„30 Und Jeftah gelobte dem HERRN ein Gelübde und sprach: Gibst du die Ammoniter in meine Hand, 31 so soll, was mir aus meiner Haustür entgegengeht, wenn ich von den Ammonitern heil zurückkomme, dem HERRN gehören, und ich will’s als Brandopfer darbringen. 32 So zog Jeftah gegen die Ammoniter in den Kampf. Und der HERR gab sie in seine Hand. 33 Und er schlug sie mit gewaltigen Schlägen von Aroër an bis hin nach Minnit, zwanzig Städte, und bis nach Abel-Keramim. So wurden die Ammoniter gedemütigt vor den Israeliten. 34 Als nun Jeftah nach Mizpa zu seinem Hause kam, siehe, da geht seine Tochter heraus ihm entgegen mit Pauken im Reigen. Sie war sein einziges Kind, und er hatte sonst keinen Sohn und keine Tochter. 35 Und als er sie sah, zerriss er seine Kleider und sprach: Ach, meine Tochter, wie beugst du mich und betrübst mich! Denn ich habe meinen Mund aufgetan vor dem HERRN und kann’s nicht widerrufen.“ Richter 11: 30-35
Gott hatte Mitleid mit seinem Volk (Richter 10: 16). – hier zeigt sich wieder einmal das Herz Gottes: Wenn Menschen ihre Sünde bekennen, von ihr ablassen und sich Gott zuwenden, dann sieht auch Gott unser Elend an.
19 Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist, ein geängstetes, zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten.
Psalm 51: 19
Gott sieht unser Herz an – wollen wir nur unserem Elend entkommen, kann er uns nicht helfen. Jesus kam nicht in diese Welt, um uns ein gutes Leben zu ermöglichen. Jesus kam in diese Welt, um unsere Schuld auf sich zu nehmen und uns ein Leben in der Ewigkeit, in Seinem Reich, zu ermöglichen.
Die Israeliten hatten die falschen Götter von sich getan und Gott „jammerte es, dass Israel so geplagt wurde.“ Doch dieser Abschnitt ist voller Überraschungen – es wird nicht berichtet, dass Gott eingreift oder einen Richter beruft! Nein, der nächste Satz berichtet, dass Israel belagert wird!
Die Hinwendung zu Gott gibt Hoffnung
Doch die Hinwendung zu dem lebendigen Gott hat den Israeliten Hoffnung gegeben: Sie wollen einen Anführer finden. Und da gehen die Überraschungen weiter – sie finden Jeftah, einen erfahrenen Krieger. Jeftah hatte jedoch keinen guten Ruf. Er war aus einer Beziehung seines Vaters Gileads mit einer Prostituierten hervorgegangen und war deshalb von seiner Familie verstoßen worden. Er floh in das Land Tob (Gut) und sammelte dort ein Gruppe von Männern um sich, die auch Heimatlose waren. Wahrscheinlich wurde er zusammen mit dieser Gruppe als „streitbar“ bekannt, denn in ihrer Not suchen ihn die Ältesten von Gilead im Land Tob auf und bitten Jeftah um Hilfe. Nachdem ihm die Ältesten versichert haben, dass er das Oberhaupt Gileads sein soll, wenn er sie anführt und die Ammoniter besiegt, zieht er mit Ihnen nach Gilead.
Gott in seine Arbeit mit einbeziehen
Liest man den Bericht aufmerksam, stellt man fest, dass Jeftah Gott, den HERRN, ehrt und achtet. Den Ältesten sagt er, dass nur Gott ihm den Sieg geben wird (Richter 11: 9) – ein bisschen erinnert uns das auch an Gideon. Und nachdem Jeftah in sein Amt eingesetzt war, betete er für seine Anliegen in Mizpa (Richter 11: 11). Erst nach diesem Gebet geht Jeftah an die Arbeit. In den folgenden Abschnitten werden die Verhandlungen zwischen Jeftah und dem König der Ammoniter berichtet – allerdings nimmt der König Jeftah nicht ernst.
In diesem Moment greift Gott ein – sein Geist „kommt über Jeftah“, gibt ihm Mut und Jeftah beginnt den Krieg gegen die Ammoniter. Und dann macht Jeftah etwas Unbesonnenes: Er verspricht Gott das als Opfer, was ihm nach seiner Rückkehr als erstes aus seinem Haus entgegenkommt, sollten sie den Krieg gegen die Ammoniter gewinnen. Dabei war das gar nicht nötig! Gott wollte nur ein Opfer – das Herz der Menschen!
Wir können nichts Gott versprechen, womit wir ihn uns gefügig machen – alles was wir haben kommt von Gott. Wenn Gott sagt, dass er uns hilft, dann tut er das, weil er helfen will. Nicht, weil wir so gut sind, oder weil wir es verdient hätten. Gott hilft, weil sein Herz mit uns leidet und weil er gnädig ist.
Der Zeitgeist beeinflusst unser Denken
Nach den Jahrhunderten nach der Eroberung zu Josuas Zeiten zeigt sich der Einfluss der Gottlosigkeit auf das Denken auch der gläubigen Israeliten – Jeftahs Denken an dieser Stelle ist von den heidnischen Götzenkulten beeinflusst.
Dies ist eine Warnung für uns: Das Weltbild unserer Umgebung beeinflusst auch unser Denken mit der Zeit. Wie wir über Beziehung, Ehe und Familie denken, ist oft vom aktuellen Zeitgeist beeinflusst und nicht von Gottes Wort. Dies können wir nur verhindern, wenn wir uns so oft wie möglich mit Gottes Wort beschäftigen, es lesen, studieren und darüber nachdenken. Jeftah hatte dies offensichtlich nicht oft genug getan.
Nach dem der HERR Jeftah den Sieg verschafft hatte, vertrieb dieser die Ammoniter und vertrieb sie aus Israel. Der Sieg war vollkommen – und die Freude beim ganzen Volk groß. Jeftahs Tochter trat ihm bei seiner Rückkehr aus dem Haus tanzend entgegen – was Jeftah in eine schwierige Lage brachte: Nun musste er seine Tochter als Opfer bringen! Das hatte Gott doch gar nicht gewollt! So wurde aus einer Siegesfeier eine Totenwache.
Das Studium von Gottes Wort gibt uns das Leben
Hätte Jeftah sich mit dem Wort Gottes beschäftigt, hätte er gewusst, dass es für diese furchtbare Situation eine bessere Lösung gab. Im Gesetz, das Gott Mose gab, sind Bestimmungen für diesen Fall festgehalten (3 Mose 27: 1-34). Jeftah hätte seine Tochter für dreißig Schekel (etwa €250.-) bei einem Priester auslösen können – ihr Tod war unnötig und von Gott nicht gewollt!
Der Bericht von Jeftah legt uns ans Herz, Gottes Wort, die Bibel genau zu studieren und sie uns zu Herzen zu nehmen. Jeftah wird in Hebräer 11: 32 als ein Held des Glaubens aufgelistet! Nehmen wir diese Episode aus seinem Leben als Aufforderung Gottes Wort täglich zu lesen um dadurch zu lernen, wie wir ewiges Leben bei Jesus erhalten können.
24 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.
Johannes 5: 24 71
Es ist gut für mich, dass ich gedemütigt wurde, damit ich deine Gebote lerne. 72 Das Gesetz deines Mundes ist mir lieber als viel tausend Stück Gold und Silber. 73 Deine Hände haben mich gemacht und bereitet; unterweise mich, dass ich deine Gebote lerne.
Psalm 119: 71-73
