Eins mit dem Baseballfeld!?

„Das ist also das Geheimnis! Wir alle sind aus Sternenstaub. Wir sind Sternenkinder!“[i] so endet das erste Kapitel in einer erfolgreichen Studienreihe[ii]. Beschäftigt sich man mit den säkularen Kosmologien (Modelle der Weltentstehung) liest man oft von einem „Urknall“, durch den das Universum entstanden sein soll[iii]. Nach diesem Anfang hätten sich die Bauteile der Atome gebildet, die zuerst kleinere Atome bildeten und die sich in Sternen dann zu größeren Atomkernen (größere Elemente) verbanden. Aus diesen leblosen Elementen soll dann das Leben entstanden sein und folglich auch der Mensch. Wenn dies wahr ist, gibt es dann einen Unterschied zwischen dem Sand auf dem Baseballfeld und dem Spieler?

Gott lässt uns gleich auf den ersten Seiten seines Wortes, der Bibel, wissen, dass er die Erde geschaffen hat und uns Menschen „aus Staub von der Erde“ formte“, und das klingt ja beinahe so, wie die Autoren der Studienreihe dies schreiben. Dazu kehrt in beiden Weltanschauungen das Leben wieder in seinen Ursprungszustand zurück: es zerfällt in tote Materie oder „zu Staub“ (1 Mose 3:19). Geht es um den Anfang und das Ende des menschlichen Lebens, klingen beide Weltbilder ähnlich. Doch nur das christliche Weltbild gibt dem menschlichen Leben seinen Sinn, Würde und Hoffnung.

Jahrhunderte bevor Friedmann oder Lemaître über die Entstehung des Universums nachdachten, fragt Gott Jesaja eine rhetorische Frage: „Wer misst die Wasser mit der hohlen Hand, und wer bestimmt des Himmels Weite mit der Spanne und fasst den Staub der Erde mit dem Maß und wiegt die Berge mit einem Gewicht und die Hügel mit einer Waage?“ (Jesaja 40:12). Er verwendet dabei die gleiche Formulierung wie zu Beginn seines Wortes: „Da machte Gott der HERR den Menschen aus Staub von der Erde und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.“ (1 Mose 2:7). Aus diesem „Staub der Erde“ formte Gott auch die Tiere (1 Mose 2:19) und diesen „Staub der Erde“ soll der Mensch nach der Ausweisung aus dem Paradies (1 Mose 3:17) im „Schweiß seines Angesichts“ auch bearbeiten (1 Mose 3:23)[iv].

Es ist interessant die Zusammensetzung der Elemente in unserem Körper und die in der Erdkruste vorkommenden Elemente zu vergleichen: Alle 13 (Spuren)Elemente, die den menschlichen Körper ausmachen, werden auch in der Erdkruste gefunden. Chemisch gesehen sind wir also dem Ziegelsand im Baseballfeld nicht unähnlich, einzig die Gewichtung der einzelnen Elemente ist unterschiedlich.

Dies zeigt, dass nicht die chemische Zusammensetzung unser Menschsein (und unsere Seele) erklärt und uns Menschen besonders macht, sondern Gott, der Schöpfer: Er lebt und gab uns Leben (Biogenese). Unser Leben erhält Sinn und Würde durch die Art und Weise, wie wir geschaffen wurden. Dazu braucht es zuerst einen genetischen Bauplan um den Körper des Menschen zu formen – die DNA. Allerdings schreibt sich diese weder von selbst (vor allem, da der Plan für den Bauplan im Bauplan selbst enthalten ist!), noch können sich leblose Elemente oder Materie selbst zu komplexen Strukturen (Gewebe, Organe, Organsysteme) organisieren. Doch dies gilt auch für das Leben der Tiere und man kann fragen, was denn dann das menschliche Leben vom Leben der Tiere unterscheidet.

Im Gegensatz zu Tieren hat uns Gott „den Odem des Lebens in [seine] Nase [geblasen]“ und so wurde Adam (und damit auch wir) ein lebendiges Wesen. Der „Odem des Lebens“ kann auch mit „Seinen Geist“ übersetzt werden – Gott blies Seinen Geist in den Menschen, damit er nicht nur einen irdischen, sondern auch einen göttlichen Ursprung hat – dies macht uns Menschen zu Ebenbildern Gottes[v] und unterscheidet uns deutlich von den Tieren. Der „Odem des Lebens“ gibt uns eine unsterbliche Seele, ähnlich wie unser ewiger Gott[vi].

Warum werden wir dann wieder zu „Staub der Erde“?

