Jahreswechsel am 02. Februar? – Ja, am 02. Februar beginnt das Bauernjahr[i]. Noch vor 100 Jahren wurden an diesem Tag die Löhne bezahlt und neue Arbeitsverträge auf den Höfen ausgehandelt. Das hing damit zusammen, dass 40 Tage nach Weihnachten die Weihnachtszeit mit Mariä Lichtmess zu Ende geht und die Arbeit draußen begonnen wurde. Deshalb gibt es für den zweiten Februar auch gleich mehrere „Bauernregeln“, darunter die Wetterregel „Wenn’s an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.“ Viele Menschen denken, dass diese Regeln wenig Bedeutung haben, doch kann man diese Wetterregeln wirklich nicht ernst nehmen?
Wenn es um das Wetter geht, vertrauen viele Menschen heute auf eine auf modernster Technologie basierende Wettervorhersage. Ein kurzer Blick auf die App zeigt einem, wie das Wetter am folgenden Tag ist, am kommenden Wochenende oder in zwei Wochen. Manchmal reichen diese Vorhersagen mehrere Wochen in die Zukunft. Dabei versteht jeder, dass je weiter die Vorhersage in die Zukunft geht, sie umso weniger zutreffend sein kann.
Das Ende von Weihnachten?
„Warum habt Ihr immer noch Weihnachtsdeko im Haus?“ – „Gegenfrage: Warum hast Du Deine Deko schon abgehängt?“ Für die meisten Familien endet die Weihnachtszeit mit dem Erscheinungsfest (Epiphanias) am 06. Januar. Spätestens dann wird die Weihnachtsdeko abgehängt und am folgenden Samstag die Bäume vor das Haus gestellt und entsorgt. Die meisten Menschen wissen nicht, dass…
Die Bauern hatten bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts keine der modernen Messgeräte, bzw. auch Satelliten zur Wettervorhersage zur Verfügung. Sie beobachteten den Himmel, die Wolken, den Wind und das Verhalten von Tieren. Ihre Beobachtungen verglichen sie mit Erfahrungswissen ihrer Vorfahren und schlossen daraus, wie das kommende Wetter sein würde. Ihre Erfahrungen gaben sie dann in Reimform weiter – den Bauernregeln.
Im Prinzip machten unsere Vorfahren nichts anderes als moderne meteorologische Messgeräte, die ja auch nur Beobachtungen in der Natur machen, allerdings exakter als es den damaligen Bauern möglich war.
Besondere Bedeutung fiel bestimmten Lostagen zu. Erfahrungsgemäß bestimmte das Wetter an diesen Lostagen das Wetter der folgenden Wochen und auch Monate. Einer dieser Lostage ist Mariä Lichtmess, der letzte Tag der Weihnachtszeit. Ist der 2 Februar sonnig und klar, bleibt der Winter noch sechs Wochen, ist er verhangen und verregnet, ist der Winter zu Ende, so die Regel für diesen Lostag.
Wie zuverlässig sind Bauernregeln?
Im Vergleich zu heutiger Meteorologie sind diese Regeln weniger zuverlässig, da die Datenmenge deutlich kleiner ist, als dies bei modernen Messgeräten der Fall ist. Dazu ist bei vielen Bauernregeln unklar, wann diese zuerst formuliert wurden. Dies stellt dann ein Problem dar, wenn die Regel vor 1582 formuliert wurde. In diesem Jahr gab es eine Kalenderreform. Der Julianische Kalender hing dem Sonnenkalender 10 Tage hinterher und deshalb bestimmte Papst Gregor XIII, dass im Jahr 1582 auf den 4. Oktober gleich der 15. Oktober folgen soll[ii]. Dadurch ist es wahrscheinlich, dass zumindest die Bauernregeln für die Lostage weniger zuverlässig sind, sollten sie schon vor 1582 formuliert worden sein.
