Advent bedeutet warten: warten auf Weihnachten, warten auf die Familie und zuallererst warten auf Jesus. Auch das jüdische Volk wartete auf den Retter – Jahrhunderte lang. Und dann war er da: Jesus, der in vielen prophetischen Reden und Schriften angekündigte Retter. Gott sandte wie angekündigt eine Prediger voraus, Johannes, der dann bei Jesus‘ Taufe auch die Bestätigung erhielt, dass dieser Vetter von ihm, Jesus, tatsächlich Gottes Sohn ist (Matthäus 3:17; 2 Petrus 1:17). Einige Zeit später, im Gefängnis von Herodes, fragte sich Johannes, ob Jesus tatsächlich der verheißene Retter sei. Pastor JB hat in Gottes Wort die Antwort gefunden, wie Johannes mit seinen Zweifeln umging und er gibt damit auch uns Hilfen an die Hand, wie wir mit unseren Fragen an Gott umgehen können und lernen dabei mehr über Jesus, Gottes Sohn, den Retter der Welt.
Hier Pastor JBs Predigt am Dritten Advent 2023 (17.12) zu Matthäus 11:2-6 zum nachlesen:
„Fake news ist ein Begriff, der seit einigen Jahren in aller Munde ist. Wahrheit oder „fake news“ – das ist hier die Frage! Nicht nur mit Waffen wird überall auf der Welt gekämpft, auch mit Nachrichten, mit Berichterstattung, mit angeblichen Wahrheiten oder mit „Framing“ von Ereignissen, also damit, ein Ereignis durch die Rahmung, also die Einordnung der Nachricht in einem bestimmten Licht erscheinen zu lassen. Noch nie war es so schwer, aus all den Informationen das herauszufiltern, was der Wirklichkeit entspricht. Die immer weitergehende Spaltung unserer Gesellschaft ist auch durch eine Spaltung der Informationsquellen zu erklären. Die eine Seite wirft der anderen „fake news“ vor und Diskussionen und der ehrliche Austausch von Argumenten wird immer schwerer.
[…] Und so steht man vor all den Informationen und fragt sich: Was ist nun das, was ich glauben soll? Was ist richtig, was ist falsch? Wem kann ich heute noch glauben? Woher bekomme ich vertrauenswürdige und hilfreiche Informationen, um die richtigen Entscheidungen in meinem Leben zu treffen?
Vor einer ähnlichen Situation stand Johannes der Täufer. Schon im Mutterleib hüpfte er, als seine Mutter von ihrer schwangeren Nichte Maria besucht wurde, weil er schon da mit dem heiligen Geist erfüllt wurde und sich über Jesus, den Messias freute (Lk 1,41). Er taufte Jesus im Jordan und sah den Geist Gottes auf ihn in einer Taube herabkommen und der heilige Geist sprach zu ihm: „Auf wen du den Geist herabfahren und auf ihm bleiben siehst, der ist’s, der mit dem Heiligen Geist tauft.“ Seit diesem Zeitpunkt hat Johannes das allen Menschen bezeugt: Jesus ist Gottes Sohn! (Joh 1,32–34) „Der aber, der nach mir kommt, ist stärker als ich; ich bin es nicht einmal wert, ihm die Sandalen auszuziehen. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. 12Er hat die Worfschaufel in der Hand und wird damit die Spreu vom Weizen trennen. Den Weizen wird er in die Scheune bringen, die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer“ (Mt 3,11f.). Er kannte alle Verheißungen über den Messias aus dem Alten Testament – er erwartete einen König, der herrschen wird, der richten wird, Spreu und Weizen trennen wird:
Siehe, Tage kommen – Spruch des HERRN -, da werde ich für David einen gerechten Spross erwecken. Er wird als König herrschen und weise handeln und Recht und Gerechtigkeit üben im Land. In seinen Tagen wird Juda gerettet werden, Israel kann in Sicherheit wohnen. Man wird ihm den Namen geben: Der HERR ist unsere Gerechtigkeit
Jeremia23:5ff
So heißt es in Jeremia 23 über den Messias.
Aber Johannes saß schon lange im Gefängnis und Jesus wirkte – aber nicht als sichtbarer, mächtiger Herrscher, der für Gerechtigkeit sorgt. Johannes selbst erlebte Ungerechtigkeit – und deshalb fragte er Jesus direkt.
