„Was hat die Zuckerstange mit Jesus zu tun?“ Die meisten würden wohl antworten, dass dieser Dekoartikel beinahe ausschließlich in der Advents- und Weihnachtszeit verwendet wird, der Zeit des Jahres, in der wir das zweite Kommen von Jesus bedenken und uns erinnern, dass Gott selbst in Jesus auf diese Erde kam. Doch die Zuckerstange hat noch viel mehr zu bieten als diese simple Antwort.
Der Ursprung der Zuckerstange[i] geht zurück in die Zeit des späten Mittelalters. Doch wie genau es zur Zuckerstange kam, ist nicht gesichert. Manche Quellen sahen den Ursprung der Zuckerstange darin, dass damit den Menschen während der Christenverfolgungen das Evangelium weitergesagt werden konnte. Jedoch sind im Mittelalter keine großen Christenverfolgungen bekannt.
Andere Quellen verorten den Ursprung der Zuckerstange im Jahr 1670 beim damaligen Kantor des Kölner Doms. Er habe, um die Kinder während der Predigt ruhig zu halten, einen Zuckerbäcker gebeten, Zuckerstangen zu backen, damit die Kinder etwas zum naschen haben und so nicht zum Reden kommen. Auch diese These ist umstritten, da Zucker zu dieser Zeit recht teuer gewesen sei und nicht für Süßigkeiten aus reinem Zucker verwendet worden wäre.
Eine dritte Quelle sieht den Ursprung der Zuckerstange zwischen 1824 und 1923 im schwedischen Gränna, die bis heute als Hauptstadt der Zuckerbäcker gilt. Gesichert ist keine der drei Quellen.
Gesichertes Wissen ist jedoch, wie die Zuckerstange an den Weihnachtsbaum kam. Der deutsche August Imgard (1828-1904) wanderte nach Ohio, USA aus und dekorierte seinen Weihnachtsbaum[ii] öffentlich mit Zuckerstangen. Dieser Weihnachtsschmuck fand offensichtlich gefallen, denn bis heute werden in der Advents- und Weihnachtszeit Zuckerstangen zur Dekoration verwendet.
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WeiterlesenOb die Zuckerstange ursprünglich tatsächlich mit der Absicht hergestellt wurde, das Evangelium von Jesus weiterzusagen, kann nicht mehr nachvollzogen werden. Doch es spricht nichts dagegen, in einer Zeit, in der wir uns an die Geburt von Jesus erinnern, Symbole in der Zuckerstange zu entdecken, mit denen wir auf unseren Retter Jesus hinweisen können. Im Folgenden schauen wir uns die Symbolik der Zuckerstange an.
Die Form der Zuckerstange
Die Form der Zuckerstange erinnert an einen Hirtenstab. In Psalm 23 sang David über den HERRN, seinen Hirten und Jesus spricht davon, dass Er dieser Hirte ist (Johannes 10). Auf den Kopf gestellt, ergibt die Form ein J; J für Jesus, in dessen Name das Heil ist (Apostelgeschichte 4:12; Lukas 1:31; Matthäus 1:21).
Die Farben der Zuckerstange
Die Roten Streifen können uns an das Blut erinnern, das Jesus für unsere Sünden vergossen hat. Durch Jesus Blut erhalten wir die Erlösung von unseren Sünden und das ewige Leben (Offenbarung 1:5; Johannes 3:16; Lukas 22:20)
Aus Gottes Wort wissen wir, dass Jesus ohne Sünde war (2 Korinther 5:21) und wir durch sein Blut reingewaschen werden (1 Johannes 1:7). Daran erinnern uns die weißen Streifen der Zuckerstange.
Die Eigenschaften der Zuckerstange
Wer eine originale Zuckerstange genießt, der kennt den intensiven Pfefferminzgeschmack, der so ähnlich ist wie der Geschmack von Ysop oder Eisenkraut. Das kann uns an das Opfer erinnern, das Jesus für uns am Kreuz gebracht hat (Hebräer 9: 16-28). Und es erinnert uns an die Gewürze, die die Könige nach der Geburt von Jesus als Geschenk vorbeibrachten (Psalm 51:7; Johannes 10:29; Matthäus 2:11). Diese Geschenke sind nichts im Vergleich zu dem Geschenk, das Jesus uns anbietet, wenn wir an ihn glauben. Ohne „Verdienst und Würdigkeit“, wie es im ersten Glaubensartikel formuliert wird (Römer 11: 35-36). Wir beten, dass jeder dieses einzigartige Geschenk annimmt.
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WeiterlesenJedem der schon einmal eine Zuckerstange fallen ließ, weiß, dass diese leicht zerbricht. Diese Zerbrechlichkeit erinnert uns daran, dass Jesus an unserer Stelle gebrochen wurde, damit wir Heil werden können (1 Korinther 11:24) und erinnert uns so auch an das Abendmahl.
Gleichzeitig ist die Zuckerstange aber auch sehr hart. Dies erinnert uns daran, dass wir unser Leben auf den harten Felsen von Jesus Tod und Auferstehung bauen sollen. (Psalm 31:3; Matthäus 7: 24-29). Wer das nächste Mal eine Zuckerstange sieht, oder auch genießt, darf sich gerne daran erinnern, dass Jesus als kleines Kind in unsere Welt kam, um am Kreuz für unsere Schuld zu sterben, damit wir in der Ewigkeit mit Ihm leben können.
Auf dieses feste Fundament dürfen wir unser Lebenshaus bauen.
2 HERR, auf dich traue ich, lass mich nimmermehr zuschanden werden, errette mich durch deine Gerechtigkeit! 3 Neige deine Ohren zu mir, hilf mir eilends! Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest! 4 Denn du bist mein Fels und meine Burg, und um deines Namens willen wollest du mich leiten und führen.
Psalm 31:2-4
[i] Die folgenden drei Abschnitte beziehen sich auf https://www.sonntagsblatt.de/artikel/kultur/candy-canes-wie-die-zuckerstangen-den-weihnachtsbaum-kamen.
[ii] Dieser fand seinen Weg über den Atlantik während des Amerikanischen Revolutionskrieges (1776 – 1783).
