Wurde die Arche Noah gefunden?

Ich saß am Esszimmertisch meiner Großeltern und blätterte in einem christlichen Magazin. Eine der Überschriften lies mein Herz höherschlagen: Arche Noah gefunden. So, oder ähnlich, las ich dort. Gab es endlich eine Bestätigung für die Echtheit des Flutberichtes im ersten Buch der Bibel? Begeistert las ich durch den Artikel. Dies sollte nicht der einzige Artikel bleiben, den ich im Laufe meines Lebens zu einem Landeplatz der Arche gelesen habe. Immer wieder finden sich dazu Magazinartikel, auch in säkularen Zeitschriften, oder auch kürzere und längere Dokumentationen im Fernsehen. Und mit Beginn des Internetzeitalters erhöhte sich die Zahl von Veröffentlichungen mit ähnlichem Inhalt stetig. Trotz der Vielzahl der Veröffentlichungen bleibt die Frage, ob wir die Arche von Noahs Familie gefunden haben, immer noch bestehen. Kein Bericht hat eine abschließende Antwort darauf gegeben, es bleiben immer Zweifel zurück.

Dabei ist die Frage, ob es eine weltumspannende Flut zur Zeit von Noah gab und Noah und seine Familie das Flutjahr in der Arche verbrachten, abschließend geklärt. Die Berichte im ersten Buch Mose sind Gottes Wort, und was Gott sagt ist die Wahrheit (4. Mose 23: 19; 1. Samuel 15: 29; Römer 3:4; Johannes 14:6). Wie wir Gottes Wort, die Bibel beurteilen, zeigt einfach, wie viel Autorität wir unserem Schöpfer und Seinem Wort in unserem Leben einräumen. Eine weitere Bestätigung brauchen wir eigentlich nicht.

Dennoch ist es spannend darüber nachzudenken und zu forschen, ob wir noch Spuren und Zeugnisse aus der Zeit Noahs finden. Immer wieder gibt es archäologische Veröffentlichungen, die sich mit dem Landeplatz der Arche beschäftigen. Es ist eine interessante Beobachtung, dass selbst Menschen, die den Flutbericht als Mythologie abtun, ein Interesse an den Veröffentlichungen zeigen und sich dazu äußern.

Archäologie – eine historische Wissenschaft

Die Archäologie, die alleine im deutschsprachigen Internet Millionen von Treffern verzeichnet, ist ein faszinierendes Feld, eine Wissenschaft, die sich mit der Vergangenheit beschäftigt. Museums- und Institutsdatenbanken bieten Tausende von Beiträgen zum Thema Archäologie an. Im Vergleich zu den Wissenschaftlern in den Naturwissenschaften arbeiten Archäologen jedoch nicht an beobachtbaren und wiederholbaren Prozessen, die ausgewertet und verglichen werden können. Archäologen betrachten Artefakte (Fundstücke) und bringen diese in einen geschichtlichen Kontext. Ihre Schlussfolgerungen beruhen darauf, wie ihre Beobachtungen in die bisher etablierte Geschichte plausibel eingeordnet werden können.

Dabei muss man in Betracht ziehen, dass Archäologen immer nur einen sehr kleinen Bruchteil dessen vor Augen haben, was an einem Ort, zu einer bestimmten Zeit, existierte. Sir Alan Gardiner (1879-1963), ein etablierter Ägyptologe des 20. Jahrhunderts, schrieb einmal, dass selbst die uns vorgestellte ägyptische Geschichte nur aus „rags and tatters“ (Lumpen und Fetzen) rekonstruiert sei. Er meinte damit, dass Archäologen bei ihren Schlussfolgerungen sehr vorsichtig sein sollten und bereit, diese zu ändern, sollten plausiblere Ergebnisse vorgelegt werden[i].

Diese Vorsicht sollte man auch bei der Beschäftigung mit einem Landeplatz der Arche walten lassen.

Von Gott ausgewählter Landeplatz

Aus 1 Mose 8: 4 wissen wir, dass die Arche auf dem Gebirge Ararat landete. Dieses Gebirge befindet sich im Südwesten der heutigen Türkei und ist auch als „Urartu“ bekannt. Etwa 300 v.Chr. schrieb der Babylonier Berossos, dass „noch jetzt in Armenien auf dem Kordyäergebirge ein Teil jenes Fahrzeuges vorhanden sei“ (Babylonica). Bekannt ist dieses Zitat, da sich Flavius Josephus (37/38 n.Chr. – 100 n.Chr.) in seinen Antiquities (Jüdische Altertümer) darauf bezieht[ii].

