Was machst Du, wenn Du auf etwas wartest – zum Beispiel einen langerwarteten Besuch, ein wichtiges Paket oder auch die Ferien? – Beim Warten achten wir alle auf Zeichen. Wir zählen die Tage und Stunden, wir lesen die Sendungsverfolgung auf dem Telefon oder auch der Blick aus dem Fenster. Warten beinhaltet immer auch das Ausschauhalten nach verlässlichen Zeichen. Was machst Du, wenn das Warten länger dauert, als du es erwartest hast?
In dieser Situation war das Volk Israel vor mehr als 2500 Jahren. Das Volk hatte unter den ersten drei Königen, und dabei vor allem unter König David und König Salomo (etwa 1000 v. Chr.) eine nie dagewesene Blütezeit erlebt. Vor allem unter König Salomo war Israel eine nicht nur regional bekannte, mächtige Monarchie. Gott hielt sein Versprechen, dass wer IHN ehrt Segen erfährt. Doch wie schon die Generationen zur Zeit der Richter (ca. 1500 v.Chr. – 1000 v.Chr) vertrauten auch die Generationen und Könige nach Salomo nicht mehr Gottes Versprechen und Seinem Wort. Auch schon Salomo vertraute am Ende seines Lebens nicht mehr Gott. Gott aber hält Versprechen. Er segnet, wer Ihm vertraut. Er vollzieht aber auch Seine angekündigten Konsequenzen, wenn Menschen nicht nach seinem Wort leben und ihr Leben auf menschliche Sicherheiten bauen.
Keine Kompromisse
„1 Nach dem Tod Josuas befragten die Israeliten den HERRN und sprachen: Wer soll unter uns zuerst hinaufziehen, Krieg zu führen gegen die Kanaaniter? 2 Der…
Für das Volk Israel bedeutete dies einen schleichenden Verfall. Im Jahr 607 V.Chr. kam dann das endgültige Ende. Das Südreich Juda, der letzte Rest des Volkes, wurde nach Babylon in die Gefangenschaft geführt. Nun war es nicht so, dass Gott Sein Volk nicht immer wieder gewarnt hätte. Vor allem in den letzten gut 120 Jahren vor dieser endgültigen Niederlage, warnte er durch Botschafter, auch Propheten genannt, die Könige und das Volk. Über zehn dieser Botschafter riefen über dieses Jahrhundert hinweg die Könige und das Volk immer wieder auf, doch zu Gottes Wort zurückzukommen.
Doch die Propheten (die Botschafter) verkündeten noch eine weitere Botschaft. Sie wussten, dass ihre erste Botschaft nicht gehört werden würde und deshalb das Volk in die Gefangenschaft geführt werden würde. Sie wussten von Gott aber auch, dass diese Gefangenschaft zeitlich begrenzt sein würde (70 Jahre) und das Volk dann wieder in ihr eigenes Land zurückkehren würde. Und sie durften verkünden, dass ein ewiger König kommen würde (Jesaja 9:5-6), der Frieden ohne Ende schaffen würde.
Die Vorzeichen der Ankunft dieses ewigen Königs waren die Gefangenschaft in Babylon (Jesaja 5: 1-7), der Rückkehr aus dieser Gefangenschaft (z.B. Jeremia 23: 3) und dem Wiederaufbau Jerusalems (Daniel 9: 24-26). Dass dieser König (oder auch Messias) nicht sofort kommen würde, konnten die Nachfahren Judas durch den Segen Jakobs für denselben wissen (1 Mose 49: 10).
Nun wartete das Volk auf diesen besonderen König. Dass die Botschafter Gottes, die Propheten, die Wahrheit verkündeten, sah das Volk daran, dass es unter dem persischen König Kyrus im Jahr 537 nach Israel zurückkehren durfte und in der Folge Jerusalem und den Tempel wieder aufbaute. Dies wird nicht nur in Gottes Wort bestätigt (Bücher Nehemia und Esra), sondern auch auf dem Kyrus-Zylinder, der im Britischen Museum in London in Raum 52 Ancient Iran, Vitrine 4, ausgestellt ist[i].
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Das Volk war zurück, Jerusalem und der Tempel waren wieder aufgebaut – doch wo blieb der versprochene König? Es sollte noch gut 500 Jahre dauern, bis weitere Vorzeichen erfüllt waren und der König, in Jesus, auf diese Erde kam. Aus der Geschichte wissen wir, dass das Volk Israel in dieser Zeit sich nicht immer an Gottes Wort hielt und sich falsche Vorstellungen entwickelten, wie der versprochene König aussehen würde. Manche vergasen dabei auch die Hauptsache – ihr Herz ganz Gott anzuvertrauen.
Jesus erzählte dazu später eine Geschichte (Matthäus 25: 1-13). Zehn Brautjungfrauen (beste Freundinnen der Braut) warteten auf den Bräutigam. Es war klar, dass dieser auf dem Weg war, aber es war nicht klar, wann er kommen würde. Fünf der Brautjungfrauen waren auf langes Warten vorbereitet und hatten Lampen und Öl mitgebracht. Fünf weitere hatten nur Lampen dabei. In der Nacht des Wartens verlöschten Ihre Lampen. Als der Bräutigam schließlich kam, konnten nur die Brautjungfrauen mit dem Öl zur Feier mitkommen. Die anderen blieben vor der Tür.
Jesus lässt uns wissen, dass er wiederkommen wird (Apostelgeschichte 1: 11). Wir sind wie die Brautjungfrauen, die auf den Bräutigam warten. Glauben wir Jesus, dass er wiederkommen wird? Und sind wir bereit für Seine Ankunft? Das bedeutet – hast du Ihm deine Schuld bekannt, dir von ihm seine Sünden vergeben lassen und dein Leben in seine Hände gelegt?
Als Jesus dann in Bethlehem geboren wurde, und etwa 33 Jahre auf dieser Erde unter uns Menschen lebte, haben die allermeisten Menschen Ihn nicht als den König dieser Welt erkannt, der ihnen vorhergesagt war. Auch viele Kenner des Wortes Gottes haben ihn nicht erkannt – oder wollten ihn nicht erkennen.
Für Dich stellt sich heute die Frage, zu welcher Gruppe von Menschen Du gehörst: Zu denen, die Jesus nicht kennen, oder kennen lernen wollen. Oder gehört Dein Leben schon Jesus?
27 Und wie den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht: 28 so ist auch Christus einmal geopfert worden, die Sünden vieler wegzunehmen; zum zweiten Mal erscheint er nicht der Sünde wegen, sondern zur Rettung derer, die ihn erwarten.
Hebräer 9: 27-28
[i] Edwards, B.: Through the British Museum with the Bible. Day One Publications. 2015. S. 56
