Wie reagierst Du, wenn Dir jemand sagt, dass in der nahen Zukunft eine Naturkatastrophe Dein Leben zerstören wird? Vor etwa 4500 Jahren hörte die Weltbevölkerung diese Warnung Noahs. Nicht nur, dass sie sehr wahrscheinlich diese Warnung von Noah hörten – nein, sie sahen auch, wie er ein gewaltiges Schiff, die Arche, baute. Die Arche hatte eine Ladekapazität von 53200m3 (zwischen 1000 und 1500 LKWs)[i], war etwa 155m lang (1 ½ Fußballfelder), 25m breit und 15m hoch. Offensichtlich vertraute Noah dem Wort Gottes und setzte alles was er hatte ein, um dieses Rettungsschiff zu bauen. Dazu sahen die Menschen zur Zeit Noahs, wie eines Tages plötzlich mehrere tausend Tiere zu diesem Rettungsschiff kamen (1 Mose 7: 7-9). Im Bericht über die Flut zur Zeit Noahs lesen wir dann aber, dass von den Menschen nur Noah und seine Frau, deren Söhne und Frauen an Bord gingen und die Flut überlebten. Durfte sonst niemand an Bord oder haben keine weiteren Personen der Warnung des Schöpfers, die er durch Noah verkünden ließ, Glauben geschenkt?
Gott hätte die Erde nicht durch eine weltweite Flut zerstören müssen, wenn die Menschheit sich von ihren bösen Taten abgewendet und diese bereut hätten. Wenden sich Menschen zu Gott, wendet sich Gott von seinem Gericht ab. Ein erstes Beispiel dafür finden wir im Bericht über Sodom und Gomorra (1 Mose 19: 1-29). Gott kündigte Abraham das Gericht für Sodom an und auf Abrahams Bitte hin war er bereit die Stadt zu verschonen, sollten sich darin auch nur 10 gerechte Menschen (Menschen, die Gott anbeten) finden[ii]. Auch im Bericht von Jona (Buch Jona) lesen wir, dass Gott von seinem Gericht absah, als der König und die Menschen der Stadt ihre Ungerechtigkeit bereuten.
Die Arche selbst bot genügend Raum für viele weitere Menschen, die die Warnung Gottes ernst nahmen. Im Bericht über die Sintflut finden wir darüber keine Information und wir müssen vorsichtig mit der Auslegung sein. Was wir gesichert sagen können ist, dass die Arche groß genug war um noch viele weitere Menschen neben Noahs Familie zu retten.
Hätten weitere Personen, die Gottes Warnung ernst nahmen, mit auf die Arche gedurft?
Auf diese Antwort kann man zweifach antworten. Die Arche war so groß, dass noch mehrere tausend Menschen Platz gehabt hätten. John Woodmorappe hat sich in einer Machbarkeitsstudie[iii] damit beschäftigt. Geht man von der höchstmöglichen Anzahl von 32 000 Tieren[iv] aus, die in die Arche gehen mussten, hätte es immer noch gut 6000t ungenutzten Raum auf der Arche gegeben. Gut ein Drittel der Ladekapazität war bei diesem Szenario ungenutzt und es hätten noch weitere 32 000 Menschen Platz auf der Arche gehabt, sowie ausreichend Nahrung und Wasser für ein Jahr. Setzt man die (wahrscheinlichere) Anzahl von Grundtypen der Tiere an, wären nur etwa 7000 Tiere an Bord der Arche gewesen und das Rettungsschiff hätte Platz, Nahrung und Wasser für weitere etwa 100 000 Menschen geboten.
Kurze Antworten – Wie viele Tiere waren auf der Arche?
Noch zu Beginn der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts war es in unserer westlichen Kultur für die Mehrheit klar, dass es einen Gott gibt. Uneinigkeit herrschte in der Regel nur darüber, ob jemand diesem Gott gehorchen…
WeiterlesenAus 1 Mose 6: 13-22[v] wissen wir jedoch, dass Gott Noah sagte, dass er nur mit seiner Familie einen Bund aufrichten werde:
„18 Aber mit dir will ich meinen Bund aufrichten, und du sollst in die Arche gehen mit deinen Söhnen, mit deiner Frau und mit den Frauen deiner Söhne.“
1 Mose 6: 18
Gott hat in Seiner Allwissenheit gewusst, dass sich die Menschen nicht von ihrer Boshaftigkeit abwenden und sich weigern würden, an Bord der Arche zu gehen. Die wenigen Menschen, die noch Gott anbeteten, Metuschelach zum Beispiel oder Noahs Vater Lamech, starben vor der Flut oder im Jahr als die Flut über die Erde kam.

Die Größe der Arche zeigt die Größe von Gottes Herz für uns Menschen. Er will, dass alle Menschen gerettet werden.
3 Dies ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserm Heiland, 4 welcher will, dass alle Menschen gerettet werden und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.
