Nicht nur Rosen und Pralinen

Rosen, Pralinen, rote Herzen und Romantik – das verbinden heutzutage viele Menschen mit dem Valentinstag. Weniger romantisch veranlagte Menschen sind sich jedoch sicher, dass dieser Tag von findigen Floristen eingeführt wurde um mehr Rosen und Sträuße verkaufen zu können. Fragt man nach, wissen die wenigsten tasächlich, was die Ursprünge dieses Tages sind

In der Whitefriars Street Church in Dublin (Irland) erhält man mehr Informationen über den Tag und den Mann, der dem Tag seinen Namen gab. In dieser Kirche werden Relikte vom Heiligen Valentin aufbewahrt und man kann mehr über dessen Leben erfahren. Man lernt dabei, dass dieser Tag, an dem die Liebe gefeiert wird, überhaupt nicht romantisch im eigentlichen Sinne ist.

Valentin von Rom[i] (226 – 14. Februar 269) war Priester zur Zeit von Kaiser Claudius Gothicus. Das Römische Reich befand sich in dieser Zeit in einer Umbruchsphase, in der die Kaiser, auch genannt die Soldatenkaiser[ii], in kurzen Abständen wechselten. Die Soldatenkaiser waren hauptsächlich mit dem Heer unterwegs um die Angriffe der germanischen Stämme abzuwehren. Die längere Abwesenheit der Kaiser sorgte dann auch innenpolitisch für Unzufriedenheit. Die Soldatenkaiser, in Valentins Fall Kaiser Claudius Gothicus, sahen in der Ehe ein Problem für das Heer, da ein verheirateter Soldat zuerst an seine Ehefrau und seine Familie denkt, und erst dann an seinen Auftrag als Soldat. Auch war es in der römischen Gesellschaft akzeptiert, dass ein Mann mehrere Frauen hatte oder auch fremdging. Und so gab es in dieser Zeit keinen Aufschrei, als Kaiser Claudius Gothicus Eheschließungen per Gesetz verbieten ließ.

Als Priester hatte Valentin eine schwierige Entscheidung zu treffen. Sollte er dem Kaiser gehorchen oder der Schöpfungsordnung Gottes? Er wusste, dass Gott, der Schöpfer, mit Adam und Eva das erste Ehepaar geschaffen hatte und dass die Ehe Teil von Gottes Schöpfungsordnung war (1 Mose 1:27; 1 Mose 2: 18-24). Und aus den Berichten über die Apostel wusste er, dass er Gott mehr gehorchen sollte als einem Menschen (Apostelgeschichte 5:29) – auch wenn dieser das Regierungsoberhaupt war.

Sehr gut!

26 Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht. 27 Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum…

Weiterlesen

Valentin entschloss sich, Gott zu vertrauen und verheiratete weiterhin Ehepaare. Mit Sicherheit war ihm bewusst, dass er damit in Gefahr stand verhaftet und eingesperrt zu werden oder er sogar mit dem Tode bestraft werden konnte. In seinem Umfeld konnte er nicht auf Beistand hoffen, Christen wurden zu dieser Zeit bestenfalls belächelt. So stand Valentin alleine gegen die Ansichten der Gesellschaft und die Gesetze einer gottlosen Regierung. Trotz dieser Umstände hielt er an der Wahrheit fest und folgte dem Wort Gottes.

Es kam wie es kommen musste: Nicht überraschend wurde Valentins Tun bekannt und er fand sich im Gefängnis wieder. Dort wurde er zuerst gefoltert und dann am 14. Februar 269 enthauptet. Aus dieser Zeit im Gefängnis stammt auch die Legende, die mit ein Grund der romantischen Bräuche am Valentinstag ist. Der Richter Asterius, der mit für die Verurteilung Valentins verantwortlich war, hatte eine blinde Tochter. Er forderte Valentin heraus, für die Heilung seiner Tochter zu beten. Valentin begann daraufhin, für die Tochter zu beten und sie erhielt tatsächlich ihr Augenlicht zurück. Im Blick auf dieses Wunder soll Asterius auch Jesus in sein Leben gebeten haben und wurde Christ. Doch das Wunder rettete Valentin nicht sein eigenes Leben. Kurz vor seiner Exekution soll Valentin Asterius‘ Tochter einen Brief geschrieben haben, den er mit „Dein Valentin“ unterschrieben habe – so wie auch heute noch viele Liebesbriefe am Valentinstag unterschrieben werden.

