„Ballgame!“ – irgendwann ist das Spiel zu Ende … und dann ist abgerechnet: Es gibt einen Sieger und einen Verlierer. Was für Baseball gilt, gilt auch für das Leben – irgendwann ist es zu Ende. Gottes Wort sagt uns ganz klar, dass dann entschieden ist, wer mit Ihm in der Ewigkeit ist, und wer im „Feuersee“ endet. Am 19. November hielt Pastor JB eine Predigt zu Matthäus 25: 31-46. Dort spricht Jesus über das Endgericht.
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Predigt über Matthäus 25,31–46
Liebe Gemeinde,
Der Predigttext für den heutigen Sonntag steht in Matthäus 25, die Verse 31 bis 46.
31Wenn aber der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Thron seiner Herrlichkeit, 32und alle Völker werden vor ihm versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet, 33und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken. 34Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! […] 41Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln! […] 46Und sie werden hingehen: diese zur ewigen Strafe, aber die Gerechten in das ewige Leben.
Ganz schön heftig! Wie geht es Euch mit diesen Worten Jesu? Es wäre doch jetzt interessant, darüber zu reden. Was lösen diese Worte in uns aus? Welche Fragen gehen Euch und Ihnen dazu durch den Kopf? Ich will heute Morgen versuchen, diesen Worten Jesu in vier Punkten auf die Spur zu kommen.
1 Am Ende gibt es das Gericht
Das ist vielleicht eines der heikelsten Themen, wenn es um unseren Glauben geht, wenn es darum geht, auch mit anderen über unseren Glauben zu reden.
Der Menschensohn, also Jesus, scheidet in einem Gericht am Ende der Zeiten als Hirte zwischen Schafen und Böcken. Er stellt sie auf zwei Seiten. Die zur Rechten sind gesegnet und erben das Reich, sie gehen ein ins ewige Leben. Und die zur Linken, die gehen – ja, darüber spricht man eben nicht so gern – die gehen in das ewige Feuer, zur ewigen Strafe.
Dieses Endgericht wird an vielen Stellen der Bibel vorhergesagt:
Ich sage euch aber, dass die Menschen Rechenschaft geben müssen am Tage des Gerichts von jedem nichtsnutzigen Wort, das sie geredet haben.
Matthäus 12,36
Und wie den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht.
Hebräer 9,27
Denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er den Erdkreis richten will mit Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat.
Apostelgeschichte 17,31
Auch wenn man ins Alte Testament schaut, ist von diesem Gericht, von diesem Tag des Herrn die Rede:
Denn der Tag des Herrn Zebaoth wird kommen über alles Hoffärtige und Hohe und über alles Erhabene, dass es erniedrigt werde.
Jesaja 2, 12
Blast die Posaune zu Zion, ruft laut auf meinem heiligen Berge! Erzittert, alle Bewohner des Landes! Denn der Tag des Herrn kommt und ist nahe.
Joel 2,1
Deswegen sagt Jesus auch gleich zu Beginn seiner Verkündigung:
Die Zeit ist erfüllt und das Reich Gottes ist herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!
Markus 1, 15

Jesus ist es mit diesem Gericht ernst. Es ist ein zentraler Bestandteil seiner Verkündigung. Es ist der eigentliche Grund, warum er auf die Erde gekommen ist. Er will uns davor warnen und uns einen Weg zeigen, wie wir in diesem Gericht bestehen können.
Dieses Endgericht am letzten Tag wird schließlich in der Offenbarung noch ausführlicher geschildert:
11Nun sah ich einen großen weißen Thron, und ich sah den, der auf dem Thron saß. Himmel und Erde flohen vor ihm, weil sie seine Gegenwart nicht ertragen konnten; sie verschwanden, ohne eine Spur zu hinterlassen. 12Ich sah die Toten vor dem Thron stehen, vom Kleinsten bis zum Größten. Es wurden Bücher aufgeschlagen, ⸂in denen stand, was jeder getan hatte,⸃ und aufgrund dieser Eintragungen wurden die Toten gerichtet; jeder empfing das Urteil, das seinen Taten entsprach. Und noch ein anderes Buch wurde geöffnet: das Buch des Lebens. 13Das Meer gab seine Toten heraus, und auch der Tod und das Totenreich gaben ihre Toten heraus. Bei jedem Einzelnen entsprach das Urteil dem, was er getan hatte. 14Der Tod und das Totenreich wurden in den Feuersee geworfen; der Feuersee ist der zweite Tod. 15Und wenn jemand nicht im Buch des Lebens eingetragen war, wurde er ebenfalls in den Feuersee geworfen.