Das hat Gott gesagt

Auf dem maßstabsgetreuen Modell der Arche in Kentucky, dem Arkencounter, gibt es viele Schilder mit Erklärungen. Eines davon sticht heraus. Es ist so gestaltet, dass es von einer roten Schlange umgeben ist und in goldener Schrift auf blauem Hintergrund steht: „Wenn ich dich…

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Wir wissen, dass sich Gott um uns Menschen sorgt, Er uns führt und leitet (Psalm 73:23-24; Psalm 143:8). Daher können wir davon ausgehen, dass ER auch den perfekten Landeplatz für die Arche auswählte und auch diesen nicht dem Zufall überließ. ER gebietet dem Wind und den Wellen (1 Mose 1:6-10; Psalm 89:10; Psalm 104:4-18; Psalm 107:24-31; Matthäus 8:26).

Bedingungen am Landeplatz

Der Landeplatz der Arche muss so gewählt sein, dass die Familie Noahs und die Tiere die Arche ohne größere Schwierigkeiten überwinden zu müssen, verlassen können. Der Ort sollte Schutz vor eventuellen kleineren Fluten oder Schlammlawinen bieten. Ein höher gelegenes, ansteigendes Gelände mit festem Untergrund bietet sich dafür an. Optimal wäre es, wenn die Arche auf einer Seite gegen einen sanft ansteigenden Hügel steht, damit mit dem Holz des Daches eine kleine Rampe gebaut werden kann über die die Tiere das Schiff (Arche) verlassen (1 Mose 8:13).

Die Trinkwasserversorgung sollte unterhalb des Landeplatzes durch in der Nähe liegende Flüsse oder größere Wasseransammlungen, optimalerweise mit Zuflüssen, gesichert sein.

Das Klima sollte gemäßigt sein, da dies bestens für das Pflanzenwachstum ist und die Familie Noahs und die Tiere nicht zu sehr durch große Temperaturunterschiede belastet werden.

Die Umgebung sollte größere Flächen anbieten, damit die über 7000 Tiere ausgewildert werden können und auch genügend Platz vorhanden ist, um erste Unterkünfte, vielleicht sogar aus dem Holz der Arche, bauen zu können.

Berichte über Landeplätze der Arche

Neben der Erwähnung des Landeplatzes der Arche in sehr alten und antiken Quellen, z.B. das Imago mundi im Britischen Museum[iii] oder bei Josephus (s.o.) gab es seit dem 20. Jahrhundert immer wieder Berichte über Sichtungen von Überresten der Arche. Die meisten dieser Sichtungen gab es am und um den Berg Ararat in der Osttürkei. Der Große Ararat ist vulkanischen Ursprungs und ist mit 5137m der höchste Berg der Türkei. Ab etwa 4900m ist der Große Ararat vergletschert, sein letzter Ausbruch fand im Jahr 1840[iv] statt.

Die Ahora Schlucht

Aus dem Jahr 1960 ist ein Interview mit George Hagopian bekannt, in dem dieser dem niederländischen Journalisten und Autor Rene Noorbergen (1928 – 1995) erzählt, wie er im Jahr 1902 im Alter von zehn Jahren mit seinem Großvater zum Großen Ararat ging[v]. Er beschreibt, wie sie in der Ahora Schlucht etwas fanden, das aussah wie ein Schiff und er auf dem Dach des Schiffes herumkletterte[vi].

Die Ahora Schlucht ist an manchen Stellen tiefer als der Grand Canyon und liegt überdies am Treffpunkt der Nordanatolischen und Ostanatolischen Verwerfung. Am 2. Juli 1840 gab es dort ein Erdbeben der Stärke 7.4 und ein großer Erdrutsch zerstörte Dörfer und tötete etwa 10 000 Menschen[vii].

