Vor Beginn der Postseason im September 2024 waren sich fast alle Sportjournalisten in New York einig, dass es für die New York Yankees nur zwei Möglichkeit gibt: Entweder sie gewinnen nach einer 15-jährigen Durststrecke endlich wieder die World Series oder die Season 2024 muss als ein weiteres verlorenes Jahr betrachtet werden. Sicher, die Ansprüche an ein Line-up wie das der Yankees in der Season 2024 mit Juan Soto, Aaron Judge und Giancarlo Stanton (und, und, und …), waren (und sind) in der erfolgsverwöhnten New Yorker Sportwelt hoch. Und die Enttäuschung nach der spektakulären Niederlage am 31. Oktober 2024 war riesig. Nach 5-0 Führung nach dem 3. Inning begingen die Yankees im fünften Inning anfängerhafte Fehler, gaben fünf Runs ab, verloren letztendlich das Spiel und mussten zuschauen, wie die LA Dodgers in New York die World Series Trophy in Empfang nehmen durften. Die Journalisten und Fans, die nach diesem Spiel von einem verlorenen Jahr sprachen, sahen nur zwei Möglichkeiten: World Series Gewinner oder komplette Verlierer. Doch auch eine Saison ohne Titel kann auf dem Weg zu den World Series mit kleineren Erfolgen gepflastert sein. Die Yankees waren das beste Team der American League, erzielten die meisten Runs und hatten das viertbeste Pitching-Team der MLB. Enttäuschte Journalisten und Fans begingen den argumentativen Fehlschluss eines Falschen Dilemmas, der nur zwei Möglichkeiten erlaubt, wenn es mindestens eine weitere Möglichkeit gibt.
Falsches Dilemma zwischen Glaube und Verstand
Nicht nur Sportjournalisten und Sportfans in New York begehen den Fehlschluss eines Falschen Dilemmas. Auch in Gesprächen über Religion und Wissenschaft hört man oft, dass man „als gläubiger Christ ja seinen Verstand ausschalten muss.“ Einfacher gesagt: Entweder du hast Glaube oder Verstand.
Wenn du das hörst, dann wird dir ein Falsches Dilemma präsentiert. Es gibt nämliche eine weitere Möglichkeit: Wir können Glaube haben und unseren Verstand benutzen. Als Christ sollen und müssen wir unseren Verstand sogar nutzen, denn ohne unseren Verstand können wir zum Beispiel nicht logisch argumentieren. Gott, der Schöpfer, besitzt den größten Verstand überhaupt. Wir sind in seinem Bild geschaffen (1. Mose 1: 26-27), deshalb besitzen wir Verstand. Wir sollen diesen Verstand nutzen um Ihn zu verherrlichen.
Von Gott oder von Menschen geschrieben?
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WeiterlesenNaturgesetze oder Wunder?
Manchmal hört man als Christ den Vorwurf, dass das Universum entweder durch Naturgesetze geordnet ist oder Gott das Universum ständig durch Wunder am Laufen hält. Doch auch hier hast du ein Falsches Dilemma vor dir. Gott hat die Naturgesetze geschaffen, die die allermeiste Zeit das Universum ordnen und manchmal operiert Gott außerhalb seiner Naturgesetze um Wunder zu vollbringen.
Wissenschaft oder Glaube?
Auch in christlichen Gemeinden wird manchmal ein Falsches Dilemma präsentiert. Es gibt Vorträge und Gespräche, die mit „Wissenschaft oder Glaube?“, „Bibel oder Wissenschaft?“ oder ähnlichen Titeln beworben werden. Sie erwecken leider den Eindruck, dass man sich für eine der Möglichkeiten entscheiden muss, wenn doch beide miteinander eingesetzt werden sollten. Denn um logisch zu argumentieren, muss ich glauben, dass die Gesetze der Logik existieren, da diese immateriell sind und daher nicht mit der wissenschaftlichen Methode erfassbar sind.
Der christliche Glaube und Wissenschaft schließen sich nicht aus. Das christliche Weltbild ist Grundlage der Wissenschaft. Moment, werden hier manche einwenden, das ist doch nicht richtig. Einmal davon abgesehen, dass der Erfinder der wissenschaftlichen Methode Sir Francis Bacon Christ war und hochangesehene Wissenschaftler wie Isaac Newton an den Schöpfergott der Bibel glaubten, können wir nur deshalb mit der wissenschaftlichen Methode verlässlich arbeiten, da Gott der Schöpfer unser Universum mit seinen verlässlichen Naturgesetzen geordnet hat.
