„1 Und er fing abermals an, am Meer zu lehren. Und es versammelte sich eine so große Menge bei ihm, dass er in ein Boot stieg, das im Wasser lag, und er setzte sich; und alles Volk stand auf dem Lande am Meer. 2 Und er lehrte sie vieles in Gleichnissen; […]“ Markus 4: 1-2 (Luther 2017)
Jesus war ein guter Geschichtenerzähler. Wenn er lehrte (unterrichtete) erzählte er oft Geschichten, die seine Jünger und Zuhörer mitriss. Er hatte unterschiedliche Gründe, warum er mit Hilfe der Geschichten unterrichtete. Manchmal wollte er nicht, dass alle Zuhörer seine Botschaft verstanden (Markus 4: 11-12/ Lukas 8:10) und manchmal um seine Verbindung zu bestimmten Stellen im Wort Gottes herzustellen (Matthäus 13:35; Jesaja 48: 6). Bei anderen Gelegenheiten stellte er mit seinen Geschichten Vergleiche zwischen seinen Zuhörern und den Personen in seinen Geschichten her (Matthäus 21: 45/ Markus 12:12/ Lukas 20:19). Manchmal verstanden seine Zuhörer, dass er sie mit seiner Geschichte meinte, manchmal nicht. Auch seine Jünger gehörten manchmal zu dieser letzten Gruppe und Jesus nahm sich dann Zeit ihre entstandenen Fragen zu beantworten (Lukas 12: 41/ Markus 4: 33-34).
Wer ist Jesus?
„Gekreuzigt, gestorben und begraben. […] Am dritten Tage auferstanden von den Toten.“ Das sind die Kernaussagen des Glaubensbekenntnisses. Doch wer wurde damals gekreuzigt,…
WeiterlesenJesus gelang es, seine Zuhörer mit seinen Geschichten zu fesseln. Seine Geschichten sind so gut, dass einige davon bis heute auch bei Menschen bekannt sind, die nichts mit Jesus zu tun haben wollen. Oft nutzen diese Menschen Jesus‘ Geschichten um ihre eigenen Ansichten populär zu machen und übersehen dabei, dass Jesus seine Geschichten erzählte, um seinen Zuhörern die Wahrheit von Gottes Reich weiterzugeben. Heute haben wir den Vorteil, dass wir Jesus‘ Geschichten in geschriebener Form vor uns haben und wir uns darin vertiefen können um die Wahrheit Gottes in unserem Leben Realität werden zu lassen. In den kommenden Wochen machen wir genau das und schauen uns die Geschichten von Jesus genauer an.
Was ist ein Gleichnis?
In den deutschen Übersetzungen oder Predigten hört man oft das Wort „Gleichnis“, wenn über die Geschichten spricht, die Jesus erzählt hat. In den vier Berichten über Jesus‘ Leben (Evangelien), die im Wort Gottes enthalten sind, steht dort das Wort παραβολή |parabolē|. Dieses Wort bedeutet „Vergleich“, „Erläuterung“, „Ähnlichkeit“. Obwohl die Geschichten nicht tatsächlich geschehen sind, und die Personen meistens keine historischen Personen sind, stehen sie stellvertretend für bestimmte Einstellungen, Charaktereigenschaften oder auch Neigungen mit denen wir auch noch heute im Alltag zu tun haben.
Was bezweckt Jesus mit den Gleichnissen?
Oberflächlich betrachtet enthalten die Geschichten von Jesus eine Moral für unser Leben. Doch das war nicht die Absicht von Jesus. Seine Geschichten enthalten gute und schlechte Beispiele die uns zeigen, wie wir ein Leben führen können, das Gott gefällt und zu seiner Verherrlichung dient. Jesus‘ Geschichten enthalten auch Warnungen, wie wir durch unser Leben Gott die Ehre nehmen. Seine Geschichten geben uns Ratschläge für körperliche und geistliche Angelegenheiten und zeigen uns, was wir in unserem Herzen tragen und wie das Herz Gottes schlägt.
Ursprung des Guten
„Können wir ohne Gott Gutes tun?“ – „Ja, natürlich! Ich muss nicht an Gott glauben um Gutes zu tun, dazu brauche ich Gott…
WeiterlesenWas lernen wir von Jesus‘ Gleichnissen?
In den Gleichnissen lernen wir von den Helden und den Bösewichten. Wir verstehen deren Motivation besser und wir erkennen, dass es neben unserer Realität noch für uns unsichtbare Kräfte und Mächte gibt, die uns beeinflussen. Jesus Gleichnisse lehren uns die Wahrheit. Auf der anderen Seite lernen wir durch sie auch, wo Menschen falsch über Gott und seine Botschaft reden und wie ein Leben in Sünde (getrennt von Gott) aussieht und endet. Mit seinen Gleichnissen will Jesus unseren Horizont für die Wahrheit Gottes erweitern, da wir in unserem Leben oft nur das sehen können, was direkt um uns herum geschieht.
Jesus spricht in seinen Geschichten von Heiligung, wie wir in unserem Leben Jesus immer ähnlicher werden können. Er zeigt uns, wie wir als Christen wachsen und stärker im Glauben an Ihn werden können. Er zeigt uns, dass das Wort Gottes (die Bibel) die einzige Autorität ist, wenn es um weltanschauliche Fragen geht und Er gibt uns Antworten auf die Fragen von Menschen, die Gott uns Seinem Wort (sehr) kritisch gegenüberstehen.
Wenn wir Menschen gegenüberstehen, die Gott und sein Wort kritisch (und manchmal abfällig) kommentieren können wir Jesus‘ Gleichnisse auch dazu nutzen um die Vorwürfe dieser Menschen mit Gottes Wahrheit abzugleichen. Seine Gleichnisse geben Antworten auf Schlussfolgerungen von Wissenschaftlern, Fragen zu Weltanschauungen, Beziehungsfragen, die Frage nach dem Wert eines jeden menschlichen Lebens und die Fragen nach einem Leben mit Ihm selbst.
Jesus fordert uns mit seinen Gleichnissen zum genauen Zuhören auf:
„Und [Jesus] sprach: Wer Ohren hat zu hören, der höre!“
Markus 4:9
