Von Riesen und Helden

„Als aber die Menschen sich zu mehren begannen auf Erden und ihnen Töchter geboren wurden, 2 da sahen die Gottessöhne, wie schön die Töchter der Menschen waren, und nahmen sich zu Frauen, welche sie wollten. 3 Da sprach der HERR: Mein Geist soll nicht immerdar im Menschen walten, denn er ist Fleisch. Ich will ihm als Lebenszeit geben hundertzwanzig Jahre. 4 Es waren Riesen zu den Zeiten und auch danach noch auf Erden. Denn als die Gottessöhne zu den Töchtern der Menschen eingingen und sie ihnen Kinder gebaren, wurden daraus die Riesen. Das sind die Helden der Vorzeit, die hochberühmten.“ 1 Mose 6: 1-4 (Luther 2017)

Wer berühmt werden will, muss auffallen. Vielleicht ist es heutzutage durch die Sozialen Medien einfacher aufzufallen, „viral zu gehen“, als noch im vergangenen Jahrhundert, doch man muss noch immer etwas außergewöhnliches tun, um bekannt zu werden, bzw. Klicks zu erhalten. Es hilft auch, wenn man als Person auffällig ist oder gute Überschriften wählt.

Nichts Neues unter der Sonne (Prediger 1: 9-10)

Dass dies nichts Neues ist, zeigt uns der kurze Bericht über den Zustand der Menschheit vor der Flut zur Zeit Noahs. Dieser kurze Bericht endet mit der Feststellung, dass es vor der weltumspannenden Flut Menschen gab, die sehr groß waren und Riesen waren. Offensichtlich hatten diese Menschen durch ihren beeindruckenden Körperbau einen großen Vorteil und wurden so „hochberühmt“. Hätte es sehr viele dieser Menschen gegeben, wären sie nicht außergewöhnlich gewesen und sicher nicht „hochberühmt“ geworden. Es ist ein bisschen mit der MLB zu vergleichen – alle Spieler dort sind die besten der Besten. Ein Superstar wird aber nur der, der durch seine Leistungen auch noch die besten der Besten überragt.

Leben!

„[U]nd nannte ihn Noah und sprach: Der wird uns trösten in unserer Arbeit und der Mühsal unserer Hände auf dem Acker, den der HERR verflucht hat.“ 1 Mose 4: 29 (Luther 2017) Der zweite, in…

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Nicht nur groß

Dabei darf man nicht übersehen, dass nicht allein die Größe „hochberühmt“ macht. Ein 2,15 Mann, der im Basketball keinen Korb trifft und beim dribbeln über die eigenen Beine stolpert, wird in der NBA keinen Fuß auf den Court stellen. Im Bericht wird nicht klar, was außer der Größe der Riesen zu ihrer Berühmtheit beitrug, doch zu Beginn des Berichtes gibt es einen Hinweis auf ihre Persönlichkeit.

Gott und Mensch

Dieser Bericht steht im Anschluss eines Toledots. Ein Toledot ist ein Stammbaum, das Buch einer Generation. Was genau diese Stammbäume sind, soll hier nicht behandelt werden. Es ist aber wichtig zu wissen, dass vor diesem Toledot steht, dass die Menschen begannen Gott anzubeten. Nach diesem Toledot geht es dann zuerst einmal hoffnungsvoll weiter: Die Menschen gehorchten Gott und begannen sich zu vermehren. Sie gehorchten Gott und hielten sich an seinen Schöpfungsauftrag, sich zu vermehren (1 Mose 1: 28). Kinder zu haben ist kein Zufall, ihr alle seid die Erfüllung des Schöpfungsauftrags, den Gott Adam und Eva gab.

Doch noch im gleichen Satz wird dann auch deutlich, dass nicht alle Menschen Gottes Geboten folgten. Der Bericht unterscheidet hier zwischen „Gottessöhnen“ und „Töchter der Menschen“.[i] Die Gottessöhne tun Gottes Willen, die Töchter der Menschen folgen Adams und Evas Ungehorsam. Und selbst die Gottessöhne fragten nicht nach Gottes Willen, wenn es darum ging, mit wem sie die Ehe schließen wollen. Sie taten, was ihnen gefiel – ein Vorgriff auf die Berichte im Buch der Richter. Dort wird am Ende immer klarer, dass jeder tat, was er wollte und dies in Anarchie und Chaos endete.

Tun, was ich für richtig halte?

„24 Auch die Israeliten gingen zu jener Zeit von dort auseinander, jeder zu seinem Stamm und zu seinem Geschlecht, und zogen von dort weg, jeder zu seinem Erbteil. 25 Zu der Zeit war kein König…

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Gott will vollkommenen Gehorsam

Das dies Gott nicht will, zeigt dann Seine folgende Entscheidung: Er wird die Lebenszeit dieser Generation auf hundertzwanzig Jahre begrenzen. Viele denken an dieser Stelle, dass Menschen nun nicht mehr älter als 120 Jahre werden können, doch wäre dies der Fall, hätte Gottes Erklärung schon nach der Sintflut seine Bedeutung verloren, denn auch die Enkel Noahs wurden deutlich älter als 120 Jahre (1 Mose 11). Und auch heute noch gibt es (wenige) Menschen, die dieses Lebensalter überschreiten. Gott geht es um Gnade, diese Generation hat nun hundertzwanzig Jahre Zeit, den Schöpfer neu kennenzulernen und ihn in vollkommenem Gehorsam anzubeten. Ob dies der Fall war, lernen wir in den kommenden Wochen.

Darf Gott das?

Manche werden nun fragen, darf Gott das? Kann er von uns vollkommenen Gehorsam verlangen? Die Frage allein zeigt, dass der Fragesteller noch nicht verstanden hat, wer Gott ist. Gott ist der Schöpfer aller Dinge, des Lebens und von dir und mir. Wir sind seine Geschöpfe. Der Schöpfer hat absolut das Recht, von uns zu erwarten, dass wir ihm vollkommen gehorchen. Trotzdem lässt er uns die Freiheit, selbst zu entscheiden, ob wir das tun. Solange wir leben, leben wir durch Gottes Gnade und haben jeden Moment die Möglichkeit, Ihm unser Leben zu geben und vollkommen zu gehorchen.

Willst Du das tun?

„4 Aber Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, hat in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, 5 auch uns, die wir tot waren in den Sünden, mit Christus lebendig gemacht – aus Gnade seid ihr gerettet –; 6 und er hat uns mit auferweckt und mit eingesetzt im Himmel in Christus Jesus, 7 damit er in den kommenden Zeiten erzeige den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade durch seine Güte gegen uns in Christus Jesus. 8 Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, 9 nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme. 10 Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.“

Epheser 2: 4-10

[i] Ich verstehe, dass es dazu andere Auslegungen gibt. Wer wissen möchte, warum ich die folgende Auslegung nehme, darf mich gerne darauf ansprechen oder auch das Kontaktformular benutzen.