Wir hören auf das Wort Gottes für heute aus dem Matthäusevangelium, Kapitel 11:
2Als aber Johannes im Gefängnis von den Werken Christi hörte, sandte er seine Jünger 3und ließ ihn fragen: Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten?
Matthäus 11: 2-3
1 Zweifel müssen zu Jesus
Was stimmt denn jetzt? Was ist die Wahrheit und was nicht? Auf der einen Seite hört man von den großen Wundertaten Jesu, den Werken Christi, wie es hier heißt – aber auf der anderen Seite geschieht doch nichts! Ich sitze weiter schon so lange im Gefängnis. Wo ist denn die Gerechtigkeit, die der Herr schaffen wird? Wo herrscht Jesus denn als König und trennt die Spreu vom Weizen? War das alles doch nur „fake news“? Ich finde es toll, dass die Bibel uns davon berichtet, dass sie ehrlich ist, dass es in der Bibel nicht nur strahlende Glaubenshelden gibt, sondern auch große Propheten, die zweifeln. Und das beschreibt doch auch unser Glaubensleben. Es ist ja nicht so, dass das jeden Tag gleich ist. Zu Thomas, dem zweifelnden Jünger, sagt Jesus nach seiner Auferstehung: selig sind, die nicht sehen und doch glauben (Joh 20,29) – das ist unsere Situation. Wir haben eine Beziehung zu Jesus, aber wir sehen ihn nicht. Wir beten zu ihm, wir richten unser Leben nach ihm aus, aber wir sehen ihn nicht. Menschlich gesehen hat da jeder Kritiker gute Karten. Vielleicht kennt ihr das, wenn man mit Kindern übers Beten spricht und sie dann für gutes Wetter, für Schnee an Weihnachten oder für andere ganz konkrete Dinge beten. Wie man dann zittert, dass Gott das Gebet erhört und wie man dann in Erklärungsnot kommt, wenn er es nicht erhört… Kritiker haben leichtes Spiel, weil wir glauben ohne zu sehen. Natürlich sehen wir auch manchmal, gerade im Nachhinein kann man oft erkennen, wie Gott auf alle unsere Gebete geantwortet hat, manchmal auch unmittelbar – das sind dann Glaubenshöhepunkte. Aber wie oft kommt man auch ins Grübeln? Habe ich mir das alles nur eingebildet? Kann ich Gottes Wort wirklich vertrauen? Das sind keine verbotenen Fragen – das ist ganz normal, das passiert mir auch und da hilft es Jesus nicht, wenn wir diese Fragen ganz fromm und selbstsicher wegdrücken oder unter den Teppich kehren. Johannes hat das auch nicht getan. Er hat seinen Zweifel nicht für sich behalten. Da hat er jahrelang seine Jünger auf den kommenden Messias verwiesen, und ihnen gesagt: Jesus ist dieser Messias! Und dann zeigt er sich ihnen ganz offen mit seinen Zweifeln. Ihm ging es nicht darum, sein frommes Image zu pflegen, ihm ging es darum, die Wahrheit rauszufinden. Und da machte er genau das Richtige. Er ging mit seinen Zweifeln zu Jesus. Er ging an die Quelle. Er richtete seine Fragen direkt an Jesus: Bist du der Messias oder bist du es nicht?
Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten?
Keine große Umschweife – kein großes Drumherumreden. Jesus, das ist mein Problem, das verstehe ich nicht – was soll ich tun?
Das können wir von Johannes lernen. Wenn wir zweifeln, wenn wir im Glauben unsicher werden, dann gibt es nur eine Lösung: Mit all dem zu Jesus! Nicht den Zweifel vor sich hertragen – das ist ja die Falle, in der viele immer wieder tappen: Glaubenszweifel und Zweifel an Gottes Wort als Ausweis der eigenen Klugheit. Das ist die Fährte, auf die uns der Rationalismus und die Aufklärung locken wollen: Ich bin doch ein rational denkender Mensch, ich muss doch meinen Kinderglauben ablegen und „erwachsen glauben“, das kann ich mit meiner intellektuellen Redlichkeit nicht vereinbaren. Da wird der Zweifel hofiert und als Glaube vor sich hergetragen. Das schafft aber eine immer größere Distanz zu Jesus. Wir reden nicht mehr mit ihm, sondern über ihn. Oder der Zweifel wird als Sünde unter den Teppich gekehrt. So darf man nicht denken! Das darf man nicht einmal fragen! Damit entsteht auch eine Distanz, weil es dann im Kopf und auch im Herz eine Spaltung gibt. Das „fromme Ich“, das nichts hinterfragt und das „denkende Ich“, das unterdrückt wird. Das geht nicht lange gut – irgendwann kippt es und das „fromme Ich“ stirbt. Wir müssen ehrlich sein – das können wir von Johannes lernen. Wir müssen ehrlich sein zu Jesus, alles mit ihm besprechen, da darf es keine Tabus geben!
