettgehen machen. Zweimal am Tag hat eine Familie so Gemeinschaft vor Gott uns lernt von Seinem Wort.

 Gott gibt uns Vätern durch einen Mann namens Jeremia darauf ein Versprechen:

„7 Und ich will ihnen ein Herz geben, dass sie mich erkennen sollen, dass ich der HERR bin. Und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein; denn sie werden sich von ganzem Herzen zu mir bekehren.“

Jeremia 24:7

Willst du heute Abend mit deinen Kindern noch in Gottes Wort, der Bibel, lesen?