Solange du noch kannst – Till you can’t

„Ich würde zehn Dollar zahlen, wenn ich diesen Ball noch einmal sehen könnte.“ – Lou Gehrig[i], #4, legendärer First Baseman der New York Yankees zwischen 1923 und 1939, ging verschämt zum Dugout zurück. Seine Yankees lagen im neunten Inning einen Run zurück und hatten Runner auf der ersten und zweiten Base. Die Chance für das „Iron Horse“ (Das eiserne Pferd), mit einem guten Schlag das Spiel auszugleichen oder sogar zu gewinnen. Lou erarbeitete sich einen Full Count (3 Balls, 2 Strikes) und wartet auf einen Pitch in die Strike Zone. Der Pitcher holt aus und wirft einen Strike direkt über die Home Plate … und Lou schaut den Ball an, schwingt nicht einmal und hört, wie Umpire „Strike Three!“ Lou dreht sich mit einem gequälten Lächeln zum Umpire und sagt etwas. Ungewöhnlich für den als besonnen geltenden Kapitän der Yankees. Einer der in der Nähe der Home Plate sitzenden Sportjournalisten fragt Lou, was er dem Schiedsrichter gesagt habe. „Nur, dass ich zehn Dollar zahlen würde, wenn ich diesen Ball noch einmal sehen könnte.“[ii]

Die Welt ist voll von Menschen, die mehr als zehn Dollar geben würden, wenn sie eine ihrer Entscheidungen wiederhaben könnten. Die vielleicht sogar ihr ganzes Vermögen geben würden, wenn sie eine bestimmte Situation ungeschehen machen könnten.

Robert Ritchie, auch bekannt als Kid Rock, sang darüber in der TPUSA Halftime Show des Superbowls LX. Sein Cover „Til you can’t“ (Original von Cody Johnson) erzählt von Begegnungen und Chancen, die man gerne wieder hätte. Der Angelausflug mit dem Vater. Die aufgeschobene Chance, sich mit seiner Freundin zu verloben. Der Oldtimer in der Garage, den man schon immer mit dem Großvater wieder zum Laufen bringen wollte. Das lange Gespräch mit der Mutter, das kurz blieb, „weil wir ja morgen wieder reden können.“ Die nicht vorgebrachte Entschuldigung, weil noch Zeit ist, dies zu tun.

Robert singt darüber, dass wir diese Chancen nutzen sollen, weil es keine weiteren Chancen mehr gibt. Heute haben wir die Möglichkeit. Chancen jagen uns nicht nach, wir müssen die Chancen, die sich ergeben sofort ergreifen.

Robert Ritchie war jahrzehntelang nur als „Kid Rock“ bekannt. Laut und wild. Viel in den Schlagzeilen, oft negative Schlagzeilen. Manche seiner Missgriffe waren endgültig und hinterließen bei ihm und anderen Menschen Verletzungen. Ist da noch Vergebung möglich? In der Halftime Show ergänzte er einen Vers:

„Es gibt ein Buch, das irgendwo in deinem Haus liegt und mal wieder abgestaubt werden könnte / Es gibt einen Mann, der am Kreuz hängend für all unsere Sünden gestorben ist. Du kannst dein Leben Jesus geben, und er wird dir eine zweite Chance geben / Solange du noch kannst, solange du noch kannst.“

Robert ergriff die Chance, sich seine Verfehlungen bei Jesus vergeben zu lassen. Im Herbst des Jahres 2025 gab er Jesus sein Leben und erzählt jetzt davon, wie diese Entscheidung sein Leben um 180° drehte – aus Kid Rock wurde Robert Ritchie.

Von Gott geführt

„Ich bin hier, um andere mit dem Licht zu erhellen und sie zu überzeugen, dass sie Jesus nachfolgen.“ Dies sind nicht die Worte von einem Pfarrer oder Prediger. Dies…

Wie schnell sich das Leben ändern kann und Chancen unwiederbringlich verloren gehen, zeigt sich am Leben von Lou Gehrig. Am 01. Juni 1925 wurde er zum Stammspieler der Yankees und spielte ab diesem Zeitpunkt bis zum 2. Mai 1939 ununterbrochen in 2130 Spielen[iii]. Nach einem schwachen Start in die Saison 1939 sagte er seinem Manager Joe McCarthy am Ende des Tages, dass er sich selbst auf die Bank setzen würde. Lou, Zuschauer und Journalisten hatten bemerkt, dass seine Schläge seit Beginn des Springtrainings kraftlos waren und seine Spritzigkeit fehlte. Intensive Untersuchungen führten zu der Diagnose ALS (Amyotrophe Lateralsklerose). Lou würde nie mehr Baseball spielen. Am 4. Juli 1939 trat er offiziell im Yankee Stadium zurück, ein Moment der im Film „The Pride of the Yankees“ festgehalten wurde. Genau zwei Jahre nach seinem Rücktritt, wurde Lou Gehrig beerdigt.

3B bedeutet Baseball – klar, darum sind wir heute hier. Das zweite B steht für die Bibel, Gottes Wort. Bei Jesus gibt es dein Leben lang die Chance, Ihn in dein Leben zu lassen. Wir sagen es mit Robert Ritchie: Ergreife die Chance und lass Jesus in dein Leben.


6 Ich breite meine Hände aus zu dir, meine Seele dürstet nach dir wie ein dürres Land. Sela. 7 HERR, erhöre mich bald, mein Geist vergeht; verbirg dein Antlitz nicht vor mir, dass ich nicht gleich werde denen, die in die Grube fahren. 8 Lass mich am Morgen hören deine Gnade; denn ich hoffe auf dich. Tu mir kund den Weg, den ich gehen soll; denn mich verlangt nach dir.

Psalm 143:6-8

[i] Lou Gehrig wurde 1903 als Sohn der deutschen Auswanderer Anna Christina Foch (1881–1954) and Heinrich Wilhelm Gehrig (1867–1946) geboren. Seine Mutter kam aus Schleswig-Holstein, sein Vater aus Baden. Er war das zweite von vier Kindern, seine Geschwister starben alle in jungen Jahren an Keuchhusten und Masern. Bis zu seinem fünften Lebensjahr sprach er nur Deutsch.

[ii] Dies ist eine der vielen Anekdoten, die es über Lou Gehrig gibt, der ein sehr gutes Auge für die Strike Zone hatte. Es sind keine bestätigenden Artikel oder Interviews bekannt; noch können in Box Scores und Score Sheets der Gegner und die beschriebene Spielsituation ermittelt werden.

[iii] Dieser Rekord wurde erst am 06. September 1995 von Cal Ripken (Baltimore Orioles) eingestellt. Bis heute hält Cal Ripken mit 2632 Spielen in 17 Saisons (30. Mai 1982 – 19. September 1998) den Rekord für die meisten aufeinanderfolgenden Spiele.