Und noch ein zweiter Gedanke: Woher kommt der Zweifel? Wie entsteht der Zweifel?
Zweifel entsteht vom Hörensagen. Es ist wie mit den sogenannten „fake news“ oder mit dem „framing“ im Journalismus. Wer auf die Vermittlung durch andere Menschen oder Medien angewiesen ist, der steht zwangsläufig in der Spannung zwischen Glauben und Zweifeln. Wem kann ich vertrauen? Wem darf ich nicht vertrauen? Johannes saß im Gefängnis. Er hörte von Jesus nur durch andere Menschen. Und was er hörte, war unterschiedlich. Was sollte er glauben? Wenn wir herausfinden wollen, ob eine Nachricht stimmt oder ob sie „fake news“ ist, dann müssen wir zurück zur Quelle, wir müssen lernen zwischen dem Ereignis an sich und dem Kommentar und der medialen Einordnung zu unterscheiden. Wir müssen die Quellen selbst prüfen. Und das ist auch beim Glauben so. Es reicht nicht, dass wir uns auf Menschen verlassen, die uns von Jesus berichten, die uns sein Wort auslegen, die uns sagen, was christlich ist und was nicht. Jeder von uns hat seine Väter und Mütter im Glauben, die ihn geprägt haben, die ihm gesagt und vorgelebt haben, wie man glaubt. Aber das reicht nicht. Es reicht nicht, von Vortrag zu Vortrag zu gehen, um sein Glaubensleben zu stärken. Der Glaube wird stark in der direkten Beziehung zu Jesus, im eigenen, regelmäßigen Umgang mit seinem Wort. Wir müssen in seinem Wort verwurzelt sein, um unterscheiden zu lernen, um auch im Glaubenszweifel zu wissen, was zu tun ist. Wir müssen auch im Glauben zurück zur Quelle, zurück zu Jesus und seinem Wort.
Johannes wendet sich mit seinen Zweifeln an Jesus – und Jesus antwortet ihm:
4Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Geht hin und sagt Johannes wieder, was ihr hört und seht: 5Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium gepredigt; 6und selig ist, wer sich nicht an mir ärgert.
Matthäus 11: 4-6
2 Glaube beruht auf den großen Taten Gottes
Als Jugendliche waren wir vom CVJM immer auf dem großen Pfingstjugendtreffen in Bobengrün – mitten im Wald ein paar Tausend Menschen versammelt um Gottes Wort. Eindrücklich ist mir noch die Jubiläumstagung von 1995 mit Ulrich Parzany, Konrad Eißler und John Lennox in Erinnerung. Das Thema war: Die großen Taten Gottes!
Darum geht es – die großen Taten Gottes. Das unterscheidet uns von allen anderen Religionen und Weltanschauungen. In unserem Glauben geht es um ganz konkrete geschichtliche Ereignisse. Wir glauben nicht an eine gute Idee, an eine Zukunftsvision, die es aus eigener Kraft zu erfüllen gilt, an einen mythischen Götterhimmel, an das nicht ganz fassbare Schicksal oder an einen unberechenbaren Gott. Unser Glaube hat mit der Realität zu tun. Es geht um das, was sich sichtbar und hörbar auf dieser Erde – ganz konkret in Israel vor 2000 Jahren ereignet hat. Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium gepredigt. Das ist alles geschehen, kein Märchen nach dem Motto „und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute…“ Jesus begegnet den Zweifeln des Johannes mit realen Ereignissen. Sieh es Dir an! An dem, was hier geschieht, wird deutlich, dass ich der Messias bin, dass deine Zweifel unbegründet sind.
