Vom Feind gesät

„Das Himmelreich gleicht einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. 25 Als aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut zwischen den Weizen und ging davon. 26 Als nun die Halme wuchsen und Frucht brachten, da fand sich auch das Unkraut. 27 Da traten die Knechte des Hausherrn hinzu und sprachen zu ihm: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn das Unkraut? 28 Er sprach zu ihnen: Das hat ein Feind getan. Da sprachen die Knechte: Willst du also, dass wir hingehen und es ausjäten? 29 Er sprach: Nein, auf dass ihr nicht zugleich den Weizen mit ausrauft, wenn ihr das Unkraut ausjätet. 30 Lasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte; und um die Erntezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, damit man es verbrenne; aber den Weizen sammelt in meine Scheune.“ Markus 4: 24-30 (Luther 2017)

Der Platzwart („greenkeeper“) eines Baseballstadions ist nicht nur ein Spezialist für Rasensorten und Rasenpflege. Er ist auch Spezialist für das Unkraut, das sich auf dem Spielfeld breitmachen will. Ein guter Boden ist nämlich nicht nur gut für das Wachstum des Rasens, sondern auch gut für das unerwünschte Unkraut. Für den Greenkeeper gibt es viele unterschiedliche Möglichkeiten, gegen das Unkraut vorzugehen. Er kann es mitsamt der Wurzel ausreißen und es gibt verschiedene chemische Lösungen, um das Unkraut abzutöten. Wenn das alles nicht mehr hilft, und sich das Unkraut zu sehr ausbreitet, gibt es noch die kostspielige Möglichkeit, den ganzen Rasen mitsamt dem Boden zu entfernen und einen neuen Rasen anzulegen.

Jesus spricht im Anschluss an das Gleichnis vom Acker und dem Licht auch vom Unkraut. Doch er zeigt eine ganz andere Lösung auf, die im Baseballstadion nicht angewendet werden kann: Das Unkraut wächst zusammen mit der guten Frucht auf und erst zur Ernte wird das Unkraut aussortiert. Doch warum will Jesus mit dem Unkrautjäten warten?

Das Unkraut

Zur Zeit von Jesus musste das Saatgut von falschen Körnern gereinigt werden[i]. Vor allem beim Weizen bestand die Möglichkeit, dass sich Körner des Taumel-Lochs[ii] unter die Weizenkörner verirrt hatten. Der Taumel-Loch sieht als Sämling und später mit Halm und Ähre recht lange aus wie der Weizen. Allerdings wird dieses einjährige Süßgras oft von einem Pilz befallen, was dann beim Verzehr zu rauschartigen Zuständen bis hin zum (selten) Tod führen kann.

Im Unterschied zum Weizen hat der Taumel-Lolch breite, buschige Wurzeln und wenn man das Unkraut jäten will, reißt man mit Sicherheit auch die umstehenden guten Halme des Weizens aus. Deshalb ist es keine Überraschung, dass Jesus empfiehlt, das Unkraut stehen zu lassen, denn damit schützt er seinen Weizen. Erst bei der Ernte werden die Schnitter, die Erntehelfer, den Lolch vom Weizen trennen.

Auf unsere Zeit übertragen bedeutet das, dass es in Gemeinschaften mit Jesus-Nachfolgern auch Menschen gibt, die auf den ersten Blick wie Jesus-Nachfolger aussehen. Sie besuchen die Gottesdienste, lesen in Gottes Wort und haben Gemeinschaft mit Jesus-Nachfolgern. Ihre Wurzeln sind tief und verwoben mit den Jesus-Nachfolgern. Ihre Frucht ist jedoch nicht „Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit“ (Galater 5: 22) sondern sie ist berauschend, da sie giftig ist. An gleicher Stelle sagt uns Gott, wie diese Fruch aussieht: „Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung, Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Hader, Eifersucht, Zorn, Zank, Zwietracht, Spaltungen, Neid, Saufen, Fressen“.

GLEICHNISSE – Guter Boden

Fruchtbar

„20 Und jene sind es, die auf das gute Land…

Als die Knechte den Lolch im Feld finden fragen sie zurecht, wer denn so eine Frucht ausbringen würde?

Der Feind

Jesus ist auch nicht überrascht, dass die Knechte in seinem Feld Unkraut entdeckt haben. Er ist sich sicher, genauso wie die Knechte, dass der eingesetzte Samen gereinigt und gut war. Der Lolch, das Unkraut, muss von seinem Widersacher gesät worden sein. Das Wort Gottes, der Same, ist gut!

4 Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird; 5 denn es wird geheiligt durch das Wort Gottes und Gebet.

1 Timotheus 4: 4-5

Der Feind, von dem Jesus redet ist der Teufel. Lesen wir, was Jesus über diesen sagt:

44 Ihr habt den Teufel zum Vater, und nach eures Vaters Begierden wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit, denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus dem Eigenen; denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge.

Johannes 8: 44-45

Wir müssen verstehen, dass dort, wo Jesus‘ Wort verkündet wird, dort wird auch der Feind von Jesus aktiv – wie wir von Jesus erfahren, geschieht dies bei Nacht, im Verborgenen. Was bedeutet das für dich?

Wann immer du das Gefühl hast, dass das, was du tust ein Geheimnis bleiben soll, solltest du dich fragen, ob du das Richtige tust. Wann immer du dir überlegst, dass das, was du jetzt gerade anschaust, nicht in die Öffentlichkeit sollte, dann solltest du dir überlegen das Gerät auszuschalten. Nur was du in der Öffentlichkeit tun und anschauen kannst, ist zumindest einmal nicht verwerflich; obwohl ich verstehe, dass immer mehr Dinge, die Gott als Sünde bezeichnet (s.o.), gesellschaftlich akzeptiert werden).

Die Ernte

Normalerweise würde bei der Ernte zuerst die Frucht eingebracht, und dann erst würde man das Unkraut einsammeln und es verbrennen. Doch Jesus spricht in diesem Gleichnis davon, dass der Lolch zuerst gesammelt und gebündelt wird. ER deutet damit darauf hin, dass das, was mit dem Lolch geschieht außerordentlich wichtig ist.

Jesus sagt hier sehr deutlich, dass es am Ende dieser Welt zu einer Beurteilung kommen wird. Wie im Gleichnis die Schnitter beurteilen, ob ein Halm gute Frucht oder Unkraut ist, wird am Ende dieser Welt unterschieden werden, ob du dein Leben mit oder ohne Jesus gelebt hast.

BUCH RICHTER – Leuchten wie die Sonne

Das Ende des Unkrauts ist das Feuer, die Gute Frucht, die Gerechten, werden leuchten wie die Sonne. Das Licht ist nicht mehr übersehbar – wie die Stadt auf dem Berg, werden die Nachfolger von Jesus für alle sichtbar sein.

In welche Gruppe gehörst du?

„1 Zu jener Zeit wird Michael auftreten, der große Engelfürst, der für dein Volk einsteht. Denn es wird eine Zeit so großer Trübsal sein, wie sie nie gewesen ist, seitdem es Völker gibt, bis zu jener Zeit. Aber zu jener Zeit wird dein Volk errettet werden, alle, die im Buch geschrieben stehen. 2 Und viele, die im Staub der Erde schlafen, werden aufwachen, die einen zum ewigen Leben, die andern zu ewiger Schmach und Schande. 3 Und die Verständigen werden leuchten wie des Himmels Glanz, und die viele zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewiglich.“

Daniel 12: 1-3

[i] Heute ist dies Aufgrund des Einsatzes von Herbiziden nicht mehr notwendig.

[ii] https://de.wikipedia.org/wiki/Taumel-Lolch