Am Anfang

12. April 2024

1 Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. 2 Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis lag auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser. 3 Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. 4 Und Gott sah, dass das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis 5 und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag. (Luther 2017)

Gottes Wort macht hier klar, dass es einen Gott gibt. Die Frage, ob es einen Gott gibt, wird nicht gestellt: Es gibt ihn und er schuf das ganze Universum (die Himmel und die Erde). Das ist logisch: Wenn es vorher nichts gab und dann ein Universum, muss es jemanden geben, der dieses Universum geschaffen hat. Nichts kann aus nichts mit Hilfe von nichts etwas schaffen, und sei es noch so klein. Null mal null bleibt immer null. Es gab nicht einmal einen Ort – nichts bedeutet absolut nichts.

Wenn es jemanden gibt, der aus absolut nichts etwas schaffen kann, dann ist dieses Wesen Gott. Im folgenden Vers lernen wir, wie dieser Gott existiert: Er ist ein Geistwesen (V2). Daher wissen wir auch, dass eine Person der Dreieinigkeit der Heilige Geist ist. Noch etwas lernen wir in diesem Vers: Es gab plötzlich einen Raum („Finsternis auf der Tiefe“), die Baumaterialien lagen ungeordnet vor (תֹ֨הוּ֙ וָבֹ֔הוּ |tohu wa bohu|), es war dunkel und die Erde bestand aus Wasser. Gottes Wort hält ganz nüchtern fest, dass diese Dinge plötzlich da waren. Vers 1 hält fest, dass Gott schuf (das ist die Einleitung) und Vers 2 sagt uns dann, was er bis zu diesem Zeitpunkt geschaffen hatte.

Doch Gott liebt Ordnung – deshalb spricht er und macht das Licht (Vers 3). Wer Ordnung schaffen will, muss das bei Licht machen – wer sein Zimmer im Dunkeln aufräumt, wird nicht sehr weit kommen. Gott ist mit diesem Licht sehr zufrieden: Er bezeichnet es als gut. Was dieses Licht war, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten, die alle einen Aspekt gemeinsam haben: Es kam nicht von der Sonne, denn diese wurde erst vier Tage später geschaffen. Gott schuf ein wunderbares Licht – genauso, wie Er selbst in der Ewigkeit das Licht des neuen Jerusalems sein wird (Offenbarung 22:5).

Wer sich jetzt fragt, wie lange dieser erste Tag dauerte, kann sich Vers 5 genauer anschauen. Zum einen steht dort, dass aus Abend und Morgen der erste Tag wurde, hier wird eine Erdrotation angedeutet, die wir heute in 24 Stunden einteilen. Zum anderen sehen wir hier eine Zeitangabe (Abend und Morgen), eine Ordinalzahl („erste“) und das Wort י֥וֹם |yom| für |Tag|. Wenn diese Kombination im Alten Testament verwendet wird, bezeichnet dies immer einen Tag mit 24 Stunden (oder eine Erdrotation). Gott hätte dies alles auch in einem Augenblick schaffen können, in der Zeit, die es braucht die Finger zu schnipsen[i]. Doch er ließ sich Zeit, um alles sorgfältig zu schaffen und um uns einen zeitlichen Rahmen zu schaffen, der bis heute unseren Tagesablauf reguliert. Wenn immer wir auf die Uhr schauen, dürfen wir uns daran erinnern, dass unser Vater sich ganz bewusst Tag für Tag Zeit nahm, um die Welt für uns sorgfältig und ordentlich zu schaffen. Dafür sollten wir Ihm danken.


[i] Dies sagte der Kirchenvater Augustin: Gott hätte die Welt in einem Augenblick geschaffen. – Augustine. The Literal Meaning of Genesis, translated by John Hammond Taylor (1982), Vol. 1, Book 4, Chapter 33, paragraph 51–52, p. 141. New York: Newman Press.

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