Allein Noah blieb übrig

21 Da ging alles Fleisch unter, das sich auf Erden regte, an Vögeln, an Vieh, an wildem Getier und an allem, was da wimmelte auf Erden, und alle Menschen. 22 Alles, was Odem des Lebens hatte auf dem Trockenen, das starb. 23 So vertilgte er alles, was auf dem Erdboden war, vom Menschen an bis hin zum Vieh und zum Gewürm und zu den Vögeln unter dem Himmel. Sie wurden von der Erde vertilgt. Allein Noah blieb übrig und was mit ihm in der Arche war.  1 Mose 7: 17-24 (Luther 2017)

Weltuntergang

Gottes Gericht ist vollkommen. Nichts, was auf dem Erdboden lebte und „den Odem des Lebens hatte“, starb. Skeptiker fragen hier oft, warum Gott damals auch unschuldige Kinder und Menschen mit der Flut bestrafte. Manche Christen stellen die Echtheit des Flutberichtes in Frage, da „doch ein liebender Gott nicht auch unschuldige Menschen umbringt!“.

Alle Menschen sind Sünder

Beide Gruppen übersehen dabei, dass vor dem lebendigen Gott niemand, der in diese Welt (oder die damalige Welt) geboren wurde und wird, unschuldig ist. Den Grund dafür finden wir gleich auf den ersten Seiten von Gottes Wort (1. Mose 3). Nach dem Sündenfall mussten Adam und Eva die Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott verlassen, da ihr bis dahin einziger Gesetzesbruch für den gerechten Gott so schwer wiegt, dass sie nicht mehr mit Ihm leben können.

Gott ist heilig

„Wie sieht es im Himmel aus?“ – Oft wird diese Frage mit einer Art Ortsbeschreibung beantwortet. Es sieht so und so aus und wir treffen…

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Für ihre Nachfahren (und da gehören wir dazu), hat das die Konsequenz, dass wir alle getrennt von Gott geboren werden – das ist die Ursünde. Das Wort, das wir mit |Sünde| übersetzen, kommt vom griechischen |ἁμαρτία| – |hamartia|: „das Ziel verfehlen“. Das deutsche Wort „Sünde“, ist mit dem Wort „Sund“ verwandt. Ein Sund ist ein Graben oder Abgrund, der zwei Seiten voneinander trennt. Diese Bedeutung macht klar, warum ein neugeborenes Baby, das noch keinen einzigen Gedanken hatte, außerhalb von Gottes Gemeinschaft lebt und getrennt von Gott ist. Wer von Gott getrennt ist, ist Sünder.

Diese Feststellung gefällt uns vielleicht nicht, aber es ist eine Tatsache, die uns Gott in seinem Wort immer wieder bestätigt. Adams und Evas Fehltritt haben auch Konsequenzen für alle ihre Nachfahren.

21 Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. 22 Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden.

1 Korinther 15: 22
Auch die Landtiere

Eine weitere Frage, die an dieser Stelle vorwurfsvoll gestellt wird ist, warum auch alle landlebenden Tiere in der Flut starben. Studieren wir die ersten Abschnitte in Gottes Wort, erfahren wir, dass Adam und Eva nicht nur die Erde mit Nachkommen „füllen“ sollten, sondern auch „über die Fische im Meer, die Vögel im Himmel und alles Getier, das auf Erden kriecht“ herrschen |רָדָה|-|radah| sollten.

Ihrem Auftrag die Erde mit Nachfahren zu bevölkern kamen Adam und Eva nach. Allerdings hatte ihre Fehlentscheidung die Folge, dass nur wenige ihrer Nachfahren nach Gottes Willen fragten. In den folgenden Abschnitten nach Adams und Evas Verweis aus der Gemeinschaft mit Gott, lesen wir zuerst von Brudermord (1. Mose 4), unnötiger Vergeltung (Lamech – 1. Mose 4:23f) und dann, dass das menschliche Streben nur noch böse war (1. Mose 6: 5).