Offenbarung 20,11-15 NGÜ
Das Gericht wurde gehalten und die Bücher wurden aufgetan (Daniel 7,10) – so heißt es im Danielbuch – und immer wird dabei betont, dass es dort zwei Möglichkeiten gibt: ewiges Leben und ewige Pein. Entweder man steht im Buch des Lebens oder eben nicht. Nun kann man sagen: Das will ich alles nicht hören, das macht den Menschen nur Angst. Gott ist ein Gott der Liebe – wie kann er Menschen ewig verwerfen? Hat Gott denn Gefallen an solch schrecklichen Bildern? Man hört es immer wieder: „Ich glaube an Gott und an den Himmel. Aber doch nicht, dass es eine ewige Verdammnis gibt… .“ Ich erschrecke auch vor dem Gedanken eines zweiten, ewigen Todes für Menschen, die nicht an Jesus glauben. Das ist doch schrecklich! Deshalb gibt es in der Theologie ja auch immer wieder Versuche, diesem Schrecken auszuweichen: Die Lehre von der Allversöhnung, die Lehre davon, dass Gott allen Menschen gnädig ist, dass er durch Jesus alles versöhnt, was im Himmel und auf Erden ist, wie es in Kolosser 1,20 angedeutet zu sein scheint. Aber zu viele Stellen im Neuen Testament und gerade auch dieses Wort Jesu aus Matthäus 25 sind eindeutig.
Auch der Gedanke, dass die Verdammnis nur zeitlich begrenzt ist und die verdammten Menschen danach dann doch noch in den Himmel kommen, kann man mit diesem Wort Jesu nicht vereinbaren.
46Und sie werden hingehen: diese zur ewigen Strafe, aber die Gerechten in das ewige Leben.
Das Wort, das vor Strafe und auch vor Leben steht, ist im griechischen wie im Deutschen gleich: αἰώνιος – ewig. Wenn die ewige Strafe begrenzt wäre, dann wäre auch das ewige Leben begrenzt – und damit eben nicht ewig. Wir können es drehen und wenden – das Wort Jesu ist eindeutig. Am Ende der Tage kommt das Gericht und dort wird entschieden, wo wir die Ewigkeit verbringen werden, dort wird sich zeigen, ob wir im Buch des Lebens stehen oder nicht.
2 Wer wird hier gerichtet? Kommen Christen überhaupt ins Gericht?
Nun kann man aber die Frage stellen, wer hier gerichtet wird. Und damit ist auch die Frage verbunden, ob Christen überhaupt gerichtet werden?
Hier gibt es im Neuen Testament zwei Linien.
Zum einen geht aus Römer 14 und 2. Korinther 5 ganz klar hervor, dass auch Christen ins Gericht kommen. Dort heißt es: „Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi“ (2. Kor. 5,10; Röm 14,10) – wie wir es im Wochenspruch gehört haben. Paulus spricht an beiden Stellen Christen an. Alle stehen einmal vor dem Weltenrichter Jesus – auch wir. Aber wie können wir dann das Wort Jesu aus Johannes 5 verstehen, wo Jesus uns verspricht:
„Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen“ (Joh 5,24) – oder im Gespräch mit Nikodemus: „Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet“(Joh 3,18)?
Diese zwei Linien können wir zusammenbringen, wenn wir bei unserem Predigtwort genau hinschauen. Das Wort Jesu an die Schafe und Böcke ist ja fast identisch.
