Am und unter dem Kreuz

2 Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne. 3 Mein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest du nicht, und des Nachts, doch finde ich keine Ruhe. 4 Aber du bist heilig, der du thronst über den Lobgesängen Israels. Psalm 22:2-4

Etwa eintausend Jahre bevor Jesus am Kreuz starb, wurden die Ereignisse auf Golgatha detailliert vorhergesagt. Zum Teil beinahe wortwörtlich. Festgehalten hat dies König David in einem Lied, das wir als Psalm 22 im Wort Gottes, der Bibel, nachlesen können.

Der zweite Vers (in Englischen Übersetzungen der erste Vers) beginnt mit einem verzweifelten Ruf: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Jesus sprach genau diese Worte (Matthäus 27:46) als er für unsere Sünden am Kreuz starb. Wenn man hier noch sagen kann, dass Jesus dieses Lied kannte und bewusst zitierte, kann man dies bei den folgenden Parallelen nicht behaupten.

Ab Vers 7 verspotten die Menschen in Psalm 22 den Auserwählten Gottes und schütteln über ihn den Kopf (Psalm 22: 7-9): „Er klage es dem HERRN, der helfe ihm heraus und rette ihn, hat er Gefallen an ihm.“ Diese Worte werden beinahe wörtlich von den Schriftgelehrten und Ältesten unter dem Kreuz Jesu‘ wiederholt: „Andern hat er geholfen und kann sich selber nicht helfen. Er ist der König von Israel, er steige nun herab vom Kreuz. Dann wollen wir an ihn glauben. Er hat Gott vertraut; der erlöse ihn nun, wenn er Gefallen an ihm hat; denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn.

Spannend wird Psalm 22 in den Versen 10-11. Dort wird deutlich, dass der Mann, der sein Leid klagt von Gott auserwählt war, ein Hinweis auf die übernatürliche Geburt von Jesus, wie wir es in Matthäus 1:18-25 nachlesen können. Hier schließt sich dann auch der Kreis mit den Vorhersagen über die Geburt des Messias durch die Männer Jesaja und  Micha (Jesaja 7:14): „Darum wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie nennen Immanuel.“; Micha 5:1-4: „1 Und du, Bethlehem Efrata, die du klein bist unter den Tausenden in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist. Indes lässt er sie plagen bis auf die Zeit, dass die, welche gebären soll, geboren hat. Da wird dann der Rest seiner Brüder wiederkommen zu den Israeliten. Er aber wird auftreten und sie weiden in der Kraft des HERRN und in der Hoheit des Namens des HERRN, seines Gottes. Und sie werden sicher wohnen; denn er wird zur selben Zeit herrlich werden bis an die Enden der Erde.

Geboren von der Jungfrau Maria

Advent, Weihnachten – viele Menschen verbinden mit dieser Zeit viele unterschiedliche Gedanken, Gefühle und Erinnerungen. In dieser Serie gehen wir den Ursprüngen von Weihnachten nach und welche Bedeutung diese Weihnacht für unser Leben hat. „Darum wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird…

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Dass die Strafe, die der Auserwählte Gottes erleiden musst, eine außergewöhnlich brutale Erfahrung war, lesen wir in den Versen 15-16: „Ich bin ausgeschüttet wie Wasser, alle meine Gebeine haben sich zertrennt; mein Herz ist in meinem Leibe wie zerschmolzenes Wachs. Meine Kräfte sind vertrocknet wie eine Scherbe, und meine Zunge klebt mir am Gaumen, und du legst mich in des Todes Staub.“ Bei der Biographie Jesus, die uns Johannes hinterließ, lesen wir in seinem Bericht über die Kreuzigung, dass Jesus durstig war: „Danach, als Jesus wusste, dass schon alles vollbracht war, spricht er, damit die Schrift erfüllt würde: Mich dürstet.

