Im Baseball gibt es nur Sieg oder Niederlage – eine Mannschaft verbucht den Sieg, die andere Mannschaft die Niederlage. Doch in bestimmten Szenarien gibt es auch noch eine dritte – oder vierte Möglichkeit: Das Spiel wird aus bestimmten Gründen beim Stand eines Unentschiedens abgebrochen und nicht fortgesetzt, dass die Wertung in der Endabrechnung keinen Unterschied mehr macht. Deshalb ist die Frage, ob eine Mannschaft ein Spiel gewonnen oder verloren hat, ein falsches Dilemma, senn es gibt auch noch das seltene aber mögliche Szenario, dass ein Spiel aufgrund der Situation beim Stand von Unentschieden abgebrochen wurde und die Ligaleitung entschied, dass das Spiel nicht fortgesetzt werden muss. Ähnlich ist es bei der Frage, wer den die Texte der Bibel geschrieben hat: Ist Gott der Autor der Bibel oder waren es viele menschliche Autoren?
Der Vorwurf
Ein immer wieder geäußerter Vorwurf gegen das Wort Gottes lautet, dass sich die Stellen in 2. Timotheus 3: 16 und zum Beispiel in Lukas 1: 3 und Johannes 21: 24 widersprechen würden. In 2. Timotheus 3: 16 steht, „dass alle Schrift von Gott eingegeben ist […], während Lukas gleich zu Beginn seines Berichts über das Leben von Jesus schreibt (Lukas 1: 3), dass „er es für gut gehalten hat, […] alles von Anfang an in guter Ordnung aufzuschreiben.“ Auch Johannes (Johannes 21: 24) schreibt in seinem Bericht über Jesus, dass er es sei, „der es aufgeschrieben hat.“
Fehlschluss des falschen Dilemmas
Der Vorwurf beruht auf dem Fehlschluss, dass nur eine der beiden Lösungen richtig sein kann und zeige, dass Gottes Wort Fehler enthalte. Doch wie beinahe immer im Leben, gibt es auch hier eine weitere Lösung: Es gibt keinen Grund, warum die Texte der Bibel nicht von Gott eingegeben und von Menschen niedergeschrieben wurden. An einer weiteren Stelle macht Gott dies durch einen Brief von Petrus deutlich:
Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden, sondern getrieben vom Heiligen Geist haben Menschen in Gottes Auftrag geredet.
2 Petrus 1: 21
Schlussfolgerung
Immer wenn wir vor ein Problem mit nur zwei Lösungen gestellt werden, sollten wir uns zuerst daran erinnern, dass Gott uns in Seinem Wort nicht belügt. Das bedeutet, dass der Fehler beim menschlichen Vorwurf liegen muss. Wenn wir uns dies klargemacht haben, können wir nach einer weiteren Lösung, und damit der Antwort auf die Frage, suchen. Ein Beispiel dafür ist die Frage, wessen Sohn Ruben ist. In 1. Mose 35: 22-23 wird er als ein Sohn Jakobs bezeichnet und später (1. Mose 46: 8) als ein Sohn Israels. Es gibt auch hier keinen Widerspruch, denn aus 1 Mose 32: 29 wissen wir, dass Gott Jakob den Namen Israel gab. Ruben ist deshalb ein Sohn Jakobs, dessen Name auch Israel ist. Bei der Suche nach der Antwort hilft es auch, Gottes Wort täglich zu lesen und ausgiebig zu studieren.
Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden, sondern getrieben vom Heiligen Geist haben Menschen in Gottes Auftrag geredet.
2 Petrus 1: 21
WIE KANN ICH KRITISCH DENKEN?
Strategie: Kritisches Denken – 7 Tests
„Du klickst dich durch social media und dann plötzlich lernst du ein Argument kennen, das sehr überzeugend darlegt, warum die Auferstehung von Jesus nie geschah und die ersten Christen dies…
