BibleTime inspiriert von Coach GL.
World Series Spiel 7 1962 in San Francisco. NY Yankees gegen die Giants. Sechs Spiele in zwölf Tagen, ausgeglichenes Runverhältnis nach sechs Spielen und weiteren fünf Innings; im neunten Inning führen die Yankees 1-0. Doch die Giants bringen Läufer auf die zweite und dritte Base. Zwei weitere Giants werden Out gespielt. An den Schlag kommt jetzt Giants First Baseman Willie McCovey, dessen Home Run Spiel 2 entschieden hatte. Manager Ralph Houk geht zu seinem Pitcher Ralph Terry, um die Situation zu besprechen. Second Baseman Bobby Richardson trifft sich mit Shortstop Tony Kubek an der zweiten Base. Kubek ist offen mit Richardson: „Ich hoffe, er schlägt den Ball nicht zu dir.“ „Warum?“ „Du hast in diesem Spiel schon einen Fehler gemacht und ich will nicht, dass du dieses Spiel noch verhaust.[i]“
Als ob das nicht schon entmutigend genug ist, wird Bobby auch noch vom Second Base Umpire (Schiedsrichter an der zweiten Base) angesprochen: „Kannst du mir nach dem Spiel deine Mütze für meinen Vetter mitgeben?“ Während Bobby noch versucht, seine Gedanken zu ordnen, schlägt McCovey den, nach eigener Aussage, härtesten Ball, den er jemals ins Feld drosch. Bobby steht fast richtig – und bekommt den Ball zu fassen! Er fällt beinah vorneüber, doch er behält das Gleichgewicht und den Ball im Handschuh.[ii] Das Spiel ist zu Ende und die Yankees sind zum zwanzigsten Mal World Series Champions.
Bei den anschließenden Jubelszenen ist Bobby Richardson ohne Mütze zu sehen. Diese übergab er fast direkt nach dem Spielzug dem Second Base Umpire. Nicht nur für diese Szene ist Bobby Richardson bekannt. Er gewann schon 1958 und 1961 die World Series mit den Yankees und wurde als bisherig einziger Spieler der verlierenden Mannschaft in den WS 1960 zum World Series Most Valuable Player gewählt.
Bei seinen Mitspielern war Bobby Richardson nicht nur wegen seiner sportlichen Erfolge bekannt und beliebt. Vor Spielen organisierte er Gottesdienste, Andachten und Gebetsrunden. Dabei lud er seine Mitspieler auch immer wieder dazu ein, Jesus in ihr Leben zu lassen. In der Off-Season, der Zeit zwischen Herbst und Frühjahr, in der keine Ligaspiele stattfinden, war er für den YMCA tätig und engagierte sich bei Fellowship of Christian Athletes (FCA, ähnlich SRS Sportler ruft Sportler).
Als er nach der Saison 1966 im Alter von 31 Jahren seine Karriere beendete trainierte er College Mannschaften[iii] und wurde ein bekannter christlicher Redner.
Unvergängliche Freude
„Der einzige Weg zu unvergänglicher Freude ist, sich im HERRN zu freuen […]“ dies war Grace Lyons, Infielder der Oklahoma Sooners, und dreifache Gewinnerin der Women’s College World Series (2021-2023)…
Mickey Mantle, einer der besten Outfielder in Bobbys Zeit bei den Yankees sagte einmal über ihn, dass er „der aufrichtigste, praktizierende Christ sei“, den er kenne.
Mickey Mantle ist einer der größten Baseballer aller Zeiten. Sein Schlagdurchschnitt lag bei .298[iv], er erzielte dabei 2415 Hits, 536 Home Runs und brachte dabei 1509 Läufer über die Home Plate. Siebenmal gewann er mit den Yankees die World Series und gewann weitere Auszeichnungen während seiner Karriere. Als Baseballer hat Mickey Mantle in seinem Leben alles gewonnen, was man gewinnen kann.
Abseits vom Spielfeld war Mickey als dem Alkohol zugeneigter Partylöwe bekannt. Trotz dieser sehr unterschiedlichen Lebenseinstellungen waren Mickey und Bobby gute Freunde. Bobby Richardson ließ selten eine Gelegenheit aus, Mickey Mantle von Jesus zu erzählen und forderte ihn auch immer wieder heraus, Jesus in sein Leben zu lassen. Eine Frage, die er nicht nur Mickey stellte war diese: „Ob er im Gewinner Team von Jesus sei, wenn dieser wiederkommt?“. Bobby war überzeugt, dass Gott ihm die Chance eröffnete in den Major Leagues zu spielen, um dort von Jesus zu erzählen und Ihn zu verherrlichen. Mickey wusste durch die Gespräche mit Bobby, dass er „die Entscheidung [für Jesus]“ treffen sollte.
Auch nach Mickeys Karriereende im März 1969 blieben die beiden gute Freunde. Und immer wieder wies Bobby Mickey auf Jesus hin und fragte ihn, wo er mit Jesus stehe. Dass es mit ihm und Jesus nicht gut steht, erkannte Mickey 1994. Er war in einer Entzugsklinik und bekannte dem Sportreporter Bob Costas, nur zwei Wochen, nachdem er seinen Sohn beerdigen musste, dass er kein gutes Vorbild gewesen sei und etwas in seinem Leben fehle.