Es werden jeweils sechs gute Taten aufgeführt, die die einen für Christen getan haben und die anderen nicht. Dass hier Christen gemeint sind, wird an den Worten „geringste Brüder“ deutlich. Diese Worte benutzt Jesus immer für Christen, für Menschen, die ihm nachfolgen.
Aber wieso sind die guten Werke an Christen jetzt auf einmal entscheidend dafür, ob wir ewiges Leben bekommen oder nicht? Zählen die guten Werke jetzt doch? – es heißt doch im Römerbrief, dass wir ohne des Gesetzes Werke gerecht werden (Röm 3,28)? Wie sind diese Worte Jesu zu verstehen?
Wenn man genau hinschaut, merkt man, dass bei den Schafen nur die guten Werke aufgezählt werden und bei den Böcken nur das, was sie nicht getan haben. Das entspricht doch aber nicht der Realität. Christen zeichnen sich ja nicht dadurch aus, dass sie ausschließlich Gutes tun und Nichtchristen, dass sie genau das nicht tun. Jeder Mensch tut viel Gutes und auch Schlechtes. Warum ist Jesus hier so einseitig? Warum lässt er jeweils die Hälfte weg?
Ein Blick ins Alte Testament gibt uns einen Hinweis zur Lösung.
In Micha 7,19 heißt es: „Er wird sich unser wieder erbarmen, unsere Schuld unter die Füße treten und alle unsere Sünden in die Tiefen des Meeres werfen„. Oder in Jesaja 38,17: „Siehe, um Trost war mir sehr bange. Du aber hast dich meiner Seele herzlich angenommen, dass sie nicht verdürbe; denn du wirfst alle meine Sünden hinter dich zurück. Wer an Jesus glaubt, wer ihm seine Sünden bekennt, dem ist er treu und gerecht und vergibt ihm die Sünden und reinigt ihn von aller Ungerechtigkeit“ (1. Joh 1,9).
Versteht Ihr, was das konkret für uns bedeutet? Das ist nämlich der Hammer: Wenn Gott uns unsere Sünde vergibt, dann ist sie weg, und zwar so weit weg, dass sie nicht einmal im Jüngsten Gericht wieder an die Oberfläche kommt. In Psalm 103 heißt es:
Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unsrer Missetat. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, lässt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten. So fern der Morgen ist vom Abend, lässt er unsre Übertretungen von uns sein.
Psalm 103,10-12
In Jesaja 43 verspricht uns Gott: „Mir hast du Arbeit gemacht mit deinen Sünden und hast mir Mühe gemacht mit deinen Missetaten. Ich, ich tilge deine Übertretungen um meinetwillen und gedenke deiner Sünden nicht.“ (Jes 43,25), wie auch im Hebräerbrief: „Denn ich will gnädig sein ihrer Ungerechtigkeit, und ihrer Sünden will ich nicht mehr gedenken.“ (Heb 8,12;10,17).
Und jetzt wird’s interessant: Was bedeutet das für uns im Endgericht, von dem Jesus hier spricht?
Wer zu Jesus gehört, dem werden im Endgericht nur seine guten Werke präsentiert und er wird dafür gelobt! Das Preisgericht in 1. Korinther 3 regelt dann noch, welche Belohnung und welchen Rang wir im Himmel bekommen – davon spricht Jesus auch im Gleichnis von den anvertrauten Pfunden vor unserem Abschnitt. Aber das Entscheidende ist: Jesus sagt im Endgericht zu uns nur dieses Eine: „Recht so, du bist ein guter und treuer Knecht! Über weniges warst du treu, über vieles will ich dich setzen.“ (Mt. 25,23) Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt!
Und was ist mit den unterlassenen guten Taten, mit den bösen Taten, mit den Sünden? Die sind vergeben, die sind weg, in der Tiefe des Meeres, so fern wie der Morgen vom Abend. Sie sind getilgt – er hat den Schuldbrief getilgt, der mit seinen Forderungen gegen uns war, und hat ihn weggetan und an das Kreuz geheftet (Kol 2,14). Die spielen vor dem Richterstuhl Christi keine Rolle mehr! Als hätten wir nie etwas Böses getan in unserem Leben – alles ist weg, vergeben, vertilgt, vergessen! Könnt Ihr Euch das vorstellen? Diese Erleichterung, diese Freude, diese Dankbarkeit in diesem Moment!