Deshalb ist es ja auch so wichtig, dass wir dem vertrauen, was in der Bibel über Jesus berichtet wird. Die Bibel ist kein Sprüchebuch mit Lebensweisheiten, es geht auch nicht vor allem um eine Lehre, es geht um die großen Taten Gottes, um Heilsereignisse, um die ganz reale Geschichte Gottes mit uns Menschen, die in der Bibel festgehalten wird. Und wenn wir anfangen, Scheibe um Scheibe von diesen Ereignissen abzuschneiden und sie als für heute nicht mehr vermittelbar beiseite zu schieben, dann kann uns Jesus in unseren Zweifeln nicht mehr helfen, dann kann er uns nicht mehr auf das hinweisen, was wirklich geschehen ist, auf seine Wundertaten und auf das größte Wunder: seinen Tod und seine Auferstehung für uns. Wer das relativiert oder wegnimmt, was uns in der Bibel an geschichtlichen Ereignissen berichtet wird, der reißt die Basis des Glaubens weg, der zerstört den Grund unserer christlichen Hoffnung. Da geht es nicht um Rechthaberei, da geht es um das Zentrum unseres Glaubens. Deswegen auch noch mal herzliche Einladung zur Gemeindefreizeit, bei der wir uns mit diesem Thema näher beschäftigen wollen.
Geht hin und sagt Johannes wieder, was ihr hört und seht.
Und was die Jünger des Johannes hier sehen können, ist kein Hokuspokus. Es ist die Erfüllung der Verheißung an Jesaja – es ist das, was geschehen wird, wenn der Messias kommt:
18Zu der Zeit werden die Tauben hören die Worte des Buches, und die Augen der Blinden werden aus Dunkel und Finsternis sehen; 19und die Elenden werden wieder Freude haben am Herrn, und die Ärmsten unter den Menschen werden fröhlich sein in dem Heiligen Israels.
Jesaja 29:18f
5Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben geöffnet werden. 6Dann werden die Lahmen springen wie ein Hirsch, und die Zunge der Stummen wird frohlocken.
Jesaja 35: 5f
Es ist beeindruckend zu sehen, wie viele Verheißungen des Alten Testaments sich in Jesus erfüllt haben. Wer die Bibel im Ganzen liest, dem springt es entgegen, wer Jesus ist – das haben wir verlernt – auch ich selber, dass wir die Bibel immer wieder im Ganzen durchlesen. Wir lesen immer nur häppchenweise aus dem Zusammenhang und da kann es schnell passieren, dass uns das gar nicht mehr auffällt, dass wir das Große und Ganze aus den Augen verlieren, den roten Faden der Heilsgeschichte verlieren. Vielleicht kennt ihr die Geschichte von New Tribes Mission, einer Missionsgesellschaft, die in Südamerika unerreichte Völker für Jesus erreichen wollte. Dabei machten die Missionare die Erfahrung, dass kaum Menschen zu Jesus fanden. Diejenigen, die gläubig wurden, waren dann oft immer noch in ihren alten Kulten gefangen. Sie glaubten an Jesus und an ihre alten Götter und erkannten nicht das Problem dabei. Dann kam den Missionaren eine Idee. Beim nächsten unerreichten Volksstamm erzählten sie drei Jahre lang nur Geschichten aus dem Alten Testament. Sie sagten nichts von Jesus. Und dann wurden der ganze Stamm unruhig. Ständig fragten sie die Missionare nach dem Messias. Wann kommt denn endlich der Messias? Wir brauchen den Messias – wie können wir sonst erlöst werden? Dann erzählten ihnen die Missionare von Jesus und der ganze Stamm kam zum Glauben und sie machten einen Schnitt mit ihren alten Kulten. Wir können Jesus nur verstehen, wenn wir das alte Testament kennen, wenn wir merken, dass er die Erfüllung der Verheißungen ist, wenn wir erkennen, dass er das Zentrum der Heilsgeschichte ist.
Deshalb gibt Jesus den Jüngern des Johannes diesen Hinweis: In mir erfüllt sich Gottes Heilsgeschichte. Wer das erkennt, kann sich glücklich preisen – wo wie er es zwei Kapitel später seinen Jüngern sagt:
16Ihr aber seid glücklich zu preisen! Denn eure Augen sehen, und eure Ohren hören. 17Ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte sehnten sich danach, zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen; sie sehnten sich danach, zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.
Matthäus 13: 16f
In Jesus erfüllen sich die Verheißungen der Propheten oder mit den Worten des Paulus im 1. Korintherbrief: Was immer Gott an Zusagen gemacht hat – in seiner Person finden sie alle ihre Erfüllung (1. Korinther 1,20).
