Logische Konflikte in der Bibel?

Sollte sich Gott in Seinem Wort tatsächlich widersprechen, wäre dies ein fataler Fehler, der die gesamte Wahrheit Seines Wortes effektiv in Frage stellen würde. Erhebt eine Stelle einen bestimmten Anspruch, der an anderer Stelle genau das Gegenteil behauptet, dann ist das tatsächlich ein Problem. Zwei unterschiedliche Dinge können nicht gleichzeitig wahr sein. Eine der beiden Behauptungen muss falsch sein. Wenn es nur um subjektive Meinungen geht, was möglich ist, dann stellt das kein Problem dar. Wird jedoch gesagt, dass es tatsächlich logische Widersprüche gibt, dann sollten wir Christen diese Herausforderung, diesen Angriff, sehr ernst nehmen.

Was ist ein Widerspruch?

Oft sind die behaupteten Widersprüche in der Bibel keine logischen Widersprüche, da es nicht unbedingt einen Konflikt zwischen den beiden Stellen gibt. Zum Beispiel sind die beiden Aussagen „Jesus ist aus der Linie von Adam“ und „Jesus ist aus der Linie von Noah“ beide wahr und widersprechen sich nicht.

Ein Widerspruch ist es dann, wenn zwei Aussagen gleichzeitig wahr sein wollen und in der gleichen Beziehung stehen. Symbolisch wird dies als |A und Nicht-A| geschrieben. A und Nicht-A stehen gleichzeitig nebeneinander und in der gleichen Beziehung. Der Satz vom Widerspruch sagt: „Es ist unmöglich A und Nicht-A gleichzeitig und in der gleichen Beziehung zu haben. Der letzte Nebensatz ist dabei entscheidend, denn A und Nicht-A können zu unterschiedlichen Zeiten wahr sein. Ein Batter kann nicht Strike Out gehen (A) und gleichzeitig an der ersten Base stehen (Nicht-A). Trotzdem kann für den gleichen Spieler auch gelten, dass er im ersten Inning Strike Out geht (A), jedoch im dritten Inning durch einen Hit ins Leftfield einen Hit erzielt und dann an der ersten Base steht (Nicht-A). Offensichtlich ist es möglich, dass A (Strike Out) und Nicht-A (Base Hit) zu unterschiedlichen Zeiten wahr sind. Das könnte sogar im gleichen Inning wahr sein, wenn die Bedingungen in einem unterschiedlichen Bezug stehen. War zum Beispiel der dritte Strike ein Wild Pitch (unterschiedlicher Bezug), der Batter rannte los und erreichte das erste Base, weil der Catcher zu langsam war, um den Ball an das erste Base zu werfen, bevor der Batter dieses erreichte, dann ging der Batter Strike Out und steht trotzdem an der ersten Base. Entscheidend sind der zeitliche Rahmen und die Bezüge zueinander.

Grundlage der Logik

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Bedeutungsunterschiede sind kein Widerspruch

Wörter haben in unterschiedlichen Situationen und Sätzen eine unterschiedliche Bedeutung und daher können A und Nicht-A auch gleichzeitig wahr sein. Zum Beispiel kann ein Mann gleichzeitig ein Junggeselle sein (nicht verheiratet) und verheiratet. Wie das? In dem Sinn, dass er zwar keine Ehe mit einer Frau geschlossen hat, aber „mit seiner Arbeit verheiratet ist.“ Es gibt deshalb keinen Widerspruch, da die Bedeutung des Wortes „verheiratet“ in den Sätzen eine unterschiedliche Bedeutung hat.

Zieht man diese zeitlichen Bezüge und Beziehungen bei seinen Überlegungen mit in Betracht, lösen sich schon einige der angeblichen Widersprüche in Gottes Wort in Luft auf.

Beispiel

Wenn es darum geht, wie wir vor Gott gerecht werden, wird manchmal der Vorwurf erhoben, dass Gott an zwei Stellen unterschiedliches darüber sage. In Römer 4: 2-3 sagt Gott, dass Abraham allein durch seinen Glauben gerecht vor Gott war (Sola Fide). Im Jakobusbrief lesen wir dann aber, dass Abraham durch seine Werke gerecht wurde und nicht allein durch Glauben (Jakobus 2: 21-24). Widerspricht sich das nicht? Tatsächlich haben wir hier A und Nicht-A zur gleichen Zeit, doch werden unterschiedliche Bezüge hergenommen. In Römer 4 lehrt uns Gott über die Rechtfertigung vor Ihm selbst, vor Gott sind wir nur durch den Glauben an Ihn gerechtfertigt. Abraham war gerecht vor Gott.

In Jakobus 2 wird aber darüber gelehrt wie wir vor Menschen als gerecht gelten (Jakobus 2: 18). Unsere Werke sind eine Konsequenz unseres Glaubens, und so wurde Abraham durch seine sichtbaren Werke vor den Menschen als ein Gerechter vor Gott erkannt. Die beiden Stellen widersprechen sich nicht.

Es gibt Gott echt!

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Obwohl das Wort „Dreieinigkeit“ nicht in Gottes Wort erwähnt wird, ist das Konzept jedoch an vielen Stellen erkennbar. Darin erkennen manche Menschen einen Widerspruch: „Wie kann Gott Einer und doch Drei sein?“ Doch schauen wir uns das Konzept etwas genauer an, sehen wir, dass die Beziehungsebene unterschiedlich ist und es keinen Widerspruch gibt. Gott lehrt uns, dass er auf eine Art Einer ist und drei auf eine andere Art. In Jesaja 45: 5-6, 18, 22) lernen wir, dass Gott Einer ist. An anderen Stellen erkennen wir jedoch drei Personen, die dieser Eine Gott ist: Gott, der Vater (Galater 1:1); Gott, der Sohn (Johannes 20: 30); und Gott, der Heilige Geist (Apostelgeschichte 5: 3-4). Der Vergleich hinkt (sehr) trotzdem hier ein Beispiel: Ein Mann kann gleichzeitig Vater, Sohn und Prediger sein. Er ist eine Person, der in unterschiedlichen Situationen, zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Rollen einnimmt. Und manchmal, z.B. im Gottesdienst, in dem sein Sohn und sein Vater ihm zuhören alle drei Rollen, mehr oder weniger deutlich erkennbar, einnimmt. Es gibt auch bei der Dreieinigkeit keinen Widerspruch. Die Dreieinigkeit stellt für Menschen vielleicht ein verstandesmäßiges Problem dar, aber sie ist nicht unlogisch.

Schlussfolgerungen

Kennen wir den Satz des Widerspruchs und wenden diesen in richtiger Weise auf Gottes Wort an, können wir schon einen großen Teil der angeblichen Widersprüche bereinigen. Bedeutend ist dabei der Schlusssatz, dass A und Nicht-A nicht gleichzeitig existieren und die gleiche Beziehung haben können. Da Gott der Ursprung der Logik ist, können wir jeden angeblichen Widerspruch gelassen untersuchen: Der Ursprung der Logik wird in Seinem Wort nichts unlogisches lehren.

1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort 2 Dasselbe war im Anfang bei Gott. 3 Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.

Johannes 1: 1-3