Dann ist noch festzuhalten, dass Bauernregeln in den allermeisten Fällen ortsgebunden sind. Regeln, die in Gegenden an einer Meeresküste formuliert wurden, sind nur schwer auf das Wetter in alpinen Gegenden zu übertragen. Auch dies muss bei der Anwendung von Bauernregeln beachtet werden.
Man kann jedoch festhalten, dass Bauernregeln auf der Erfahrung von Generationen von Menschen beruhen, die in der Abhängigkeit vom Wetter ihrer Arbeit nachgingen und damit ihr Auskommen und Überleben sicherten. Und es hat offensichtlich funktioniert, denn deren Nachfahren leben noch heute.
Dabei dürfen wir den Einen nicht vergessen, der ursprünglich das Wetter schuf: Gott, den Schöpfer aller Dinge. Niemand von uns ist von der Natur oder dem Wetter abhängig. Auch das Wetter liegt in Gottes Hand und muss Seinem Willen untertan sein:
Siehe, Gott ist groß und unbegreiflich; die Zahl seiner Jahre kann niemand erforschen. Er zieht empor die Wassertropfen und treibt seine Wolken zusammen zum Regen, dass die Wolken überfließen und Regen triefen lassen auf die Menge der Menschen. Wer versteht, wie er die Wolken türmt und donnern lässt aus seinem Gezelt? Siehe, er breitet sein Licht um sich und bedeckt alle Tiefen des Meeres. Denn damit regiert er die Völker und gibt Speise die Fülle.
Hiob 36: 26-31
Wir Menschen sind versucht zu glauben, dass das Wetter nur physikalischen Gesetzen folgen kann, doch Gottes Wort macht uns mehrfach deutlich, dass Er das Wetter kontrolliert. Wir sehen das ganz zu Beginn in 1 Mose 2: 5: „Denn Gott der HERR hatte noch nicht regnen lassen auf Erden …“ und bei der Sintflut in 1 Mose 7: 4: „Denn von heute an in sieben Tagen will ich regnen lassen auf Erden vierzig Tage und vierzig Nächte und vertilgen von dem Erdboden alles Lebendige, das ich gemacht habe.“
Und der Prophet Elia betete um Regen und JHWH, der Schöpfer lies es regnen (1 Könige 18: 1-46; Jakobus 5: 17-18).
Der Regenbogen wird in der Bibel erwähnt?
Eine Unterbrechung eines Spiels wegen Regens? Was für viele Sportfans in Europa eine ungewohnte Situation ist, ist für Baseballfans selbstverständlich: Es regnet zu stark und das Spiel wird solange unterbrochen bis es aufgehört hat zu regnen. Eine der bekanntesten Regenunterbrechungen gab es am 02 November 2016 im letzten und entscheidenden Spiel 7 der World Series…
Wir Menschen sind nicht einer unberechenbaren Natur ausgeliefert, noch können wir in großem Umfang und mit physikalischer Erkenntnis das Wetter kontrollieren. Das Klima unserer Erde, das Wetter in unserem Heimatort (oder Urlaubort) wird von Gott, dem Schöpfer aller Dinge, kontrolliert. Es ist denkbar, dass Wetterereignisse, so wie bei der Flut Noahs, ein Zeichen von Gott sind, die uns auf Ihn, Seine Größe und Heiligkeit hinweisen. Ist es nicht an der Zeit, dass Er auch unser, dass Er dein Leben kontrollieren darf?
Lobet, ihr Völker, unsern Gott, lasst seinen Ruhm weit erschallen, der unsre Seelen am Leben erhält und lässt unsere Füße nicht gleiten.
Psalm 66: 8-9
[i] https://www.unsere-almen.at/geschichte-brauchtum-bauerliches-neujahr-an-maria-lichtmess/ | https://haellisch.eu/hohenloher-leben/mit-lichtmess-beginnt-das-bauernjahr/
[ii] In Berichten aus den hundert Jahren davor und danach finden sich deshalb oft zwei Datumsangaben: das Datum des Julianischen Kalenders und das des Gregorianischen Kalenders.