1 Timotheus 2: 3-4
Die riesige Arche war ein Zeichen für Noah und alle Menschen, dass Gott ihre Rettung und ihr Überleben wollte. Noah wusste, dass es nicht der fehlende Platz auf der Arche war, die die Menschen davon abhielt, zur Arche zu kommen.
Was die Menschen davon abhielt zur Arche zu kommen war ihre Entscheidung in ihrer Sünde und Gottvergessenheit leben zu wollen. Sie glaubten nicht, dass Gott, der Schöpfer, heilig ist und seine Geschöpfe für ihren Unglauben richten werden würde.
Denken so nicht auch viele Mitmenschen? „Ach, Gott ist doch ein liebender Gott. So ernst müssen wir Sein Wort nicht nehmen – wenn er denn irgendetwas mit meinem Leben zu tun hat (oder es ihn überhaupt gibt).“
Bleiben wir am Text in Gottes Wort, lesen wir nur von der Einladung an Noahs Familie. Und Noah hörte, dass nur er und seine Familie gerettet werden würden. Trotzdem hat er sehr wahrscheinlich den Menschen vom Gericht Gottes gepredigt (siehe Teil 1).
Das ist eine deutliche Aufforderung an uns, unseren Nachbarn, Freunden und weiteren Mitmenschen von Jesus‘ Tod und Auferstehung und dem kommenden Gericht zu erzählen – auch wenn uns diese Menschen dann nicht ernstnehmen.
„Wenn Gott uns auf Betonboden stellt und uns sagt, Seinen Samen dort auszustreuen, dann müssen wir Ihm gehorchen und dort Seinen Samen ausstreuen. Wer sind wir, um Sein Wort in Frage zu stellen?“
R.B. Grauss, ca. 2022
Hätten sich damals Menschen wieder zu Gott gewandt, dann hätte Gott die Tür erst verschlossen, wenn diese Personen in der Arche gewesen wären (1 Mose 7:16). Dass Gott „alles Fleisch vernichten“ würde, schließt nicht aus, dass auch weitere Menschen in die Arche gehen konnten. Alleine dadurch, dass Noahs Familie und die Grundtypen der Tiere gerettet wurden zeigt, dass es Gott nicht um komplette Zerstörung ging, sondern um Gericht und einen Neuanfang mit Ihm. Der Bericht im Buch von Jona zeigt, dass Gott Sein Gericht abwendet, wenn sich Menschen (neu) zu Ihm bekennen.

Gott ist nicht nur ein „eifernder Gott“ (5 Mose 4: 24), sondern auch ein gnädiger Gott, der Seine Gnade allen gewähren möchte. Das beste Beispiel dafür haben wir in Jesus’ Tod am Kreuz, als der Gerechte (ohne Sünde – 1 Petrus 2: 22) für uns Ungerechte (Römer 3: 23) starb.
18 Denn auch Christus hat einmal für die Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er euch zu Gott führte; er ist getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist.
1 Petrus 3: 18
[i] https://answersingenesis.org/noahs-ark/how-could-all-animals-fit-ark/
[ii] In Sodom wohnten Lot und seine Frau und deren zwei Töchter. Die Töchter waren verlobt. Es ist denkbar, dass Abraham mit dem Gedanken spielte, dass die zukünftigen Ehemänner und deren Eltern auch gottesfürchtig waren und so wäre die Anzahl der zehn Gerechten erfüllt gewesen.
[iii] Woodmorappe, J: Noah’s Ark: A Feasibility Study. Institute for Creation Research. Indiana. 1996.
[iv] Gott musste nur die Grundtypen zur Arche bringen. Also keine Wölfe, Hyänen und andere Hunde, sondern nur ein Paar der Hundeartigen. Aus diesem Paar konnten sich dann durch Variation und Selektion die heute bekannten Spezies der Hundeartigen entwickeln.
[v] 17 Denn siehe, ich will eine Sintflut kommen lassen auf Erden, zu verderben alles Fleisch, darin Odem des Lebens ist, unter dem Himmel. Alles, was auf Erden ist, soll untergehen. 18 Aber mit dir will ich meinen Bund aufrichten, und du sollst in die Arche gehen mit deinen Söhnen, mit deiner Frau und mit den Frauen deiner Söhne. 19 Und du sollst in die Arche bringen von allen Tieren, von allem Fleisch, je ein Paar, Männchen und Weibchen, dass sie leben bleiben mit dir. 20 Von den Vögeln nach ihrer Art, von dem Vieh nach seiner Art und von allem Gewürm auf Erden nach seiner Art: Von den allen soll je ein Paar zu dir hineingehen, dass sie leben bleiben. 21 Und du sollst dir von jeder Speise nehmen, die gegessen wird, und sollst sie bei dir sammeln, dass sie dir und ihnen zur Nahrung diene. 22 Und Noah tat alles, was ihm Gott gebot.
