Das Maß des Erfolgs

BibleTime von Coach GL.

„Hast Du schon einmal einen Bock geschossen?“ wurde ich von einem Mitglied einer Gemeinde in Deutschland gefragt. Ja, hatte ich – ich war ja in den USA auf dem Land aufgewachsen und die Jagd gehörte dazu. Es begann mit Kleintieren und später habe ich auch Böcke geschossen, denn das gab nach einem Jagdwochenende in den Wäldern Pennsylvanias große Anerkennung bei den Klassenkameraden. Schnell wurde mir bei diesem Gespräch aber klar, dass „einen Bock schießen“ in Deutschland genau das Gegenteil bedeutete: Man hat einen offensichtlichen Fehler gemacht und wird als Verlierer betrachtet. Ja, auch solche Böcke habe ich schon geschossen.

Als ich etwa zehn Jahre alt war, nahm unser Vater mich und meine drei Brüder auf einen Angelausflug mit, während meine zwei Schwestern bei unserer Mutter blieben. Was gab es Besseres als ein Wochenende alleine mit meinem Vater und drei Brüdern in der freien Natur beim Angeln zu verbringen?

Am ersten Abend setzte sich mein Vater zu meinen Brüdern und mir. Er hatte uns etwas zu sagen, und es war deutlich, dass ihm das schwer fiel: „Jungens, – Mutter wird uns verlassen … wenn wir zurückkommen, zieht sie aus.“ Das Schweigen, das folgte war beinahe unerträglich. Für mich brach eine Welt zusammen. Keine der Familien in unserem kleinen Dorf war jemals zerbrochen. Es war für mich unvorstellbar, dass sich Eltern trennten.

Zurück vom Angelausflug sah ich zuhause meine Mutter ihre Koffer packen und stand dabei, als sie das Haus und uns, mich, verließ. „Gott – wie kannst Du so etwas zulassen?“ Ich war ärgerlich und wütend auf Gott. Ich verstand nicht, wie es dazu kam und warum Gott nicht eingegriffen hatte.

In den darauffolgenden Monaten und Jahren lebte ich meinen Ärger aus. Ich erinnere mich daran, dass ich mehrere Scheiben eines Stalles im Dorf mit Steinen zerschoss und dadurch in Schwierigkeiten kam. Bei einer waghalsigen nächtlichen Aktion stieg ich mit Freunden auf einen Heuwagen, denn wir dann einen Hügel hinunterrollen ließen. Es sollte ein Spiel sein, das derjenige gewann, der zuletzt von dem außer Kontrolle geratenen Wagen springen würde. Unnötig zu sagen, dass es in dieser Nacht keinen Gewinner gab. Ja, auch solche Böcke habe ich in meiner Jugend geschossen.

Wer damals auf mein Leben schaute sah nicht, dass ich mit Jesus lebte. Doch ein Wort aus Gottes Wort, half mir, mich wieder Jesus zuzuwenden und mit ihm zu leben:

Du aber bleibe bei dem, was du gelernt hast und was dir anvertraut ist; du weißt ja, von wem du gelernt hast und dass du von Kind auf die heiligen Schriften kennst, die dich unterweisen können zur Seligkeit durch den Glauben an Christus Jesus. Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, dass der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werk geschickt.

2 Timotheus 3:14-17

Meine Großmutter hatte uns aus dem Wort Gottes gelehrt. Ich war in einer Jugendgruppe, in der ich neben Sport und Unterhaltung auch aus Gottes Wort gelehrt wurde. Ich erkannte meine Unzulänglichkeit, meine Fehler und Sünden und brachte diese zu Jesus.