Wäre dieses Universum zufällig entstanden und hätte sich durch viele Zufälle bis zu seinem heutigen Zustand entwickelt, hätten wir keine Garantie, dass sich die Naturgesetze nicht morgen zufällig änderten. Wäre dies der Fall, wäre wissenschaftliches Arbeiten nicht zuverlässig möglich. Wissenschaftliches Arbeiten erfordert, dass wir Vorhersagen machen können, die auf absolut unveränderlichen Naturgesetzen beruhen. Die Funktion von (Fernseh-)Satelliten zum Beispiel erfordern, dass die von Johannes Kepler (auch er glaubte an den Schöpfer, wie er sich in der Bibel offenbart) entdeckten Planetengesetze absolut gültig sind. Ohne Planetengesetze gibt es keine zuverlässigen Sportübertragungen aus anderen Erdteilen.
Schöpfer und Naturgesetze
Skeptiker fordern einen manchmal dadurch heraus, dass sie auf Kolosser 1: 17 hinweisen. Dort steht:
Denn in ihm wurde alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, […]; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen. 17 Und er ist vor allem, und es besteht alles in ihm.
Ihr Vorwurf besteht darin, dass „wir heute wissen, dass Gravitation und Elektromagnetismus das Universum zusammenhalten und deshalb die Bibel hier falsch liege.“
Der Skeptiker liegt hier einem Falschen Dilemma auf, denn er sagt, dass entweder Gott das Universum zusammenhält oder die Naturgesetze. Er übersieht dabei, dass Gravitation und Elektromagnetismus nur die Namen sind, die wir Menschen den Kräften gaben, mit denen Gott das Universum ordnet. Die elementaren Kräfte sind kein Ersatz für Gottes Kraft und Macht – sie sind ein Beispiel für Gottes Kraft, die wir mit Hilfe der wissenschaftlichen Methode zu begreifen versuchen.
Kein Falsches Dilemma
Während wir Menschen immer überlegen müssen, ob wir unserem Gegenüber nicht ein Falsches Dilemma präsentieren, ist dies bei Aussagen von Jesus nicht der Fall. Wenn Jesus sagt, dass „wer nicht mit mir ist, ist gegen mich“ (Matthäus 12:30) dann gibt es tatsächlich nur diese beiden Möglichkeiten. Jesus sagt uns an dieser Stelle, dass es im Leben keine dritte, neutrale Möglichkeit gibt. Entweder haben wir unsere Sünden er- und bekannt und kommen zu Jesus ans Kreuz, oder wir bleiben vor Ihm schuldig. Bleiben wir schuldig, können wir nicht mit Jesus in der Ewigkeit feiern, nur die erste Möglichkeit gibt uns den Zutritt zu Seinem Fest (Matthäus 22: 1-14; Offenbarung 19: 9)
Schlussfolgerung
Der Schlüssel um Falsche Dilemmata zu entdecken liegt darin, darauf zu achten, ob dir nur zwei Möglichkeiten angeboten werden. Dies kann sehr offensichtlich geschehen, manchmal aber auch nur angedeutet sein. Ist dies der Fall, musst du überlegen, ob es nicht weitere Möglichkeiten zur Auflösung eines Konflikts gibt.
Selbststest
Überlege dir, was du den folgenden Aussagen entgegnen kannst:
„Ich könnte nie Christ werden, da ich ein Verstandesmensch bin.“
„Du kannst keine Naturwissenschaften studieren, da Christen nicht Wissenschaftler sein können.“
„1 Und Jesus fing an und redete abermals in Gleichnissen zu ihnen und sprach: 2 Das Himmelreich gleicht einem König, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete. 3 Und er sandte seine Knechte aus, die Gäste zur Hochzeit zu rufen; doch sie wollten nicht kommen. 4 Abermals sandte er andere Knechte aus und sprach: Sagt den Gästen: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet und alles ist bereit; kommt zur Hochzeit! 5 Aber sie verachteten das und gingen weg, einer auf seinen Acker, der andere an sein Geschäft. 6 Die Übrigen aber ergriffen seine Knechte, verhöhnten und töteten sie. 7 Da wurde der König zornig und schickte seine Heere aus und brachte diese Mörder um und zündete ihre Stadt an. 8 Dann sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereit, aber die Gäste waren’s nicht wert. 9 Darum geht hinaus auf die Straßen und ladet zur Hochzeit ein, wen ihr findet. 10 Und die Knechte gingen auf die Straßen hinaus und brachten zusammen alle, die sie fanden, Böse und Gute; und der Hochzeitssaal war voll mit Gästen. 11 Da ging der König hinein zum Mahl, sich die Gäste anzusehen, und sah da einen Menschen, der hatte kein hochzeitliches Gewand an, 12 und sprach zu ihm: Freund, wie bist du hier hereingekommen und hast doch kein hochzeitliches Gewand an? Er aber verstummte. 13 Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werft ihn in die äußerste Finsternis! Da wird sein Heulen und Zähneklappern. 14 Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt.“
Matthäus 22: 1-14