Sollte die Arche an dieser Stelle gelandet sein, werfen die geologischen Gegebenheiten der Ahora Schlucht die Frage auf, ob sie die Vulkanausbrüche und Erdbeben vollkommen unbeschädigt überstanden hätte. Mehr als zehn Expeditionen zur Schlucht haben keine Spuren der Arche gefunden, auch Satellitenbilder der Gegend blieben ohne Ergebnis.

Durupinar-Formation

Im Jahr 2025 gab es in mehreren Medien Berichte darüber, dass etwa 20km vom Gipfel des Großen Ararat die Arche gefunden worden sei. Bilder und Filme einer Formation in Form eines Schiffsrumpfes wurden dabei gezeigt. Dieser Ort ist keine neue Entdeckung. In den 1980ern machte der aus Tennessee stammende Ron Wyatt (1933 – 1999) Untersuchungen an dieser Stelle. Er hatte die auffällige Formation in einem Nachrichtenmagazin gesehen und glaubte, dass dies der Landplatz der Arche sei. Seine Suche nach der Arche war der Beginn seiner archäologischen Untersuchungen[viii].

Meerestiere in den Bergen

Geht man am Albtrauf der Schwäbischen Alb entlang entdeckt man immer mal wieder sogenannten Versteinerungen. Meist sind dies Ammoniten und Belemniten. In vielen Gärten und Häusern in der Gegend finden sich diese Versteinerungen als Sammelobjekte. Was kaum einen verwundert ist, dass diese Tiere…

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Die von Ron Wyatt gefundene Formation wird Durupinar-Formation genannt. In deren Umgebung gibt es weitere solcher Formationen. Geologische und archäologische Untersuchungen haben keine Belege dafür gefunden, dass diese Formation ein Überrest der Arche ist. Geologen gehen davon aus, dass es sich um eine in dieser Gegend häufiger vorkommende geologische Formation handelt, die durch Schlammlawinen entstehen, die um kleinere Felsformationen flossen und dann aushärteten.

Ararat-Anomalie

Im Jahr 1949 machte ein Aufklärungsflugzeug der US-Air-Force Bilder von der Nordwestseite des großen Ararats. Auf den Bildern ist ein Objekt zu erkennen, das die Form eines Schiffsbugs hat. Auf Satellitenbildern aus dem Jahr 2003 wird diese Form bestätigt. Es sind keine Expeditionen bekannt, die diesen Ort besuchten. Ein Grund könnte sein, dass der Ararat ein Vulkan ist und es sehr unwahrscheinlich ist, dass die Arche die Vulkanausbrüche überstanden hätte und die Forscher eher davon überzeugt sind, dass es sich um eine natürliche geologische Formation handelt[ix].

Berg Sulaiman

Im Norden des Iran verläuft das Elburs-Gebirge. Einer der Berge dort ist der Sulaiman. Ed Davis, Mitglied des 363rd Army Corps of Engineers, will dort im Zweiten Weltkrieg auf dem Berg Sulaiman, nahe der Stadt Qazvin, Überreste der Arche unterhalb einer Klippe gesehen haben. Er stützte sich dabei auf die Erzählungen eines Einheimischen[x] und ließ sich von ihnen dorthin führen. In den Jahren 2005 und 2006 nahm Bob Cornuke vom Bible Archaeology and Exploration Institute (BASE) dies zum Anlass, dort nach der Arche zu suchen, da er den Gipfel als Teil der „Berge des Ararat“ verstand. Seine Expedition erhielt große mediale Aufmerksamkeit, auch wenn das Elburs-Gebirge geologisch nicht mit dem Großen Ararat in Verbindung gebracht werden kann, sondern sich gut 800km östlich davon befindet. Die von Bob Cornuke zurückgebrachten Aufnahmen zeigen Formationen am Berg, die unterschiedlich interpretiert werden. Manche Forscher halten diese für versteinerte Balken und Planken der Arche. Geologen hingegen erklären, dass es seltene, aber durch bekannte geologische Prozesse entstandene Formationen seien.