Etwas über zweihundert Jahre später im Jahr 496 machte Papst Gelasius I den 14. Februar zum Gedenktag an den Märtyrer Valentin, der bis heute auch in der Anglikanischen Kirche gefeiert wird. In England finden sich dann auch die Ursprünge der modernen, romantischen Bräuche zum Valentinstag.

Im Jahr 1381 verlobte sich der 14-jährige König Richard II mit der 15-jährigen Anne von Böhmen. Geoffrey Chaucer schrieb aus diesem Anlass das Gedicht „Parlament der Vögel“, in welchem er die Geschichte dreier Adler erzählt, die um einen weiblichen Adler werben. Das Parlament der Vögel trifft sich aus diesem Grund am Valentinstag, dem Tag, an dem sich der bäuerlichen Überlieferung nach, die Vögel zu paaren beginnen.

Ungebildet?

Der Heilige Geist kam zu den Jüngern nicht an einem x-beliebigen Tag. In Apostelgeschichte 2:1 lesen wir, dass die Jünger versammelt waren[i] und auf den Heiligen Geist warteten – doch an diesem Tag feierten die Jünger wie in jedem Jahr (שָׁבוּעוֹת) Schawuoth – das „Wochenfest“. In den Tagen des Wochenfestes wurde auch die Ernte des…

Weiterlesen

Geoffrey Chaucer ist einer der größten Poeten Englands und in einer Zeit, in der die „höfische Liebe“ noch gefeiert wurde, begannen sich viele Paare Liebesbriefe zu schreiben, vor allem am Valentinstag. Ganz so, wie dies auch heute noch mit Karten, Blumen und Pralinen der Fall ist[iii].

Vielen sind die Ursprünge des Valentinstages nicht (mehr) bewusst. Wie so oft in der Geschichte der Menschheit, haben die weltlichen Gebräuche die Erinnerung an den christlichen Hintergrund eines Gedenktages in den Schatten gestellt.

Am Valentinstag dürfen wir uns auch daran erinnern, dass Valentin in einer Zeit, in der er als Jesusnachfolger mit schwersten Konsequenzen für seinen Glauben an Jesus rechnen musste, an Gottes Wort festgehalten hat und Ihm gehorsam war. Valentins Leben und Tod zeigen, dass uns unser Glaube an Jesus nicht immer vor Schaden bewahrt, wir aber wissen dürfen, dass wir mit dem Glauben das „bessere Teil“ gewählt haben.

23 Da sprach er zu allen: Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach. 24 Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s erhalten. 25 Denn welchen Nutzen hätte der Mensch, wenn er die ganze Welt gewönne und verlöre sich selbst oder nähme Schaden an sich selbst?

Lukas 9: 23-25

Beten wir, dass wir auch in schwierigsten Zeiten unseren Glauben an Jesus, unseren Heiland, nicht verleugnen.

6 Vor allen Dingen aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr auslöschen könnt alle feurigen Pfeile des Bösen, 17 und nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. 18 Betet allezeit mit allem Bitten und Flehen im Geist und wacht dazu mit aller Beharrlichkeit und Flehen für alle Heiligen 19 und für mich, dass mir das Wort gegeben werde, wenn ich meinen Mund auftue, freimütig das Geheimnis des Evangeliums zu verkündigen, 20 dessen Bote ich bin in Ketten, dass ich mit Freimut davon rede, wie ich es muss.

Epheser 6: 16-20

[i] Es gibt noch einen weiteren Valentin (Valentin von Treni), dessen Name auch oft fällt, wenn es um den Valentinstag geht, der zur gleichen Zeit lebte. Auch er wurde für seinen Glauben an Jesus Christus hingerichtet.

[ii] https://de.wikipedia.org/wiki/Soldatenkaiser

[iii] Ursprünglich war der Valentinstag ausschließlich eine angelsächsische Tradition. Aus Deutschland ist bekannt, dass 1950 in Nürnberg der erste Valentinsball gefeiert wurde, der von Angehörigen des US-Militärs ausgerichtet wurde.