Über die qualvollen Auswirkungen einer Kreuzigung auf den Körper kann man unter anderem bei Dr. Alexander Metherell, PhD nachlesen. Die Gelenke wurden ausgekugelt, die Nägel verursachten einen ständigen Schmerz, wie wenn wir uns das Ellenbogengelenk anschlagen. Das Jesus angenagelt wurde, wird durch einen Fund in der Siedlung Givat HaMivtar im Jahr 1968 untermauert. Es wurden Knochenteile eines gekreuzigten Jehohanan sichergestellt, in dessen Fersenknochen noch ein Nagel steckte[i]. Auch dies wird in Vers 17 des Psalm 22 genau so vorhergesagt.

War Jesus wirklich tot?

„Gekreuzigt, gestorben und begraben.“ Dies sind die zentralen Aussagen des Evangeliums. Jesus, der Sohn Gottes, der Messias, starb am Kreuz für unsere Sünden. Seine Auferstehung am dritten Tag beweist, dass er tatsächlich der versprochene Erlöser der Menschheit ist. Doch gerade um Ostern herum liest man immer wieder, dass Jesus nicht tatsächlich am Kreuz gestorben sei.…

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Lange bevor die Römer Gefangene kreuzigten und deren Kleider unter den Soldaten des Exekutionskommandos verteilt wurden, lesen wir in Psalm 22, dass genau das passieren würde (Vers 19). Johannes berichtet uns dann von der Kreuzigung (Johannes 19:23-24): „Die Soldaten aber, da sie Jesus gekreuzigt hatten, nahmen seine Kleider und machten vier Teile, für jeden Soldaten einen Teil, dazu auch den Rock. Der aber war ungenäht, von oben an gewebt in einem Stück.  Da sprachen sie untereinander: Lasst uns den nicht zerteilen, sondern darum losen, wem er gehören soll. So sollte die Schrift erfüllt werden, die sagt: »Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und haben über mein Gewand das Los geworfen.« Das taten die Soldaten.

Würden wir es nicht besser wissen, könnte man glauben, dass David zur Zeit von Jesus gelebt hat und Zeuge seiner Kreuzigung war, so detailliert beschriebt er in seinem Lied, was etwa 1000 nach seinem Tod am Kreuz auf Golgatha mit Jesus geschah.

Als Christen glauben wir an den ewigen, allgegenwärtigen und allmächtigen Gott, für den es völlig natürlich ist, zeitliche und räumliche Grenzen zu überschreiten.  Auch wenn es uns verwundert, dass David die Kreuzigung von Jesus so genau beschreiben konnte, für Gott selbst ist dies logisch und selbstverständlich.

Dieser ewige, allgegenwärtige und allmächtige Gott wurde in Jesus Mensch und (Philipper 2:7-8) „entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.“ Nur so war es dem ewigen Gott, in Jesus, möglich, alle Sünden der gesamten Menschheit auf sich nehmen; in dem er uns Menschen gleich wurde. Die Sünde die uns von Gott trennt, trennte am Kreuz Jesus von seinem Vater im Himmel. In diesem Moment war er der einsamste Mensch auf Erden.  

Dies öffnet uns die Tür zu Gott, glauben wir, dass der ewige Gott in Jesus am Kreuz für unsere Schuld starb, bereuen unsere Sünden, bekennen diese Ihm, erfahren wir Vergebung und dürfen durch die Tür in die Ewigkeit zu Gott gehen (Johannes 10:7-18).

Und so endet David auch sein Lied (Psalm 22) mit einem herrlichen Ende:

„ […] die nach dem HERRN fragen, werden ihn preisen; euer Herz soll ewiglich leben. Es werden gedenken und sich zum HERRN bekehren aller Welt Enden und vor ihm anbeten alle Geschlechter der Völker. Denn des HERRN ist das Reich, und er herrscht unter den Völkern. Ihn allein werden anbeten alle Großen auf Erden; vor ihm werden die Knie beugen alle, / die zum Staube hinabfuhren und ihr Leben nicht konnten erhalten. Er wird Nachkommen haben, die ihm dienen; vom Herrn wird man verkündigen Kind und Kindeskind. Sie werden kommen und seine Gerechtigkeit predigen dem Volk, das geboren wird. Denn er hat’s getan.“

Psalm 22:27-32

[i] https://en.wikipedia.org/wiki/Crucifixion