Ja, Christen müssen vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden, sie stehen vor Gericht, aber sie werden nicht verurteilt, nicht einmal angeklagt. Habt Ihr das bemerkt: Bevor irgendjemand etwas sagen kann, werden die Schafe schon zur Rechten sortiert – schon bevor der Prozess beginnt, steht das Urteil fest. Und das ist nur positiv – zu 100%! Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! Wir kommen nicht ins Gericht, unser Urteil ist schon gesprochen, der Gerichtstermin ist für den, der in dieser Welt mit Jesus lebt, ein Freudentag, ein Tag des Lobes und der Belohnung.
3 Gute Werke helfen nicht
Und für die anderen? Wer sind die Böcke? Was haben sie falsch gemacht?
Auch sie haben gar nicht bemerkt, dass ihnen in einem Hilfsbedürftigen Jesus begegnet ist. Warum dann aber dieses harte Urteil von Jesus? Was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan.
An dieser Stelle merken wir: Es kann gar nicht um die Werke an sich gehen. Bei den Böcken schaut Jesus ja gar nicht auf das viele, was in ihrem Leben gelungen ist, was gut lief. Die vielen Verdienste, für die sie vielleicht auch bewundert wurden, die vielen guten Taten auch im Verborgenen. All das spielt hier keine Rolle. Jesus verliert kein einziges Wort darüber. Er fragt sie – ganz anders als die Schafe – nur nach ihren Versäumnissen. Warum? Weil sie nicht an ihn geglaubt haben, ihm ihre Schuld nicht gebracht haben, weil ihr Schuldbrief nicht getilgt ist. Und dann spielt ihre Schuld im letzten Gericht eine Rolle, weil sie nicht fern von ihnen ist wie der Morgen vom Abend. Weil ihre Schuld eben nicht wie auf einer Waage von ihren guten Taten aufgewogen wird. Die Schuld, die nicht bereinigt worden ist, gibt den Ausschlag, auch wenn sie noch so klein ist. Schon die Schuld an einem von diesen Geringsten reicht für die Verdammnis. Das ist hart.
Wie oft hört man in Gesprächen, dass Menschen davon überzeugt sind, dass sie doch im Großen und Ganzen anständig gelebt haben, dass sie insgesamt doch eigentlich ein guter Mensch gewesen sind. Und das stimmt ja auch oft, das sind oft ganz angenehme und vorbildhafte Menschen, aber all das zählt einmal vor Jesus nicht. Vor Jesus zählt nur, ob wir in diesem Leben mit ihm gelebt haben oder nicht, ob wir immer wieder umgekehrt sind und ihm unsere Schuld bekannt haben oder nicht. Das ist das Vorzeichen vor unserem Leben, das am Ende zählt. In der Verbindung zu Jesus sind unsere Werke gut, auch wenn sie unbemerkt, klein und unbedeutend sind – auch die Magd, die den Hof kehrt, tut dann ein gutes Werk vor Gott, wie Luther einmal sagte. Ohne die Verbindung zu Jesus ist das Vorzeichen vor jedem unserer Werke ein anderes. Da zählt kein gutes Werk, sei es noch so groß und bedeutend. Das ist krass und für viele unbegreifbar, unerhört und eine Torheit, wie es im 1. Korintherbrief heißt. Aber die Karten liegen auf dem Tisch. Jesus ist es ernst, er warnt uns und alle Menschen. Er will uns nichts vormachen, er schenkt uns reinen Wein ein, er ruft uns zu sich, er zeigt uns den Weg, wie wir an diesem Tag des Gerichts bestehen können. Es liegt an uns.