Den Menschen der damaligen Zeit, insbesondere den Schriftgelehrten, müssten doch Leuchttürme aufgegangen sein, als sie all das mitbekommen haben, als sie es miterleben durften, wie sich all diese Verheißungen vor ihren Augen erfüllten. Aber bei vielen war das nicht der Fall – im Gegenteil: sie ärgerten sich an Jesus. Und deshalb zum Schluss ein letzter Punkt:
3 Selig ist, wer sich nicht an Jesus ärgert
Im Griechischen steht hier das Wort skandalizo – da kommt der Skandal her. Viele Menschen – bis heute – sehen in dem, auf das Jesus hier hinweist ein Ärgernis, oder eine Torheit, wie es Paulus im 1. Korintherbrief bezeichnet. Es gibt eben keinen für heute angepassten Jesus ohne Ecken und Kanten, der bei den Leuten gut ankommt. Keine von allem für unseren Verstand Anstößigem „gereinigte“ Bibel, die auf allgemeine Zustimmung stößt. An Jesus scheiden sich die Geister, an ihm ärgert sich die Welt. Das müssen wir uns immer wieder vergegenwärtigen, wenn wir mit unserem Glauben gut ankommen wollen. Da werden wir scheitern. Ich habs ja auch gern harmonisch, aber wir werden uns mit der Verkündigung des Evangeliums nicht nur Freunde machen. Das ist ja die Zwickmühle, in der sich viele von uns befinden. Wir mögen die Menschen um uns herum, aber wir wollen ihnen auch nicht die Wahrheit vorenthalten, weil es dabei ja nicht einfach um eine gute Idee geht, die wir mit anderen teilen wollen, sondern da geht es um ganz reale Dinge, um die Frage, wie es mit uns nach dem Tod weitergeht. Und gerade weil wir die Menschen um uns herum gern haben, wollen wir, dass sie am Ende dabei sind in Gottes Herrlichkeit, dass sie nicht verloren werden. Wir wollen Menschen nicht vor den Kopf stoßen – und das passiert unter Christen immer noch viel zu oft, dass wir durch unsere unsensible Art Menschen sogar vom Glauben abhalten. Aber dieses Wort Jesu zeigt uns, dass es ganz normal ist, dass sich Menschen an Jesus ärgern, dass das die eigentliche Reaktion ist, die wir zu erwarten haben, wenn wir sein Wort unverkürzt verkündigen. Und auch wir stehen in der Gefahr, dass wir uns an Jesus ärgern, dass wir so sehr von den möglichen Reaktionen der Nichtchristen auf sperrige Worte der Bibel her denken, dass wir sie insgeheim selber relativieren. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen – so sagt es Jesus in der Bergpredigt (Mt 5,11) – wir sollen uns freuen, wenn wir um Jesu Willen verlacht oder beschimpft werden – wir werden dafür im Himmel reichlich belohnt werden (Mt 5,13) – so verspricht es uns Jesus. Andersherum müssen wir uns durch dieses Wort Jesu auch immer wieder auf den Prüfstand stellen lassen: Ecke ich mit meiner Verkündigung bei den Menschen überhaupt noch an? Ist das Evangelium, das ich den Menschen um mich herum weitersage, schon so stromlinienförmig, dass es niemanden mehr im Innersten erschüttert und bewegt? Jesus will die Herzen der Menschen nicht streicheln, sondern sie verändern, er will sie aufwecken, sie durcheinanderbringen, sie von eingetretenen falschen Pfaden wegführen, er will, dass sie Buße tun und umkehren.
Wahrheit oder „fake news“? Jesus verweist Johannes auf die Quelle, auf das, was bei den Propheten verheißen war und auf das, was vor den Augen seiner Jünger geschah. Das gilt auch uns heute: Unser Glaube braucht mehr als geistliche Autoritäten, unser Glaube braucht die Verbindung zur Ursprungsquelle, zu den großen Taten Gottes, die uns in der Bibel überliefert sind. Auch wenn Jesus und das, was über ihn in der Bibel berichtet wird, im Wortlaut für viele Menschen ein Ärgernis ist, wollen wir uns an das Wort Jesu halten:
Selig ist, wer sich nicht an mir ärgert.
Amen.
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