Die Bibel. Autor: Gott

Die Stand-up Comedy Routine des Comedian Charlie Berens aus Wisconsin nahm vor kurzem bei einer Show in Ohio eine unerwartete Abzweigung. Ein Zwischenrufer wollte Charlie aus dem Konzept bringen, was…

Gott ist in seinem Wort sehr ehrlich. Er lässt uns wissen, dass die Menschen, mit denen er Geschichte schrieb und schreibt, nicht gut sind. Adam und Eva übertraten sein Gebot und brachten uns alle die Sünde. Noah betrank sich. Abraham, Jakob und der große König David waren Ehebrecher. Petrus verleugnete Jesus und Paulus ließ Christen umbringen, bevor er Jesus in sein Leben ließ.

Keiner dieser Männer gehört nach menschlichem Ermessen zu den Guten. Doch Gott schrieb mit Ihnen Seine Geschichte. Gott nimmt unsere Misserfolge, unsere Böcke, die wir schießen, um uns daran zu erinnern, dass nur ER gut ist. Nur ER kann wirklich Gutes tun. Legen wir unsere Niederlagen am Kreuz zu Jesus‘ Füßen, wird er uns gebrauchen, um von Seinem größten Sieg, dem Sieg über den Tod in Seiner Auferstehung, zu erzählen.

Nimm deine Niederlagen, deine Sünde, erzähle Jesus davon und leg diese dann am Kreuz ab. Dort findest du dann Freiheit von Schuld und Sünde. Und aus deinen Niederlagen macht Jesus dann den Sieg, von dem du dann deinen Freunden weitererzählen wirst.

Das folgende Zitat von Chuck Colson[i] fasst dies zusammen[ii]:

„Doch plötzlich wurde mir klar, dass es nicht mein Erfolg war, den Gott gebraucht hatte, um mich zu befähigen, den Menschen in diesem Gefängnis zu helfen – oder in Hunderten anderer Gefängnisse wie diesem. Mein Leben voller Erfolge war nicht das, was diesen Morgen so herrlich machte – all meine Leistungen bedeuteten in Gottes Schlussabrechnung nichts.

Nein, das wahre Vermächtnis meines Lebens war mein größtes Versagen – dass ich ein ehemaliger Sträfling war. Meine größte Demütigung – ins Gefängnis geschickt zu werden – war der Anfang von Gottes größtem Wirken in meinem Leben; Er wählte genau das eine, dessen ich mich nicht rühmen konnte, zu Seiner Ehre.

Angesichts dieser überwältigenden Wahrheit entdeckte ich in jenen wenigen Momenten in der Gefängniskapelle, dass meine Welt auf den Kopf gestellt worden war. Mit einem Ruck begriff ich, dass ich das Leben rückwärts betrachtet hatte. Doch nun konnte ich sehen: Erst als ich alles verlor, was ich für das hielt, was Chuck Colson zu einem großartigen Kerl machte, fand ich das wahre Selbst, zu dem Gott mich bestimmt hatte, und den wahren Sinn meines Lebens.

Es ist nicht das, was wir tun, was zählt, sondern das, was ein souveräner Gott durch uns zu tun wählt. Gott will nicht unseren Erfolg; Er will uns. Er verlangt nicht unsere Leistungen; Er verlangt unseren Gehorsam. Das Reich Gottes ist ein Reich eines scheinbaren Widerspruchs, in dem durch die hässliche Niederlage des Kreuzes ein heiliger Gott vollkommen verherrlicht wird. Sieg kommt durch Niederlage; Heilung durch Zerbrochenheit; man findet sich selbst erst dann, wenn man sich selbst verliert.“

Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben.

Galater 2:20

[i] Chuck Colson (1931-2012) war Rechtsberater von US-Präsident Nixon. Er wurde im Zuge der „Watergate Affäre“ 1974 zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt. Seine Zeit im Gefängnis führte ihn zu Jesus und er gründete schon im Jahr 1976 Prison Fellowship, eine Organisation, die Gefangenen das Evangelium von Jesus Christus bringt. (https://en.wikipedia.org/wiki/Charles_Colson)

[ii] https://www.prisonfellowship.org/2016/03/the-legacy-of-failure/