4 Was bedeuten diese Worte Jesu für uns heute?

Wir stehen am Ende des Kirchenjahres, das ist eine Zeit der Umkehr und Buße. Diese Zeit will uns wachrütteln. Es ist tragisch, dass viele Menschen ihr ganzes Leben planen, ihre Urlaube, ihre Karriere, ihre Gesundheit, ihren Ruhestand. Es soll nichts dem Zufall überlassen werden, aber wenn es um das Ende unseres Lebens geht, um die Frage, was danach kommt, da gibt man sich mit einer Ungewissheit zufrieden, die mich immer wieder erschrickt: „Da mach ich mir nicht so viele Gedanken – es kommt, wie es kommt!“ „Dann hab ich meine Ruhe!“ „Das wird schon werden – ich war ja ein guter Mensch…“ So heißt es oft. Doch Jesus will uns wachrütteln. Wie viele Menschen klammern sich verzweifelt an ihr Leben, aber für die Frage, was danach kommt, haben sie keine Zeit, keine Energie, keine Lust… Es gibt so viele Menschen um uns herum, die sich vorsagen: Es wird schon für den Himmel reichen! Aber sie wissen nicht, dass sie dazu Jesus brauchen. Und wir werden an ihnen schuldig, wenn wir ihnen dieses Wort Jesu, diese ernste Warnung vorenthalten. Wer interessiert sich schon für Jesus, wenn das Leben auch ohne ihn Spaß macht und danach für jeden sowieso der Himmel kommt? Mir fällt es brutal schwer, auch mal über die ewige Verdammnis zu reden, aber wir machen uns schuldig, wenn wir das den Menschen um uns herum verschweigen.
Auf der anderen Seite sind diese Worte Jesu für uns eine große Freude und Ermutigung, wenn wir zu Jesus gehören. Wir brauchen uns vor dem Jüngsten Gericht nicht fürchten! Das steht fest. All unsere Sünden, unsere verborgenen bösen Gedanken und unser Versagen sind in der Tiefe des Meeres versunken. Niemand holt sie von dort wieder raus. Wir werden rein dastehen, wenn er Gericht hält. Was wird das für eine übergroße Freude und Erleichterung sein! Wie werden wir uns freuen, wenn Jesus vor uns auf dem Thron sitzt und sagt: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! Wie werden wir staunen und uns freuen.
Zuletzt ist diese Rede vom Endgericht auch ein großer Ansporn für unser Leben als Christ. Ein Ansporn, dass wir an unseren Brüdern und Schwestern im Glauben Gutes tun, weil wir damit Jesus persönlich Gutes tun. Wenn wir anderen Christen helfen, tun wir ein Werk an Jesus höchstpersönlich. Stellt Euch mal eine Gemeinde vor, in der das jedem bewusst ist! Eine Gemeinde, die sich gegenseitig überbietet, einander Gutes zu tun, weil sie Jesus lieb hat und ihm Gutes tun will… So können wir dann auch die Ermahnung in Hebräer 10 verstehen:
„Lasst uns aufeinander achthaben und uns anreizen zur Liebe und zu guten Werken und nicht verlassen unsre Versammlungen, wie einige zu tun pflegen, sondern einander ermahnen, und das umso mehr, als ihr seht, dass sich der Tag naht.“ (Hebr 10,24f.). Jetzt merken wir vielleicht auch, wie wichtig die Gemeinschaft unter Christen ist, wie wichtig ein Hauskreis ist, in dem man füreinander betet, wie wichtig der Gottesdienst ist, in dem man als ganze Gemeinde zusammenkommen kann, um sich zur Liebe und zu guten Werken anzureizen. Umso mehr, wenn wir auf Jesus schauen und in dem Bewusstsein leben, dass er wiederkommt, dass es vielleicht schon bald sein kann, dass der jüngste Tag nahe ist, aber dass der Richter zugleich unser Hirte ist, der uns unser Leben lang geführt hat und dessen Stimme uns keine Angst macht, sondern uns vertraut ist, ja, die wir liebgewonnen haben.
Was für ein Ziel, auf das wir zugehen dürfen! Amen.
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