Der Berg Dschudi

Der Berg Dschudi[xi] in der türkischen Provinz Sirnak gehört geologisch nicht zum Gebiet des Großen Ararat. Er ist für Forscher die versuchen, den Landeplatz der Arche zu finden deshalb interessant, da er im Gebirgszug Urartu liegt, der die Nordgrenze des ehemaligen Urartäischen Königreichs (auch: Ararat) bildet. In der Gegend gibt es eine starke „Noah-Tradition“, darunter ein aus dem 4. Jahrhundert stammendes zu Ehren Noahs erbautes Kloster. Gertrude Bell (1868-1926), eine englische Historikerin, machte im Jahr 1909 Aufnahmen des Klosters und vom Gipfel des Cudi[xii]. Renommierte Archäologen und Journalisten, darunter der deutsche Timo Roller, gehen davon aus, dass der Berg Dschudi eine plausible Antwort auf die Frage nach dem Landeplatz der Arche ist.

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Der weit wichtigere Fund

Berichte über die aktuelle Arche-Forschung wird es immer wieder geben. Auch Expeditionen zu den aufgeführten Orten. Unumstrittene Schlussfolgerungen werden auch in den kommenden Jahren nicht zu erwarten sein, manchmal, wie im Jahr 2010 bei der NAMI[xiii]-Expedition, werden Forscher auch sehr zweifelhafte Ergebnisse präsentieren.

Nach über 4000 Jahren ist nicht zu erwarten, dass es noch Fundstücke gibt, die eindeutig der Arche und Noahs Familie zugeordnet werden können. Skeptiker und Spötter würden sich selbst bei glasklar der Arche zuzuordnenden Artefakten nicht davon überzeugen lassen, dass die Bibel Gottes Wort ist. Jesus selbst sagte einmal, dass selbst ein Toter, der ins Leben zurückkehrt die Skeptiker nicht von der Wahrheit seines Wortes überzeugen könnte (Lukas 16:19-31).

Als Bob Cornuke nach seiner Expedition des Jahres 2006 in den Norden des Iran über seine Expedition berichtete, sagte er das folgende über seine Entdeckungen: „Es ist vielleicht die Arche, aber das muss nicht sein. Grundsätzlich ist festzuhalten: Noahs Arche war für gestern [die Menschen seiner Zeit], aber Jesus ist die Arche heute. Das Objekt auf dem Berg, was auch immer es ist, verrottet. Aber wir heute haben eine lebende Arche und wir können an Bord gehen. Vertraue in Jesus und seine Erlösung![i]

Der Bericht über die Flut zur Zeit Noahs erinnert uns daran, dass Gott Sünde mit dem Tod bestrafen muss. Nur wer die Tür zur Arche durchschritt, wurde gerettet. Jesus ist unsere Tür zum Leben (Johannes 10:9). Er starb an unserer Stelle damit wir leben können. Lassen wir Jesus in unser Leben, sind wir gerettet. Bleib nicht vor der Tür stehen.


21 Und der HERR roch den lieblichen Geruch und sprach in seinem Herzen: Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen; denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf. Und ich will hinfort nicht mehr schlagen alles, was da lebt, wie ich getan habe. 22 Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.

1 Mose 8:21-22

[i] Gardiner, A.: Egypt Of The Pharaos. An Introduction. London: Oxford University Press. 1964.S. 53| https://aroyking.wordpress.com/2015/05/29/oxford-scholar-egyptian-history-is-a-collection-of-rags-and-tatters/

[ii] Josephus, F.: The Works of Josephus. Peabody, Hendrickson Publishers. 17. Auflage, 2003. S.33-34

[iii] British Museum, #92687, Room: G55/ dc16 / Anderson, C. and Edward, B.: Through the British Museum with the Bible. Leominster, One Day Publications. 2015. S.65.

[iv] https://de.wikipedia.org/wiki/Ararat

[v] Noorbergen, R.: The Ark File. Erste Auflage 1974.

[vi] An anderer Stelle nennt G. Hagopian das Jahr 1905 und spricht von seinem Onkel.

[vii] https://en.wikipedia.org/wiki/1840_Ararat_earthquake

[viii] https://en.wikipedia.org/wiki/Ron_Wyatt

[ix] https://de.wikipedia.org/wiki/Ararat-Anomalie

[x] https://www.noahsarksearch.com/ed-davis.htm

[xi] https://en.wikipedia.org/wiki/Mount_Judi

[xii] https://noahsarksearch.com/BellGertrude/BellGertrude.htm

[xiii] Noah’s Ark Ministries International, Teil der The Media Evangelism Gruppe, Hong Kong.

[i] https://answersingenesis.org/noahs-ark/noahs-ark-found/hark-the-ark/