Kerzen sind wohl die auffälligste Dekoration im Advent – und besonders in den USA hat es eine lange Tradition, nicht nur im Haus Kerzen aufzustellen, sondern auch den Garten und das Haus mit einer prächtigen Lichtershow zu versehen. Auch wenn man oft hört, dass die Lichter im Advent einen heidnischen Ursprung haben, da die Wintersonnwende nah am Weihnachtsdatum liegt, gibt es keine Belege dafür. Auch das Luciafest (Schweden, Italien) hat einen christlichen Hintergrund und gedenkt der heiligen Lucia (*um 283 in Syrakus, 13. Dezember 304), die den sich im Geheimen treffenden Christen Essen in die Katakomben Roms brachte. Doch ist auch dies nicht der Grund, warum wir im Advent Kerzen in unseren Häusern und Wohnungen aufstellen.
Licht durchbricht die Dunkelheit
Das erste Mal, dass Gott, der HERR, in der Bibel spricht, ist am ersten Tag: „Es werde Licht!“ Konsequenterweise folgt der nächste Satz: Und es ward Licht. Wo Gott, der HERR die Dunkelheit erhellt, da flieht die Dunkelheit. Dort wo Gott, der HERR ist, ist auch Licht.
Dies wird uns an vielen Stellen im Alten Testament berichtet. Als es in Ägypten für drei Tage Dunkel ist, ist Gott bei seinem Volk und erhellt deren Häuser (2 Mose 10:23). Gott, der Herr, führt sein Volk durch die Wüste, am Tag in einer Wolkensäule, bei Nacht in einer Feuersäule (2 Mose 13:21).
In seinen schwersten Tagen erinnert sich Hiob daran, dass ihn Gottes Licht durch die Finsternis führte (Hiob 29: 3) und der Beter in Psalm 119 erkennt, dass ihm das Wort Gottes wie ein Lampe ist, die seinen Weg erleuchtet.
Es gibt noch viele weitere Stellen im Alten Testament, die uns zeigen, dass das Licht Gottes die Dunkelheit durchbricht. Einer der oft zitierten Verse in der Adventszeit findet sich dann auch im Alten Testament beim Propheten Jesaja:
1 Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.
Jesaja 9: 1
Etwas später schreibt dann Jesaja:
Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.
Jesaja 60:2
Weihnachten – ein heidnisches Fest?
Advent, Weihnachten – viele Menschen verbinden mit dieser Zeit viele unterschiedliche Gedanken, Gefühle und Erinnerungen. In dieser Serie gehen wir den Ursprüngen von Weihnachten nach und welche Bedeutung diese Weihnacht für unser Leben hat. Gerade um die Weihnachtszeit findet man immer mal wieder Artikel in vielen unterschiedlichen Medien, die den christlichen Ursprung des Weihnachtsfestes in…
Dunkelheit des Herzens
Bei der Dunkelheit der Welt denken wir an Tage der Krankheit, zerbrechende oder zerbrochene Beziehungen, Streit in Familien oder an die Kriege und die Katastrophen in unserer Welt. Doch oft vergessen wir die Ursache für diese Dunkelheit – unser menschliches Herz! Alle diese Ereignisse sind auf uns Menschen zurückzuführen. Wir verursachen die Dunkelheit dieser Welt, wir streiten uns mit anderen, wir verletzen andere – und dies lässt sich bis zu den ersten Menschen der Schöpfung zurückverfolgen.
Nur sechs Tage, nachdem Gottes Licht die Dunkelheit durchbrach, schuf er den ersten Mann und die erste Frau: Adam und Eva (1 Mose 1:27). Dieses Ehepaar lebte in vollkommener Gemeinschaft mit Gott, in dessen Licht. Solange, bis sich Eva verführen ließ (2 Korinther 11:3) und Adam durch seinen Ungehorsam das Böse und somit Dunkelheit in unsere menschliche Existenz brachte. Die beiden konnten nicht mehr in Gemeinschaft mit Gott und in seinem Licht leben (1 Mose 3: 23-24) und so müssen auch alle deren Nachfahren, wir, in Dunkelheit leben.
Doch können wir nicht mit dem Finger auf die beiden zeigen: Indem wir das tun, handeln wir wie die beiden:
Und [Gott, der HERR] sprach: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot, du solltest nicht davon essen? Da sprach Adam: Die Frau, die du mir zugesellt hast, gab mir von dem Baum und ich aß. Da sprach Gott der HERR zur Frau: Warum hast du das getan? Die Frau sprach: Die Schlange betrog mich, sodass ich aß.
1 Mose 3: 11-13
Adam und Eva wollten „sein wie Gott“ (1 Mose 3: 5) – ihr Herz war selbstsüchtig und stolz, was ihnen letztendlich die Trennung von Gott brachte. Studieren wir im Brief an die Gemeinde in Galatien, stellen wir fest, dass auch unser Herz uns immer wieder betrügt:
Offenkundig sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung, Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Hader, Eifersucht, Zorn, Zank, Zwietracht, Spaltungen, Neid, Saufen, Fressen und dergleichen. Davon habe ich euch vorausgesagt und sage noch einmal voraus: Die solches tun, werden das Reich Gottes nicht erben. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit; gegen all dies steht kein Gesetz.
Galater 5: 19-23
Jesus durchbricht die Dunkelheit meines Herzens
Mein Leben zeigt, ob ich in Dunkelheit lebe. Doch die Advents- und Weihnachtszeit zeigt uns jedes Jahr aufs Neue, dass es in unserem Leben, in unserem Herzen wieder Licht werden kann. Ein Jünger von Jesus, Johannes, berichtet über die Geburt des Lichts der Welt (Johannes 8: 12/ 9: 15/ 12: 46) so:
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht ergriffen. Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen.
Johannes 1: 1-5+9
Warum gibt es die Lichtleskirche?
Der bestbesuchte Gottesdienst im Jahr ist ohne Zweifel noch immer die Lichtleskirche[i]. Viele Kerzen erleuchten die Kirche, der Weihnachtsbaum glänzt und in manchen Kirchen erhalten die Besucher Kerzen, die gegen Ende des Gottesdienstes entzündet werden. Ein feierlicher Gottesdienst, der besonders für Kinder eindrücklich ist. Doch haben die Kerzen und Lichter nicht nur die Aufgabe, den…
Die Dunkelheit dieser Welt hat seine Ursache in meinem Herzen. Ergreife ich Jesus, lasse ich Ihn mein Leben regieren, kommt Sein Licht in mein Herz und mein Leben.
Die Kerzen im Advent erinnern uns daran, dass Jesus, das Licht der Welt in unser Herz einziehen möchte und wir von Ihm weitererzählen sollen. Wer Jesus im Herzen trägt, wird auch von ihm weitererzählen, so wie es die Hirten taten, als sie Jesus gesehen hatten:
Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war.
Lukas 2: 16-17
Jede Kerze, jeder Lichtbogen, jede Lichtergirlande erinnert uns daran, dass Jesus das Licht der Welt ist, das die Dunkelheit in meinem Herzen durchbrechen kann. Genauso sind sie auch eine Aufforderung an uns, anderen von Jesus, dem Licht der Welt, weiterzuerzählen, damit möglichst viele Menschen Jesus in ihr Leben lassen.
Kommt nun, […], lasst uns wandeln im Licht des HERRN!
Jesaja 2: 5