Gott hat uns mit der Erde ein Lebenserhaltungssystem geschenkt. Die Erde versorgt uns mit den notwendigen Mineralien, Wasser und Atemluft. Die DNA sorgt dafür, dass diese Stoffe richtig organisiert werden. Erhalten diese Prozesse keine Energie mehr, geht die Organisation verloren und die Stoffe zerfallen in ihre ursprünglichen Elemente – der biologische Körper zerfällt zu „Staub der Erde“. Das bedeutet nicht die Auslöschung des Menschen, sondern bringt nur dessen Körper zurück zu seinen Ursprungsmaterialien. Die Seele, der Odem Gottes jedoch, ist unsterblich. Ursprünglich waren Adam und Eva geschaffen um ewig in perfekter Gemeinschaft mit dem ewigen Gott zu leben (Odem des Lebens). Durch ihren Ungehorsam (sie aßen von der Frucht: 1 Mose 3), kam der Tod in das Universum (Römer 6:23). In Seiner Liebe für uns Menschen hatte Gott schon einen Plan, um diese perfekte Gemeinschaft wieder herzustellen. Durch Jesus‘ Tod am Kreuz und Seine Auferstehung ermöglichte Er uns einen Zugang zu Ihm. Glauben wir dies, werden wir in Jesus nach unserem Tod wieder auferstehen und mit Ihm in Ewigkeit leben (1 Korinther 15: 35-54). Wir sind dann Gottes Kinder (Johannes 1:12; Römer 8:14; Galater 3:26), und keine Sternenkinder.

14 Denn er weiß, was für ein Gebilde wir sind; er gedenkt daran, dass wir Staub sind. 15 Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blüht wie eine Blume auf dem Felde; 16 wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da, und ihre Stätte kennet sie nicht mehr. 17 Die Gnade aber des HERRN währt von Ewigkeit zu Ewigkeit über denen, die ihn fürchten, und seine Gerechtigkeit auf Kindeskind 18 bei denen, die seinen Bund halten und gedenken an seine Gebote, dass sie danach tun.

Psalm 103: 14-18

Zum Weiterdenken und weiterlesen:

Kurze Antworten – Wie alt ist die Erde?

Noch zu Beginn der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts war es in unserer westlichen Kultur für die Mehrheit klar, dass es einen Gott gibt. Uneinigkeit herrschte in der Regel nur darüber, ob jemand diesem Gott gehorchen sollte und ob seine Existenz eine Bedeutung und Auswirkung auf das persönliche Ergehen hat. Dies hat sich geändert. Ein…


[i] Haim, K., Lederer-Gamberger, J: Chemie macchiato. Pearson Studium. München. 2007.

[ii] Interessant dabei ist, dass dieser Band die Existenz des Universums auf einen Schöpfer zurückführt. Chemikern scheint klar zu sein, dass die Bauteile der Atomkerne nicht ohne das Zutun eines intelligenten Schöpfers aus Nichts entstanden sein können.

[iii] Der Begriff „Urknall“ (Big Bang) war zuerst ein Spottbegriff für den Vorschlag verschiedener Wissenschaftler, (Aleksandrowitsch Friedmann, Abbé Georges Lemaître) dass das Universums aus einer Singularität entstanden sei. Dabei geht es nicht um eine Explosion, sondern darum, dass plötzlich (aus ungeklärten Gründen) Raum, Materie und Zeit entstanden und sich das Universum seither (mal extrem schnell, dann wieder gar nicht oder langsamer) ausdehnt.

[iv] Das hebräische Wort für Staub ist /aphar/ (עָפָר) und kann mit Ton, Boden, Schlamm, Asche, Erde, Grund, Mörtel, Staub, Schutt übersetzt werden. Hier taucht ein (auch uns Baseballern) wichtiges Baumaterial auf: Ton. Es macht Sinn, /aphar/ mit Ton zu übersetzen. Ton ist plastisch und lässt sich leicht modellieren. Ob Gott Wasser verwendet hat, ist aus seinem Wort nicht zu erschließen, wir wissen aber, dass „ein Strom (Nebel) aus der Erde aufstieg und [alles Land tränkte].“ (1 Mose 2:6).

[v] Dass wir keine kleinen Götter sind, erkennen wir daran, dass wir chemisch gesehen keinen großen Unterschied zu Baumaterialien und Tieren aufweisen – dieses Wissen sollte uns demütig machen.

[vi] Dazu brachte Gott, der HERR, die Tiere zu Adam, damit er „sie benannte“ – wer Namen vergibt, hat Autorität über den Namensempfänger (1 Mose 2: 19-20).