Jeder Sport in den USA hat seinen ultimativen Endpunkt – doch bei keinem Sportereignis ist die Trophäe so begehrt wie im Baseball: Die World Series sind nicht nur ein Sportereignis, sie stehen in einer Reihe mit Thanksgiving und dem Unabhängigkeitstag (4th of July). In den über 100 Jahren seit ihrer Einführung wurden die World Series mehr als eine Spielserie um den wichtigsten Titel des Nationalsports, sie wurden Teil der amerikanischen Kultur und bilden die Grundlage von Kindheitserinnerungen an magische Momente seiner Sporthelden, abgrundtiefer Enttäuschungen und überbordender Freude – und alle diese Emotionen innerhalb von etwa zehn Tagen.

Die World Series, wie sie heute gespielt werden, wurden im Jahr 1905 geboren. Doch geht die Tradition zurück bis ins Jahr 1884 als die Providence Grays von der National League gegen den NY Metropolitan Club der American Association in einer drei Spiele Serie die „Meisterschaft der Vereinigten Staaten“ gewann. Verschiedene Zeitungen bezeichneten die Grays als „Weltmeister“ (World Champions) und dieser Titel blieb hängen. Bis 1893 wurden die „World Champions“ in Serien zwischen sechs und 15 Spielen ermittelt.
Der Besitzer der der Pittsburgh Pirates, William C. Temple etablierte 1894 eine World Series Trophy (Pokal) und bestimmte, dass der Sieger 65% der Einnahmen erhalten solle, der Verlierer den Rest. Diese Entscheidung legte den Grundstein für die Beliebtheit der Baseball Postseason.

Es gab noch mehrere Veränderungen, die wichtigste davon war sicher die Gründung der American League im Jahr 1901. Diese Entwicklung führte im Jahr 1903 dazu, dass die Grundlagen für die moderne MLB (Major League Baseball) gelegt werden konnten. Trotzdem fanden im Jahr 1904 keine World Series statt, da die rivalisierenden Ligen sich nicht auf die Modalitäten einigen konnten. Doch im Jahr 1905 wurden die ersten offiziellen World Series gespielt und haben seither in jedem Jahr, mit der Ausnahme im Jahr 1994, einen Sieger gefunden.
[i]Rekordsieger sind die New York Yankees, die in 40 Teilnahmen 27-mal den Titel World Series Champions für sich beanspruchen konnten. Damit liegen sie deutlich vor den St. Louis Cardinals (11 Titel) und den Boston Red Sox (9 Titel).
Die längste Siegesserie können auch die Yankees für sich beanspruchen; zwischen 1949 und 1953 gewannen sie fünf Titel in Folge[ii]. Nur ein anderes Team konnte drei Titel in Folge gewinnen: Die Oakland Athletics zwischen 1972 und 1974.
Acht der 30 Teams haben noch nie einen Titel gewonnen, die Texas Rangers gehörten bis zum 01. November 2023 auch zu dieser Gruppe, verließen diese aber aufgrund ihrer beeindruckenden Leistung in den Worldseries 2023 gegen die Arizona Diamonbacks. Unabhängig von den Titeln gehört jeder Spieler des Championship Teams zu einer kleinen Gruppe von Athleten, die durch ihre Leistungen auf dem Baseballfeld Teil der amerikanischen Geschichte wurden. Wer den Aufstieg amerikanischer Sportlegenden sehen möchte, sollte sich die World Series nicht entgehen lassen.
[i] Die folgenden Abschnitte beziehen sich auf den Stand 23. Oktober 2023.
[ii] Dazu gewannen sie vier Titel in Folge (1936-39) und drei in Folge (1998-2000)
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Ein Kommentar zu “Baseball World Series – wenn alles zählt”
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