Das Leben feiern!

„Dann stecken sie Cocktailkirschen in die Litschi und werfen sie diese in Bowle – und ‚Voila!‘ – ihre blutunterlaufenen, eingemachten Augen sind fertig!“ – ‚Wie komme ich dazu, meine Gäste so gruseln zu wollen? Und wie nur ist Halloween so unbemerkt schnell aus den USA nach Europa gekommen?‘ fragte ich mich eines Tages, als ich zu Beginn der 2000er Jahre wieder einmal eine beliebte Kochshow anschaute. Wer sich mit US-amerikanischen Feiertagen auskennt, sah schnell, dass die Gastgeber nicht viel über Halloween wussten, aber das „gruselige Fasching“ irgendwie „cool“ fanden. Doch was wird an Halloween eigentlich gefeiert?

Noch in den 90ern des letzten Jahrhunderts kannte kaum jemand in Deutschland Halloween, in der Schule lernte man, dass die Engländer am Abend des 05. Novembers bei der „Bonfire Night“ einen „Guy“ verbrennen – aber Halloween? Heute ist die „Bonfire Night“ fast vergessen[i], aber viele in Deutschland, vor allem Jugendliche, kennen Halloween, kostümieren sich und ziehen am Abend des 31. Oktober von Haustür zu Haustür um Süßigkeiten zu erhalten und anschließend einen gruseligen Abend zu erleben.

Nur wenige erinnern sich an diesem Abend, dass der 31. Oktober in Deutschland der Reformationstag ist[ii]. Martin Luther schlug am Abend vor Allerheiligen (01. November) seine 95 Thesen and die Tür der Schlosskirche in Wittenberg um eine Diskussion über den Ablasshandel und andere nicht in Gottes Wort erwähnte Traditionen anzustoßen. Allerheiligen ist die Verbindung zu Halloween: Weltweit gedenken Gläubige an Allerheiligen der Verstorbenen, die das Wort Gottes weitererzählt haben, und manche dafür auch ihr Leben gegeben haben. Doch Allerheiligen lag ursprünglich um das Auferstehungsfest (Ostern) oder wenige Tage nach Pfingsten, wurde aber von Papst Gregor IV im Jahr 835 auf den 1. November festgelegt[iii]. Der Bezug zur Auferstehung von Jesus wurde dabei aufgegeben, bzw. verblasste mit der Zeit. Man hört oft, dass Papst Gregor IV dieses Datum wählte, um dem keltischen Neujahrsfest (Samhain – sprich: |sou-in|) einen christlichen Anstrich zu geben; doch dagegen spricht, dass der Feiertag schon etwa 100 Jahre früher von Papst Gregor III in Rom auf den 01. November gelegt wurde, zu einer Zeit, als Samhain dort noch nicht bekannt war und weiter, dass auch im christianisierten Irland Allerheiligen zuerst noch im Frühjahr gefeiert wurde[iv].

Dadurch, dass Allerheiligen auf den 01. November gelegt wurde, vermischten sich im Laufe der Zeit die Traditionen der beiden Tage und heidnische Traditionen von Samhain wurden Teil der Feiern am Abend vor Allerheiligen. Um die Geister von Verstorbenen zu besänftigen, wurden Tiere geopfert oder man verkleidete sich als Dämon um die Geister zu erschrecken[v]. Aus diesen vermischten Traditionen entwickelten sich die heute bekannten gruseligen Feiern, bei denen nicht der verstorbenen Gläubigen gedacht wird, sondern Grauen (und Tod) für ein „fröhliches“ Gruseln sorgen sollen.

Dabei ist der Tod nichts zum feiern oder fröhlich sein – Gott, der HERR schuf uns Menschen „zu seinem Bilde“ (1 Mose 1:27) damit wir ewig mit ihm leben und Gemeinschaft haben. Für den lebendigen Gott ist der Tod keine Option – der Tod kam in die Welt, da Adam und Eva Gottes gutes Gebot übertraten: Sie sündigten (trennten sich von ihrem guten, ewigen Schöpfer) und in Römer 6:23 sagt uns Gott, dass der „Lohn der Sünde der Tod ist.“ Der Tod erinnert uns immer daran, dass wir vom lebendigen und ewigen Gott getrennt leben. Gottes Liebe zu seinen Menschen ist aber so groß, dass er schon für Adam und Eva Tiere tötete, deren Tod und Blut die beiden verschonte und deren Felle ihre Scham bedeckten. Bei einem ewigen Gott reicht kein kurzfristiges Opfer; die Tiere waren nur eine Vorausschau dafür, was etwa 4000 Jahre später am Kreuz vor Jerusalem geschah: Der lebendige, ewige und gute Gott vergoss für seine Menschen sein Blut und starb am Kreuz, damit alle, die dies glauben, mit ihm in der Ewigkeit leben können (Johannes 3:16; Kolosser 1:20). Jesus‘ Auferstehung ist der unumstößliche Beleg dafür, dass er tatsächlich der ewige und lebendige Gott ist: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?“ (Lukas 24: 5-6).

Allerheiligen um das Auferstehungsfest zu feiern, machte sehr viel Sinn; nur weil es heute am 01. November gefeiert wird und durch weltliche Traditionen nicht mehr zu erkennen ist, heißt das nicht, dass wir uns nicht auch an diesem Tag daran erinnern dürfen, dass Jesus für uns gestorben ist und wir mit ihm ewiges Leben haben können:

„Ihr aber seht mich, denn ich lebe, und ihr sollt auch leben.“

Johannes 14: 19

Dies ist tatsächlich ein freudiger Grund zum feiern!

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[i] Dabei erinnern sich die Engländer an das vereitelte Attentat auf James I. am 05. November 1605. Guy Fawkes sollte die Zündschnur zu Pulverfässern unter dem Parlament in London anzünden um den König zu töten. Doch er wurde entdeckt, der Anschlag vereitelt und Guy Fawkes später wegen Hochverrats hingerichtet. Dass der Anschlag vereitelt wurde, wurde mit Feuerwerk gefeiert und diese Tradition hält sich bis heute in England.

[ii] Und dies obwohl der Reformationstag in 9 Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag ist und in Baden-Württemberg schulfrei hat – allerdings fällt dies kaum auf, da am 31. Oktober ohnehin meist Herbstferien in Baden-Württemberg sind.

[iii] https://de.wikipedia.org/wiki/Allerheiligen

[iv] https://de.wikipedia.org/wiki/Samhain

[v] So kam es auch zum Namen Halloween: Aus |All Hallows Even| (=Abend vor Allerheiligen) wurde |Halloween|.

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