Tun, was ich für richtig halte?

„24 Auch die Israeliten gingen zu jener Zeit von dort auseinander, jeder zu seinem Stamm und zu seinem Geschlecht, und zogen von dort weg, jeder zu seinem Erbteil. 25 Zu der Zeit war kein König in Israel; jeder tat, was ihn recht dünkte.“ Richter 21: 24 -25

Ein verstörendes Ende

Das Ende der Chroniken der Richterzeit sind verstörend. Im Anschluss an den Bericht über Simsons Leben, der selbst nur wenig nach Gottes Willen fragte, folgen Berichte über Götzendienst im Volk Israel, ein Bericht über einen furchtbaren Mord und einen blutigen Stammeskrieg mit zehntausenden Toten.[i] Der Bericht zeigt auf, wie Menschen, die, ohne einen von Gott bestätigten König, leben und handeln „[wie es sie] recht dünkt“ (tut was sie für richtig halten). In keinem der abschließenden Berichte lesen wir, dass auch nur irgendjemand nach Gottes Willen fragt. Erst wenn alles zusammenbricht gehen die Menschen zur Stiftshütte Gottes und fragen nach Rat (21:2).

Augenzeugen gesucht

„31 Und Israel diente dem HERRN, solange Josua lebte und die Ältesten, die noch lange Zeit nach Josua lebten…

Eine gottlose Kultur

Israel ist zu dieser Zeit eine gottlose, heidnische Kultur. Bei ihren Entscheidungen verlassen sie sich alleine auf ihren menschlichen Verstand, oft entscheidet das Volk emotional, spontan und von Rachegelüsten getrieben. Sie wollen mit ihren Entscheidungen das Böse ausrotten (Richter 20:13), das sie erst durch ihr eigensinniges Handeln herbeigeführt haben und verursachen dadurch noch viel größere Probleme. Die Schuld für ihre Misere geben sie dann einfacherweise Gott – den sie nie vor einer Entscheidung angerufen haben.

Das menschliche Problem

Das Problem mit menschlichen Entscheidungen ist das menschliche Herz, es ist ein geistliches Problem, das keine Politik, keine Armee lösen kann: Wir haben ein Herz voller Sünde. Nur wenn wir unser Herz Gott geben, Ihm unsere Entscheidungen überlassen, können wir unsere Probleme lösen. Israel erkannte nicht, dass sie nicht nur in äußerlicher Sklaverei und Abhängigkeit lebten, sondern auch in geistlicher Abhängigkeit ihres Götzendienstes.

Wer Gott nicht anbetet, verehrt, oft ohne es zu realisieren, etwas (oder jemand) anderen. Entscheidungen werden mit dem begrenzten menschlichen Verstand und Wissen getroffen, bewertet durch menschliche Moralvorstellungen. Dieser Mensch wundert sich dann, warum sich die Verhältnisse nicht bessern und entscheidet dann für sich selbst, dass Gott sich offensichtlich nicht um Seine Geschöpfe kümmert.

Der König, den wir brauchen

Das Buch der Richter zeigt uns, dass wir uns unser eigenes Problem schaffen, aber dieses nicht selbst lösen können. Wir brauchen jemanden, der unser Leben regiert, einen König, genauso, wie das Volk Israel einen König brauchte.

Wer ist Jesus?

„Gekreuzigt, gestorben und begraben. […] Am dritten Tage auferstanden von den Toten.“ Das sind die Kernaussagen des Glaubensbekenntnisses. Doch…

Wir müssen uns von einem König retten lassen – wer ist dieser König? Durch das Buch der Richter lässt uns Gott wissen, dass es kein menschlicher König sein kann. In den weiteren Geschichtsbüchern (Könige und Chroniken) lesen wir über Könige, die im besten Fall das Volk Israel bei der Anbetung Gottes anführen, jedoch oft zum Ungehorsam gegenüber Gott verleiten. Die Berichte machen deutlich, dass wir einen Retter, Richter und König brauchen, nach dem wir nicht rufen, da wir unsere Misere oft nicht erkennen und Gott nicht suchen; (Römer 3:11; 2 Timotheus 2:13) er erwählt und ruft uns (Johannes 15:16).

Zweitens müssen wir zugeben, dass wir uns nicht selbst aus der Misere ziehen können, wir tragen nichts zu unserer Rettung bei (Epheser 2: 4-5; Titus 3: 4-6). Aus dem Brief an die Philipper wissen wir dann drittens, dass der Retter schwach ist und uns durch seinen Tod retten wird (Philipper 2: 1-11). Wir brauchen einen Retter, der nicht die Gesellschaft, das Volk retten will und kann, sondern unser Herz, unsere unsterbliche Seele. Dazu braucht es den größten, den besten, den einzig wahren und gerechten Richter und König.

Es gibt nur einen Richter und König, zu dem wir schauen können – Jesus. Entweder wir dienen ihm mit unserem Leben, oder wir dienen einem Hochstapler.

Lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist, 2 und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens, der, obwohl er hätte Freude haben können, das Kreuz erduldete und die Schande gering achtete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes.

Hebräer 12: 1-2 10

Sagt unter den Heiden: Der HERR ist König. Er hat den Erdkreis gegründet, dass er nicht wankt. Er richtet die Völker recht. 11 Der Himmel freue sich, und die Erde sei fröhlich, das Meer brause und was darinnen ist; 12 das Feld sei fröhlich und alles, was darauf ist; jauchzen sollen alle Bäume im Walde 13 vor dem HERRN; denn er kommt, denn er kommt, zu richten das Erdreich. Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker mit seiner Wahrheit.

Psalm 96: 10-13

[i] Richter 20: 27-28 lassen die Vermutung zu, dass diese Ereignisse nicht chronologisch aufgezeichnet wurden. Sie könnten festgehalten und ans Ende gestellt sein, um als Berichtsklammer auf die Unterschiede der gottesfürchtigen Generation Josuas zwischen den gottlosen Generationen die folgten, hinzuweisen.