Vater und Sohn

18 Die Söhne Noahs, die aus der Arche gingen, sind diese: Sem, Ham und Jafet. Ham aber ist der Vater Kanaans. 19 Das sind die drei Söhne Noahs; von ihnen kommen her alle Menschen auf Erden. 20 Noah aber, der Ackermann, pflanzte als Erster einen Weinberg. 21 Und da er von dem Wein trank, ward er trunken und lag im Zelt aufgedeckt. 22 Als nun Ham, Kanaans Vater, seines Vaters Blöße sah, sagte er’s seinen beiden Brüdern draußen. 23 Da nahmen Sem und Jafet ein Kleid und legten es auf ihrer beider Schultern und gingen rückwärts hinzu und deckten ihres Vaters Blöße zu; und ihr Angesicht war abgewandt, damit sie ihres Vaters Blöße nicht sähen. 24 Als nun Noah erwachte von seinem Rausch und erfuhr, was ihm sein jüngster Sohn angetan hatte, 25 sprach er: Verflucht sei Kanaan und sei seinen Brüdern ein Knecht aller Knechte! 26 Und sprach weiter: Gelobt sei der HERR, der Gott Sems, und Kanaan sei sein Knecht! 27 Gott schaffe Jafet weiten Raum und lasse ihn wohnen in den Zelten Sems und Kanaan sei sein Knecht! 28 Noah aber lebte nach der Sintflut dreihundertfünfzig Jahre, 29 dass sein ganzes Alter ward neunhundertfünfzig Jahre, und starb. 1 Mose 9: 18-29 (Luther 2017)

Viele Fragen

Die letzte bekannte Episode im Leben von Noah ist ein Bericht über Noahs Weinberg, seine Trunkenheit und die Reaktionen seiner Söhne darauf. Eine BibleTime ist nicht ausreichend, um diesem Abschnitt gerecht zu werden, der Fragen über den Genuss von Wein aufkommen lässt, die Beziehung von Söhnen zu fehlbaren Vätern thematisiert und einen zuerst einmal rätselnd zurücklässt, warum der Enkel für das Verhalten seines Vaters in die Pflicht genommen wird.

Der Vater

Diese BibleTime beschäftigt sich mit dem Vater und der Beziehung zu seinem jüngsten Sohn, bzw. dessen Sohn, Noahs Enkel Kanaan. Gleich im ersten Satz wird Noahs Enkel Kanaan erwähnt und das deutet darauf hin, dass ihm in diesem Bericht eine wichtige Rolle zufällt. Dass dies für uns heutzutage von Bedeutung ist erkennen wir daran, dass Gott festhält, dass alle heutigen Menschen auf diese drei Väter zurückgehen (Vers 19)[i].

Jeder Vater hat eine Geschichte

An jedem dritten Wochenende im Juni spielt die MLB in blau: blaue Logos, blaue Schläger und manche Spieler lassen sich extra blaue…

Wir lernen, das Noah einen Weinberg pflanzt, ähnlich so wie Gott, der Vater, der für Adam und Eva einen Garten pflanzte. Noah gehorchte Gottes Auftrag und begann sich die Erde untertan zu machen. Er ordnete diese ihm völlig unbekannte Welt und schaffte Anlagen, die er kannte und in denen er und seine Familie sich wohlfühlen konnten. Wie jeder gute Vater schaffte er für seine Familie eine ansprechende Umgebung und sorgte mit seiner Arbeit für seine Frau, ihre gemeinsamen Söhne und deren Familien.

Ein gefallener Vater

Doch bei all dem wird deutlich, dass Gottes Urteil über das Herz des Menschen immer gilt: Noah ist ein sündiger Vater auf einer gefallenen Erde: Die Früchte seiner Arbeit machen ihn betrunken. Wie sehr Noah betrunken war, wird nicht ersichtlich, er war aber noch klar genug um es in das schützende Zelt zu schaffen um dort zu schlafen, bis er wieder klar im Kopf war. Auch, dass er seine Kleider auszog kann ein Hinweis darauf sein, dass Noah nicht bis zur Bewusstlosigkeit betrunken war.

Der Sohn

Ham, Noahs jüngster Sohn, ging zu seinem Vater in dessen Zelt. Es ist eigentlich zu erwarten, dass Ham wartet, bis sein Vater ihn ins Zelt bittet. Doch dass Ham „seines Vaters Blöße“ sah ist ein erster Hinweis darauf, dass Ham keinen Respekt vor seinem Vater hatte und ohne Aufforderung in das Zelt seines Vaters trat.

Doch anstelle, dass Ham die Blöße seines Vaters bedeckt, macht er sie öffentlich und erzählt seinen älteren Brüdern davon. Dies ist ein weiteres Zeichen dafür, dass es hier um mehr geht, als um einen unreifen Streich eines Sohnes. Ham respektiert die Autorität seines Vaters nicht und möchte die Situation nutzen, um auch bei seinen Brüdern die Autorität des Vaters zu untergraben. Es ist denkbar, dass sich Ham an die Stelle seines Vaters setzen wollte. Das alte „ihr werdet sein wie Gott“ der Schlange (1 Mose 3:5) schwingt hier mit.

Vater, bitte …!

„9 Und ich sage euch auch: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. 10…

Der Fluch

Dass es tatsächlich um Herrschaft und Unterordnung geht, zeigt dann der Fluch von Noah, den dieser über seinen Enkel ausspricht. Man könnte denken, dass dieser Fluch von einem unbeherrschten und ärgerlichen Noah ausgesprochen wurde, der noch unter den Auswirkungen seines Weinkonsums leidet. Doch nimmt man sich Zeit und denkt darüber nach, erkennt man, dass Noah klar dachte:

Die Nachfahren des Sohnes, der sich an die Stelle des Vaters setzen wollte, werden Knechte der Nachfahren der Söhne sein, die die Autorität des Vaters achteten und in respektvollster Weise die Blöße und Scham ihres Vaters bedeckten.

12 Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben wird.

2. Mose 20: 12

Der Fluch Noahs über seinen Enkel Kanaan macht deutlich, dass es Ham um Macht und Herrschaft ging, die Gott aber seinem Vater Noah gegeben hatte. Die Söhne beerben den Vater und Noahs Fluch schließt aus, dass sich die Rebellion seines jüngsten Sohnes gegen die Anordnungen Gottes nicht auch in den Nachkommen ausbreiten wird. Dass Gott den Fluch Noahs bestätigt, sehen wir in den Geschichtsbüchern in Gottes Wort und bis in die heutigen Zeiten.

Der Sohn des Vaters

Einen ganz anderen Sohn sehen wir in Jesus. Jesus ordnete sich ganz dem Willen seines Vaters unter.

41 Und er [Jesus] riss sich von ihnen los, etwa einen Steinwurf weit, und kniete nieder, betete 42 und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!

Lukas 22: 42

Jesus ordnete sich ganz dem Willen seines Vaters unter, damit wir in Ewigkeit mit ihm leben können.

8 Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.

Philipper 2: 8

Die Frage, die diese Episode an dich stellt ist, ob Du Jesus nachfolgen und Deinem Vater im Himmel gehorsam sein willst?

6 Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, 7 sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt. 8 Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. 9 Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist, 10 dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, 11 und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.

Philipper 2: 6-11

[i] In seinem Buch „Traced“ zeigt Dr. Nathaniel Jeanson auf, dass genetische Studien diese Aussage in Gottes Wort belegen. Jeanson, N.: „Traced“. New Leaf Publishing Group, LLC. 2022