Etwa ein Jahr nach diesem Interview erhielt er die Diagnose „Leberkrebs“. Eine Transplantation gab ihm zuerst Hoffnung, doch der Krebs kehrte zurück. Er begab sich in eine Klinik in Dallas, wo er erleben musste, dass sein Körper zusehends zerfiel. Gott hatte es so geführt, dass Bobby in dieser Woche einen Vortrag in Dallas hielt. Mickey rief Bobby an und morgens gegen 6 Uhr beteten sie gemeinsam am Telefon und Bobby las aus Philipper 4:
4 Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! 5 Eure Güte lasst kund sein allen Menschen! Der Herr ist nahe! 6 Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden! 7 Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne bewahren in Christus Jesus.
Später am Morgen besuchte Bobby Mickey im Krankenhaus und beim Abschied bat Mickey Bobby um einen Gefallen: „Vergiss nicht, du hältst meine Beerdigung.“
Wenige Wochen später wurde deutlich, dass Mickey nicht mehr lange zu leben haben würde. Bobby und seine Frau Betsy flogen nach Dallas um Mickey zu besuchen. Als sie das Krankenzimmer betraten, konnte es Mickey kaum erwarten: „Ich kann es nicht erwarten euch dies zu sagen: Ich habe Christus als meinen Retter akzeptiert.“ Bobby war außer sich vor Freude und sprach ein weiteres Mal mit Mickey darüber, was es bedeutet, Jesus in sein Leben zu lassen. Kurz nach diesem Treffen verließ Mickey diese Erde und ging nach Hause zu seinem Herrn Jesus. Wie versprochen hielt Bobby Richardson Mickeys Beerdigung. Bei seiner Ansprache zitierte er aus dem folgenden Gedicht:
Gottes Ruhmeshalle (Alf Hutchinson)
Vielleicht erscheint dein Name
Nicht In der Ruhmeshalle hier.
Faktisch bist du so unbekannt
Dass keiner deinen Namen kennt.
Die Schlagzeilen übersehen dich
Und auch das blaue Neonlicht.
Aber liebst und dienst du dem HERRN
Habe ich Neuigkeiten für dich:
Diese Ruhmeshalle steht nur so lange
Wie die Zeiten dieser Welt.
Erinnere dich daran,
Gottes Ruhmeshalle steht für alle Zeit.
Die Menschenkinder vergessen bald
Die Helden der Vergangenheit.
Sie jubeln nur solang‘ bis du versagst
Und dieser Moment wird kommen.
Aber in Gottes Ruhmeshalle,
wenn du nur an Seinen Sohn glaubst,
wirst du deine Namensgravur finden.
Freund, ich sage dir,
ich würde niemals tauschen
Mein Name, wie unbedeutend er auch sei
dort geschrieben bei den Sternen
in dieser himmlischen Halle,
Mit einem berühmten Namen
hier auf dieser Erde
und dem Ruhm der ihm gegeben.
Ich bin lieber unbekannt hier
Und dafür ist mein Name
im Himmel geschrieben.
Nach Mickeys Tod verfasste Bobby ein Traktat „Mickey Mantle: His Final Inning“ mit dem er Menschen die Bekehrungsgeschichte seines Freundes erzählte und wie die Leser genauso Jesus in ihr Leben lassen können.
Wie komme ich in den Himmel?
Immer mal wieder kommt es während oder nach der BibleTime bei 3B zu der im Titel genannten Frage: Wie komme ich in den Himmel? Oder…
WeiterlesenGott, der Schöpfer, führte Bobby und Mickey auf der größten Bühne des Baseballs zusammen. Dort erzählte der eine von seinem Herrn und Heiland Jesus Christus, teilte gute und schlechte Zeiten mit seinem Freund und hakte immer wieder nach, wo sein Freund mit Jesus steht. Der andere nahm am Ende seines irdischen Lebens diese lebensverändernde Gute Nachricht an und übergab Jesus sein Leben.
Bobby Richardson ist heute (Januar 2026) 90 Jahre alt und lebt noch immer in Sumter, South Carolina. Er bekennt bis heute seinen Herrn Jesus und erklärt seinen Zuhörern die Gute Nachricht von Jesus. Lernen wir von ihm, dass wir nie aufhören, unseren skeptischen Familienangehörigen und Freunden von Jesus zu erzählen – wir wissen nie, an welchem Tag ihres Lebens sie Jesus ihr Leben übergeben werden.
16 Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die glauben, die Juden zuerst und ebenso die Griechen. 17 Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie geschrieben steht: »Der Gerechte wird aus Glauben leben.«
Römer 1: 16-17
[i] Wenn Willie McCovey einen line-drive (hart geschlagener, eher flacher Ball) ins Outfield schlägt, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass M Alou von der dritten und W Mays von der zweiten Base aus die Home Plate erreichen und die Giants das Spiel mit dem letzten Schlag, einem Walk-Off, gewinnen und die World Series nach San Francisco holen.
[ii] https://www.youtube.com/watch?v=IdxgIoroxVs
[iii] 1975 gewann das von ihm trainierte Team der University of South Carolina die College World Series.
[iv] Bedeutet: Von 1000 Schlagversuchen erreichte er 298 mal mindestens die erste Base.
