Fasching und das Wort Gottes

Vielen Schülern ist nicht bewusst, dass es die Faschingsferien[i] ohne das Auferstehungsfest (Ostern) nicht geben würde, die in die Woche des Aschermittwochs gelegt werden. Wenn die Narren ihre Kostüme zurück in den Schrank hängen, beginnt die vierzigtägige Fastenzeit als Vorbereitung auf das Osterfest.

Schon etwa 100 Jahre nach Jesus‘ Auferstehung erwähnt Irenäus[ii] in einem Schreiben, dass Christen als Vorbereitung auf das Auferstehungsfest fasteten; manche nur zwischen Karfreitag und und dem Auferstehungsfest, andere fasteten 40 Tage. Dies in Anlehnung an Jesus‘ vierzigtägige Fastenzeit in der Wüste nach seiner Taufe in der Wüste, wie sie in Lukas 4: 1-13 berichtet wird. Schon damals schien es Auseinandersetzungen darüber zu geben, wie lange die Fastenzeit zu dauern habe, denn Irenäus ermahnt die Christen, miteinander „Frieden zu halten“. Aus diesen Anfängen entwickelte sich bis zum 4. Jahrhundert die heute bekannte vierzigtägige Fastenzeit. Sie galten als Bußtage für die begangenen Sünden und als Vorbereitungszeit der Täuflinge, die sich zu dieser Zeit nur in der Osternacht taufen ließen.

Neben der Erinnerung an Jesus‘ vierzigtägige Fastenzeit in der Wüste erinnert die Zahl 40 auch an die Jahre des Volkes Israel in der Wüste, an die Zeit, die Mose auf dem Sinai in der Gegenwart Gottes verbrachte und an die Bußzeit der Stadt Ninive, die sie vor dem Untergang bewahrte, nach dem Jona die Einwohner der Stadt vor dem Gericht warnte.

Alle heute bekannten Elemente gehen mehrere hundert Jahre zurück. In der Fastenzeit wurde auf Mehl, Zucker und Fett verzichtet, aus diesem Grund gab es in den Tagen davor die heute noch beliebten „Fasnetsküchle“.

Die Fastenzeit war, und ist, eine Zeit, in der wir Christen uns auf die Passionswoche und das darauffolgende Auferstehungsfest vorbereiten können. Obwohl die Fastenzeit biblische Bezüge hat, finden wir in Gottes Wort keine Hinweise darauf. Dass manche Christen in diesen Wochen auf bestimmte Nahrungsmittel verzichten, ist eine historische Entwicklung. Manchen Christen hilft es, sich durch Verzicht vor Augen zu führen, was es für Jesus bedeutete, seine Herrlichkeit zu verlassen (Philipper 2: 6-8), damit er unsere Schuld durch seinen Tod am Kreuz tilgen konnte.  

6 Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, 7 sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt. 8 Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.“

Philipper 2: 6-8

[i] Die Faschingsferien sind bewegliche schulfreie Tage und keine offiziellen Ferien.

[ii] Irenäus aus Smyrna (um 135 – 200 n.Chr.) hat im zweiten Jahrhundert durch seine Schriften dafür gesorgt, dass die Botschaft von Jesus nicht durch falsche Lehrer verfälscht wurde.

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