Die Entscheidungen von Herrschern haben immer Auswirkungen auf deren Umwelt. Wenn der Vorsitzende eines Zoos und seine Beisitzer wirtschaftlich schlechte Entscheidungen treffen und der Zoo geschlossen werden muss, verliert nicht nur der Vorsitzende seine Arbeit, sondern auch die Tiere müssen ihre gewohnte Umgebung verlassen.

Sicher, das Beispiel hinkt etwas. Doch es macht deutlich, dass Entscheidungen von Menschen auch für die Tiere Folgen haben. Oder man denkt in der Geschichte etwa 2000 Jahre zurück, als in den Stadien der Römer Tiere dazu eingesetzt wurden Menschen, oft auch bei Christenverfolgungen, Menschen zu töten. Und bis heute gibt es (in Deutschland verboten) Hahnenkämpfe und Kämpfe zwischen Kampfhunden.

Aus dem Text ergibt sich nicht, ob und wie die Menschen mit Hilfe von Tieren und durch Tiere Gräuel verübten. Wir wissen aber, dass die Menschen, die durch ihr herrschen Gott verherrlichen sollten, zu dieser Zeit genau das Gegenteil machten. Sie folgten nicht Gott, sie folgten ihrem Herzen.

Dieser Abschnitt stellt an uns die Frage, ob und wie wir den Schöpfungsauftrag Gottes in unserem Leben ausfüllen. Verherrlichen wir Gott oder drehen wir nur um uns selbst?

Noah verliert beinahe alles

Nur Noah und seine Familie und die Vertreter der Tierfamilien in der Arche waren übrig. Für sie gab es kein Zurück, Gott selbst hatte die Tür verschlossen. Etwas später lesen wir, dass die Tür von Gott so gut verschlossen war, dass Noah am Ende des Flutjahres das Dach abrechen musste, damit er, seine Familie und die Tiere die Arche verlassen konnten (1. Mose 8:13).

Wir dürfen dabei nicht übersehen, dass auch Noah und seine Familie alles verloren, was sie kannten. In sechshundert Jahren hatte Noah sicher einiges an Vermögen aufgebaut und Wissen gesammelt. Sicher hatte er viele Erinnerungen an seine Streifzüge durch die von Gott geschaffene, wunderbare und noch wenig zerstörte Schöpfung.

Alles, was er kannte, ging in der weltweiten Flut unter. Sicher, Noah war nach der Sintflut der reichste Mann der Welt. Doch das hatte in seiner Situation keinerlei Bedeutung. Sein Besitz und sein Land waren untergegangen. Die Welt wie er sie kannte war durch die katastrophalen Flutmassen komplett umgestaltet. Er verließ die Arche und trat in eine ganz andere Umwelt als die, die er sein Leben lang kannte. Hohe Gebirge, rauchende Vulkane und ein drastisch verändertes Klima. Nichts war vertraut, alles war anders.  

Alles was Noah davonbrachte war sein Leben, seine Familie und die paar Dinge, die er mit in die Arche nehmen konnte. Vielleicht fühlte er sich wie Hiob:

20 Mein Gebein hängt nur noch an Haut und Fleisch, und nur das nackte Leben brachte ich davon.

Hiob 19: 20

Gott will nicht dein Vermögen und deine Annehmlichkeiten vor dem Untergang retten. Wenn Gott dich rettet, geht es Ihm nur um dein Leben. Noah vertraute Gott sein Leben und seine Zukunft an. Als er in die Arche ging wusste er, dass er alles verlieren würde, was er besaß und ihm nur noch seine Familie und seine Erinnerungen bleiben würden. Er war bereit alles aufzugeben, um sein Leben von Gott retten zu lassen.

Bist Du bereit, alles was Du kennst aufzugeben, damit Gott Dein Leben retten kann?  


„25 Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt, und als der Letzte wird er über dem Staub sich erheben. 26 Nachdem meine Haut so zerschlagen ist, werde ich ohne mein Fleisch Gott sehen. 27 Ich selbst werde ihn sehen, meine Augen werden ihn schauen und kein Fremder. Danach sehnt sich mein Herz in meiner Brust.“

Hiob 19: 25-27